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Ketene

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Ketene
Allgemeine Struktur
Allgemeine Struktur
Struktur der Stammverbindung Keten
Struktur der
Stammverbindung Keten

Ketene (Betonung auf der zweiten Silbe: Ketene) sind eine Gruppe organischer Verbindungen mit der allgemeinen Formel RR'C=C=O. R und R' können beliebige Reste sein. Ethenon (=Keten) ist der einfachste Vertreter dieser Stoffgruppe mit der Formel H2C=C=O. Ketene sind sehr reaktiv, fast alle dimerisieren sofort zum entsprechenden Diketen. Ketene sind formal innere Anhydride der entsprechenden Carbonsäuren.

Geschichte[Bearbeiten]

Ketene wurden zuerst von Hermann Staudinger 1905 in Form von Diphenylketen entdeckt (Umsetzung von <math>\alpha</math>-Chlordiphenylacetylchlorid mit Zink) und systematisch untersucht.<ref>Staudinger, Ketene, eine neue Körperklasse. Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, Band 38, 1905, S. 1735–1739.</ref> Inspiriert war er von den ersten Beispielen reaktiver organischer Zwischenprodukte und stabiler Radikale, die Moses Gomberg 1900 entdeckte (Verbindungen mit Triphenylmethylgruppe). Staudinger fand mit den Ketenen eine neue derartige Stoffklasse.<ref>Thomas T. Tidwell, The first century of Ketenes (1905-2005): the birth of a family of reactive intermediates, Angewandte Chemie, Int. Edition, Band 44, 2005, S. 5778–5785.</ref>

Herstellung[Bearbeiten]

Industriell erzeugt man Keten durch katalytische Hochtemperatur-Pyrolyse von Aceton oder Essigsäure bei 700 °C.

<math>\mathrm{CH_3COCH_3 \ \xrightarrow{700^{\circ}C} \ H_2C{=}C{=}O \ + \ CH_4}</math>
Ketensynthese durch Pyrolyse von Aceton. Als Nebenprodukt entsteht Methan.

Allgemein sind Ketene durch Umsetzung von Carbonsäurehalogeniden, die mindestens einen α-ständigen Wasserstoff tragen, mit Basen wie Triethylamin in situ zugänglich:<ref name="Hauptmann">Siegfried Hauptmann: Organische Chemie, 2. Auflage, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig, 1985, S. 410, ISBN 3-342-00280-8.</ref>

Synthese von Ketenen

Ketene können auch durch eine Wolff-Umlagerung entstehen.

Reaktionen[Bearbeiten]

Ketene sind durch ihre kumulierten Doppelbindungen sehr reaktionsfreudig.<ref name=":1">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Bildung von Carbonsäureestern[Bearbeiten]

Durch Reaktion mit Alkoholen entstehen Carbonsäureester:

Datei:Ketene Reaktion1 V1.svg

Bildung von Carbonsäureanhydrid[Bearbeiten]

Ein Keten reagiert mit einer Carbonsäure zu einem Carbonsäureanhydrid:

Datei:Ketene Reaktion2 V1.svg

Bildung von Carbonsäureamiden[Bearbeiten]

Ketene reagieren mit Ammoniak zu primären Carbonsäureamiden:

Datei:Ketene Reaktion3 V1.svg

Bei der Reaktion von Ketenen mit primären Aminen entstehen sekundäre Amide:

Datei:Ketene Reaktion5 V1.svg

Ketene reagieren mit sekundären Aminen zu tertiären Amiden:

Datei:Ketene Reaktion4 V1.svg

Hydrolyse[Bearbeiten]

Durch Reaktion mit Wasser entstehen aus Ketenen Carbonsäuren:

Datei:Ketene Reaktion6 V1.svg

Bildung von Enolacetaten[Bearbeiten]

Mit enolisierbaren Carbonylverbindungen entstehen aus Ketenen Enolacetate. Das folgende Beispiel zeigt die Reaktion von Ethenon mit Aceton unter Bildung eines Propen-2-yl-acetats:

Datei:Ketene Reaktion7 V3.svg

Dimerisierung[Bearbeiten]

Bei Raumtemperatur dimerisiert Keten schnell zu Diketen, kann jedoch durch Erhitzen wiedergewonnen werden:

Datei:Ketene Reaktion8 V1.svg

[2+2]-Cycloaddition[Bearbeiten]

Ketene können u. a. mit Alkenen, Carbonylverbindungen, Carbodiimiden und mit Iminen unter [2+2]-Cycloaddition reagieren. Das Beispiel zeigt die Synthese eines β-Lactams durch die Reaktion von einem Keten mit einem Imin (Siehe Staudinger-Synthese):<ref name=":2">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref><ref name=":3">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Datei:Staudinger-Synthese ÜV6.svg

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ketene – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />