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KIC 8462852

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Stern
KIC 8462852
NGC 6866 map.png
Vorlage:Sternkarte
Vorlage:AladinLite
Beobachtungsdaten
Äquinoktium: J2000.0, Epoche: J2000.0
Sternbild Schwan
Rektaszension Vorlage:RektaszensionEasy<ref name="SIMBAD" />
Deklination Vorlage:DeklinationEasy<ref name="SIMBAD" />
Winkelausdehnung {{{Winkel}}} mas
Bekannte Exoplaneten
Helligkeiten
Scheinbare Helligkeit 12,01 ± 0,20 mag<ref name="SIMBAD" />
Helligkeit (U-Band) {{{magU}}} mag
Helligkeit (B-Band) {{{magB}}} mag
Helligkeit (V-Band) {{{magV}}} mag
Helligkeit (R-Band) {{{magR}}} mag
Helligkeit (I-Band) {{{magI}}} mag
Helligkeit (J-Band) {{{magJ}}} mag
Helligkeit (H-Band) {{{magH}}} mag
Helligkeit (K-Band)  mag
G-Band-Magnitude  mag
Spektrum und Indices
Veränderlicher Sterntyp
B−V-Farbindex 0,81<ref name="SIMBAD" />
U−B-Farbindex <ref name="SIMBAD" />
R−I-Index
Spektralklasse F3 V<ref name="SIMBAD" />
Astrometrie
Radialgeschwindigkeit  km/s
Parallaxe 2,219 ± 0,024 mas<ref name="SIMBAD" />
Entfernung 1470 Lj
450 pc
Visuelle Absolute Helligkeit Mvis  mag
Bolometrische Absolute Helligkeit Mbol {{{Absolut-bol}}} mag
Eigenbewegung<ref name="SIMBAD" />
Rek.-Anteil: −10,42 ± 0,04 mas/a
Dekl.-Anteil: −10,29 ± 0,04 mas/a
Physikalische Eigenschaften
Masse 1,43 M☉<ref name="TSBoyajian" />
Radius 1,58 R☉<ref name="TSBoyajian" />
Leuchtkraft

3,0 L☉

Effektive Temperatur 6000–7350 K
Metallizität [Fe/H]
Rotationsdauer 0,8797 Tage
Alter > 150 Mio. a
Andere Bezeichnungen und Katalogeinträge
Tycho-KatalogTYC 3162-665-1[1]Vorlage:Infobox Stern/Wartung/AngabeTYC-Katalog
2MASS-Katalog2MASS J20061546+4427248[2]
Anmerkung
{{{Anmerkung}}}

KIC 8462852, auch Tabbys Stern<ref name="SdW 2017-08-58" /> (englisch Tabby’s Star, auch Boyajian’s Star,<ref name="ScientificAmerican-2017-10-05" /> nach Tabetha S. Boyajian, der Hauptautorin der Veröffentlichung<ref name="TSBoyajian" /> vom September 2015), ist ein Hauptreihenstern der Spektralklasse F im Sternbild Schwan, ca. 1470 Lichtjahre (450 Parsec) von der Erde entfernt.

Der Stern zeichnet sich durch eine unregelmäßig schwankende Leuchtkraft aus, die in kein gängiges Schema passt und bislang nicht erklärt werden kann.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Als Hauptreihenstern der Spektralklasse F (weißgelb) hat der Stern verglichen mit der Sonne eine 1,4-fache Masse, eine höhere Oberflächentemperatur und ist 5-mal so hell. Seine scheinbare Helligkeit beträgt 12 mag, er ist also mit einem kleinen Amateurteleskop gut zu sehen.

Die habitable Zone liegt bei KIC 8462852 in einer größeren Entfernung zum Stern als in unserem Sonnensystem. Es wird davon ausgegangen, dass KIC 8462852 die Hauptreihe gerade erreicht hat. Dies berücksichtigt und im Hinblick auf seine Rotationsperiode von nur 21 Stunden ist davon auszugehen, dass der Stern älter als 150 Mio. Jahre ist.

Stellarer Begleiter[Bearbeiten]

2021 wurde bestätigt, dass KIC 8462852 im Abstand von 880 ± 10 AE einen Roten Zwerg als Begleiter hat.<ref>Logan A. Pearce, Adam L. Kraus, Trent J. Dupuy, Andrew W. Mann, Daniel Huber: Boyajian's Star B: The co-moving stellar companion to KIC 8462852. In: The Astrophysical Journal. Band 909, Nr. 2, 1. März 2021, ISSN 0004-637X, S. 216, doi:10.3847/1538-4357/abdd33, arxiv:2101.06313.</ref>

Außergewöhnliche Helligkeitsänderungen[Bearbeiten]

Datei:KIC 8462852 in IR and UV.png
Infrarot- und Ultraviolett-Aufnahmen von KIC 8462852

Der Stern ist außergewöhnlich, weil bei ihm kurze, nicht periodische Reduzierungen der Helligkeit beobachtet wurden. Entdeckt wurden sie in den Messdaten des weltraumgestützten Kepler-Teleskops im Rahmen des Planet-Hunter-Projekts. Bei diesem Projekt sucht man extrasolare Planeten, die periodisch vor ihren Zentralgestirnen vorbeiziehen und daher auch periodische Helligkeitseinbrüche des Sterns (normalerweise deutlich unter 1 %) verursachen. Hierbei fielen bei KIC 8462852 kurze nicht periodische Helligkeitsreduzierungen von bis zu 22 % auf. Eine Suche nach vergleichbaren Sternen in den Kepler-Datenbanken (rund 100.000 Sterne) ergab keinen Treffer.<ref name="TSBoyajian"></ref>

Das Teleskop Kepler untersuchte den Stern rund 4 Jahre, bevor es durch einen Defekt ausfiel. Die erste starke Helligkeitsreduzierung ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), dt. Senkung, Gefälle) erfolgte am 5. März 2011 (Tag 792 der Kepler-Beobachtung). Die Helligkeit reduzierte sich innerhalb eines Tages um rund 16 % für nur einen Tag. Danach betrug die Helligkeit wieder rund 100 %.

Der zweite herausragende Helligkeitsabfall fand am 28. Februar 2013 (Tag 1.519 der Kepler-Untersuchung) statt. Hierbei reduzierte sich die Helligkeit des Sterns rund 10 Tage vor der stärksten Helligkeitsreduzierung für rund drei Tage um 1,5 %. Danach stieg die Helligkeit etwas an. Dann folgte der stärkste Einbruch mit rund 22 % für etwa zwei Tage. Im Unterschied zum ersten gemessenen Ereignis rund zwei Jahre vorher folgten rund 20 Tage später eine Abdunkelung über rund 10 Tage (stärkste Ausprägung −3 % an einem Tag) sowie nach weiteren 37 Tagen ein Einbruch über 10 Tage (stärkste Ausprägung −8 % an einem Tag). Die Helligkeit erreichte im Vergleich nur langsam wieder 100 %. Der Abstand zwischen den beiden stärksten gemessenen Ereignissen beträgt 728 Tage.

Erklärungsansätze[Bearbeiten]

Seit der Entdeckung der aperiodischen Lichtkurve wurden verschiedene Erklärungshypothesen veröffentlicht. Fast alle basieren auf der grundlegenden Annahme, dass die Spektralklasse nicht zu einem veränderlichen Stern passt. Eine vollständige Beschreibung der Lichtkurve lieferte allerdings bisher keiner der nachfolgenden Erklärungsversuche.

Datei:PIA22081-KIC8462852-TabbysStar-UnevenDustRing-Illustration-20171004.png
Ungleichmäßiger Staubring (künstl. Darst.)<ref name="Men17" /><ref name="NASA171004" /><ref name="NASA171005" />

Staubringe[Bearbeiten]

Basierend auf Daten des Swift-Gammastrahlen-Teleskops, des Spitzer-Weltraumteleskops und des belgischen Observatoriums AstroLAB IRIS soll mikroskopisch feiner, unregelmäßig über zirkumstellare Ringe verteilter Staub die Schwächung des Lichts verursachen.<ref name="Men17">Huan Y. A. Meng, George Rieke, Franky Dubois, Grant Kennedy, Massimo Marengo, Michael Siegel, Kate Su, Nicolas Trueba, Mark Wyatt, Tabetha Boyajian, C. M. Lisse, Ludwig Logie, Steve Rau, Sigfried Vanaverbeke: Extinction and the dimming of KIC 8462852. In: The Astrophysical Journal. Band 847, Nr. 2, Oktober 2017, doi:10.3847/1538-4357/aa899c, arxiv:1708.07556, bibcode:2017ApJ...847..131M.</ref><ref name="NASA171004">Elizabeth Landau: Mysterious dimming of Tabby's star may be caused by dust. NASA, 4. Oktober 2017, abgerufen am 21. August 2026.</ref><ref name="NASA171005">Abby Tabor: The scientific quest to explain Kepler's most enigmatic find. NASA, 4. Oktober 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Juni 2019; abgerufen am 18. Juli 2023.</ref> Zugrunde liegt die Beobachtung, dass infrarote und ultraviolette Strahlung des Sterns unterschiedlich stark geschwächt wird. Auch länger andauernde Helligkeitseinbrüche, wie 2017 beobachtet,<ref name="Boy18a">Tabetha S. Boyajian: The first Post-Kepler brightness dips of KIC 8462852. 2. Januar 2018, arxiv:1801.00732.</ref> könnten so erklärt werden.

Kometenfragmente[Bearbeiten]

Datei:PIA20053-PossibleCometSwarmAroundKIC8462852-ArtistConcept-20151124.jpg
Ein Schwarm von Kometen (künstl. Darst.)

Eine Ansammlung von Kometen und Kometenfragmenten (ähnlich der solaren Oortschen Wolke) wurde ebenfalls als mögliche Ursache der Intensitätseinbrüche ins Auge gefasst.<ref name="TSBoyajian" /><ref name="NASA151124">Whitney Clavin, Michele Johnson: Strange star likely swarmed by comets. NASA, 24. November 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. April 2020; abgerufen am 24. November 2015.</ref><ref>Paul Gilster: KIC 8462852: The SETI Factor. Centauri Dreams, 16. Oktober 2015, abgerufen am 12. Januar 2017.</ref><ref>Neues vom Stern KIC 8462852: Kometen statt “Superzivilisation” scienceblogs.de/astrodicticum-simplex</ref><ref>UPDATED: Are comet fragments best explanation for mysterious dimming star? astronomynow.com, abgerufen am 2. Dezember 2015.</ref> Die Existenz einer solchen Ansammlung, die so dicht an Material wäre, dass sie die beobachteten Abschwächungen erklären könnte, gilt aber als eher unwahrscheinlich.

Akkretionsscheibe[Bearbeiten]

Datei:Protoplanetary disk.jpg
Protoplanetare oder Akkretionsscheibe (künstl. Darst.)

Angenommen, der Stern wäre weitaus jünger als aufgrund seiner Spektralklasse vermutet, dann könnte die bei der Sternentstehung vorhandene Akkretionsscheibe bzw. eine protoplanetare Scheibe die Beobachtungen erklären.<ref name="Wri15a">Jason T. Wright: KIC 8462852: Where's the flux ? In: AstroWright. Pennsylvania State University, 15. Oktober 2015, abgerufen am 16. Oktober 2015.</ref> Am IRTF durchgeführte Studien ließen aber keine zentrale Staubscheibe im System erkennen.<ref name="Lis15">Carey Lisse, Michael Sitko, Massimo Marengo: IRTF / SPeX observation of the unusual Kepler light curve system KIC 8462852. In: The Astrophysical Journal Letters. Band 815, Nr. 2, Dezember 2015, S. L27, doi:10.1088/2041-8205/815/2/L27, arxiv:1512.00121, bibcode:2015ApJ...815L..27L.</ref><ref name="NASA151124" /><ref>heise online: Neue Rätsel um KIC 8462852: Mysteriöser Stern wird immer dunkler. In: heise online. Abgerufen am 6. August 2016.</ref> Darüber hinaus erschöpft sich eine protoplanetare Scheibe innerhalb weniger Millionen Jahre.<ref name="Hai01">Karl E. Haisch Jr., Elizabeth A. Lada, Charles J. Lada: Disk frequencies and lifetimes in young clusters. In: Astrophysics J. Band 553, April 2001, S. L153 – L156, doi:10.1086/320685, arxiv:astro-ph/0104347.</ref>

Bruchstücke einer Planetenkollision[Bearbeiten]

Datei:Artist's concept of collision at HD 172555.jpg
Planetenkollision (künstl. Darst.)

Auch diese Hypothese wird durch die oben aufgeführte Untersuchung im Grunde widerlegt.<ref name="Lis15" /> Abgesehen von der eher geringen Wahrscheinlichkeit einer derartigen Kollision konnten Spektralanalysen mit den Teleskopen Spitzer und WISE keine Hinweise auf heiße oder warme Fragmente, d. h. auf eine Kollision in jüngerer Vergangenheit, liefern.<ref name="KIC 8462852 – The Infrared Flux"></ref>

Wahrscheinlicher als eine einmalige Kollision zweier Planeten wären Kollisionen zwischen Asteroiden oder Kometen, die eine Staubwolke oder einen Staubring über einen längeren Zeitraum immer wieder erneuern könnten.<ref name="Men14">Huan Y. A. Meng, Kate Y. L. Su, George H. Rieke, David J. Stevenson, Peter Plavchan, Wiphu Rujopakarn, Carey M. Lisse, Saran Poshyachinda, Daniel E. Reichart: Large impacts around a solar-analog star in the era of terrestrial planet formation. In: Science. Band 345, Nr. 6200, 29. August 2014, S. 1032–1035, doi:10.1126/science.1255153.</ref><ref name="sxx140901">Astronomen beobachten Asteroiden-Kollision. In: scinexx.de. 1. September 2014, abgerufen am 29. März 2018.</ref>

Interplanetarer Staub[Bearbeiten]

Wenn sowohl Hinweise auf das Fehlen einer zirkumstellaren Staubscheibe als auch Hinweise auf das Auftreten energiedispersiver Absorption oder Streuung durch Partikel in der Größenordnung von 1 μm vorliegen, wäre noch die Möglichkeit interstellaren Staubs gegeben. Positive Nachweise hierzu liegen bisher allerdings nicht vor. Darüber hinaus liegt die Teilchengröße interstellaren Staubs typischerweise deutlich unter 1 μm.<ref name="sxx171006">Alien-Stern: Doch nur Staub ? In: scinexx.de. 6. Oktober 2017, abgerufen am 8. Oktober 2017.</ref>

Planetenvernichtung durch den Stern[Bearbeiten]

Eine Hypothese sieht die Ursache in einem Planeten, der sich spiralförmig seinem Stern näherte, bis er von diesem verschluckt wurde.<ref name="Met16">Brian D. Metzger, Ken J. Shen, Nicolas C. Stone: Secular dimming of KIC 8462852 following its consumption of a planet. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 468, Nr. 4, Dezember 2016, S. 4399 – 4407, doi:10.1093/mnras/stx823, arxiv:1612.07332, bibcode:2017MNRAS.468.4399M.</ref> Das Ereignis sollte zwischen 101 und 104 Jahre zurückliegen (je nach Masse des Planeten), und die Abschwächungen kämen dann durch übriggebliebene Trümmer des Planeten oder seiner Monde zustande. Die aus der Kollision resultierende Energie hätte den Stern hell aufleuchten lassen und seine Leuchtkraft würde mittlerweile langsam auf den Ausgangswert zurückfallen.

Ringplanet mit Trojanern[Bearbeiten]

Datei:J1407b seen from its exomoon.png
Planet J1407b mit großen Staubringen (künstl. Darst.)

Die Helligkeitsschwankungen können auch auf die Passage eines Planeten zurückgehen, den ein riesiger (möglicherweise unterbrochener<ref name="Suc17">Mario Sucerquia, Jaime A. Alvaro, Vanesa Ramirez, Jorge I. Zuluaga: Anomalous lightcurves of young tilted exorings. 2. September 2017, doi:10.1093/mnrasl/slx151, arxiv:1708.04600 [astro-ph.EP] (revidierte Version).</ref>) Staubring umgibt und der zudem von vielen Trojaner-Gesteinsbrocken begleitet wird, die sich in fixer Distanz zum Planeten auf gleicher Umlaufbahn um den Stern bewegen, ihm aber um rund 60 Grad vorauseilen oder nachlaufen. Sie befinden sich an den Lagrange-Punkten L4 und L5, an denen sich Anziehungskräfte von Planet und Stern so ausbalancieren, dass sich immer mehr Brocken ansammeln können. Die schwachen Helligkeitsschwankungen im Jahre 2009 wären durch Reste vorauseilender Trojaner entstanden. Dann schwächte sich durch die Passage des hypothetischen Ringplaneten das Sternenlicht erneut ab. Im Frühjahr 2013 verursachten nachlaufende Trojaner die schnellen Helligkeitswechsel. Ab Februar 2021 müssten vorauseilende Trojaner wiederum den Stern verdunkeln.<ref>Fernando J. Ballesteros, Pablo Arnalte-Mur, Alberto Fernandez-Soto, Vicent J. Martinez: KIC 8462852: Will the Trojans return in 2021? 24. Mai 2017, abgerufen am 23. Mai 2017.</ref>

Neuere Beobachtungen aus den Jahren 2017 und 2018 zeigten jedoch zeitlich sehr unregelmäßiges Auftreten der Abschwächungsphasen, was eher gegen diese Hypothese spricht.

Intrinsische Schwankungen der Leuchtkraft[Bearbeiten]

Änderungen in der absoluten Helligkeit eines Sterns als Beispiel eines dynamischen Systems könnten in der Nähe eines Phasenübergangs quasi „selbstorganisiert“ auftreten, wenn die Schwankungen einer universell gültigen „Lawinen-Statistik“ entsprechen.<ref name="she16">Mohammed A. Sheikh, Richard L. Weaver, Karin A. Dahmen: Avalanche Statistics Identify Intrinsic Stellar Processes near Criticality in KIC 8462852. (PDF) American Physical Society, 19. Dezember 2016, abgerufen am 22. Dezember 2016. (doi:10.1103/PhysRevLett.117.261101)</ref><ref>Steinn Sigurðsson: Viewpoint: New Clues as to Why Boyajian’s Star is Dimming. American Physical Society, 19. Dezember 2016, abgerufen am 22. Dezember 2016.</ref><ref name="Fis16">Lars Fischer: Außerirdische unwahrscheinlich – 'Tabbys Stern' flackert wohl von selbst. spektrum.de, 21. Dezember 2016, abgerufen am 22. Dezember 2016.</ref> Drei andere Sterne des Kepler-Input-Katalogs zeigen offensichtlich ähnliche Helligkeitsschwankungen sowie erwiesenermaßen auch magnetische Aktivität. Diese soll auch bei KIC 8462852 beobachtet worden sein.<ref name="she16" /> Ob dieses Verhalten dem von BY-Draconis-Sternen entspricht, ist bisher nicht erwiesen.

Künstliche Strukturen[Bearbeiten]

Spekulationen über eine nicht-natürliche Ursache des Phänomens zählten anfangs zu den häufiger vorgeschlagenen Hypothesen<ref name="Wri15a" /><ref></ref><ref name="Wil15">Lee Williams: Astronomers may have just found giant megastructures orbiting a star near the milky way. The Independent, 15. Oktober 2015, abgerufen am 15. Oktober 2015.</ref><ref>Robert Gast, Patrick Illinger: Rätselhafter Stern weckt Alien-Phantasien. In: Süddeutsche.de. 15. Oktober 2015, abgerufen am 19. Oktober 2015.</ref>, hielten aber ernsthafteren Untersuchungen nicht stand.<ref name="she16" /><ref name="Fis16" /><ref name="sxx171006" /> Eine Abdeckung durch eine entstehende Dyson-Sphäre wird nicht in Betracht gezogen, da diese mit einem zusätzlichen Infrarotanteil einherginge, der nicht beobachtet wird.<ref>Kosmos Verlag: Kosmos Himmelsjahr 2019 Sonne, Mond und Sterne im Jahreslauf. 1. Auflage. Stuttgart 2018, ISBN 978-3-440-15840-1, S. 210 f.</ref>

Im Oktober 2015 begann das SETI-Institut KIC 8462852 mit ATA für vorerst 15 Tage zu beobachten, auch das Radioteleskop in Green-Bank und das Very Large Array wurden für zukünftige Untersuchungen vorgeschlagen.<ref>Something—we’re not sure what—is radically dimming a star’s light arstechnica.com</ref><ref>SETI Institute Undertakes Search for Alien Signal from Kepler Star KIC 8462852 universetoday.com</ref><ref>The Curious Case of KIC 8462852 skyandtelescope.com, abgerufen am 22. Oktober 2015.</ref> Erste radioastronomische Untersuchungen des Sterns zeigten keinerlei auffällige Radiosignale.<ref>SETI: No Signal Detected from KIC 8462852 centauri-dreams.org</ref><ref>SETI bestätigt – keine Außerirdischen um KIC 8462852 spektrum.de, abgerufen am 9. November 2015.</ref> Auch die Suche in anderen Wellenlängenbereichen, etwa im Gamma-Bereich<ref name="Abe16">A. U. Abeysekara et al.: A search for brief optical flashes associated with the SETI target KIC 8462852. In: The Astrophysical Journal Letters. Band 818, Nr. 2, Februar 2016, S. L33, doi:10.3847/2041-8205/818/2/L33, arxiv:1602.00987, bibcode:2016ApJ...818L..33A.</ref><ref name="Hol16">Jamie Holder: Latest results from VERITAS: Gamma 2016. In: AIP Conference proceedings. Band 1792, Nr. 1, 9. September 2016, S. 020013, doi:10.1063/1.4968898, arxiv:1609.02881, bibcode:2017AIPC.1792b0013H.</ref>, und die Suche nach Laserstrahlung<ref name="Kor17">Marina Koren: Searching the skies for alien laser beams. The Atlantic, 17. April 2017, abgerufen am 3. Juni 2017.</ref><ref name="Tel17">Nathaniel K. Tellis, Geoffrey W. Marcy: A search for laser emission with megawatt thresholds from 5600 FGKM stars. In: The Astronomical Journal. Band 153, Nr. 6, S. 251, doi:10.3847/1538-3881/aa6d12, arxiv:1704.02535, bibcode:2017AJ....153..251T.</ref> verliefen erfolglos.

Langfristige Helligkeitsabnahme?[Bearbeiten]

Eine Veröffentlichung im Januar 2016 betonte, dass die Helligkeit des Sterns seit 1890 abnahm. Daher sei die Verursachung durch Kometen unplausibel.<ref name="Schaefer">Bradley E. Schaefer: KIC 8462852 Faded at an Average Rate of 0.165+-0.013 Magnitudes Per Century From 1890 To 1989. In: Solar and Stellar Astrophysics. 13. Januar 2016, arxiv:1601.03256.</ref> Eine im Oktober 2017 veröffentlichte Analyse von Langzeit-Helligkeitsbeobachtungen bis Ende 2016 bestätigt die langfristige Helligkeitsabnahme über den Zeitraum der Kepler-Beobachtungen und die anschließende Zeit, ohne sich hierfür auf eine Erklärung festzulegen.<ref name="SimonEtAl2017-08">Joshua D. Simon, Benjamin J. Shappee, G. Pojmanski, Benjamin T. Montet, C. S. Kochanek, Jennifer van Saders, T. W.-S. Holoien, Arne A. Henden: Where Is the Flux Going? The Long-Term Photometric Variability of Boyajian's Star. (PDF) Submitted for publication to AAS Journals, 26. August 2017, abgerufen am 8. Oktober 2017.</ref><ref name="ScientificAmerican-2017-10-05">Mike Wall: New Observations Deepen Mystery of “Alien Megastructure” Star. Scientific American, 5. Oktober 2017, abgerufen am 10. Oktober 2017.</ref><ref>"Alien-Stern": Doch nur Staub? – Neue Beobachtungen des Sterns KIC 8462852 sprechen gegen außerirdische Konstruktionen". scinexx, 8. Oktober 2017, abgerufen am 8. Oktober 2017.</ref> Eine Analyse von 1232 Fotoplatten der Harvard-Universität, auf denen der Stern zwischen 1890 und 1989 aufgenommen wurde, zeigte, dass sich der Stern konstant über ein Jahrhundert verdunkelte,<ref name="Schaefer" /> die Analyse ist umstritten.<ref>Michael Hippke, Daniel Angerhausen: KIC 8462852 did likely not fade during the last 100 years. Januar 2016 (arxiv:1601.07314v1)</ref><ref>Bradley E. Schaefer: A Response to Michael Hippke. 28. Januar 2016, abgerufen am 8. Februar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Michael Hippke, Daniel Angerhausen: KIC 8462852 did likely not fade during the last 100 years. 2. Version, Februar 2016 (arxiv:1601.07314v2)</ref>

Beobachtungen 2017[Bearbeiten]

Datei:KIC 8462852 TS Normalized Flux by Bruce Gary, 20170502-20171231.png
Normalisierter Fluss von KIC 8462852 im Jahr 2017<ref name="Gar18a">Bruce L. Gary: Hereford Arizona Observatory photometry observations of KIC 8462852 between 2 May and 31 December 2017. In: brucegary.net. 1. Januar 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 2. Januar 2018.</ref>

Über Crowdfunding wurden zukünftige Beobachtungen mit dem Las Cumbres Observatory Global Telescope Network finanziert, die ab Mai 2017 anliefen. Bis Dezember 2017 wurden fünf Abschwächungsphasen beobachtet, die einige Tage bis mehrere Wochen anhielten und durch zahlreiche andere Observatorien bestätigt werden konnten.<ref name="Boy17a">Tabetha S. Boyajian, Steve Craft, Jason T. Wright et al.: A drop in optical flux from Boyajian's star. The Astronomer's Telegram, 20. Mai 2017, abgerufen am 21. Mai 2017.</ref><ref name="Ste17">Ian Steele: Medium resolution spectroscopy of Boyajian's star (KIC 8462852). The Astronomer's Telegram, 20. Mai 2017, abgerufen am 21. Mai 2017.</ref><ref name="Cle17">Daniel Clery: Star that spurred alien megastructure theories dims again. Science, 22. Mai 2017, abgerufen am 25. Mai 2017.</ref><ref name="Gar17a">Bruce L. Gary: Kepler star KIC 8462852 amateur photometry monitoring project. In: brucegary.net. 21. Juni 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 21. Juni 2017.</ref><ref name="Boy17c">Tabetha S. Boyajian: Dip update 54/n. In: wherestheflux.com. 10. August 2017, abgerufen am 11. August 2017.</ref><ref name="Boy17d">Tabetha S. Boyajian: Dip update 85/n – Welcome Angkor. In: wherestheflux.com. 18. September 2017, abgerufen am 18. September 2017.</ref> Die Helligkeitseinbrüche lagen zwischen 1,5 und 2,5 %.<ref name="Boy17b">Tabetha S. Boyajian: Dip update 6/n. In: wherestheflux.com. 1. Juni 2017, abgerufen am 4. Juni 2017.</ref><ref name="Gar17b">Bruce L. Gary: Hereford Arizona Observatory photometry observations of KIC 8462852 between 2 May and 8 September 2017. In: brucegary.net. 18. August 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 20. August 2017.</ref> Im Oktober 2017 lag die Helligkeit des Sterns tagelang oberhalb der „100-%-Linie“. Die Ursache ist bislang unbekannt<ref name="Gar17c">Bruce L. Gary: KIC 8462852 Hereford Arizona Observatory photometry observations 5. In: brucegary.net. 16. Dezember 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 16. Dezember 2017.</ref><ref name="Boy17e">Tabetha S. Boyajian: Dip update 111/n. In: wherestheflux.com. 6. November 2017, abgerufen am 6. November 2017.</ref>

Beobachtungen 2018[Bearbeiten]

Nach einer kurzen Winterunterbrechung wurden die Beobachtungen von KIC 8462852 am 6. März 2018 wiederaufgenommen. Am 16. März 2018 wurde der Beginn des nächsten Helligkeitseinbruchs registriert. Bis zum 27. März wurden Abschwächungen bis zu 5 % der Ausgangshelligkeit registriert.<ref name="Boy18b">Tabetha S. Boyajian: 2018 March: dip update 8/n. In: wherestheflux.com. 27. März 2018, abgerufen am 27. März 2018.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Kosmos Verlag: Kosmos Himmelsjahr 2019 Sonne, Mond und Sterne im Jahreslauf. 1. Auflage. Stuttgart 2018, ISBN 978-3-440-15840-1, S. 206 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: KIC 8462852 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive> <ref name="SdW 2017-08-58"> Kimberley Cartier, Jason T. Wright, Tabbys Stern - ein kurioses Himmelsobjekt, Spektrum der Wissenschaft, August 2017, S. 58. </ref> <ref name="SIMBAD"> TYC 3162-665-1. In: SIMBAD. Centre de Données astronomiques de Strasbourg, abgerufen am 3. September 2018. </ref> </references>