Zum Inhalt springen

Katathrenie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Als Katathrenie (κατά – gegen, herunter, herab; θρῆνος – Wehklagen) („schlafgebundenes Stöhnen“) wird eine erstmals 2001 als Form der Parasomnie beschriebene Schlafstörung bezeichnet.<ref>R. Vetrugno, F. Provini, G. Plazzi u. a.: Catathrenia (nocturnal groaning): a new type of parasomnia. In: Neurology. 56, 2001, S. 681–683.</ref>

Beschreibung (klinisches Bild)[Bearbeiten]

Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11 Sie besteht in einer schlafgebundenen (nur im Schlaf auftretenden) verlängerten Ausatmung (= Exspiration) mit einem anhaltenden Geräusch, das an Stöhnen oder Seufzen erinnert. Es handelt sich nicht um Schnarchen. Die Lautäußerungen treten sowohl aus dem REM-Schlaf wie aus dem Non-REM-Schlaf und in Clustern (Häufungen) auf, besonders gegen Morgen.<ref name=":0">Boris A. Stuck: Praxis der Schlafmedizin. 4. Auflage. Springer, Berlin 2025, ISBN 978-3-662-70030-3, S. 360.</ref><ref name=":1">Quentin Martel, Jean-Baptiste Maranci, Carole Philippe, Isabelle Arnulf: Lamentations in the night: A systematic review on catathrenia. In: Sleep Medicine Reviews. Band 75, Juni 2024, S. 101944, doi:10.1016/j.smrv.2024.101944 (elsevier.com [abgerufen am 4. Oktober 2025]).</ref> Eine Katathrenie beginnt oft schon in der Kindheit<ref>S. Kotagal: Parasomnias of childhood. In: Curr Opin Pediatr. 20, 2008, S. 659–665.</ref> und stört später den Bettpartner. Die Patienten sind meist schlank. Bei einem Drittel der Patienten kommt es zu ausgeprägter Müdigkeit am Tag.<ref name=":1" /> Sie wird von den Patienten selbst nicht bemerkt und führt oft nicht zu einer Störung der Befindlichkeit.

Diagnose[Bearbeiten]

Die Abgrenzung des Krankheitsbildes von einem Schlaf-Apnoe-Syndrom gelingt während der Polysomnographie. Hierbei können das gleichzeitige Stöhnen/Seufzen und die verlängerte Zeit der Ausatmung (Exspiration) gemessen werden. Die Dauer der Ausatmung (Expirationsdauer) kann so stark verlängert sein, dass es zu Sauerstoffentsättigungen (Sauerstoffmangel) kommt.<ref name=":0" />

Differentialdiagnose (Abgrenzung)[Bearbeiten]

Bei stereotypen (gleichförmig wiederkehrenden) Lautäußerungen im Schlaf müssen epileptische Anfälle ausgeschlossen werden. Pavor nocturnus (Nachtterror) unterscheidet sich durch das laute Schreien beim Erwachen und die Angstreaktion.<ref name=":0" /> Beim Schlaf-Apnoe-Syndrom kommt es nicht zu Seufzen oder Stöhnen.

Sprechen im Schlaf (Somniloquie) ist sehr viel häufiger als Katathrenie.

Komorbidität (gleichzeitiges Auftreten)[Bearbeiten]

Eine Häufung von Katathrenie zeigt sich bei Patienten mit REM-Schlaf-Verhaltensstörung, Schlafwandeln oder Essen im Schlaf.<ref name=":0" />

Behandlung[Bearbeiten]

Eine CPAP-Therapie soll wirksam sein.<ref>M. Songu, H. Yilmaz, A. V. Yuceturk u. a.: Effect of CPAP therapy on catathrenia and OSA: a case report and review of the literature. In: Sleep Breath. 12, 2008, S. 401–405.</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />