Spitzblütige Binse
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| Datei:20150813Juncus acutiflorus2.jpg
Spitzblütige Binse (Juncus acutiflorus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Juncus acutiflorus | ||||||||||||
| Ehrh. ex Hoffm. |
Die Spitzblütige Binse (Juncus acutiflorus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Binsen (Juncus) innerhalb der Familie der Binsengewächse (Juncaceae). Sie kommt hauptsächlich in Europa vor.
Beschreibung[Bearbeiten]
Vegetative Merkmale[Bearbeiten]
Die Spitzblütige Binse ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 110 Zentimeter erreicht.<ref name="Podlech1980" /> Sie bildet ein kriechendes Rhizom und lange Ausläufer. Der blühende Stängel ist starr aufrecht, am Grund seitlich zusammengedrückt und gegen die Spitze zu rund.<ref name="Podlech1980" /> Die Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert. Die Öhrchen der Blattscheide sind bräunlich, kurz und ziemlich derb. Die Blattspreite ist bei einem Durchmesser von etwa 3 Millimeter im Querschnitt nahezu rund und innen hohl, ohne jegliches Mark. Sie ist 5 bis 50 Zentimeter lang und meist deutlich septiert.<ref name="Podlech1980" />
Generative Merkmale[Bearbeiten]
Die Blütezeit ist Juni bis August.<ref name="Podlech1980" /> Der Blütenstand eine rispig verzweigte Spirre. Er ist aufrecht mit aufrechten Haupt- und abstehenden Seitenästen und umfasst (10 bis) 50 bis 80 (bis 250) Köpfchen.<ref name="Podlech1980" /> Das untere Tragblatt des Blütenstands ist aufrecht und meist viel kürzer als der Blütenstand.<ref name="Podlech1980" /> Ein Köpfchen besteht aus (3 bis) 5 bis 8 (bis 20) vorblattlosen Blüten.<ref name="Podlech1980" /> Die Blütenhüllblätter sind 2 bis 2,7 Millimeter lang und schmal eiförmig.<ref name="Podlech1980" /> Die inneren Perigonblätter sind länger als die äußeren und stachelspitzig. Die äußeren sind nur zugespitzt. Die Perigonblätter sind im oberen Teil kastanienbraun, gegen den Grund zu heller braun bis grün mit schmalen häutigen Rand.<ref name="Podlech1980" /> Die 6 Staubblätter sind halb bis zwei Drittel so lang wie die Blütenhülle.<ref name="Podlech1980" /> Die Staubbeutel sind 0,8 bis 1 Millimeter lang. Der Griffel ist 0,5 bis 1 Millimeter lang und trägt die 1 bis 1,5 Millimeter langen, aufrechten hellpurpurnen Narben.<ref name="Podlech1980" /> Die auffällig schnabelartige Kapselfrucht ist bei der Reife verlängert; sie ist 2 bis 3 Millimeter lang und überragt meist die Blütenhülle.<ref name="Podlech1980" /> Sie ist rotbraun bis kastanienbraun und in einen langen Schbale verschmälert.<ref name="Podlech1980" /> Sie und enthält nur wenige Samen. Die Samen sind etwa wie eine Zitrone geformt, 0,5 Millimeter lang und durchsichtig rotbraun.<ref name="Podlech1980" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie[Bearbeiten]
Die Spitzblütige Binse ist ein Hemikryptophyt. Die Samen breiten sich als Körnchenflieger aus.
Der Blattfloh Livia juncorum verursacht durch einen Stich die Bildung von dichten Blattbüscheln auch aus den Blütenständen.
Vorkommen[Bearbeiten]
Bei der Spitzblütigen Binse handelt es sich um eine subatlantische (bis submediterrane) Art. Sie kommt hauptsächlich in Europa vor. Isolierte Vorkommen gibt es im Irak, in Syrien und Marokko.<ref name="POWO" /> In Neufundland, in Australien, Tasmanien und in Neuseeland ist die Art ein Neophyt.<ref name="POWO" /> In Europa ist die Art im Westen weit verbreitet. Im Norden reichen die Vorkommen bis zu den Shetlandinseln, nach Dänemark und Südnorwegen, im Osten bis an das Schwarze Meer. Im Mittelmeergebiet ist sie meist selten. Sie fehlt in Europa in den Ländern Ungarn, Island, Schweden, Finnland, Russland, im Baltikum und in der Türkei.<ref name="Euro+Med" />
In Deutschland kommt die Spitzblütige Binse im Norden und im Süden (mit größeren Verbreitungslücken) vor.
Die Spitzblütige Binse gedeiht am besten auf staunassen, aber wenigstens gelegentlich austrocknenden, nährstoffreichen Böden, die schlammig, moorig oder aber humusarm sein können. Sie wächst unter geeigneten Bedingungen auch auf frisch aufgeworfenem Erdreich. Sie steigt kaum bis in Höhenlagen von über 1700 Meter auf und fehlt in Mitteleuropa gebietsweise ganz; insgesamt ist sie dort selten. In den Allgäuer Alpen steigt sie bis zu 1100 Metern Meereshöhe auf.<ref name="Dörr und Lippert" /> Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Juncetum acutiflori aus dem Verband Juncion acutiflori, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Verbände Molinion oder Caricion fuscae vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w (nass aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie und Systematik[Bearbeiten]
Die Spitzblütige Binse wurde 1791 von Georg Franz Hoffmann in Deutschlands Flora oder Botanisches Taschenbuch für das Jahr 1791, S. 125 als Juncus acutiflorus erstbeschrieben. Hoffmann griff damit den Namen auf, den Jakob Friedrich Ehrhart der Art gegeben aber nicht publiziert hatte. Synonyme von Juncus acutiflorus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehrh. ex Hoffm. sind Juncus foliosus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hoppe, Juncus brevirostris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nees, Juncus sylvaticus subvar. brevirostris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nyman.
Man kann zwei Unterarten unterscheiden<ref name="WCSP" />:
- Juncus acutiflorus subsp. acutiflorus: Sie kommt in Europa und vom Mittelmeergebiet bis zum Irak vor.<ref name="WCSP" />
- Juncus acutiflorus subsp. rugosus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Steud.) Cout. (Syn.: Juncus rugosus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Steud.): Sie kommt in Portugal und im südwestlichen Spanien vor.<ref name="WCSP" />
Literatur[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 302.</ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="InfoFlora"> Juncus acutiflorus Hoffm. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Podlech1980">Dietrich Podlech: Familie Juncaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 386–387. </ref> <ref name="Euro+Med"> World Checklist of Selected Plant Families 2010, The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. In: Datenblatt Juncus acutiflorus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="POWO">Datenblatt Juncus acutiflorus bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>
Weblinks[Bearbeiten]
- Spitzblütige Binse auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Spitzblütige Binse. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)