Katerina Jacob
Katerina Jacob (* 1. März 1958 in München) ist eine deutsch-kanadische Schauspielerin, Kabarettistin und Synchronsprecherin. Einem breiten Publikum wurde sie vor allem in ihrer Rolle der Kriminalkommissarin Sabrina Lorenz in der Krimireihe Der Bulle von Tölz bekannt.
Leben[Bearbeiten]
Familie und Ausbildung[Bearbeiten]
Katerina Jacob, die in Berg am Starnberger See aufwuchs, stammt aus einer Künstlerfamilie.<ref name="Munzinger">Katerina Jacob in: Internationales Biographisches Archiv, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 24. Februar 2023 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> Sie war die Tochter der Schauspielerin Ellen Schwiers (1930–2019); ihr Vater war der Filmproduzent Peter Jacob (1909–1992).<ref name="Munzinger"></ref> Ihr fünf Jahre jüngerer Bruder Daniel Jacob (1963–1985), ihr Onkel Holger Schwiers und auch ihr Großvater Lutz Schwiers (1904–1983) ergriffen den Schauspielberuf.<ref name="Munzinger"></ref>
Nachdem sie ohne Abitur das Gymnasium verlassen hatte, studierte sie 1977 zunächst Malerei an der Münchner Hochschule für bildende Künste.<ref name="Munzinger"></ref> Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie ab 1979 am Institut von Lee Strasberg in New York City.<ref name="Munzinger"></ref>
Film, Fernsehen und Synchron[Bearbeiten]
Bereits im Alter von 14 Jahren stand Jacob für den dreiteiligen Kriminalfilm Der rote Schal in der Rolle der Hauptfigur Lydia Gwilt in jungen Jahren erstmals vor der Kamera.<ref name="Munzinger"></ref> Heidi Genée besetzte sie als 18-jährige in deren ersten Langspielfilm Grete Minde in der Titelrolle der verarmten Tangermünder Patriziertochter, frei nach Fontanes gleichnamiger Novelle.<ref name="Munzinger"></ref>
Bekannt wurde Jacob einem breiten Publikum vor allem als Kriminalkommissarin Sabrina Lorenz in der Krimireihe Der Bulle von Tölz, in der sie von 1996 bis 2006 an der Seite von Ottfried Fischer spielte.<ref>Uwe Mantel: Vom Elefant zum Bullen: Katharina Abt ermittelt künftig in Bad Tölz. In: DWDL.de. 14. Januar 1996, abgerufen am 6. November 2018.</ref> Eine weitere durchgehende Serienrolle hatte sie von 1995 bis 2001 als Gynäkologin Dr. Sonja Kofler-Muth in der ZDF-Fernsehserie Alle meine Töchter. Von 2007 bis 2009 übernahm sie neben Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler die Rolle der Staatsanwältin Dr. Iris Meissner im Polizeiruf 110 der halleschen Kommissare Schmücke und Schneider. 1998 hatte sie in der Folge Todsicher bei dem Ermittlerteam bereits eine Gastrolle als Frau Kirch.
2012 war Jacob eine von 12 Prominenten, die bei der siebten Staffel der ORF-Fernsehshow Dancing Stars teilgenommen hat und bereits in der ersten Vorrunde ausschied. Seit 2020 spielt sie, zusammen mit Ernst Stötzner, als Telefonseelsorgerin Anna Welsendorf eine der beiden Titelrollen in der ARD-Fernsehreihe Anna und ihr Untermieter.
In der Synchronisation lieh Katerina Jacob ihre Stimme bekannten Schauspielkolleginnen wie Elizabeth Hurley (Austin Powers – Das Schärfste, was Ihre Majestät zu bieten hat und Spion in geheimer Missionarsstellung) und Emma Thompson (Viel Lärm um nichts und Wiedersehen in Howards End).
Theater und Kabarett[Bearbeiten]
1980 gab Jacob ihr Bühnendebüt als Gretchen in Faust I bei den Bad Hersfelder Festspielen. In den darauffolgenden Jahrzehnten entwickelte sich Jacob zu einer gefragten Darstellerin im deutschen Tourneetheaterwesen. Sie verbrachte mehr als 33 Jahre auf Gastspielreisen und bespielte zahlreiche Stadttheater und Kulturhallen im gesamten deutschsprachigen Raum. Zu ihren markanten Bühnenrollen gehörte unter anderem die Hauptrolle in der Kriminalkomödie Bella Donna sowie Auftritte in klassischen und modernen Stücken, darunter in der Spielzeit 2013/14 mit ihrem Bühnenstück Sara soll unter die Haube an der Seite ihrer eigenen Mutter Ellen Schwiers. Ihre Erlebnisse und Anekdoten aus dem strapaziösen Tourneealltag verarbeitete sie später in dem 2016 erschienenen autobiografischen Buch Alles nur Theater: Mein abgefahrenes Leben auf Tournee.
2003 erweiterte Jacob mit ihrem Soloprogramm Die Mysterien der Liebe oder das unheimliche Phänomen des Testosterons ihr künstlerisches Spektrum und feierte ihren Einstand als Kabarettistin. In diesem Programm, das über mehrere Spielzeiten hinweg erfolgreich lief, setzte sie sich humoristisch und kritisch mit den Geschlechterrollen, Beziehungsdynamiken und biochemischen Einflüssen auf das menschliche Verhalten auseinander. In der Folgezeit kollaborierte Jacob im Kabarettbereich mit Branchenkollegen. Gemeinsam mit der Schauspielerin Mona Seefried, mit der sie zuvor bereits für die Fernsehserie Samt und Seide und die ARD-Spielfilmreihe Herzdamen vor der Kamera gestanden hatte, konzipierte und spielte sie das satirische Duo-Programm Die Weihnachtshexen.
Privates[Bearbeiten]
Aus einem One-Night-Stand mit dem Schauspieler und Regisseur Oswald Döpke entstammte ihre Tochter Josephine Jacob (* 1981).<ref>Fast 35 Jahre nach ihrer Geburt: Katerina Jacob verrät, wer der Vater ihrer Tochter ist s.S. t-online.de</ref> Von 1997 bis 2002 war Jacob mit dem Regisseur Oliver Hengst verheiratet. Seit einigen Jahren lebt sie mit dem deutsch-kanadischen Makler Jochen Neumann zusammen. Die Hochzeit fand im September 2011 statt. Sie lebt abwechselnd in Kanada und am Starnberger See. 2022 machte sie ihre Brustkrebs-Erkrankung öffentlich.<ref>Lolita Büttner: Katerina Jacob sorgt sich um erneute Krebserkrankung: „Punkte in der rechten Brust“. In: merkur.de. 22. Juni 2025, abgerufen am 22. Juni 2025.</ref>
Filmografie[Bearbeiten]
Filme[Bearbeiten]
- 1973: Der rote Schal (Dreiteiler)
- 1977: Grete Minde
- 1977: Onkel Silas (Zweiteiler)
- 1978: Lady Audleys Geheimnis
- 1978: Schwüle Tage
- 1979: Es begann bei Tiffany
- 1979: Nathan der Weise
- 1979: Heinrich, der gute König (Sechsteiler)
- 1980: Primel macht ihr Haus verrückt
- 1981: Der Fall Woyzeck
- 1988: Die letzte Fahrt der San Diego
- 1991: Zwischen Pankow und Zehlendorf
- 1993: Bommels Billigflüge
- 1999: Typisch Ed!
- 2006: Herzdamen
- 2011: Im Fluss des Lebens
- 2013: Herzdamen an der Elbe
Fernsehserien und -reihen[Bearbeiten]
- 1978: Der Alte (Folge: Nachtmusik)
- 1978: Derrick (Folge: Steins Tochter)
- 1979: Derrick (Folge: Karo As)
- 1984: Die Schwarzwaldklinik (Folge: Die Heimkehr)
- 1984: Der Mann, der keine Autos mochte (6 Folgen)
- 1988: Eurocops (Folge: Schweigegeld)
- 1988: Oh Gott, Herr Pfarrer (Folge: In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen)
- 1992: Glückliche Reise – Singapur und Borneo
- 1993: Der Bergdoktor (Folge: Zuckerbrot)
- 1993–1996: Immer wieder Sonntag (10 Folgen)
- 1995–2001: Alle meine Töchter (46 Folgen)
- 1995–2001: Der Landarzt (21 Folgen)
- 1996–2006: Der Bulle von Tölz (52 Folgen)
- 1995: Aus heiterem Himmel (Folge: Ist es Liebe oder was?)
- 1996: Max Wolkenstein (Folge: Einzelkämpfer)
- 1997: Katrin ist die Beste (30 Folgen)
- 1998: Polizeiruf 110: Todsicher
- 1999: Schlosshotel Orth (Folge: Leidenschaften)
- 2000–2004: Samt und Seide (52 Folgen)
- 2001: Café Meineid (Folge: Kinder)
- 2001: Klinik unter Palmen (Folge: Gebrochene Herzen)
- 2007–2009: Polizeiruf 110 (als Dr. Iris Meissner) → siehe Schmücke und Schneider
- 2007: Tod eines Fahnders
- 2007: Tod in der Bank
- 2007: Verstoßen
- 2008: Keiner schreit
- 2008: Taximord
- 2008: Wolfsmilch
- 2009: Der Tod und das Mädchen
- 2009: Fehlschuss
- 2009: Mord in bester Gesellschaft: Der süße Duft des Bösen
- 2009: Utta Danella – Schokolade im Sommer
- 2010: Das Traumhotel – Chiang Mai
- 2010: Die Alpenklinik – Liebe heilt Wunden
- 2011: Die Alpenklinik – Notfall für Dr. Guth
- 2017: Kreuzfahrt ins Glück – Hochzeitsreise nach Sardinien
- seit 2020: Anna und ihr Untermieter
- 2020: Aller Anfang ist schwer
- 2022: Dicke Luft
- 2023: Wenn du träumst von der Liebe
- 2025: Plötzlich Schwiegermutter
- 2026: Volles Haus
- 2021: Schlafschafe (Folge: Profiteure)
- 2021: Stadtkomödie – Die Lederhosenaffäre
- 2025: Watzmann ermittelt (Folge: Tödliche Familien)
Bibliografie[Bearbeiten]
- Oh (weia) Kanada – Mein Abenteuer vom Auswandern. mvgverlag, München 2015, ISBN 978-3-86882-559-6.
- Alles nur Theater – Mein abgefahrenes Leben auf Tournee. mvgverlag, München 2016, ISBN 978-3-86882-686-9.
Literatur[Bearbeiten]
- Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 451.
Weblinks[Bearbeiten]
- Vorlage:IMDb/1
- Katerina Jacob in der Deutschen Synchronkartei
- Katerina Jakob bei der Agentur Kick
- katerinajacob.de Website von Katerina Jacob
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jacob, Katerina |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-kanadische Schauspielerin, Kabarettistin und Synchronsprecherin |
| GEBURTSDATUM | 1. März 1958 |
| GEBURTSORT | München |