Julius Berend
Julius Berend, eigentlich Hermann Berend,<ref name="Eisenberg">Ludwig Eisenberg: Julius Berend. In: Großes biographisches Lexikon der deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Paul List, Leipzig 1903, S. Vorlage:VonBis (daten.digitale-sammlungen.de).</ref> (geboren 20. Oktober 1820 in Berlin; gestorben 24. März 1904 in Hannover) war ein deutscher Balletttänzer, Kinderdarsteller, Opernsänger (Tenor) und Theaterschauspieler.<ref name="HBL">Hugo Thielen: Berend, (3) Julius. In: Hannoversches Biographisches Lexikon. S. 50 f; in der Erstauflage auf S. 51; Google Books</ref>
Leben[Bearbeiten]
Berend, zweiter Sohn eines königlichen Musikinspektors am Berliner Hoftheater,<ref name="Eisenberg" /> besuchte die Realschule bis zur zehnten Klasse,<ref name="HBL" /> kam jedoch schon als Zehnjähriger, vor seinem Schulabschluss, als Zögling in die Ballettschule des königlichen Theaters, wo er 1832 angestellt wurde – sein erstes Solo tanzte er im Ballett Blaubart – und in dieser Stellung sechs Jahre verblieb.<ref name="Eisenberg" />
1838 kam er als Tänzer, Sänger und Schauspieler nach Stettin (auf Empfehlung des Grafen von Rödern),<ref group="A">Hier meint Eisenberg wohl einen der Grafen von Roden</ref> nachdem er schon in Berlin wiederholt auf dem Liebhabertheater „Urania“ aufgetreten war, und zwar in Rollen, die er mit Eduard Devrient, Louis Schneider und Charlotte von Hagn einstudiert hatte. In Stettin wirkte er als jugendlicher Komiker und Tenorbuffo bis 1846.<ref name="Eisenberg" />
1846 wurde Berend Mitglied am Hoftheater in Hannover<ref name="HBL" /> nach einer Prüfung vor dem Hoftheaterdirektor und dem Hofkapellmeister Heinrich Marschner.<ref name="Eisenberg" />
Der Künstler, der dieses Hoftheater nicht mehr verließ (er diente dort unter sieben Königen) und an demselben nun 55 Jahre wirkte, feierte daselbst sein 25-, 50- und 60-jähriges Bühnenjubiläum.<ref name="Eisenberg" />
Berend war zu seiner Zeit der vermutlich älteste Schauspieler Deutschlands und wurde vom Kaiser anlässlich seines 80. Geburtstags dekoriert sowie zum Ehrenbürger der Stadt Hannover ernannt. Er ist bis zu seinem Tod in Hannover aufgetreten.<ref name="Eisenberg" />
Seit 1860 war Berend zudem Mitglied im Hannoverschen Künstlerverein.<ref name="HBL" /> Sein Grab findet sich auf dem Stadtfriedhof Engesohde<ref name="HBL" /> und wurde ab dem 20. Oktober 1904 „mit einem Ehrendenkmale“ geschmückt.<ref>Erich Rosendahl: Geschichte der Hoftheater in Hannover und Braunschweig ( = Niedersächsische Hausbücherei, Bd. 1 ), Hannover: Helwingsche Verlagshandlung, 1927, S. 170</ref>
Sein Sohn Fritz Berend (* 1858) wurde ebenfalls Sänger und Schauspieler.<ref name="Eisenberg" />
Literatur[Bearbeiten]
- A. Entsch: Deutscher Bühnenalmanach. Band 37, 1873, S. 105 f; Google Books
- Ludwig Eisenberg: Julius Berend. In: Großes biographisches Lexikon der deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Paul List, Leipzig 1903, S. Vorlage:VonBis (daten.digitale-sammlungen.de).
- Wilhelm Rothert: Allgemeine Hannoversche Biografie. Band 1: Hannoversche Männer und Frauen seit 1866. Sponholtz, Hannover 1912, S. 331.
- Deutsches Theater-Lexikon, Band 1, S. 117.
- Erich Rosendahl: Geschichte der Hoftheater in Hannover und Braunschweig (= Niedersächsische Hausbücherei, Bd. 1), Hannover: Helwingsche Verlagshandlung, 1927, S. 66, 170
- Hugo Thielen: BEREND, (3) Julius. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 50 f; in der Erstauflage auf S. 51; Google Books
Weblinks[Bearbeiten]
- Julius Berend bei Operissimo auf der Basis des Großen Sängerlexikons
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Anmerkungen[Bearbeiten]
<references group="A" />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Berend, Julius |
| ALTERNATIVNAMEN | Berend, Hermann (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Balletttänzer, Kinderdarsteller, Opernsänger (Tenor) und Theaterschauspieler |
| GEBURTSDATUM | 20. Oktober 1820 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 24. März 1904 |
| STERBEORT | Hannover |