KAB-500
| KAB-500 | |
|---|---|
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Datei:KAB-500OD maks2009.jpg | |
| Allgemeine Angaben | |
| Bezeichnung: | KAB-500 КАБ-500 |
| Typ: | Präzisionsbombe |
| Herkunftsland: | Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Sowjetunion / |
| Hersteller: | GNPP Region |
| Entwicklung: | 1970 |
| Indienststellung: | 1979 |
| Einsatzzeit: | im Einsatz |
| Technische Daten | |
| Gefechtsgewicht: | 370–560 kg |
| Ladung: | versch. Sprengkopfarten |
| Länge: | 3,04–3,05 m |
| Durchmesser: | 350–400 mm |
| Zünder: | Aufschlagzünder |
| Listen zum Thema | |
KAB-500 oder КАБ-500 bezeichnet eine Serie von Präzisionsbomben aus sowjetischer/russischer Produktion. KAB steht für korrektirujemaja awiazionnaja bomba ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) und 500 steht für die Gewichtsklasse der Bombe.<ref name="gordon">Jefim Gordon: Soviet/Russian Aircraft Weapons since World War Two. Midland Publishing, 2004.</ref> Die Serie umfasst die Bomben KAB-500L, KAB-500Kr, KAB-500S und KAB-500PL.
Entwicklung[Bearbeiten]
1970 bekam GNPP Region (jetzt Tactical Missiles Corporation) in Moskau den Auftrag zur Entwicklung von Präzisionsbomben in einer Gewichtsklasse von 500 kg und 1500 kg. Die Bomben sollten mit einem Laserzielsuchkopf oder einem elektrooptischen Lenksystem ausgestattet werden. Gerüchten zufolge wurde bei der Entwicklung auf Suchköpfe von im Vietnamkrieg geborgenen Paveway, AGM-62 Walleye und GBU-8-HOBOS-Bomben zurückgegriffen.<ref name="dtig">Die Präzisionsbomben KAB-500 und KAB-1500. DTIG – Defense Threat Informations Group, Oktober 2004.</ref><ref name="janes">Ducan Lennox: Jane’s Air-Launched Weapon Systems. Edition 2002, Jane’s Information Group 2002.</ref> Die werksinternen Bombentests waren im Juni 1974 beendet. Im August 1975 waren die Abnahmetests in Achtubinsk durch die staatlichen Behörden abgeschlossen. Die Serienproduktion begann 1976 und im Jahr 1979 wurde die KAB-500L (mit Laserzielsuchkopf) offiziell bei den sowjetischen Luftstreitkräften eingeführt.<ref name="janes" /> Die Ausführung KAB-500Kr mit einem elektrooptischen Suchkopf war Anfang 1984 bereit.<ref name="dtig" /> Die Ausführung KAB-500S mit Satellitensteuerung wurde erstmals 2003 vorgestellt. Mit der ersten Lieferung an die russische Luftwaffe wurde im Jahr 2007 die Initial Operating Capability erreicht.<ref name="deagel">KAB-500S-E. In: deagel.com. Abgerufen am 18. Dezember 2014 (englisch).</ref> Ursprünglich beabsichtigte die russische Luftwaffe nicht, die KAB-500S in Großserie zu beschaffen.<ref name="izv">Минобороны отказалось от ГЛОНАСС-бомб. In: izvestia.ru. Abgerufen am 18. Dezember 2014 (russisch).</ref>
Technik[Bearbeiten]
Die KAB-500 kann gegen ein großes Spektrum strategischer sowie taktischer Ziele, zum Beispiel Flugabwehr, Schiffe, Brücken, Transporteinrichtungen, Verkehrsanlagen und verbunkerte Anlagen eingesetzt werden.<ref name="janes" /> Zu diesem Zweck ist die KAB-500 modular aufgebaut und besteht aus folgenden Teilen: Suchkopf, Sprengkopf sowie Lenkeinheit. Die BU-56-Lenkeinheit befindet sich im Bombenheck und steuert den PG-9-2-Gasgenerator, welcher die Lenkimpulse für die vier Steuerflächen erzeugt. Außer von der Lenkeinheit existieren von sämtlichen Modulen verschiedene Ausführungen, die miteinander kombiniert werden können. Die Bombe hat eine zylindrische, längliche Rumpfform mit einem kreisrunden Querschnitt. Am Heck sind vier Steuerflächen angebracht. Am vorderen Drittel des Rumpfes befinden sich vier Stabilisierungsflächen. In Abhängigkeit von den unterschiedlichen Suchköpfen existieren drei KAB-500-Serien:
KAB-500L[Bearbeiten]
Die Ausführung KAB-500L verwendet Laserzielsuchköpfe vom Typ Asow 27N und später 27N1. Diese wurden von OAO Peleng entwickelt. Die Suchköpfe entsprechen im Wesentlichen den US-amerikanischen Paveway-I/II-Suchköpfen.<ref name="janes" /> Für die KAB-500L ist eine Zielbeleuchtung mittels Laser notwendig. Dazu kommen die Laserzielbeleuchter vom Typ Klen PM/PS, Kaira 24M oder I-25 Schkwal zum Einsatz.<ref name="aap" /> Daneben können auch die Zielbehälter Sapsan-E und Damocles des französischen Herstellers Thales verwendet werden. Der Lasersucher der Bombe ist kardanisch aufgehängt und richtet sich durch einen runden Boxwing automatisch auf den Geschwindigkeitsvektor der Waffe ein. Das vom Ziel reflektierte Laserlicht wird durch den Sucher erfasst. Die empfangene Laserenergie wird auf einen Sensor fokussiert und verarbeitet. Die Steuerlogik ermittelt die nötigen Lenkimpulse für die vier Steuerflächen am Bombenheck. Die KAB-500L kann aus einem Höhenbereich von 1000 bis 8000 m sowie in einem Geschwindigkeitsbereich von 550 bis 1100 km/h abgeworfen werden. Die maximale Einsatzdistanz liegt bei 9 km. Die minimale Einsatzdistanz beträgt 3 km. Die mittlere Treffgenauigkeit (CEP) liegt bei 3 bis 7 m.<ref name="aap">Carlo Kopp: Soviet/Russian Guided Bombs. In: ausairpower.net. Abgerufen am 18. Dezember 2014 (englisch).</ref> Die KAB-500L ist 3,04 m lang und wiegt je nach Ausführung 370 bis 525 kg. Der Rumpfdurchmesser misst 400 mm und die Spannweite liegt bei 750 mm.
| Bezeichnung | Gewicht | Gefechtskopf |
|---|---|---|
| KAB-500L-Pr | ~500 kg | Penetrationsgefechtskopf der BetAB-500-Bombe 1 |
| KAB-500L-G | 534 kg | 460-kg-Splittergefechtskopf |
| KAB-500L-F | ~500 kg | 380-kg-Splittergefechtskopf 2 |
| KAB-500L-OD | 370 kg | 280-kg-Aerosolbombe |
| KAB-500L-K | 525 kg | 266 × PTAB-1-HEAT-Bomblets |
1
Der Penetrationsgefechtskopf ist in der Lage, 10 m Erdreich und danach 1,5 m Stahlbeton zu durchbrechen.
2 Der Wirkungsradius beträgt knapp 22 m.
KAB-500Kr[Bearbeiten]
Die erste Ausführung der KAB-500Kr verwendete den elektro-optischen Suchkopf vom Typ Krym. Dieser Suchkopf konnte nur bei Tageslicht eingesetzt werden und die Kamera ermöglichte nur die Bekämpfung von kontrastreichen Zielen. Der verbesserte Suchkopf 7TM1 Krym-M mit CCD-Sensoren kann unter optimalen Bedingungen erfasste Ziele selbst verfolgen und treffen (Fire-and-Forget).<ref name="janes" /> Nach dem Abwurf der Bombe wird der Datenlink aktiviert und das TV-Bild des Suchkopfes aus der Bombenspitze in das Flugzeug übertragen. Somit kann das Ziel genau anvisiert werden und das TV-Bild wird bis zum Einschlag der Lenkwaffe in das Flugzeug übertragen (man-in-the-loop). Kurskorrekturen können mit einem kleinen Joystick ausgeführt werden.<ref name="gordon" /> Für die Übertragung der Bilddaten aus dem Bombensuchkopf muss das Trägerflugzeug mit einem APK-8- oder APK-9-Datenlink-Pod ausgerüstet sein.<ref name="aap" /> Neuere Modelle der KAB-500Kr sind mit einem CCD-Sensor vom Typ Tubus-2 ausgerüstet. Dieser arbeitet auf einer Wellenlänge 0,4 bis 0,95 µm und kann bei Nacht und auch gegen kontrastarme Ziele eingesetzt werden.<ref name="sino">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.PLA’s tactical air-to-surface missiles (Part 1) ( vom 19. Februar 2014 im Internet Archive) In: sinodefence.com. Abgerufen am 27. August 2015 (englisch).</ref> Ebenso kann die Bombe ein vor dem Abwurf ausgewähltes Ziel von selbst finden und treffen.<ref name="jed">Michael Fiszer: Russia Testing New Guided Bombs. Journal of Electronic Defense, 22. November 2005.</ref> Der Suchkopf wird von OAO Impuls produziert. Die KAB-500Kr kann aus einem Höhenbereich von 1000 bis 11.000 m sowie in einem Geschwindigkeitsbereich von 550 bis 1100 km/h abgeworfen werden. Die maximale Einsatzdistanz liegt bei 15 bis 17 km. Die minimale Einsatzdistanz beträgt 2 km. Die mittlere Treffgenauigkeit (CEP) liegt bei 3 bis 7 m.<ref name="aap" /> Die KAB-500Kr ist 3,05 m lang und wiegt je nach Ausführung 385 bis 560 kg. Der Rumpfdurchmesser misst 350 mm und die Spannweite liegt bei 750 mm.
| Bezeichnung | Gewicht | Gefechtskopf |
|---|---|---|
| KAB-500Kr-Pr | 560 kg | Penetrationsgefechtskopf der BetAB-500-Bombe<ref name="dtig" /> |
| KAB-500Kr-F | 525 kg | 380-kg-Splittergefechtskopf |
| KAB-500Kr-OD | 385 kg | 280-kg-Aerosolbombe |
| KAB-500Kr-K | ~500 kg | 266 × PTAB-1-HEAT-Bomblets |
KAB-500S[Bearbeiten]
Die Ausführung KAB-500S verwendet ein kombiniertes INS/GPS-Lenksystem. Das SPE-2001-Lenksystem arbeitet mit einem 24-Kanal-Empfänger für die Satelliten-Navigationssysteme GLONASS und GPS. Je nach Verfügbarkeit wählt das Lenksystem automatisch eines der beiden Satelliten-Signale aus.<ref name="airwar">KAB-500C. In: airwar.ruizvestia.ru. Abgerufen am 18. Dezember 2014 (russisch).</ref> Das SPE-2001-Lenksystem wird von IBC Compass produziert. Die KAB-500S kann unabhängig vom Wetter und der Tageszeit eingesetzt werden. Die KAB-500S kann aus einem Höhenbereich von 1000 bis 11.000 m sowie in einem Geschwindigkeitsbereich von 550 bis 1100 km/h abgeworfen werden. Die Bombe wiegt 560 kg und ist 3,00 m lang. Der Rumpfdurchmesser misst 400 mm und die Spannweite liegt bei 750 mm. Der Splittergefechtskopf wiegt 380 kg, wovon 195 kg auf den Sprengstoff entfallen. Der Zünder hat drei unterschiedliche Modi und kann in Abhängigkeit zur Zielbeschaffenheit entsprechend eingestellt werden (Aufschlag, Verzögerung oder Zeitzünder). Die mittlere Treffgenauigkeit (CEP) liegt bei 5 bis 10 m.<ref name="aap" /><ref name="jed" />
| Bezeichnung | Gewicht | Gefechtskopf |
|---|---|---|
| KAB-500S | 560 kg | 380-kg-Splittergefechtskopf |
KAB-500PL[Bearbeiten]
Die KAB-500PL dient zur U-Boot-Bekämpfung. Im Aufbau ist sie ähnlich wie die übrigen KAB-500-Bomben. Allerdings erfolgt kein gelenkter Bombenfall; in der Bombenspitze ist ein aktiv und passiv arbeitendes Sonar untergebracht. Dieses wird aktiviert, sobald die Bombe auf der Wasseroberfläche auftrifft. Während die Bombe in Richtung Meeresboden sinkt, sucht das Sonar nach U-Booten. Wird ein Ziel erfasst, so steuert die Bombe mit Hilfe der vier Steuerflächen auf das Ziel zu. Die Zündung erfolgt durch einen Aufschlagzünder. Als einzige Einsatzplattform ist die Iljuschin Il-38 (May) bekannt.<ref name="jnw">Ted Hooten: Jane’s Naval Weapon Systems, 2001–2002. Jane’s Information Group, London 2002.</ref>
| Bezeichnung | Gewicht | Gefechtskopf |
|---|---|---|
| KAB-500PL | ~500 kg | Wasserbombe |
Einsatz[Bearbeiten]
Die KAB-500 kam erstmals testweise von 1988 bis 1989 während der sowjetischen Intervention in Afghanistan zum Einsatz. Danach wurde die KAB-500 bei Operationen in Dagestan, im Tschetschenienkrieg und im Kaukasus-Konflikt 2008 verwendet.<ref name="jed" /><ref name="janes" />
Der Ersteinsatz der KAB-500S mit Satelliten-Steuerung erfolgte im Rahmen der russischen Intervention im Bürgerkrieg in Syrien im Oktober 2015.<ref name="kp">Корреспонденты «КП» публикуют первые фото вернувшихся с задания российских пилотов в Сирии. In: kp.ru. Abgerufen am 7. Oktober 2015 (russisch).</ref>
Die KAB-500 wird seit 2022 von Russland auch während des Überfalls auf die Ukraine eingesetzt.<ref>https://www.fr.de/politik/ukraine-krieg-waffen-bombe-putin-gegenoffensive-fortschritte-truppen-soldaten-zr-92490405.html</ref><ref>https://news.ru/usa/v-ssha-nazvali-eshe-odnu-prichinu-neudachnogo-kontrnastupleniya-vsu/</ref><ref>https://ukranews.com/ua/news/928630-litaky-okupantiv-skynuly-5-korygovanyh-bomb-kab-500-na-hersonsku-oblast-ok-pivden</ref>
Trägerflugzeuge[Bearbeiten]
- Iljuschin Il-38 (NATO-Codename: May)
- Mikojan-Gurewitsch MiG-27 (Flogger)
- Mikojan-Gurewitsch MiG-35 (Fulcrum)
- Suchoi Su-24 (Fencer)
- Suchoi Su-25 (modernisiert, Frogfoot)
- Suchoi Su-30 (Flanker)
- Suchoi Su-34 (Fullback)
- Suchoi Su-35 (Flanker)
- Suchoi Su-57 (Felon)
- Tupolew Tu-22M3 (modernisiert, Backfire)
- Tupolew Tu-160 (modernisiert, Blackjack)
Verbreitung[Bearbeiten]
Indien
Kasachstan
Russland- Vorlage:SYR-2024
- Datei:Flag of Uganda.svg Uganda
Ukraine
Venezuela
Vietnam
Volksrepublik China
Belarus
(Quelle:<ref>Trade Register. In: sipri.org. Abgerufen am 18. Dezember 2014.</ref>)
Siehe auch[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- Smart Bombs auf Tactical Missiles Corporation (JSC) (englisch)
- Soviet/Russian Guided Bombs auf Air Power Australia (englisch)
Belege[Bearbeiten]
<references />