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Jugendfilmstunden

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Die Jugendfilmstunden bzw. Jugendfilmstunden des Deutschen Reiches (so die vollständige Bezeichnung) waren ab 1934 von der Hitlerjugend organisierte Filmvorführungen, die in der Regel sonntagvormittags – konfliktträchtig – in der Zeit des Kirchganges stattfanden.

Von den Sammelplätzen der verschiedenen Einheiten marschierte das Jungvolk mit Fahnen und Wimpeln und unter Fanfarenstößen und dem Bumbum der Landsknechttrommeln konzentrisch auf den betreffenden Veranstaltungsort zu. Dies waren meist die größten Kinos am Ort mit möglichst mehr als tausend Sitzplätzen.

Die Jugendfilmstunden, die wegen ihres weihevollen Charakters auch als „Filmfeierstunden“ bezeichnet wurden, waren aufwändige Propaganda-Veranstaltungen, für die die örtlichen Kinobetreiber ein- bis zweimal monatlich ihre Vorführsäle zur Verfügung stellen mussten. Auf dem Land, wo es keine Kinos gab, wurden Jugendfilmstunden in Schulgebäuden, Wirtshäusern und Gemeindesälen durchgeführt. Das Programm umfasste einen geschlossenen Einmarsch der Zuschauer, Gesang und schließlich die Vorführung von meist propagandistischen Dokumentar- und Spielfilmen, die im Gemeinschaftserlebnis emotional viel stärker auf die Jugendlichen wirkten, als wenn sie das Kino gemeinsam mit Familienangehörigen besucht hätten. Fester Bestandteil war die Vorführung der aktuellen Wochenschau. Die Teilnahme an den Jugendfilmstunden erfolgte offiziell außerhalb des eigentlichen HJ-Dienstes. Die Veranstaltungen wurden auch nicht über staatliche Zuschüsse finanziert, sondern waren kostenpflichtig.

Anlässlich des zehnten Jahrestages der Einführung der Jugendfilmstunden wurde am 24. Mai 1944 der Film Junge Adler uraufgeführt.<ref>Uraufführung des HJ.-Films „Junge Adler“. In: Neues Wiener Tagblatt, 25. Mai 1944, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwg</ref> Bis dahin sollen laut NS-Propaganda rund 40 Millionen Jugendliche an der Filmvorführungen teilgenommen haben.<ref>Zehn Jahre Jugendfilmarbeit der HJ. In: Die Zeit. Hauptorgan der NSDAP im Reichsgau Sudetenland. Amtsblatt des Reichsstatthalters und seiner Behörden, 25. Mai 1944, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/zst</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alois Funk: Film und Jugend. Eine Untersuchung über die psychologischen Wirkungen des Films im Leben der Jugendlichen, München (Verlag Ernst Reinhardt) 1933
  • Curt Belling, Alfred Schütze: Der Film in der Hitlerjugend, Berlin 1937
  • Joseph Goebbels: Der Film als Erzieher. Rede zur Eröffnung der Filmarbeit der HJ, Berlin 12. Oktober 1941. In: Gerd Albrecht: Der Film im Dritten Reich. Eine Dokumentation, Karlsruhe (Doku) 1979, S. 65–69
  • John Altmann: Movie's Role in Hitler's Conquest of the German Youth. In: Hollywood Quarterly 111 (engl.)
  • Bundesarchiv/Kulturamt der Stadt Koblenz (Hrsg.): Ausstellung zur Filmreihe „Jugend im NS-Staat“, Koblenz 1978
  • Jugendfilm im Nationalsozialismus. Dokumentation und Kommentar, Münster 1984
  • Barbara Stelzner-Large: Der Jugend zur Freude? Untersuchungen zum propagandistischen Jugendspielfilm im Dritten Reich, Weimar (VDG, Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften) 1994

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />