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Karl Rudolf Sohn

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Datei:Carl Rudolph Sohn 1894 84x112cm.jpg
Karl Rudolf Sohn, Selbstporträt in seinem Atelier (1894)

Karl Rudolf Sohn, auch Carl Friedrich Rudolph Sohn oder Karl Sohn der Jüngere, (* 21. Juli 1845 in Düsseldorf; † 29. August 1908 ebenda) war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten]

Karl Rudolf Sohn war der Sohn des Malers Karl Ferdinand Sohn und dessen Ehefrau Emilie Auguste Sohn geb. von Mülmann (1805–1884; Tochter des Oberforstmeisters Friedrich Karl Ludwig von Mülmann (1775–1857) aus dessen Ehe mit Johanne Sophie Luise Hartig (1779–1815), einer Schwester des Forstwissenschaftlers Georg Ludwig Hartig). Der Statistiker Otto von Mülmann war sein Onkel mütterlicherseits. Eine Schwester seiner Mutter war Sophie Pauline von Mülmann (1811–1863), die mit dem Maler Rudolf Jordan verheiratet war.

Nach seiner Schulzeit, zuletzt am Königlichen Gymnasium an der Alleestraße in Düsseldorf, wurde Sohn zum Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger eingezogen, aber wegen körperlicher Schwächen zurückgestellt; so begann er 1863 ein Studium der Ingenieurwissenschaften am Polytechnikum Karlsruhe. Dort trat er 1864 der Burschenschaft Teutonia bei. 1866 schloss er das Studium in Karlsruhe ab, übte aber diesen Beruf nie aus und ging zurück nach Düsseldorf. Als 1870 der Deutsch-Französische Krieg ausbrach, meldete er sich freiwillig beim 2. Westfälischen Husaren-Regiment Nr. 11 in Düsseldorf, wurde aber auch hier bis auf weiteres zurückgestellt.

Kurz vor dem Tod seines Vaters erlangte er die Zustimmung zur Wahl des Künstlerberufs. Nachdem er seine Ausbildung noch unter der Leitung des Vaters begonnen hatte, trat er in die Kunstakademie Düsseldorf ein. Dort war er von 1867 bis 1870 Student bei Karl Müller in Historienmalerei und bei Julius Roeting in der technischen Malklasse für figürliches Malen. Bestimmend für seine Entwicklung zum Porträtmaler war jedoch vor allem die Lehrzeit bei seinem Vetter Wilhelm Sohn, dessen Privatschüler er wurde, und mit dem er zahlreiche Studienreisen unternahm.

Datei:Else Sohn-Rethel, die Gattin des Künstlers 1873.jpg
Else Sohn-Rethel (1873)

1873 beauftragte Otto Wesendonck Karl Rudolf Sohn mit den Porträtgemälden seiner Söhne Hans und Karl für seine Gemäldesammlung.

„Mein Portrait hatte inzwischen in Dresden viel Anklang gefunden und bei einer kleinen Gesellschaft bei Großmama sah es Herr Wesendonc[k], der große Kunstfreund und Mann der Mathilde Wesendonc[k], der Freundin Richard Wagners. Er bestellte sofort 2 Portraits seiner Söhne, Knaben von ungefähr 12 und 16 Jahren und ich erhielt von Carl einen sehr glücklichen Brief, daß mit dieser Bestellung gewissermaßen der Grundstein für unsere Ehe gelegt wäre und daß nun doch allmählich an die Hochzeit gedacht werden könne. Bald darauf kam er nach Dresden und es wurde die kleine Stube nach der Parkstraße hinaus, in der ich mit Mama wohnte und die nach Norden lag, für seine Malerei eingerichtet. Wesendonc[k]s wohnten in einer hübschen Villa in der Wienerstraße mit angebauter Bildergalerie, ganz dicht bei uns. […] Die beiden Söhne wurden gerufen, die Sitzungen vereinbart, die schon am anderen Morgen begannen. […] Herr Wesendonck kaufte von Carl noch ein kleines, sehr nettes Genrebild, eine Mutter an der Wiege darstellend.“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Else Sohn-Rethel: aus der Aufzeichnungen ihrer Erinnerungen 1840 bis 1893

Am 23. August 1873 heiratete Karl Rudolf Sohn Else Rethel in der Loschwitzer Kirche und die Feierlichkeiten fanden im Sommerhaus der Familie August Grahl in Loschwitz (Pillnitzer Landstraße 63) statt. Nach der Hochzeitsreise bezog Karl Rudolf Sohn mit seiner Frau die eingerichtete Wohnung in der 1. Etage des Eckhauses Immermannstraße / Charlottenstraße in Düsseldorf, damals noch mit Blick auf Wiesen und Felder. Sein Atelier befand sich am Wehrhahn.

Sohns Galerist war Eduard Schulte & Söhne mit den Ausstellungsräumen im Haus Alleestraße 42, sowie auch in Köln und in Berlin. In Paris wurden seine Werke vom französischen Kunsthändler Goupil & Cie. gekauft. 1874 wurde er als Dozent an die Kunstakademie Düsseldorf berufen.

Die Ehefrau von Benjamin Vautier machte darauf aufmerksam, dass das Haus Goltsteinstraße 23 zum Verkauf stand; Vautiers wohnten im Haus Goltsteinstraße 29.<ref>Benjamin Vautier, Goltsteinstraße 29</ref><ref>Sohn, Maler (Eigentümer), Goltsteinstraße 23, in Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf, 1882</ref> Mit Hilfe der Familie Grahl und mit dem Erlös von Bildnisaufträgen konnte das Haus erworben werden. Georg Saal machte die Pläne für bauliche Änderungen, denn es musste ein Atelier eingerichtet werden.

Weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und an den großen Höfen Europas bewundert, machte Karl Rudolf Sohn Karriere als Porträtmaler. 1882 wurde Sohn im Namen von Königin Victoria für vier Jahre an den britischen Hof berufen. Auf Windsor Castle und Osborne House entstanden die Porträts von Herzog von Albany, Prinzessin Helene zu Waldeck und Pyrmont, John Brown mit Hund Spot (1883), Prinzessin Beatrice und viele mehr.<ref>Royal Collection, Osborne House</ref> Königin Victoria saß nur für ihr Konterfei Modell; Hofdamen mussten ihre Gewänder anlegen, und die Kopfbedeckung wurde Karl Rudolf Sohn überreicht, um das Porträt fertigzustellen.

Im Frühjahr 1888 wurde Karl Rudolf Sohn als Juror für die III. Internationalen Kunstausstellung im Glaspalast (München) berufen, mit ihm aus Düsseldorf der Kupferstecher Nikolaus Barthelmess, aus Dresden seine alten Freunde Robert Diez und Paul Kießling (1836–1919) und aus Berlin Fritz Schaper und noch viele andere.

Weitere Auftragsreisen führten ihn nach Paris und Italien. Karl Rudolf Sohn blieb jedoch zeitlebens in Düsseldorf ansässig, wo er ab 1871 dem Künstlerverein Malkasten angehörte. Auch war Karl Rudolf Sohn ein frühes Mitglied im Deutschen Künstlerbund, als Sohn, Carl … Goltsteinstr. 23 ist er bereits 1906 in dessen Mitgliederverzeichnis aufgelistet.<ref>Mitgliederverzeichnis im Katalog 3. Deutsche Künstlerbund-Ausstellung, Weimar 1906. S. 56 online (abgerufen am 18. April 2016)</ref>

Im Alter von 63 Jahren starb Sohn am 29. August 1908 in Düsseldorf. Im September 1909 zeigte die Stadt Düsseldorf eine Gedächtnisausstellung in der Städtischen Kunsthalle. Sein Grab befindet sich auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof.

Familie[Bearbeiten]

Karl Rudolf Sohn war der Jüngste unter fünf Geschwistern. Die Ältesten waren die Zwillinge Clara Emilie (* 1834; ab 1859 mit dem Komponisten und Dirigenten Albert Dietrich verheiratet) und Paul Eduard Richard Sohn (1834–1912; Genremaler). Es folgten Sophie Emilie (1837–1885; ab 1861 verheiratet mit seinem Vetter und Lehrer Wilhelm Sohn) und Marie (1841–1891; verheiratet mit dem Maler Karl Hoff).

Datei:Sohn-Rethel Familie Foto ca. 1900.JPG
Familie Sohn-Rethel, Foto von Constantin Luck, um 1900

Karl Rudolf Sohn war verheiratet mit Elisabeth Johanna Martha Maria, genannt Else, der Tochter des Historienmalers Alfred Rethel (1816–1859) und Enkelin des Miniaturmalers August Grahl.

Mit ihr hatte er die Söhne Alfred Sohn-Rethel der Ältere (1875–1958), Otto Wilhelm Sohn-Rethel (1877–1949; Mitglied der Künstlervereinigung Das Junge Rheinland), sowie Karli Sohn-Rethel (1882–1966), die allesamt ebenfalls bekannte Maler wurden. Die Tochter Mira Sohn-Rethel (1884–1974) heiratete 1907 den Maler und späteren Professor an der Kunstakademie Düsseldorf Werner Heuser.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Carl Rudolph Sohn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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