Kenneth Brian Boyd Cross
Sir Kenneth Brian Boyd Cross KCB CBE, DSO, DFC (* 4. Oktober 1911 in Portsmouth; † 18. Juni 2003) war ein britischer Offizier der Royal Air Force. Er war gemeinhin unter seinem Spitznamen Bing bekannt.
Leben[Bearbeiten]
Cross war der älteste Sohn und zweites von fünf Kindern des Sachverständigen und Immobilienmaklers Henry Cokayne Cross (1884–1964) aus dessen Ehe mit Jeanie Boyd (1888–1944). Er wurde auf dem Hilsea College in Portsmouth, der Havant High School in Havant und der Kingswood School in Bath ausgebildet.
Cross trat im April 1930 als Pilot Officer in die Royal Air Force ein<ref> London Gazette. Nr. 33601, HMSO, London, 29. April 1930, S. 2650 (Digitalisat, englisch).</ref> und wurde im Oktober 1931 zum Flying Officer befördert.<ref> London Gazette. Nr. 33768, HMSO, London, 3. November 1931, S. 7075 (Digitalisat, englisch).</ref> Er diente ab 1931 zunächst bei der No. 25 Squadron. 1934 wurde er Mitglied der Cambridge University Air Squadron. Im Oktober 1935 wurde er zum Flight Lieutenant<ref> London Gazette. Nr. 34221, HMSO, London, 19. November 1935, S. 7337 (Digitalisat, englisch).</ref> und im Oktober 1938 zum Squadron Leader<ref> London Gazette. Nr. 34558, HMSO, London, 4. Oktober 1938, S. 6202 (Digitalisat, englisch).</ref> befördert. Im Dezember 1938 wurde er Verbindungsoffizier der Reserve.<ref name=times>Air Chief Marshal Sir Kenneth Cross. Pilot who landed Hurricanes on an aircraft carrier and was an influential figure in the RAF. In: The Times, 23. Juni 2003. Abgerufen am 19. August 2024.</ref>
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde er ab Oktober 1939 befehlshabender Offizier der mit Hawker Hurricanes ausgestatteten No. 46 Squadron.<ref name=air>Air of Authority - A History of RAF Organisation - Air Chief Marshal Sir Kenneth Cross</ref> Er leitete die Flugeinsätze seiner Einheit, die während der deutschen Invasion auf Norwegen ab Mai 1940 als Teil der britischen Expeditionstruppen im norwegischen Bardufoss stationiert wurde. Im Rahmen der Evakuierung der Briten aus Norwegen im Juni 1940 gelang es ihm und seiner Schwadron mit ihren Hawker Hurricanes auf dem Flugzeugträger Glorious zu landen, obwohl dieser nicht mit Fangseilen ausgestattet war.<ref name=times/> Dieser Erfolg wurde bald davon zunichtegemacht, dass der Flottenverband am folgenden Tag von den deutschen Schlachtschiffen Scharnhorst und Gneisenau angegriffen und die Glorious versenkt wurde; Cross war einer der wenigen Überlebenden.<ref name="times"/> Für seinen Dienst in Norwegen wurde er im September 1940 mit dem Distinguished Flying Cross<ref name="air"/><ref> London Gazette. Nr. 34945, HMSO, London, 13. September 1940, S. 5488 (Digitalisat, englisch).</ref> und 1942 mit dem norwegischen Kriegskreuz ausgezeichnet.<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 35731, HMSO, London, 2. Oktober 1942, S. 4343 (Digitalisat, englisch).</ref>
Im Dezember 1940 wurde er zum Wing Commander befördert<ref> London Gazette. Nr. 35010, HMSO, London, 10. Dezember 1940, S. 6983 (Digitalisat, englisch).</ref> und wurde befehlshabender Offizier des No. 252 Wing. Im Dezember 1941 wurde er befehlshabender Offizier des No. 258 Wing, der im März 1942 zu No. 239 Wing und im März 1943 zu No. 243 Wing umbenannt wurde.<ref name=air/> Er war in dieser Zeit vorwiegend in Nordafrika eingesetzt. Im Juli 1943 erhielt er den temporären Rang eines Group Captain,<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 36092, HMSO, London, 13. Juli 1943, S. 3199 (Digitalisat, englisch).</ref> den er zuvor bereits kommissarisch erhalten hatte, und leitete im weiteren Jahresverlauf als Air Officer Commanding der in Tunesien stationierten No. 242 Group deren Flugeinsätze während der alliierten Invasion auf Sizilien. Im Februar 1942 wurde er als Companion des Distinguished Service Order, im April 1944 als Officer der US-amerikanischen Legion of Merit<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 36463, HMSO, London, 7. April 1944, S. 1675 (Digitalisat, englisch).</ref> und im Juni 1944 als Commander des Order of the British Empire (CBE)<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 36544, HMSO, London, 2. Juni 1944, S. 2582 (Digitalisat, englisch).</ref> ausgezeichnet. Im Juni 1944 wurde er zum Director of Overseas Operations ernannt.<ref name="air"/> Nach dem Krieg wurde er ins Air Ministry versetzt, zunächst als Leiter des Waffenarsenals und später als Leiter der Luftabwehr.<ref name="air"/>
Im November 1947 endete sein temporärer Rang als Group Captain und er fiel auf den Rang eines Wing Commander zurück,<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 38125, HMSO, London, 14. November 1947, S. 5432 (Digitalisat, englisch).</ref><ref> London Gazette (Supplement). Nr. 38142, HMSO, London, 5. Dezember 1947, S. 5821 (Digitalisat, englisch).</ref> bevor er im Juli 1948 in den substanziellen Rang eines Group Captain befördert wurde.<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 38344, HMSO, London, 2. Juli 1948, S. 3895 (Digitalisat, englisch).</ref> 1947 wurde er als Kommandeur des niederländischen Orden von Oranien-Nassau,<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 38125, HMSO, London, 14. November 1947, S. 5423 (Digitalisat, englisch).</ref> und im Juni 1954 als Companion des Order of the Bath (CB)<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 40188, HMSO, London, 1. Juni 1954, S. 3260 (Digitalisat, englisch).</ref> ausgezeichnet.
Im Januar 1953 zum Air Commodore<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 39739, HMSO, London, 30. Dezember 1952, S. 53 (Digitalisat, englisch).</ref> und im Januar 1956 zum Air Vice Marshal<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 40666, HMSO, London, 27. Dezember 1955, S. 7307 (Digitalisat, englisch).</ref> befördert, wurde er im Februar 1956 Air Officer Commanding der No. 3 Group und im Mai 1959 Air Officer Commanding-in-Chief des Bomber Command.<ref name=air/> Im Mai 1959 wurde er in den kommissarischen Rang eines Air Marshal befördert<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 41753, HMSO, London, 26. Juni 1959, S. 4230 (Digitalisat, englisch).</ref> und im Juni 1959 als Knight Commander des Order of the Bath (KCB) geadelt<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 41727, HMSO, London, 5. Juni 1959, S. 3699 (Digitalisat, englisch).</ref>
Im Juli 1961 erhielt er den substanziellen Rang eines Air Marshal<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 42403, HMSO, London, 4. Juli 1961, S. 4931 (Digitalisat, englisch).</ref> und schließlich folgte im Oktober 1965 seine Ernennung zum Air Chief Marshal.<ref> London Gazette (Supplement). Nr. 43792, HMSO, London, 15. Oktober 1965, S. 9763 (Digitalisat, englisch).</ref> Seinen letzten militärischen Dienstposten erhielt er 1963 als Air Officer Commanding-in-Chief des Transport Command. 1967 ging er in den Ruhestand.<ref name="air"/>
Aus seiner 1945 geschlossenen Ehe mit Brenda Megan Powell hatte er zwei Söhne und eine Tochter.<ref name=times/>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cross, Kenneth Brian Boyd |
| ALTERNATIVNAMEN | Cross, Sir Kenneth Brian Boyd (vollständiger Name); Bing |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Offizier der Royal Air Force |
| GEBURTSDATUM | 4. Oktober 1911 |
| GEBURTSORT | Portsmouth |
| STERBEDATUM | 18. Juni 2003 |
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