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Julius Schwarzbauer

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Julius Schwarzbauer, auch Schwarzbaur (* 28. März 1873 in Ochsenhausen<ref name="Kri">Kriegsstammrollen des Königreichs Bayern, eingesehen auf ancestry.de am 19. April 2017.</ref>; † nach 1940 in den Vereinigten Staaten) war ein süddeutscher Musikinstrumenten- und Orgelbauer. Er hatte seinen Lebensmittelpunkt in Mindelheim<ref name="Fischer">Fischer, Wohnhaas: Lexikon süddeutscher Orgelbauer. 1994, S. YY</ref> und wanderte 1928 in die Vereinigten Staaten aus.<ref name="Anc">Einbürgerungsdokument vom 28. Januar 1936, eingesehen bei ancestry.de, 19. April 2017.</ref>

Leben[Bearbeiten]

Julius Schwarzbauer kam im Frühjahr 1873 im schwäbischen Ochsenhausen bei Biberach zur Welt. Seine Eltern waren der Schreinermeister Johann Nepomuk Schwarzbauer und dessen Ehefrau Karolina, geborene Stiefenhofer.<ref name="Kri" /> Bei seinem Vater erlernte er das Schreinerhandwerk. Ab 1890 führte er die Orgelbauwerkstatt von Albert Krebs weiter, der diese zuvor von Othmar Sauter übernommen hatte.<ref name="Fi">Hermann Fischer: 100 Jahre Bund Deutscher Orgelbaumeister. Orgelbau-Fachverlag, 1991, ISBN 978-3-921-84818-0, S. 290 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Zusammen mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Eberhard Schwarzbauer (1875–1939)<ref group="Anm.">Der „Elektrotechniker“ Eberhard Schwarzbaur starb lt. Sterberegister Hamburg am 29. Januar 1939 im Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf.</ref> gründete er 1898 in seinem Heimatort Ochsenhausen die eigene Orgelbaufirma „Gebrüder Schwarzbauer“.<ref name="UO">Julius Schwarzbauer, ulmer-orgeln.de, abgerufen am 19. April 2017.</ref>

Am 19. Juli 1900 heiratete er in Mindelheim die dort geborene Josephine Stölzle (1870–1930). Aus dieser Ehe gingen die vier Töchter Julianna („Lya“, * 1900), Anna (* 1902), Martha (* 1903) und Josephine („Josy“, * 1905) sowie der Sohn Julius Max (* 1908) hervor.<ref name="Anc" />

Im Jahr 1901 verlegte Schwarzbauer seine Werkstatt nach Mindelheim.<ref>Orgelbauer Schwarzbauer, ulmer-orgeln.de, abgerufen am 19. April 2017.</ref> Im Ersten Weltkrieg diente er ab Oktober 1914 als Soldat des Königreichs Bayern in der Artillerie.<ref name="Kri" /><ref>Paul Marie Guillaume Joseph de Wit: Zeitschrift für Instrumentenbau. 1915 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Nach dem Konkurs seiner Firma Mitte der 1920er Jahre emigrierte Julius Schwarzbauer im August 1928 mit seiner Familie in die USA, wo er sich zunächst in Missouri, später in New York niederließ und als Orgelstimmer tätig war. Seine Ehefrau Josephine verstarb im Juni 1930 in St. Louis (Missouri). Anfang 1936 stellte Schwarzbauer einen Einbürgerungsantrag, aus dem auch hervorgeht, dass damals außer seiner Tochter Anna alle seine Kinder in New York lebten.<ref name="Anc" /> Bei der US-Volkszählung im April 1940 wurde er im Alter von 67 Jahren mit dem Wohnsitz in der Jackson Avenue in der Bronx (New York City) und der Berufsangabe organ tuner (dt.: „Orgelstimmer“) erfasst.<ref>US-Census 1940, eingesehen auf ancestry.de am 19. April 2017.</ref>

Orgelbau[Bearbeiten]

Von 1900 bis 1924 baute Julius Schwarzbauer etwa 100 Orgeln mit pneumatischen Kegelladen für Pfarrkirchen und Kapellen im Allgäu und in Schwaben. Davon sind heute nicht mehr viele erhalten. Er führte zahlreiche Umbauten und Reparaturarbeiten an älteren Orgeln durch<ref name="UO" /> und fertigte kleinere Instrumente wie Klaviere an. In seiner Werkstatt bildete er auch Lehrlinge zu Orgelbauern aus.<ref name="Fi" />

Seine Gehäuse weisen oft historisierende Formen auf. Klanglich sind seine Instrumente der spätromantischen Epoche verpflichtet; seine letzten Instrumente zeigen bereits Züge der Elsässischen Orgelreform. Zu seinen Werken zählen auch Tonhallenorgeln, die sich in einem kompletten Schwellkasten befinden.

Während der Inflationszeit ging der Betrieb um 1924 in Konkurs,<ref name="UO" /> und die Werkstatt wurde von Hans Dolp (1887–1943) übernommen.<ref name="UO" /><ref name="Pape">Uwe Pape: Orgelbauwerkstätten und Orgelbauer in Deutschland von 1945 bis 2004. 2004, ISBN 978-3-921-14066-6. (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Werkliste[Bearbeiten]

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
ca. 1900<ref>Mattsies: Die Kirchenorgel, mattsies.info, abgerufen am 19. April 2017.</ref> Mattsies Mariä Himmelfahrt nicht erhalten
1900<ref>Schwarzbauer-Orgel Dorschhausen, sandtner-orgelbau.de, abgerufen am 19. April 2017</ref> Dorschhausen St. Mariä Heimsuchung
Datei:Dorschhausen - Mariä Heimsuchung - Orgel (2).JPG
II/P 15 Renovation durch Sandtner; historischer Prospekt der Schwarzbauer-Orgel in modifizierter Form wiederverwendet
1900 Weingarten Basilika St. Martin II/P 22 Chororgel, Neubau hinter dem Gabler-Prospekt; nicht erhalten
1906<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Die Orgel in der Schönebürgkirche (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ulmer-orgeln.de, ulmer-orgeln.de, abgerufen am 19. April 2017.</ref> Schönebürg Kreuzbergkirche II/P 10 pneumatische Spiel- und Registertraktur, Kegellade, 3 feste Kombinationen (p, mf, f), Renovation 1985; erhalten
1906<ref name="Prosp">Orgelprospekte, bistum-augsburg.de, abgerufen am 19. April 2017.</ref> Thierhaupten St. Peter und Paul
Datei:Thierhaupten St. Peter und Paul Orgel 600.JPG
II/P 27 neues pneumatisches Orgelwerk mit Kegelladen
1906<ref name="Prosp" /> Kirchhaslach Mariä Himmelfahrt
Datei:Puten in der Orgel - panoramio.jpg
II/P 27 neues Orgelwerk; erhalten
1907<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Kirchengeschichte St. Georg. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 26. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.st-georg-westendorf.de st-georg-westendorf.de, abgerufen am 19. April 2017.</ref> Westendorf St. Georg nicht erhalten, Orgel aus 1969 von Orgelbau Sandtner
um 1907 Rammingen St. Magnus
Datei:St. Magnus (Rammingen) Innenraumansicht Langhaus 1.JPG
II/P 16 1957 Umbau durch Gerhard Schmid
1908 Bubesheim St. Mariä Geburt
Datei:Orgel Pfarrkirche Mariä Geburt Bubesheim 01.jpg
Renovierung 1988 durch die Orgelbaufirma Offner
1908 Obergriesbach St. Stephan
Datei:Obergriesbach St. Stephan Empore 048.jpg
II/P 16
um 1910 Illerzell St. Ulrich
1911 Hammerstetten St. Nikolaus
Datei:Hammerstetten StNikolaus Orgelprospekt.jpg
I/P 10 neues Orgelwerk
1912 Pfaffenhausen St. Stephan Datei:St. Stephan (Pfaffenhausen) 42.JPG II/P 31 → Orgel
1913/1914 Dirlewang Pfarrkirche St. Michael
Datei:Dirlewang St. Michael Orgelprospekt.jpg
II/P 23 nicht erhalten; 1963 Neubau Gerhard Schmid mit Rückpositiv in neuzeitlicher Formensprache
1914<ref>Historische Orgeln, bistum-augsburg.de, abgerufen am 19. April 2017.</ref> Gennach (Langerringen) Pfarrkirche St. Johannes Baptist
Datei:Gennach - Langerringer Straße 3 - St Johannes 2.jpg
II/P 26 erhalten
1914 Bedernau Pfarrkirche St. Georg
Datei:Orgel - panoramio (16).jpg
Einbau einer neuen Orgel durch Julius Schwarzbauer bei Erhaltung des alten Gehäuses; diese wurde 1988 wiederum durch ein neues Instrument der Firma Schmid ersetzt und um ein Rückpositiv erweitert.
1916<ref>Die Orgel der Pfarrkirche. kirche-lechbruck.de (Memento des Originals), abgerufen am 4. Februar 2021.</ref> Lechbruck am See Pfarrkirche Mariä Heimsuchung
Datei:Lechbruck am See Mariä Heimsuchung Empore 238.jpg
II/P 34 umgebaut erhalten (heute II/36); mit Fernwerk im Speicherboden des Chorraums.<ref>vgl. Orgelbeschreibung, www.organindex.de, abgerufen am 4. Februar 2021.</ref>
1916 Rückholz St. Georg
Datei:St. Georg (Rückholz) Innenraum 2.jpg
II/P 11 pneumatische Kegellade; erweitert 1959 von Zeilhuber
1918 Schnerzhofen Wallfahrtskapelle
St. Antonius von Padua
Datei:St. Antonius von Padua (Schnerzhofen) 33.JPG
1919/1920<ref>St. Martin Batzenhofen</ref><ref>Orgelgutachten 2012, orgelfreunde.bplaced.net, abgerufen am 11. Januar 2021.</ref> Batzenhofen Pfarrkirche St. Martin Opus 58, pneumatische Kegelladenorgel; 2017 abgebaut und 2019 durch Orgelbau Wech (Buchloe) durch ein neues Instrument im historischen Gehäuse ersetzt<ref>Informationen zur Orgel</ref>
1920<ref>jos: Schwabniederhofen: Neue Orgel macht Kirche klanglich zum Dom. merkur.de, abgerufen am 19. April 2017.</ref> Schwabniederhofen Pfarrkirche Heilig Kreuz Gehäuse und Holzpfeifen der Schwarzbauer-Orgel wurden in eine neue Orgel integriert
Mittelneufnach Pfarrkirche St. Johannes Evangelist
Datei:Mittelneufnach StJohannesEv Fresko-Empore1.jpg
II/P 11 pneumatische Traktur; im Orgelzentrum Valley

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Lexikon süddeutscher Orgelbauer. Florian Noetzel Verlag, Wilhelmshaven 1994, ISBN 3-7959-0598-2, S. 79.
  • Johannes Mayr, Wolfgang Manecke: Historische Orgeln in Oberschwaben. Der Landkreis Biberach. Schnell & Steiner, Regensburg, 1995.
  • Christian Kohler: Orgeln und Orgelbauer im Allgäu von 1850 bis zur Gegenwart. Diplomarbeit, Musikhochschule Augsburg/Nürnberg 2007.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Anmerkungen[Bearbeiten]

<references group="Anm." />

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