Kerbel
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| Datei:Anthriscus nitidus (Glanz-Kerbel) IMG 4992.jpg
Glanz-Kerbel (Anthriscus nitidus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Anthriscus | ||||||||||||
| Pers. |
Kerbel (Anthriscus) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die 9 bis 15 Arten sind in Eurasien und Afrika weitverbreitet. Die Kulturform des Echten Kerbels (Anthriscus cerefolium) wird unter anderem als Gewürz verwendet.
Beschreibung[Bearbeiten]
Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]
Kerbel-Arten wachsen als zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die Pfahlwurzeln sind dünn oder verdickt. Die aufrechten Stängel sind hohl und verzweigt.<ref name="FoC" /> Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl oder borstig behaart.<ref name="JepsonEFlora" />
Die meist wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind oft ungestielt. Die Basis der Blattspreite ist mehr oder weniger deutlich als Blattscheide ausgebildet. Die im Umriss längliche bis eiförmige Blattspreite ist zwei- bis dreifach gefiedert oder fiederteilig. Die Blattsegmente sind linealisch-länglich bis eiförmig. Die Endabschnitte sind gezähnt oder fiederteilig.<ref name="FoC" /><ref name="JepsonEFlora" />
Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]
Die end- oder seitenständig auf einem Blütenstandsschaft stehenden locker zusammengesetzten doppeldoldigen Blütenstände enthalten viele relativ kleine Blüten. Hüllblätter fehlen. Es sind nur wenige ausgebreitete Doldenstrahlen vorhanden. Die wenigen Hüllchenblätter sind zurückgebogen und ihr glatter Rand ist bewimpert. Die Blütenstiele sind ausgebreitet.<ref name="FoC" /><ref name="JepsonEFlora" />
Die fünfzähligen Blüten sind meist radiärsymmetrisch, bei einigen Arten sind die Randblüten mehr oder weniger zygomorph und vergrößert. Die Blüten sind meist zwittrig und fruchtbar, bei einigen Arten sind die inneren Blüten steril. Kelchzähne sind kaum erkennbar oder fehlen.<ref name="FoP" /> Die fünf weißen oder gelblich-grünen Kronblätter sind länglich oder keilförmig mit einem schmalen, nach innen gebogenen oberen Ende. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, zweikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Die zwei Griffel sind kurz.<ref name="FoC" /><ref name="JepsonEFlora" />
Früchte[Bearbeiten]
Die längliche bis eiförmige Spaltfrucht, auch Doppelachäne genannt, zerfällt bei Reife in zwei Teilfrüchte. Die glatten oder borstig behaarten Teilfrüchte sind mehr oder weniger zylindrisch, seitlich abgeflacht, tief gerillt und enden in einem Schnabel.<ref name="FoC" /> Ölkanäle sind kaum oder nicht erkennbar.<ref name="JepsonEFlora" />
Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]
Die Gattung Anthriscus wurde 1805 durch Christian Hendrik Persoon in Synopsis Plantarum, Band 1, Seite 320, erstveröffentlicht.<ref name="SynPla" /> Typusart ist Anthriscus vulgaris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pers., heute ein Synonym von Anthriscus caucalis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.Bieb. Synonyme für Anthriscus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pers. sind Chaerefolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Haller und Cerefolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fabr.<ref name="Euro+Med" />.<ref name="Tropicos" /> Anthriscus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pers. nom. cons. ist nach den Regeln der ICBN (Vienna ICBN Art. 14.10 & App. III) konserviert gegenüber dem 1800 veröffentlichten Homonym Anthriscus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bernh. nom. rej.<ref name="GRIN" /> Der Name Anthriscus wurde bereits in der Antike von den Griechen verwendet.<ref name="JepsonEFlora" /> Die letzte Revision der Gattung Anthriscus ist Krzystof Spalik: Revision of Anthriscus (Apiaceae), In: Polish Botanical Studies. Cracow, Band 13, 1997, S. 1–69.
Die Gattung Anthriscus gehört zur Subtribus Scandicinae aus der Tribus Scandiceae in der Unterfamilie Apioideae innerhalb der Familie Apiaceae.<ref name="GRIN" /><ref name="Wojewódzka2019Scandiceae" />
Die Gattung Anthriscus ist natürlich im gemäßigten Eurasien<ref name="FoC" /> und Afrika weitverbreitet. Verbreitungsschwerpunkte liegen im nordöstlichen Mittelmeerraum und in der Kaukasusregion. Eine Art ist in Nordamerika ein Neophyt.<ref name="JepsonEFlora" />
In der Gattung Anthriscus gibt es 9 (im Jahr 2001)<ref name="spalikdownie2001" /> bis 15 (im Jahr 2005)<ref name="FoC" /><ref name="JepsonEFlora" /> Arten:<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" />
- Hunds-Kerbel (Anthriscus caucalis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.Bieb., Syn.: Anthriscus vulgaris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pers. non Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bernh., Scandix anthriscus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Torilis anthriscus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Gaertn., Anthriscus scandicina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(F.H.Wigg.) Mansf., Caucalis scandicina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.F.H.Wigg.)
- Echter Kerbel oder Garten-Kerbel (Anthriscus cerefolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Hoffm.): Er hat eine weite natürliche Verbreitung in Europa, Vorderasien und im Kaukasus.<ref name="GRIN" />
- Anthriscus kotschyi Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fenzl ex Boiss.: Sie kommt in Georgien und im asiatischen Teil der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />
- Anthriscus lamprocarpus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss.: Sie kommt im südöstlichen Mittelmeerraum vor, in der Türkei, in Syrien im Libanon, in Jordanien und in Israel.<ref name="Euro+Med" />
- Glänzender Kerbel oder Glanz-Kerbel (Anthriscus nitidus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Wahlenb.) Haszl., Syn.: Chaerophyllum nitidum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wahlenb., Anthriscus alpestris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wimm. & Grab.): Er ist in Europa weitverbreitet.<ref name="Euro+Med" /> Er kommt vor in Frankreich, Deutschland, Tschechien, Schweiz, Österreich, Ungarn, Polen, Slowakei, Lettland, Ukraine, Kroatien, Slowenien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Griechenland, Bulgarien und Rumänien.<ref name="Euro+Med" />
- Anthriscus ruprechtii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss.: Sie kommt in Transkaukasien (Aserbaidschan, Armenien, Georgien) und im asiatischen Teil der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />
- Anthriscus schmalhausenii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Koso-Pol.: Sie kommt in Georgien vor.<ref name="Euro+Med" />
- Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Hoffm., Syn.: Chaerophyllum sylvestre Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Anthriscus sylvestris var. aemulus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Woronow): Es gibt einige Unterarten. Er ist weitverbreitet in Europa, Afrika, sowie in Asien (nördliches Indien, Kaschmir, Pakistan, Nepal, China, Korea, Japan, Russland<ref name="FoC" />).<ref name="GRIN" />
- Anthriscus tenerrimus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss. & Spruner: Sie kommt nur in der griechischen Ägäis und im asiatischen Teil der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />
- Anthriscus velutinus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sommier & Levier: Sie kommt nur im nördlichen Kaukasus vor.<ref name="Euro+Med" />
Nutzung[Bearbeiten]
Am häufigsten wird die Kulturform des Echten Kerbels oder Garten-Kerbels (Anthriscus cerefolium; ältere lateinische Bezeichnungen für Kerbel waren chaerefolium, cherefolium und cerefolium<ref>Vgl. etwa Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 139 („Cherefolium: Chaerefolium, Cerefolium Sch. u. Th., Gartenkerbel“).</ref>) genutzt. Seine rohen, frischen Blätter werden vielseitig als Gewürz verwendet.<ref name="PFAF" /> Auch vom Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) werden die Blätter roh oder gegart gegessen. Auch die Pfahlwurzeln von Anthriscus sylvestris, vielleicht auch von Anthriscus cerefolium, können gegart gegessen werden.<ref name="PFAF" />
Die medizinischen Wirkungen von Anthriscus cerefolium wurden untersucht.<ref name="PFAF" />
Aus den grünen Pflanzenteilen von Anthriscus sylvestris lässt sich ein grüner Farbstoff gewinnen, der jedoch nicht sehr haltbar ist.<ref name="PFAF" />
Quellen[Bearbeiten]
- She Menglan (佘孟兰), John F. M. Cannon, Mark F. Watson: Anthriscus, S. 26 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 14 – Apiaceae through Ericaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2005. ISBN 1-930723-41-5 (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="PFAF"> Einträge zu Anthriscus bei Plants For A Future, abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Anthriscus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoP"> Anthriscus bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum Eugene Nasir: Flora of West Pakistan. 20. Umbelliferae. Stewart Herbarium, Gordon College (u. a.), Rawalpindi 1972. </ref> <ref name="FoC"> She Menglan (佘孟兰), John F. M. Cannon, Mark F. Watson: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 14 - Apiaceae through Ericaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2005, ISBN 1-930723-41-5. Anthriscus, S. 26 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="JepsonEFlora"> Lincoln Constance, Margriet Wetherwax: Datenblatt Anthriscus bei Jepson eFlora, 2012. </ref> <ref name="SynPla"> Christian Hendrik Persoon: Synopsis Plantarum. Band 1. Paris 1805, S. 320 (Online – Erstveröffentlichung von Anthriscus eingescannt bei Biodiversity Heritage Library). </ref> <ref name="Euro+Med"> Ralf Hand: Apiaceae, Details for: Anthriscus. In: The Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin-Dahlem, Januar 2011, abgerufen am 16. Mai 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="spalikdownie2001"> </ref> <ref name="Wojewódzka2019Scandiceae"> Aneta Wojewódzka, Jakub Baczyński, Łukasz Banasiak, Stephen R. Downie, Agnieszka Czarnocka‑Cieciura,· Michał Gierek1, Kamil Frankiewicz, Krzysztof Spalik: Evolutionary shifts in fruit dispersal syndromes in Apiaceae tribe Scandiceae. In: Plant Systematics and Evolution. Band 305, Supplement 2, Mai 2019, 401–414. doi:10.1007/s00606-019-01579-1 </ref> </references>
Weiterführende Literatur[Bearbeiten]
- Hansjörg Küster: Kleine Kulturgeschichte der Gewürze. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1997, ISBN 3-406-42025-7.
- John Francis Michael Cannon: Anthriscus. In: