Zum Inhalt springen

Karlheinz Schweitzer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Karlheinz Schweitzer.jpg
Karlheinz Schweitzer

Karlheinz Schweitzer (* 21. November 1954 in Ober-Mörlen; † 9. Mai 2021 ebenda)<ref>Traueranzeigen von Karlheinz Schweitzer. In: mittelhessen-gedenkt.de. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref> war ein deutscher Schriftsteller, Fotokünstler und literarischer Übersetzer.

Leben[Bearbeiten]

1976 nach dem Burggymnasium in Friedberg studierte Schweitzer Angewandte Sprachwissenschaft in Germersheim. 1979–1994 studierte er in Frankfurt am Main Völkerkunde, Kulturanthropologie, Turkologie, Slawistik, Romanistik und Osteuropäische Geschichte<ref name="Lebenslauf">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Literatur & Künste Neuerscheinungen (Memento vom 29. Dezember 2015 im Internet Archive)</ref><ref name="Kreis-Anzeiger">Vgl. Kreis-Anzeiger vom 21. Oktober 2008 S. 17</ref>. Seit 1995 war Schweitzer als literarischer Übersetzer tätig. Im Jahre 2003 zog er nach Ungarn und arbeitete dort als Schriftsteller und literarischer Übersetzer<ref name="TAZ">MARIO SCHEUERMANN: Auf der Suche nach der verlorenen Identität. In: taz.de. Die Tageszeitung, 29. Juli 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Januar 2016; abgerufen am 21. Januar 2026.</ref><ref>http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/mon/2010/ppn%20623983265.pdf</ref><ref>https://www.hagalil.com/2010/04/andrassew/</ref>. Er war dort auch als Ressortleiter Kultur bei der Wochenzeitung Pester Lloyd, als literarischer Übersetzer<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Triptychon - Elegie der Minderheiten (Auszug) (Memento vom 30. Dezember 2015 im Internet Archive)</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Kik und Mik (Memento vom 30. Dezember 2015 im Internet Archive)</ref>, Redakteur und Schriftsteller<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Rezensionen (Memento vom 30. Dezember 2015 im Internet Archive)</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Das jenseitige Budapest (Memento vom 30. Dezember 2015 im Internet Archive)</ref> bei der Zeitschrift für ungarische Kultur Három Holló/Drei Raben und als Lektor des Wochenblatts Neue Zeitung tätig. Diese Medien veröffentlichten auch seine Novellen und feuilletonistische Artikel<ref>https://web.archive.org/web/20210512084730/http://vudak.hu/documents/nzg_472006.pdf S. 5</ref><ref>https://web.archive.org/web/20151230235148/http://www.neue-zeitung.hu/documents/nz_0718_net.pdf S. 5</ref><ref>https://www.yumpu.com/de/document/read/6017598/nzg-46-2007-neue-zeitung S. 5</ref>.
Schweitzers Fotografien wurden in Budapest, Berlin<ref>https://web.archive.org/web/20160224074822/http://www.erstereihe.tv/html/portrait.html</ref> und Glauburg präsentiert.
2010 gemeinsam mit Farkas Balázs organisierte Schweitzer, der selbst Musik komponiert hat, ein Musikfestival in Gyúró<ref>http://users.atw.hu/gyurofeszt/cikk.html</ref>.
2018 hat Schweitzer im Auftrag des Wetteraukreises die Urkunde für den Wetterauer Kulturpreis gestaltet, die an Dr. Vera Rupp verliehen wurde<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Kulturpreis an Dr. Vera Rupp verliehen (Memento vom 11. Mai 2021 im Internet Archive)</ref>.
Die großen Teile von „Scientia Sacra“, dem philosophischen Kernstück im Werk von Béla Hamvas, hat Schweitzer auch ins Deutsche übersetzt<ref name="TAZ" /><ref>Karneval der Gesichter. In: ceeol.com. Abgerufen am 21. Januar 2026.</ref>. Was mit dieser Übersetzung geschehen ist, ist weitgehend unbekannt. Die Übersetzung befindet sich bei der Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky, die über Hamvas forscht.

Leistung[Bearbeiten]

1992 stieß Schweitzer auf den Mongolisten des 18. Jahrhunderts, Johann Jährig. Er begann zu recherchieren, korrespondierte mit Wissenschaftlern in den Vereinigten Staaten und Russland. Schweitzer rekonstruierte Jährigs Lebenslauf<ref>http://mongoleishop.de/WebRoot/Store7/Shops/e3e9a087-8e43-48ab-a61d-52bbb1daff9a/5492/7B85/7881/65DA/FF6B/0A48/3525/7FC5/709000573972.png</ref><ref name="Kreis-Anzeiger">Vgl. Kreis-Anzeiger vom 21. Oktober 2008 S. 17</ref><ref>Vgl. Gelnhäuser Tageblatt vom 16. Oktober 2008 S. 26</ref> und stellte fest, dass Jährig einer der Väter der Tibetologie ist<ref name="Lebenslauf"/>. Das 1792 verfasste Manuskript „Anfangsgründe der Tibätischen Schrift und Sprach-lehre“ Jährigs, konnte erst 2009 der Journalist Alexandre Sladkevich, der mit Schweitzer den Kleinverlag edition zinkund betrieb, in einem russischen Archiv entdecken<ref>Inhalt und Leseprobe zu Johann Jährig und seine Zeit – Ein Büdinger forscht bei den Mongolen</ref><ref>Vgl. Kalmückien. In Die Gazette 37/2013, S. 62–67 Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Inhalt (Memento vom 29. Dezember 2015 im Internet Archive)</ref>. Damit wurde Schweitzers These aus seinem Buch „Johann Jährig und seine Zeit – Ein Büdinger forscht bei den Mongolen“ bestätigt, dass Jährig 42 Jahre vor Sándor Csoma eine tibetische Grammatik verfasst hat.

Werke[Bearbeiten]

  • Johann Jährig, 463 Seiten, Schenk Verlag, Passau 2008, ISBN 978-3-939337-56-0
  • Johann Jährig und seine Zeit – Ein Büdinger forscht bei den Mongolen, 60 Seiten, Geschichtswerkstatt Büdingen, Büdingen 2008, ISBN 978-3-939454-32-8
  • Meinhardt kriegt die Motten, 160 Seiten, edition zinkhund, Ober-Mörlen 2011, ISBN 978-963-08-1157-6
  • Von Mäusen und Magyaren (Ein-Minuten-Novellen), 80 Seiten, edition zinkhund, Ober-Mörlen 2011
  • Nix Mexiko, edition zinkhund, Ober-Mörlen 2012
  • Kralle, 102 Seiten, edition zinkhund, Ober-Mörlen 2013
  • Feuilletons und Novellen aus dem Pannonischen Panoptikum in den Wochenzeitungen Pester Lloyd und Neue Zeitung, Budapest 2005–2007

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichte Übersetzungen[Bearbeiten]

  • 1995: Glossar Russisch zu Band 1 und 2 Kompaktkurs Deutsch – unsere Sprache. Cornelsen, Bielefeld, ISBN 3-589-21007-9
  • 1999: György Ferdinandy: Nicht mehr und nicht weniger. Orpheusz, Budapest, ISBN 963-9101-57-5
  • 1999: Kornél Hamvai: Linienrichter Marton friert. Tibor Schäfer Verlag, Herne, ISBN 3-933337-12-7
  • 1999: János Köbányai: Exodusroman. Wespennest, Wien, ISBN 3-85458-520-9
  • 1999: Beitrag von Gergely Péterfy in: György Dalos (Hrsg.): Ungarn von Montag bis Freitag. Geschichten. Suhrkamp, Frankfurt am Main, ISBN 3-518-39560-2
  • 2002: Csaba Elek Németh, Kati Simon, Zoltán Szabó: Ergo bibamus. Nap, Szél és Csillagok, Zalaegerszeg
  • 2004: György Czigány: Budapest – Eine Chronik in Bildern. Stabil, Budapest
  • 2004: Csaba Elek Németh, Kati Simon, Zoltán Szabó: BudaBeste Architektur. Nap, Szél és Csillagok, Zalaegerszeg
  • 2007: Magda Donászy: Der neugierige kleine Bär. Schenk Verlag, Passau, ISBN 978-3-939337-16-4
  • 2007: László Bernáth: Siebzehn war die Rettung. Schenk Verlag, Passau, ISBN 978-3-939337-29-4
  • 2007: Gyula Böszörményi: Sternenmärchen. Schenk Verlag, Passau, ISBN 978-3-939337-33-1
  • 2008: Iván Andrassew: Das Königreich am Rande. Tibor Schäfer Verlag, Herne, ISBN 978-3-933337-19-1
  • 2008: Zsuzsanna Ferenc: Kiks Affären. Gabriele Schäfer Verlag, Herne, ISBN 978-3-933337-60-3
  • 2014: Igor Janke: Viktor Orbán. Schenk Verlag, Passau, ISBN 978-3-944850-14-6

Übersetzungen in Anthologien und Literaturzeitschriften[Bearbeiten]

Theaterstücke[Bearbeiten]

  • 2000: Kornél Hamvai: Linienrichter Marton friert. Creativ Media, Budapest
  • 2000: Kornél Hamvai: Henkers Himmelfahrt. Creativ Media, Budapest
  • 2000: Attila Lőrinczy: Die Axt im Kopf. Creativ Media, Budapest
  • 2006: Ákos Németh: Orient-Express. Schaubühne Berlin

Andere Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1994: Bildveröffentlichung im Katalog Die Fremden der Deutschen. Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie, Frankfurt a. M., ISBN 3-923992-44-0
  • 1994: Kulturanthropologischer Aufsatz Wasserhäuschen in STADTgedanken aus und über Frankfurt am Main. Der Stadt Frankfurt zum 1200. Geburtstag<ref>https://ka-notizen.de/index.php/ka-notizen/printversions</ref>. Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M., ISBN 3-923992-48-3
  • 2000: Reiseführer Budapest. Polyglott, München, ISBN 3-493-56858-4
  • 2005: Text zum Fotoessay Das jenseitige Budapest von Alexandre Sladkevich in Három Holló/Drei Raben<ref>https://www.ceeol.com/search/article-detail?id=60576</ref>, ISSN 1786-0946
  • 2008: Übersetzung des Gedichts Der verschwundene See von Alexandre Sladkevich in H-HA, Druckcooperative Karlsruhe
  • 2008: Fotoessay in Három Holló/Drei Raben, ISSN 1586-8583
  • 2010: Bildveröffentlichung in Macondo, ISBN 978-3-933794-23-9
  • 2018: Textreportage in Graswurzelrevolution, Nr. 427
  • 2018: (Gemeinsam mit Zsóka Leposa) Text von Eszter Neuberger: Wie eine Oase in der Wüste, ERSTE Stiftung Magazine
  • Texte von Endre Kukorelly und Aaron Blumm in in_between: culture das wörterbuch der straße<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.das wörterbuch der straße (Memento vom 29. Dezember 2015 im Internet Archive)</ref>

Mitarbeit[Bearbeiten]

  • 2005: Katalog zur Ausstellung im Kunstverein Rosenheim Ákos Birkás: in diesem Moment, ISBN 3-9809544-6-3
  • 2010: Wilhelm Droste, Éva Zádor: Pécs: ein Reise- und Lesebuch, Verlag Arco, Wuppertal, ISBN 978-3-938375-35-8

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Karlheinz Schweitzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Über Schweitzer

  • 2021: Wilhelm Droste: Karlheinz Schweitzer. In: Signale. Neue-Zeitung-Beilage für Literatur und Kunst, Nr. 1, Ungarn
  • 2021: Rabenpost: Erinnerung an Karlheinz Schweitzer. In: Három Holló/Drei Raben, Nr. 15–16, Ungarn

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein