KZ-Verband
Der KZ-Verband/VdA (vollständiger Name Bundesverband österreichischer AntifaschistInnen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus) ist eine bundesweite österreichische Organisation, die nach 1945 von ehemaligen Häftlingen nationalsozialistischer Konzentrationslager und Gefängnisse gegründet wurde. Ziel des Verbandes war und ist die Wahrung des Andenkens an die Opfer des Nationalsozialismus sowie die Vertretung der Interessen von Überlebenden und deren Angehörigen. In der direkten Nachkriegszeit war er einer der drei staatlich anerkannten Opferverbände. Der KZ-Verband spielte eine wichtige Rolle im antifaschistischen Selbstverständnis und in der politischen Erinnerungskultur der Zweiten Republik, etwa bei der Errichtung von Denkmälern.
Struktur, Ziele und Mitglieder[Bearbeiten]
Der Bundesverband stellt den Dachverband der sieben Landesverbände in Österreich dar, die in den Bundesländern Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Wien aktiv sind. Diese agieren vereinsrechtlich selbstständig.<ref>Landesverbände. In: kz-verband.at. Abgerufen am 23. November 2025.</ref> Der Dachverband hat seinen Sitz in Wien-Leopoldstadt, so wie der Landesverband Wien und Niederösterreich. Der Bundesverband betreibt ein eigenes Archiv (Archiv gegen das Vergessen).<ref>Stadt Wien, Rathauskorrespondenz: KZ-Verband präsentiert historische Sammlung</ref>
Über seine sieben Landesverbände vereint der KZ-Verband heute die letzten überlebenden Mitglieder des Widerstandes, die Opfer des Faschismus, deren Hinterbliebenen und jüngere Vertreter des Antifaschismus. Der Verband ist aktiv in der Interessensvertretung der Opfer des Faschismus von 1933 bis 1945 laut Opferfürsorgegesetz (OFG), in der Gedenk- und Erinnerungsarbeit und im Kampf gegen Neofaschismus und Rechtsextremismus.<ref>W. Weinert: Geschichte. In: Über uns. Website des KZ Verbandes Wien – Landesverband Wien österreichischer AntifaschistInnen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus, ohne Datum, abgerufen am 3. Februar 2023.</ref>
Entstehung[Bearbeiten]
Der KZ-Verband war ursprünglich ein Zusammenschluss einer Reihe von Organisationen der NS-Opfer in Österreich, der am 13. Juli 1945 erfolgte. Nach dem Austritt von der SPÖ bzw. ÖVP nahestehenden Organisationen löste der Verband sich am 8. März 1948 auf. Die Parteien gründeten ihre eigenen Nachfolgeorganisationen und zwar die ÖVP die „ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich“, die SPÖ den „Bund Sozialistischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus“ und die KPÖ den offiziell überparteilichen, aber über längere Zeit ihr nahestehenden „Bundesverband Österreichischer Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus“ (KZ-Verband).<ref>KZ-Verbände im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref> Die vereinsrechtliche Bezeichnung lautet nunmehr Bundesverband österreichischer AntifaschistInnen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus (KZ-Verband/VdA).<ref>Vereinsstatut. „Einstimmig beschlossen auf dem 21. (a.o.) Bundesdelegiertentag am 27. April 2012 in Graz.“ In: Über uns. Website des Bundesverbandes österreichischer AntifaschistInnen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus (KZ-Verband/VdA), ohne Datum, abgerufen am 3. Februar 2023.</ref> Vorlage:Hinweisbaustein
Zu namhaften Funktionären und Aktivisten zählten und zählen unter anderem Josef Ausweger, Franz Danimann, Heinrich Dürmayer, Anna Hand, Peter Kammerstätter<ref name="kpö20211210">Peter Kammerstätter (1911-1993). In: KPÖ Oberösterreich. 10. Dezember 2021, abgerufen am 2. Februar 2026.</ref>, Leopold Langhammer, Franz Leitner, Jonny Moser, Resi Pesendorfer, Maximilian Petek, Sepp Plieseis, Agnes Primocic, Karl Punzer, Jacques Rotter, Herbert Steiner, Maria Stromberger, Josef Andersch, Winfried R. Garscha, Willi Weinert, Friedl Krenn, Albert Dlabaja, Renate Sassmann, Rudi Burda, Claudia Kuretsidis-Haider und Hilde Zimmermann, Ludwig Soswinski.
Denkmal am Morzinplatz[Bearbeiten]
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Das Denkmal für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft (auch: Denkmal für die Opfer des Faschismus) auf dem Wiener Morzinplatz wurde 1951 als Gedenkstein mit Inschrift im Rahmen einer Kundgebung des KZ-Verbandes illegal errichtet und enthüllt. Die Inschrift stammt vom damaligen Präsidenten des KZ-Verbandes, Wilhelm Steiner.<ref name="morzinplatz">Mahnmal 1010, Morzinplatz. In: www.nachkriegsjustiz.at. Forschungsstelle Nachkriegsjustiz, abgerufen am 3. Februar 2023.</ref> Die Stadt Wien nahm den vom KZ-Verband gestifteten und ohne behördliche Bewilligung errichteten Gedenkstein in ihre Obhut. In den folgenden Jahren fanden hier viele, zum Teil internationale Kundgebungen statt.<ref name="morzinplatz" /> Die Neugestaltung des Denkmals erfolgte 1985 auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft der KZ-Verbände durch den Bildhauer und Steinmetzmeister Leopold Grausam und wurde von der Städtischen Steinmetzwerkstätte ausgeführt, dessen Technischer Leiter Grausam war. Er ergänzte den vorhandenen Steinblock mit einfachen, roh behauenen Steinquadern und einer dazwischen stehenden Bronzefigur. Den obenliegenden Quader, der die Nische mit der Figur abdeckt, versah Grausam mit der Inschrift: Niemals vergessen. eingefasst von den zwei KZ-Gefangenensymbolen der Politischen und als Juden Gefangenen. Darunter steht:
„Hier [am Morzinplatz] stand das Haus der Gestapo. Es war für die Bekenner Österreichs die Hölle. Es war für viele von ihnen der Vorhof des Todes. Es ist in Trümmer gesunken wie das tausendjährige Reich. Österreich aber ist wiederauferstanden und mit ihm unsere Toten. Die unsterblichen Opfer.“<ref name="Diem">Eintrag zu Symbole aus Stein und Bronze. Das Denkmal für die Opfer des Faschismus im Austria-Forum, Autor/Redaktion: Peter Diem, Artikel vom 16. September 2009 in der Version vom 20. Mai 2015, abgerufen am 3. Februar 2023.</ref>
Der neue Mahnruf[Bearbeiten]
Die Verbandszeitschrift „Der Neue Mahnruf. Zeitschrift für Freiheit, Recht und Demokratie“ erscheint seit der Wiedergründung 1948. Alle Ausgaben sind über ÖNB-Anno<ref>Anno. In: Österreichische Nationalbibliothek.</ref> abrufbar.
Vernetzung[Bearbeiten]
Der KZ-Verband beteiligt sich an der Plattform Jetzt Zeichen setzen!, die sich für die Würdigung der NS-Opfer einsetzt, und unterstützt diese aktiv.
Der Verband ist Mitgliedsorganisation der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR).
Weblinks[Bearbeiten]
- www.kz-verband.at – Website des Bundesverbandes österreichischer AntifaschistInnen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus (KZ-Verband/VdA)
Nachweise[Bearbeiten]
<references />