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Kinesias

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Kinesias ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) aus Athen war ein griechischer Dithyrambendichter im letzten Viertel des 5. und zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr., der auch politisch aktiv war.

Kinesias war der Sohn des Meles, der ein wenig herausragender Kitharöde<ref>Platon, Gorgias 502 a; Pherekrates nennt ihn in den Agrioi (PCG 7, Frg. 6) hingegen den denkbar schlechtesten Kitharöden: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).</ref> und angeblich einer der Hermenfrevler, den Hermokopiden, war,<ref>Scholion zu Aristophanes, Die Vögel 766.</ref> was wohl auf Verwechslung mit dem Hermokopiden Meletos<ref>Zu diesem vgl. Andokides 1, 12.13.35.63; Konrad Kinzl: Meletos 1. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 3, Stuttgart 1969, Sp. 1173.</ref> basiert. Er stammte aus dem attischen Demos Paionidai der Phyle Leontis.<ref>Aristophanes, Lysistrata 852.</ref> Kinesias war Dithyrambendichter<ref>Aristophanes, Die Vögel 1388; Plutarch, De gloria Atheniensium 5,1 (= Moralia 348 b); Harpokration s. v. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); Suda, Stichwort {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Adler-Nummer: kappa 1639, Suda-Online; als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Dichter von Chorliedern) charakterisiert bei Philodemos, peri eusebeias 52, Plutarch, De superstitione 10,1 (= Moralia 170a).</ref> und Kykliodidaskalos ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), also Unterweiser der fünfzig Mitglieder eines Chores in den kyklioi choroi, den vom Chor aufgeführten Rundtänzen.<ref>Aristophanes, Die Vögel 1403.</ref> In dieser Eigenschaft, als Lehrer, scheint er Anfang des 4. Jahrhunderts v. Chr. auch einen Sieg in einem kyklischen Agon errungen zu haben, da sein Name in einem dahingehend zu deutenden Inschriftenfragment erscheint.<ref>Inscriptiones Graecae (IG) II² 3028.</ref> Darüber hinaus trat er als Komponist einer Pyrrhiche, eines Waffentanzes, hervor.<ref>Aristophanes, Die Frösche 152 f.</ref>

Kinesias war der einzige aus Athen stammende Dithyrambendichter und ein Vertreter der Neuen Musik, die zu seiner Zeit heftig umstritten war. Wie seine Mitstreiter wurde auch er seitens der Komödiendichter heftig angegriffen, was sich in zahlreichen Verspottungen durch Aristophanes und andere Dichter der Alten Komödie wie den Komiker Platon niederschlug. Strattis widmete ihm ein eigenes Stück Kinesias und im Cheiron, einer Komödie unbestimmter Zeitstellung, die möglicherweise dem Pherekrates zuzuweisen ist, wird ihm der Tonartwechsel innerhalb der Strophen vorgeworfen und die personifizierte Musik beschwert sich, er habe sie zugrunde gerichtet.<ref>Pherekrates Fragment 155 in PCG 7.</ref> Zudem hat er als Vertreter der Neuen Musik strophenfreie rhythmische Motive, sogenannte Anabolai, in seine Musik eingebaut,<ref>Aristophanes, Die Vögel 1383–1385.</ref> eine Neuerung, die als erstes von Melanippides in die Musik des Dithyrambos eingeführt wurde. Der Philosoph Platon kritisierte die moralisierende Haltung seiner Texte.<ref>Platon, Gorgias 502 a.</ref> Von seiner Dichtung ist kein Vers erhalten, obwohl er als der bedeutendste attische Lyriker galt. Lediglich von einem Dithyrambos ist der Titel bekannt: Asklepios ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)),<ref>Philodemos, peri eusebeias 52.</ref> möglicherweise mit der Einführung des Asklepioskultes als athenischen Staatskult 420 v. Chr. zu verbinden.<ref>Wilhelm Schmid: Die klassische Periode der griechischen Literatur. Zweite Auflage. C. H. Beck, München 1980, S. 497 Anm. 1.</ref>

Um 400 v. Chr. trat Kinesias als aktiver Politiker und Buleutes in Erscheinung, als er beantragte, die Aufwendungen für die komischen Chorpartien zu beschränken.<ref>Scholion zu Aristophanes, Die Vögel 153. 404; ob diesem Antrag gefolgt wurde, ist unbekannt.</ref> Dies mag der Anlass für Strattis gewesen sein, ihn einen „Chormörder“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) zu nennen.<ref>Strattis Fragment 16 in PCG 7; Heinz-Günther Nesselrath: Die attische Mittlere Komödie. Ihre Stellung in der antiken Literaturkritik und Literaturgeschichte (=Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte. Band 36). Berlin/New York 1990, S. 249 f. Anm. 21 führt den Begriff „Chormörder“ hingegen auf die Anforderungen zurück, die Kinesias einem Chor mit seiner Musik abverlangte.</ref> Im Jahr 394/393 v. Chr. unterstützte Kinesias den Antrag des Androsthenes, den Tyrannen Dionysios I. von Syrakus samt einigen Angehörigen nach dem Sieg über die Karthager zu ehren.<ref>IG II² 18.</ref> In zwei Prozessen zählte Kinesias zu den Anklägern und wurde von dem als Verteidiger auftretenden Lysias der Asebie und der Mitgliedschaft im Verein der Kakodaimonistai ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), „Anhänger des bösen Daimon“) beschuldigt.<ref>Lysias, Reden 21, 20 mit dem Fragment aus Athenaios, Deipnosophistai 551D.</ref>

Laut Lysias war es die Asebie, für die die Götter Kinesias mit körperlichen Leiden bestraften. Er galt seinen Zeitgenossen als hager, schwindsüchtig und hautkrank, weichlich und mit abnormen Beinen versehen, von ganz entsetzlichem körperlichen Zustand, ein lebender Leichnam.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Maas: Kinesias. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XI,1, Stuttgart 1921, Sp. 479–481 (Digitalisat).
  • Wilhelm Schmid: Die klassische Periode der griechischen Literatur. Teil 1, Band 4: Die griechische Literatur zur Zeit der attischen Hegemonie nach dem Eingreifen der Sophistik. 2. Hälfte, Abschnitt 1 (= Handbuch der Altertumswissenschaft. Abteilung 7). Zweite Auflage. C. H. Beck, München 1980, ISBN 3-406-01382-1, S. 495–497.

Anmerkungen[Bearbeiten]

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