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Julius Baer

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Vorlage:Hinweisbaustein Julius Baer (geboren 24. März 1876 in Wiesbaden; gestorben 7. Oktober 1941 in Haifa) war ein deutscher Internist, der an der Goethe-Universität Frankfurt lehrte.

Leben[Bearbeiten]

Baers Vater Hermann Baer war jüdischer Kaufmann in Wiesbaden. Seine Reifeprüfung legte Baer 1894 im Wiesbadener Humanistischen Gymnasium ab. In Freiburg im Breisgau, München und Straßburg studierte er Medizin. Nach dem Staatsexamen im Wintersemester 1898/99 in Straßburg folgte seine Approbation. 1899 wurde er in Straßburg promoviert.

Nach abgeschlossenem Staatsexamen war er in der Ohrenklinik in Straßburg und in der Klinik von Carl Jakob Adolf Christian Gerhardt in Berlin tätig. 1907 habilitierte er sich in Straßburg und wurde Privatdozent. 1913 erhielt er den Professorentitel. Im Ersten Weltkrieg leitete er von 1914 bis 1915 ein Typhus-Seuchenlazarett in Laon. In den darauffolgenden Jahren war er Abteilungsarzt im Feldartillerieregiment 500 und arbeitete in der Garnison in Straßburg.

1919 zog er nach Frankfurt am Main, wo er sich als Arzt für innere Krankheiten niederließ. Politisch engagierte er sich in dieser Zeit als Mitglied der liberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP).<ref>Michael Grüttner, Ausgegrenzt: Entlassungen an den deutschen Universitäten im Nationalsozialismus, Berlin/Boston 2023, S. 47.</ref> Seit 1920 lehrte er als Privatdozent an der Goethe-Universität Frankfurt. 1922 wurde er zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt. Von der 1933/34 einsetzenden Entlassungswelle jüdischer Dozenten blieb Baer aufgrund des Frontkämpferprivilegs zunächst verschont. Erst 1935 wurde ihm als jüdischem Dozenten die Lehrerlaubnis entzogen. Ende 1935 emigrierte er nach Palästina.

Baer war zweimal verheiratet. Beide Ehefrauen waren evangelisch. 1912 heiratete er Mathilde (Thilde) Baer (1892–1915). Dieser Ehe entstammte der Sohn Hermann (1913–2011).<ref name="LAGIS">Hessische Biografie: Julius Baer</ref> In zweiter Ehe war Julius Baer ab 1920 mit der Ärztin Olga Aron (* 23. November 1893 in Strasburg (Uckermark); † 26. März 1943 in Haifa) verheiratet.<ref>Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden: Wiedergutmachungsakte Julius und Olga Baer, Signatur: HHStAW Bestand 518 Nr. 38659.</ref> Das Ehepaar hatte zwei Töchter: Lotte (1921–2015; verheiratete Schwarz) und Marianne (1922–1964).<ref name="LAGIS" />

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) erinnert auf ihrer Webseite an Julius Baer, der von 1905 bis 1935 ihr Mitglied war.<ref>DGIM Gedenken & Erinnern: Julius Baer</ref>

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Über Vorkommen und Verhalten einiger Zuckerarten im Blut und in pathologischen Flüssigkeiten. C & J. Goeller, Straßburg 1899 (Dissertation).
  • Über tuberkulöse Granulationsgeschwülste des Mittelohrs. 1900.

Literatur[Bearbeiten]

  • Renate Heuer, Siegbert Wolf (Hrsg.): Die Juden der Frankfurter Universität. Campus Verlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-593-35502-7, S. 23 f.
  • Michael Grüttner: Ausgegrenzt: Entlassungen an den deutschen Universitäten im Nationalsozialismus. Biogramme und kollektivbiografische Analyse, de Gruyter/Oldenbourg, Berlin/Boston 2023, ISBN 978-3-11-123678-0, S. 47.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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