Karl von Katte
Christian Karl Wilhelm von Katte, auch Friedrich Christian Karl David, (* 10. Juni 1750 in Zollchow (Jerichow II); † 24. April 1821 in Neuenklitsche) war Rittergutsbesitzer und preußischer Landrat. Er gehörte zum Adelsgeschlecht Katte.
Leben[Bearbeiten]
Seine Vorfahren stammen mit David Levin von Katte und der Charlotte geb. von Linger, Tochter des nobilitierten Generals Christian Nicolaus von Linger, eigentlich vom Gut Zollchow.<ref>Vgl. Nichtaufnahme im: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1908. Jahrgang 9, Justus Perthes, Gotha 1907, S. 370–372.</ref> Er hatte mehrere Geschwister, seine Schwester Eleonore Margarete (* 1736; † 1831) war mit Melchior Philipp von Katte-Vieritz (* 1732; † 1790) auf Roskow verheiratet, sein älterer Bruder August Friedrich Levin von Katte (* 1743; † 1826) mit Elisabeth geb. von Arnstedt. Die Mutter ehelichte in zweiter Ehe einen Herrn von Osten.<ref>Ernst Wernicke: Beschreibende Darstellung der ältesten Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen. Heft 21: Die Kreise Jerichow. Hrsg. Historische Commission der Provinz Sachsen. Verlag Otto Hendel, Halle a.S. 1898, S. 269.</ref> Hans Christoph Friedrich von Katte (* 1771; † 1801) war ein Neffe, ebenso der General Gottfried von Katte und sein Bruder Friedrich von Katte.
Seine Schulzeit begann mit Privatunterricht, dann auf das Französische Kollegium Berlin, und im Gegensatz<ref>Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H. 1705–1913. Hrsg. Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H., P. Riemann-Ludwigslust-Selbstverlag, Brandenburg a.H. 1913/1914, S. 89. 1753, Nr. 498.</ref> zu seinem Bruder auf der Ritterakademie Brandenburg, ging Katte ab 1762 zum Joachimsthalschen Gymnasium. Danach nahm er über ein Familien-Stipendium ein Studium an der Unviversität Frankfurt a. O. auf, wohnte dort im Haus von Theologie-Prof. Johann Gottlieb Toellner. Es folgte die Militärzeit beim Leib-Carabinier-Regiment, seit 1720 mit Hauptgarnisonsstandort Rathenow,<ref>Joachim Göbel: Die Leib-Carabiniers in Rathenow., Hrsg. Förderverein Heimatmuseum der Stadt Rathenow e.V., Rathenow Stand 1. August 2026.</ref> zwischenzeitlich mit Freistellung zum weiteren Studium, mußte aber etwa Mitte 1767 zur Diensteinheit zurückkehren. Katte solle zeitgleich vom König zum Offizier ernannt worden sein, 1773 Abschied, folgend Gutsherr in Neuenklitsche.
Katte, ein Onkel des Freiheitskämpfers Friedrich von Katte, und des Gottfried von Katte, war selbst Besitzer eines Guts in Neuenklitsche. Er leitete bis 1784 die von Friedrich dem Großen 1780 angeordnete Regulierung der Stremme, einem Nebenfluss der Havel, zwischen Genthin und Milow. Die Begradigung, Verbreiterung und Vertiefung des Flusses legten mehrere Quadratkilometer Sumpfland trocken und machten sie landwirtschaftlich nutzbar. Im Zuge dieser Arbeiten legte Katte das Vorwerk Wilhelmsthal, Teil der späteren Gemeinde Klitsche, an. Ein von ihm im Jahre 1800 am linken Ufer der Stremme bei Neuenklitsche errichteter, inzwischen verschwundener Obelisk trug die Inschrift: „Im Jahre 1780 ließ Friedrich der Zweite, König von Preußen, diesen Fluss verbreitern und die Brücher urbar machen. Chr. Karl Wilhelm von Katte.“
Nach dem Wiener Kongress, als im Zuge der preußischen Staatsreform die preußische Provinz Sachsen geschaffen wurde, wurde Katte am 1. Juli 1816 erster kommissarischer Landrat des neu geschaffenen Landkreises Jerichow II. Im Jahre 1817 übernahm er endgültig dieses Amt und führte dort die preußische Verwaltungsreform ein. Er blieb bis zu seinem Tod in diesem Amt.
Katte starb am 24. April 1821 auf seinem Gut Neuenklitsche. Die unmittelbare Nachfolge in der Gutsherrschaft von Altenklitsche endete in der Genealogie mit dem kgl. preuß. Oberst Wilhelm Alexander Ernst Ludwig von Katte 1824, bzw. mit dem gleichrangigen Gottfried Dietrich Bodo von Katte 1833. Neuen-Klitsche bewirtschafteten Karl von Katte, bis 1836, Rudolf von Katte bis 1896, und dessen Sohn Kuno von Katte bis 1897.
Christian Carl Wilhelm von Katte war mit Wilhelmine von Erxleben vermählt, Tochter<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1916. Siebzehner Jahrgang, Justus Perthes, Gotha Herbst 1915, S. 217.</ref> der Gottliebe Elisabeth geb. von Zieten-Dechtow und des Landrates Otto Sigismund von Erxleben. Über eigene Kinder liegen keinen Daten vor. Der Domdechant und Gutsherr Otto von Erxleben wurde der Großneffe.
Literatur[Bearbeiten]
- Johann Karl Philipp Spener: Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen. 1821. Haude und Spener, Berlin 8. Mai 1821, Nr. 55.
- Georg Schmidt: Zur Genealogie der v. Katte-Mit: Christian Carl Wilhelm v. Katte geb. 10.6.1750; gest. 24.4.1821, In: L. Clericus: Der Deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie. X. Jahrgang, Nr. 6 u. 7, Hrsg. Herold (Verein), Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin Juli 1879, S. 83–84.
- Rudolf von Katte: Die Geschichte der ritterlichen Katten. Manuskriptdruck. 1954. Generalmajor Rudolf von Katte-DNB Nachlass Katte, Rudolf von. DE-611-BF-107755
- Martin von Katte-Zollchow: Die Katten im Stammbaum. Zum 75. Geburtstag d. Wilhelmsthalers, senioris familiae. In: Genealogische Tafel-Teil von Deutscher Bücherei (Leipzig). Selbstverlag, Bad Wimpfen 1965. DNB Elektronische Reproduktion DNB Leipzig 2018.
- Thomas Klein (Bearb.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A (Preußen), Band 6 (Provinz Sachsen), Hrsg. Johann-Gottfried-Herder-Institut, Marburg/Lahn 1975, S. 124.
- Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85, K. G. Saur, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 476–477.
Quellen[Bearbeiten]
- Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA-PK) I. Rep 96 B, Nr. 114, 115; I. Rep. 125, Nr. 2 434 (Lebenslauf von 1798); II. Magdeburg, Tit. VI, Nr. 3
- Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt-LHA Magdeburg, Rep A 7, Nr. 41 a, Vol. I
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Katte, Karl von |
| ALTERNATIVNAMEN | Katte, Christian Karl Wilhelm von; Katte, Friedrich Christian Karl David von |
| KURZBESCHREIBUNG | preußischer Landrat |
| GEBURTSDATUM | 10. Juni 1750 |
| GEBURTSORT | Zollchow, Landkreis Jerichow II |
| STERBEDATUM | 24. April 1821 |
| STERBEORT | Neuenklitsche |