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Julia Lehner

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Julia Lehner (* 3. März 1954 in Nürnberg) ist eine ehemalige deutsche Politikerin (CSU). Von Mai 2020 bis April 2026 war sie Zweite Bürgermeisterin mit dem Geschäftsbereich Kultur und damit 1. Stellvertreterin des Oberbürgermeisters sowie davor seit 2002 Kulturreferentin der Stadt Nürnberg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Lehner begann nach dem Abitur 1973 am Sigena-Gymnasium Nürnberg das Studium der Germanistik, Geschichte, Sozialkunde und Kunstgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, das sie 1980 mit der 1. Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien abschloss.<ref name=":0">Kulturreferat der Stadt Nürnberg: Die Kulturreferentin, Prof. Dr. Julia Lehner. In: nuernberg.de. Abgerufen am 11. Mai 2020.</ref> 1984 wurde sie bei Rudolf Endres mit der Dissertation Die Mode im alten Nürnberg. Modische Entwicklung und sozialer Wandel in Nürnberg, aufgezeigt an den Nürnberger Kleiderordnungen zur Dr. phil. promoviert.<ref name=":0" />

Nach der Promotion arbeitete sie im Marketingbereich, von 1985 bis 1987 als Mitarbeiterin der Sparkasse Roth-Schwabach und von 1987 bis 2002 als Mitarbeiterin der Sparkasse Nürnberg.<ref name=":0" /> 1989 übernahm sie dort die Leitung des Unternehmensbereichs Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoring.<ref name=":0" /> Darüber hinaus war sie publizistisch sowie als Kuratorin im Bereich Bildende Kunst tätig. Von 1992 bis 2002 war sie als Vorsitzende für den Förderkreis Bildende Kunst in Nürnberg tätig.

2000 erfolgte die Bestellung zur Honorarprofessorin der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Zudem war sie von 1996 bis 2002 ehrenamtliche Stadträtin der CSU im Nürnberger Stadtrat mit den Schwerpunkten Kultur- und Schulpolitik. Ab 1. Mai 2002 war sie berufsmäßige Stadträtin für das Kulturreferat.<ref name=":0" /> Sie folgte in diesem Amt Georg Leipold und Karla Fohrbeck. Zuletzt wurde Lehner für die Amtszeit von 2014 bis 2020 wiedergewählt.<ref name=":0" />

Als Kulturreferentin war Lehner an der Entwicklung und Gestaltung zahlreicher städtischer Bildungs- und Kulturprojekte beteiligt. Sie setzte sich für die Verbesserung und Entwicklung der kulturellen Grundversorgung<ref>Nachtgiger und Großstadt-Effekt. Interview mit Kulturreferentin Dr. Julia Lehner. In: Stadtparkjournal, Oktober 2014.</ref> mit der Schaffung neuer Kulturorte sowie Investitionen in etablierte und soziokulturelle Bestände und Formate ein.<ref>Ulrike Löw: Zoff ums Zukunftsmuseum: Julia Lehner zieht gegen grüne Abgeordnete vor Gericht. nordbayern.de, 16. März 2021, abgerufen am 21. September 2023.</ref> Im Blickpunkt der Öffentlichkeit stand sie vor allem 2006 aus Anlass der Fußball-WM, als durch die Großskulptur von Olaf Metzel der Schöne Brunnen verdeckt wurde. Auch der Opernbau auf dem ehemaligen Reichstagsgelände ist zu maßgeblichen Teilen ihre Idee. Lehner ist zudem Hauptherausgeberin der Schriften des Kulturreferats der Stadt Nürnberg, die sich in jedem Band einzelnen Schwerpunkten aus den Arbeitsgebieten des Kulturreferats widmen.<ref>Übersicht der bisher erschienenen Bände in den Schriften des Kulturreferats der Stadt Nürnberg.</ref>

Lehner war von 2020 bis 2026 Kulturbürgermeisterin und Stellvertreterin des Oberbürgermeisters der Stadt Nürnberg. Seit 2026 leitet sie die Stiftung der Kongresshalle Nürnberg.<ref>Fachfrau geht: Kultur wird in Nürnberg Chefsache – und Ehrenamt. In: br.de, 29. April 2026.</ref>

Lehner ist mit dem Immobilienunternehmer Gerd Schmelzer verheiratet.<ref>Lehner/Schmelzer im Marktspiegel</ref>

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

  • 1996–2002: ehrenamtliche Stadträtin im Stadtrat der Stadt Nürnberg
  • 1998–2002: Vorsitzende des Ortsverbandes der CSU Laufamholz
  • seit 2001: Stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes der CSU Nürnberg-Ost
  • seit 2003: Mitglied im Arbeitskreis Hochschule und Kultur der CSU
  • 2009–2015: Landesvorsitzende des Arbeitskreises Hochschule und Kultur der CSU
  • seit 2013: Stellvertretende Vorsitzende des Bezirksverbands der CSU Nürnberg-Fürth-Schwabach
  • 2013–2017 und erneut seit 2018: Mitglied im Parteivorstand der CSU
  • 2020–2026: Bürgermeisterin der Stadt Nürnberg<ref>Pressebericht Nordbayern.de</ref>

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Mode im alten Nürnberg. Modische Entwicklung und sozialer Wandel in Nürnberg, aufgezeigt an den Nürnberger Kleiderordnungen (= Schriftenreihe des Stadtarchivs Nürnberg. Band 36). Verlag Universitätsbuchhandlung Korn und Berg, Nürnberg 1984, ISBN 978-3-87432-095-5; zugleich Dissertation.
  • Rund um den Aufseßplatz. (Hrsg. Stadtsparkasse Nürnberg), Tümmel Verlag, Nürnberg 1994, ISBN 3-921590-25-6.
  • mit Michael Diefenbacher: Vom Augustinerkloster zum Lorenzer Platz. Zur Geschichte der Hauptniederlassungen der Stadtsparkasse Nürnberg. Hrsg. Stadtsparkasse Nürnberg, Tümmel Verlag, Nürnberg 1994, ISBN 978-3-921590-24-9
  • Die Nürnberger Akademie. Tradition und Innovation. Fotografien von Bernd Telle. Hrsg.: Nürnberger Versicherungsgruppe, Edelmann Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 978-3-87191-276-4
  • Europäische Metropolregion Nürnberg. Eine Kulturregion im Herzen Europas. In: 200 Jahre Franken in Bayern. Aufsätze zur Landesausstellung 2006, hrsg. Werner K. Blessing, Christoph Daxelmüller, Evamaria Brockhoff et al., Augsburg 2006, S. 177–180, ISBN 3-937974-09-1.
  • mit Hiltrud Herbers, Fred Krüger: Die Festivalisierung der Stadt. Nürnbergs Kultur als Inszenierung urbaner Lebensqualität. In: Der Nürnberg Atlas. Vielfalt und Wandel der Stadt im Kartenbild, hrsg. Wolfgang Baumann et al., Nürnberg 2007, S. 172–175, ISBN 978-3-89705-533-9.
  • Nürnbergs Geschichte zwischen Dürer und Führer. In: kultur.macht.geschichte. geschichte.macht.kultur. Kulturpolitik und kulturelles Gedächtnis. Hrsg. Kulturpolitische Gesellschaft e. V., Bonn 2010, S. 145–148. ISBN 978-3-8375-0324-1
  • Nürnberg im Spannungsfeld reformatorisch-protestantischer Tradition und weltanschaulicher Vielfalt. Eine Standortbestimmung. In: Staat in Deutschland und evangelische Kirche (Schriften des Kulturreferats der Stadt Nürnberg 1), Hrsg. Julia Lehner, Nürnberg 2015, S. 10–31, ISBN 978-3-9817369-0-8.
  • als Hrsg.: Erhalten! Wozu? Perspektiven für Zeppelintribüne, Zeppelinfeld und das ehemalige Reichsparteitagsgelände. (Schriften des Kulturreferats der Stadt Nürnberg 2), Nürnberg 2017, ISBN 978-3-9817369-1-5.

Interviews (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 2026: „Wenn ich von etwas überzeugt bin, kann ich kämpfen bis zum Ende“ (Interviewer: Olaf Przybilla). In: Süddeutsche Zeitung Nr. 99 (2026) vom 30. April/1. Mai 2026, S. R7.

Literatur[Bearbeiten]

De Rossi, Nicoletta: Frauenperspektiven Nürnberg. Panima, Karlsruhe, 2026, ISBN 978-3-9827669-1-1. S. 229–230.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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