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Kellau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kellau (Zerstreute Häuser)
Ortschaft
Katastralgemeinde Kellau
Kellau (Österreich)
Kellau (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Hallein (HA), Salzburg
Gerichtsbezirk Hallein
Pol. Gemeinde Kuchl
Koordinaten 47° 36′ 18″ N, 13° 10′ 55″ OKoordinaten: 47° 36′ 18″ N, 13° 10′ 55″ O
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Höhe 500 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft (k. A. Hilfef3f0)
Gebäudestand 198 (2001f1)
Fläche d. KG Vorlage:FLNdep1 (Vorlage:Metadaten Fläche AT KG)
Postleitzahl 5431 Kuchl
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 13638
Katastralgemeindenummer 56212
Zählsprengel/ -bezirk Kuchl-Süd und West (50207 002)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; SAGIS

Vorlage:Check Geschlecht gegen WikidataBW

Kellau ist ein Ortsteil im Salzachtal im Land Salzburg, eine Ortschaft und Katastralgemeinde der Gemeinde Kuchl, im Bezirk Hallein (Tennengau).

Geographie[Bearbeiten]

Der Ortsteil befindet sich etwa 24 Kilometer südöstlich des Salzburger Stadtzentrums, südöstlich von Kuchl und nordöstlich an Golling grenzend.

Die Kellau umfasst etwa die Talung des Mitterbachs zwischen dem Westfuß des Schwarzen Bergs (1584 m ü. A.), dem südwestlichsten Gipfel der Osterhorngruppe, und dem Gollinger Rabenstein, auf um die 500 m ü. A. Höhe. Diese bildet eine kleine rechte Nebenbucht des Golling-Halleiner Beckens (Vordere Kellau). Dort liegen insbesondere die kleinen Weiler Rußegg und Hiasenbauer. Der Rabenstein (628 m ü. A.) ist ein Inselberg im Salzachtal, zwischen diesem und dem Schwarzen Berg führt der Mitterbach in eine kleine Talung, die südlich vom Haarberg zum untersten Lammertal hin abgegrenzt ist, die Hinterkellau.

Die Katastralgemeinde und weitestgehend deckungsgleich Ortschaft<ref name="O-KG"/> Kellau umfasst mit etwa 471 Hektar auch noch die Talebene bis an die Salzach und den unteren Kertererbach. Dort verläuft die B159 Salzachtalstraße Nord–Süd von Kuchl nach Golling. Zum Ortschaftsgebiet (als zerstreute Häuser eingestuft) gehören 200 Gebäude mit Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft Einwohnern. Das umfasst auch etwa 40 Häuser, die direkt an der Ortsgrenze mit Golling verwachsen sind, die weiteren Häuser an der B159, sowie die Weiler Taxgut und Kratzerau und das Gewerbegebiet Brennhoflehen<ref name="Brennhoflehen"/> zur Salzach hin. Die nördlichsten Häuser und das Gipswerk Moldan grenzen zu Strubau (Ortsteil Georgenberg).

Datei:Salzachtal Kuchl.JPG
Blick auf Kuchl von Voregg gegen das Roßfeld (Hahnenkamm): mittig rechts die untere Kellau mit dem Gewerbegebiet; hinten links Göllstock, rechts der Untersberg
Nachbarorte, -ortschaften und -katastralgemeinden: Nachbarorte:
Kuchl
(O u. KG)
Georgenberg
(O u. KG)
OberlangenbergDie Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. ∗ (O u. KG, Gem. St. Koloman)
Weißenbach
(O u. KG)
Salzach
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Voregg-Moosegg (O u. KG Voregg, Gem. Scheffau a.Tg.)
Torren (O u. KG, Gem. Golling a.d.S.)
Golling   Obergäu
(beide O u. KG, Gem. Golling a.d.S.)
Scheffau (O u. KG, Gem. Scheffau a.Tg.)
Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt.
∗ 
Oberlangenberg grenzt nur ein kurzes Stück beim Gipswerk Moldan an.

Geschichte, Infrastruktur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Beim Kellgut und Irlergut wurde 1911 ein römischer Weihealtar gefunden, und in Folge bei Grabungen bis 1925 eine vollständige Villa rustica, ein römisches Landgut, ausgegraben. Der Weihealtar wird anhand der Inschrift einem L. Pomp.Aquilinius Potens zugeschrieben, und auf um 200 n. Chr. datiert, das Anwesen daher als Villa des L. Pomp. Aquilinius Potens genannt. Sie wurde, weil sie genau im bebauten Raum der Höfe liegt, wieder eingeschüttet, die geborgenen Funde sind im Heimatmuseum Kuchl und im Salzburg Museum (Carolino Augusteum) zu finden.<ref name="Kellau">Olivier Klose: Römische Gebäudereste in Kemeting bei Maria Plain und in der Kellau bei Golling In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) Bd. 65, 1925, B. Die Villa des L. Pomp. Aquilinius Potens, S. 95–112 (ganzer Artikel ab S. 73, eReader, anno.onb.ac.at; Plan S. 112/1).</ref><ref name="iuvavum Kuchl">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Kuchl (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/iuvavum.org, iuvavum.org.</ref>
Durchs heutige Ortsgebiet zog sich auch die wichtige Römerstraße Virunum–Iuvavum von der alten Hauptstadt der Provinz Norikum, Virunum im Zolleld, über den Radstädter Tauern nach Salzburg (Iuvavum), dem Verkehrsknoten des Alpenvorlandes. Am Georgenberg lag Cucullae, mit dem Mansio (Poststation) am Fuß und einem Castellum am Berg. Der heutige geradlinige Straßenverlauf der B159 von Golling nordwärts, dann nordwestwärts auf Kuchl zu – der auch der alten Reichstraße entspricht<ref name="FK">Franziszäischer Kataster 1817–1861 (Layer online bei SAGIS)</ref> – und der folgenden Nebenstraße auf David am Georgenberg zu, wird als Verlauf dieser Römerstraße angenommen. Die schnurgeraden Straßenstücke entsprechen den römischen Vermessungsgewohnheiten, und die beiden Straßenkniee liegen genau 1 und 2 römische Meilen (1000 Schritt, 1½ km) vom Georgenberg, Golling 3 Meilen.<ref name="Meilensteine Kuchl">Die Straße wohl zwischen Lammerbrücke und Tauglbrücke zog sich geradlinig abwechselnd Nordwest und Nord von Meilenstein zu Meilenstein. Vergl. Kurven um Kuchl (Straßenkämpfe in alter Zeit. Kuchl und Golling als Gegner). In: Salzburger Volksbote, 18. Juli 1943, Nr. 29; abgedruckt in Herbert Klein: Alt-Salzburger Skizzen. Gesammelte Zeitungsartikel. In: MGSLK 112/113, 1972/73, S. 155 ff.</ref>

Datei:Getreidespeicher in AT-Kuchl Kellau.jpeg
Der Getreidekasten Rußegg

Der Ort selbst erscheint schon im frühen 12. Jahrhundert als Chele<ref name="SONK"/> mit unbekannter sprachlicher Herkunft.<ref name="etym"/> 1125–1147 tritt ein Hartwig von Chele als Zeuge urkundlich in Erscheinung,<ref name="SONK"/> dann ein oder zwei Manegold von Chele.<ref name="SONK"/> Es handelt sich wohl um angesehene Gutsbesitzer vom Kellgut, das um 1160 als Ort genannt ist.<ref name="SONK"/> 1459 wird ein Niklasen von Kelau<ref name="SONK"/> und 1460 Niklas Grill „gesessen zu Chel im Kucheltal“<ref name="SONK"/> genannt. Das -au ist also eine relativ späte Befügung, wohl zur expliziten Bezeichnung des Landschaftsraumes. Um 1609 hat dieser schon 56 steuerpflichtige Einwohner.<ref name="HistOrtsLexÖ" />
Die Ortschaft war lange landwirtschaftlich geprägt, die alten Hofstellen belegt etwa auch der denkmalgeschützte Getreidekasten vom Rußegggut (Nr. 32), der 1666 bezeichnet ist, und die Hofmühle des Hiasenbauer, datiert mit 1790.

Schon im frühen 17. Jahrhundert wurde begonnen, am oberen Kertererbach Gips abzubauen, was sich als das größte österreichische Gipsvorkommen herausstellte. Die Firma Moldan Baustoffe (heute Tochterfirma der Salzburger Sand und Kieswerke, SSK) besteht bis heute.

Bis in die 1940er hatte der Ort über Jahrhunderte um die 50 Häuser mit um die 250–300 Einwohner,<ref name="HistOrtsLexÖ" /> erst nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt eine dichtere Besiedelung. Ein Fünftel der Ortschaft gehört heute faktisch zu Golling, so befindet sich auch das Ortsendeschild der B159 schon einige hundert Meter auf Kuchler Gemeindegebiet. Der Gutteil gehört auch zum Schulsprengel der Volksschule Golling.<ref>§ 1 (Schulsprengel) 9c Schulsprengelverordnung für bestimmte allgemeinbildende Pflichtschulen im politischen Bezirk Hallein. StF: LGBl. Nr. 52/1992 (i.d.g.F. online, ris.bka).</ref>

Datei:Tussen Kuchl en Kellau, droge rivierbedding foto1 2011-07-17 13.06.JPG
Unterster Kerterbach bei Kuchl

In den 1980ern und 1990ern war besonders das Gewerbegebiet Brennhoflehen höchst umstritten, die im Ort unerwünschte Betriebsansiedlung wurde bis zum obersten Gerichtshof judiziert.<ref name="Brennhoflehen">Positive Bilanz: Gewerbegebiet Brennhoflehen, ORF Salzburg, 11. April 2012;
Gewerbegebiet Brennhoflehen. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.</ref>
Der Brennhof mit einem Flächenausmaß von ca. 12 ha wurde in ein Gewerbegebiet umgewidmet. Es sollten 851 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Gewerbegebiet wurde mittlerweile überwiegend bebaut, obwohl der Verfassungsgerichtshof die Umwidmung als rechtswidrig aufhob (Zahl V 16/91-13).<ref>Verfassungsgerichtshof. Geschäftszahl V16/91. Sammlungsnummer 12926. In: ris.bka.gv.at. 2. Dezember 1991, abgerufen am 20. Mai 2025.</ref> Entgegen den Beschlüssen der Gemeindevertretung sind mehr Distributions- als Produktionsbetriebe und LKW-Garagen vor Ort. Die angepeilte Arbeitsplatzanzahl wurde nicht erreicht. Berühmtheit erlangte im Zuge des "Kampfes ums Brennhoflehen" eine Aussage des damaligen Landeshauptmannes Dr. Hans Katschthaler anlässlich einer Demonstration im Chiemseehof 1993, als dieser den Bürgern zurief „geht zurück in die Dörfer“. Die Gründung der lokalen Liste „Unabhängige Liste – Lebenswertes Kuchl“ war eine Folge dieser Auseinandersetzungen, diese war 25 Jahre (1989–2014) lokalpolitisch tätig. Die Talkante und die hintere Kellau sind als Teil des Landschaftsschutzgebietes Rabenstein–Kellau vor Bebauung geschützt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="O-KG">Eine kleine Abweichung besteht an der Mündung des Kertererbachs, wo noch ein rechtes Flurstück bei Lampl zur Ortschaft Kellau gerechnet wird, während die Katastalgemeindegrenze noch vor der Mündung endet. Die Bachmündung selbst gehört dann schon zu Weißenbach, das eigentlich auf der anderen Salzachseite liegt. Es handelt sich um historische Bachlaufverlegung. Vergl. Franziszäischer Kataster 1817–1861 (Layer online bei SAGIS).</ref> <ref name="SONK">1160-64 „{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)“ – Original im Salzburger Urkundenbuch II, S. 481, Nr. 345; Hartuuico de Chele – Originale im Salzburger Urkundenbuch I, S. 381, Nr. 244b; Manegoldus de Chele (Reg.: Chelin, Chele, Chelis) – Or., Salzburger Urkundenbuch I, S. 449, Z. 12, auch S. 673, Nr. 190 und II, S. 549, Z. 6; 12./13. Jh. : Gisila 1. de Chel – Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde: Necrologia S. Rudberti Salisburgensis 142; Gerhardus de Chel ebd. 96 (beide vielleicht auch Wien); Niclasen von Kelaw – Adam Doppler (Bearb.), Willibald Hauthaler (Hrsg.); Urbar des Benedictinnen-Stiftes Nonnberg. MGSLK 23, Sbg. 1883, S. 106; Niklas Grill – ebd., S. 133. Alle Angaben Salzburger Ortsnamenkommission.</ref> <ref name="etym">Möglich erschiene – wie bei anderen Kehl-Orten und -Bächen – zu lat. canalis ‚Rinne, Wasserlauf, Kanal‘, Nebenform zu canna ‚Rohr‘, über griechisch κάννα ‚Schilf‘ aus phönizisch/hebräisch/u. a.; vergl. Siegfried Kreuzer: Von Ave bis Zores. Hebräische und semitische Wörter in unserer Sprache. Wuppertal 1999/2002/2006, Fußnote 2, S. 6 (pdf, kreuzer-siegfried.de).
Als Chelbah/pach finden sich um 1300 auch der Kehlbach bei Anthering und bei Saalfelden. Bei so kurzen und allgemeinen Silben ist eine Zuordnung aber schwierig.</ref> <ref name="HistOrtsLexÖ">Kurt Klein (Bearb.): Historisches Ortslexikon. Statistische Dokumentation zur Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte. Hrsg.: Vienna Institute of Demography [VID] d. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Salzburg, Kuchl: Kellau, S. 26 (Onlinedokument, Erläuterungen. Suppl.; beide PDF – o.D. [aktual.]).
Spezielle Quellenangaben:  1609: Steuerbuch Golling-Kuchl, SLA Urbar 673.</ref> </references>

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Katastralgemeinden: Georgenberg | Jadorf | Kellau | Kuchl | Weissenbach

Ortschaften: Garnei | Gasteig | Georgenberg | Jadorf | Kellau | Kuchl | Moos | Unterlangenberg | Weißenbach

Marktort: Kuchl | Dörfer: Asten • Jadorf • Moos | Weiler: Großkarl • Hiasenbauer • Hof • Kratzerau • Rußegg • Winkler • Taxgut | Rotten: David • Domerdörfl • Gallenhof • Grifterer • Hechbauer • Jagermeier • Kuchlbach • Lampl • Leiten • Loher • Modermühl • Oberhofbauer • Seeleiten • Stockach • Strubau • Weißen • Wenger • Wenglippen | Siedlungen: Hellweng • Mayerhofsiedlung • Moossiedlung • Speckleiten • Steinersiedlung • Tauglmaut • Weißensiedlung • Weißenbach-Siedlung | Zerstreute Häuser: Doser in Georgenberg • Gasteig • Georgenberg • Kellau • Stadler • Unterlangenberg • Weißenbach | Sonstige Ortslagen: Doser in Unterlangenberg • Hinterkellau • Holztechnikum • Kellgut/Irler • Kuchler Schihütte • Gipswerk Moldan • Purtschellerhaus

Zählsprengel: Kuchl-Zentrum | Garnei-Jadorf-Moos | Kuchl-Süd und West | Georgenberg

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