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Kaliumiodat

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Kristallstruktur
Elementarzelle von Kaliumiodat.
Vorlage:Farbe K+ 0 Vorlage:Farbe I5+0 Vorlage:Farbe O2−
Kristallsystem

triklin

Raumgruppe

P1 (Nr. 1)Vorlage:Raumgruppe/1

Gitterparameter

a = 8,923 Å, b = 8,942 Å, c = 7,709 Å, α = 54,4°, β = 125,3°, γ = 90,6°

Allgemeines
Name Kaliumiodat
Andere Namen
  • Kaliumjodat
  • iodsaures Kalium
Verhältnisformel KIO3
Kurzbeschreibung

weißer, kristalliner Feststoff<ref name="Merck" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-831-9
ECHA-InfoCard 100.028.938
PubChem 23665710
ChemSpider 22856
DrugBank DB15923
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 214,00 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,98 g·cm−3<ref name="Merck">Datenblatt Kaliumiodat bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Schmelzpunkt

560 °C (Zersetzung)<ref name="Merck" />

Löslichkeit

mäßig in Wasser (92 g·l−1 bei 25 °C)<ref name="Merck" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Kaliumiodat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​302​‐​319
P: 210​‐​220​‐​264​‐​280​‐​301+312​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Kaliumiodat ist das Kalium-Salz der Iodsäure. Der weiße, kristalline Feststoff ist brandfördernd und kann als Oxidationsmittel eingesetzt werden.

Herstellung[Bearbeiten]

Iodate können aus Iod und heißer Alkalilauge gewonnen werden. So entsteht Kaliumiodat aus Iod und heißer Kalilauge:

<chem>6KOH + 3I2 -> 5KI + KIO3 + 3H2O</chem>

Diese Reaktion ist analog der Herstellung von Chloraten aus Chlor und heißer Lauge.

Eigenschaften und Verwendung[Bearbeiten]

Kaliumiodat bildet farblose Kristalle, die in Wasser nur mäßig löslich sind. Die Löslichkeit erhöht sich mit steigender Temperatur.<ref name="Dean"/>

Löslichkeit von Kaliumiodat in Wasser<ref name="Dean">Dean, J.A.: Lange's Handbook of Chemistry, 15. Ed. 1999, McGraw-Hill, Inc. New York, ISBN 0-07-016384-7.</ref>
Temperatur in °C 0 10 20 30 40 60 80 100
Konzentration in g/100 g H2O 4,60 6,27 8.08 10,3 12,6 18,3 24,80 32,3

Iodate sind ausgesprochen gute Oxidationsmittel. Wenn ihre Lösungen angesäuert werden, liegen sie im Gleichgewicht mit ihrer Säure vor; die Lösung wirkt dann stark oxidierend, wobei das Oxidationspotential +1,196 V beträgt. Mit Iodid reagieren Iodate in saurer Lösung zum Iod, es findet also eine Komproportionierung statt:

<chem>5I- + IO3- + 6H3O+ -> 3I2 + 9H2O</chem>

Diese Reaktion ist eine Teilreaktion der Landolt-Reaktion, bei der ein Farbumschlag erst nach einer bestimmten Zeit erfolgt und bei der bevorzugt Kaliumiodat eingesetzt wird.

Datei:Kaliumiodat.jpg
Kaliumiodat

Bei Zimmertemperatur liegt Kaliumiodat in einer triklinen Struktur vor. Diese hat die Raumgruppe P1 (Raumgruppen-Nr. 1)Vorlage:Raumgruppe/1 mit den Gitterparametern a = 8,923 Å, b = 8,942 Å, c = 7,709 Å, α = 54,4°, β = 125,3°, γ = 90,6°. Bei 72,5 °C geht diese in eine monokline Struktur mit der Raumgruppe Cm (Nr. 8)Vorlage:Raumgruppe/8, bei 212 °C in eine trigonale Struktur mit der Raumgruppe R3m (Nr. 166)Vorlage:Raumgruppe/166 über.<ref>S.A. Hamid: Symmetrie von KIO3 und die Struktur der Zimmertemperaturphase. In: Zeitschrift für Kristallographie, Kristallgeometrie, Kristallphysik, Kristallchemie, 137, 1973, S. 412–421, doi:10.1524/zkri.1973.137.16.412.</ref>

Die wichtigsten Anwendungen von Kaliumiodat liegen in der analytischen Chemie, wo es auch als Urtiter verwendet wird.

Iodiertes Speisesalz enthält in Deutschland ca. 20 ppm Kalium- oder Natriumiodat (0,020 mg/g).<ref name=roempp>Eintrag zu iodiertes Speisesalz. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> In der Schweiz wird dem Salz hingegen Kaliumiodid beigefügt.<ref>www.salz.ch</ref> In Österreich wird dem Speisesalz seit 1963 entweder Kaliumiodid oder Kaliumiodat zugesetzt (15–20 mg/kg Salz).<ref>https://www.salinen.com/de/business/gustosal-speisesalze/gustosal-speisesalz-und-baeckersalz/warum-salz-zusaetze-hat/, abgerufen am 4. September 2026</ref> Medizinische Jodmangel-Tabletten enthalten etwa den empfohlenen Tagesbedarf, rund 0,1 mg/Stück. Spezielle Strahlenschutz-Jodtabletten sind dagegen mit rund 100 mg/Stück um den Faktor 1000 höher dosiert.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Iodate sind als starke Oxidationsmittel von Reduktionsmitteln wie Schwefel, Metallpulvern oder organischen Substanzen fernzuhalten. Im Tierversuch mit Kaninchen zeigte Kaliumiodat starke Reizwirkungen auf die Augen und die Haut.<ref name="Alfa">Datenblatt Kaliumiodat bei Alfa AesarVorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar).</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein