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Kammtang

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Kammtang
Datei:Plocamium cartilagineum Helgoland.jpg

Kammtang (Plocamium cartilagineum),
von Helgoland, Herbarbogen

Systematik
Abteilung: Rotalgen (Rhodophyceae)
Klasse: Florideophyceae
Ordnung: Plocamiales
Familie: Plocamiaceae
Gattung: Plocamium
Art: Kammtang
Wissenschaftlicher Name
Plocamium cartilagineum
(L.) P. S. Dixon
Datei:Plocamium cartilagineum cystocarps.jpg
Gametophyt mit kugelförmigen Zystokarpien
Datei:Plocamium cartilagineum Miller.jpg
Illustration

Der Kammtang (Plocamium cartilagineum), auch Gemeiner Kammtang genannt, ist eine Art der Rotalgen. Er lebt an den Meeresküsten der gemäßigten Zone, vor allem im Nordost-Atlantik und in der Nordsee.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Kammtang bildet aufrechte, fest-elastische, karminrote bis bräunlich-rote Büschel, die 5 bis 25 (selten bis 30) cm groß werden. Der Thallus ist flach, im unteren Teil bis 2 mm breit, nach oben schmaler. Die scheinbar durchgehende Hauptachse setzt sich aus kurzen Abschnitten zusammen, die mit einem kleinen, zur Seite gedrängten Dorn enden. Jedes Achsenstück trägt drei bis vier (selten zwei oder fünf<ref name="seaweed" />) Seitenäste, der oberste setzt jeweils die Achse fort (sympodiale Verzweigung). Abwechselnd stehen die Seitenäste in einer Ebene nach rechts oder links und wirken an den jüngsten Verzweigungen kammartig, woran der Kammtang gut zu erkennen ist. Die Stärke der Verzweigung ist sehr variabel, es kommen stark buschige oder ganz locker verzweigte Exemplare vor.<ref name="Braune" />

Entwicklungszyklus[Bearbeiten]

Die verschiedenen Generationen sind zu jeder Jahreszeit zu finden. Weibliche Gametophyten tragen die kugelförmigen, bis 1 mm großen Zystokarpien (Fortpflanzungsstrukturen) zerstreut an den Thallusrändern. Die Tetrasporophyten bilden die Sporenbehälter in endständigen Zweigbüscheln.<ref name="Kornmann" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Kammtang ist an den Meeresküsten der gemäßigten Zonen weit verbreitet. Sein Schwerpunkt liegt im Nordost-Atlantik von Skandinavien bis nach Senegal sowie in der Nordsee. Er wurde auch im Südost-Atlantik, Mittelmeer, Indischen Ozean, Pazifik, bei Australien, Neuseeland und der Antarktis gefunden.<ref name="Braune" /> Nach molekularbiologischen Forschungen dürfte es sich dabei vermutlich teils um eigene, noch unbeschriebene Arten handeln.<ref name="Algaebase" /> In der Deutschen Bucht kommt der Kammtang am Helgoländer Felssockel und im Ostfriesischen Wattenmeer vor.<ref name="Schories" />

Der Kammtang bevorzugt Küsten mit starker oder mittlerer Wellenbewegung.<ref name="Algaebase" /> Er besiedelt die unterste Gezeitenzone und das Sublitoral bis in Tiefen von etwa 30 Meter.<ref name="Braune" /> Er wächst auf Steinen oder auf größeren Algen, beispielsweise auf den Stielen von Palmentang (Laminaria hyperborea). Als häufige Art wird er oft nach Stürmen in großen Mengen an den Strand angeschwemmt.<ref name="seaweed" />

Systematik[Bearbeiten]

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1753 durch Carl von Linné unter dem Namen Fucus cartilagineus (in: Species Plantarum, S. 1161). Peter S. Dixon stellte die Art 1967 in die Gattung Plocamium.<ref name="Algaebase" />

Synonyme von Plocamium cartilagineum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) P. S. Dixon sind Fucus cartilagineus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Gelidium cartilagineum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Gaillon sowie die heterotypischen Synonyme Delesseria coccinea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Huds.) C. Agardh, Delesseria plocamium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C. Agardh, Delesseria plocamium var. uncinata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C. Agardh, Fucus coccineus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Huds., Fucus plocamium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.S. G. Gmelin, Nereidea coccinea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Huds.) Stackh., Plocamium angustum var. pusillum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Sonder) Harvey, Plocamium cartilagineum var. uncinatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(C. Agardh) Guiry ex Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Benhissoune et al., Plocamium cartilagineum var. uncinatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(C. Agardh) M. J. Wynne, Plocamium coccineum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lyngb., Plocamium coccineum f. binderianum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Kützing) Hauck, Plocamium coccineum var. subtile Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lyngb., Plocamium coccineum var. subtile Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kützing, Plocamium coccineum var. uncinatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(C. Agardh) J. Agardh, Plocamium coccineum f. uncinatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(C. Agardh) J. Agardh, Plocamium pusillum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sonder, Plocamium subtile Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kützing, Plocamium uncinatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(C. Agardh) Kützing und Plocamium vulgare Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J. V. Lamouroux.<ref name="Algaebase" />

Nutzung[Bearbeiten]

Im antiken Römischen Reich wurde der rote Farbstoff des Kammtangs zu kosmetischen Zwecken verwendet.<ref name="Braune" />

Heute wird die Alge zur Herstellung von Agar wirtschaftlich genutzt. In der Bretagne und an der Westküste Nordamerikas wird der Kammtang von Tauchern geerntet. Die Algen werden getrocknet, anschließend ausgekocht, der Sud wird gefiltert und an der Sonne getrocknet.<ref name="seaweedindustry" />

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Braune">Wolfram Braune: Meeresalgen. Ein Farbbildführer zu den verbreiteten benthischen Grün-, Braun- und Rotalgen der Weltmeere. Ruggell: Gantner, 2008, ISBN 978-3-906166-69-8, S. 418–419.</ref> <ref name="Algaebase">Michael D. Guiry in Michael D. Guiry, G.M Guiry: Plocamium cartilagineum - In: Algaebase - World-wide electronic publication, National University of Ireland, Galway, abgerufen am 5. November 2015.</ref> <ref name="Kornmann">P. Kornmann, P.H. Sahling: Meeresalgen von Helgoland – Benthische Grün-, Braun- und Rotalgen. Biologische Anstalt Helgoland, Hamburg 1983, ISSN 0017-9957, S. 194–196.</ref> <ref name="seaweed">Michael Guiry: The Seaweed Site: information on marine algae: Plocamium cartilagineum, abgerufen am 5. November 2015.</ref> <ref name="Schories">Dirk Schories, Uwe Selig, Hendrik Schubert: Species and synonym list of the German marine macroalgae based on historical and recent records (Arten- und Synomliste der Makroalgen in den Deutschen Küstengewässern – Auswertung von historischen und rezenten Befunden). In: Rostock. Meeresbiolog. Beitr., Heft 21, 2009, S. 89. PDF-Datei.</ref> <ref name="seaweedindustry">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Seaweed Industry Association - Plocamium cartilagineum (Memento des Vorlage:IconExternal vom 9. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/seaweedindustry.com, abgerufen am 5. November 2015.</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Kammtang (Plocamium cartilagineum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien