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Kirowwerk

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OAO Kirowski sawod

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Kirovsky Zavod Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1789
Sitz Sankt Petersburg, Russland
Leitung Georgi Petrowitsch Semenenko
Branche Maschinenbau, Militärtechnik
Website www.kzgroup.ru
Datei:Spb 06-2017 img26 Kirov Plant.jpg
Luftaufnahme des Kirowwerks

Das Kirowwerk (auch Kirowfabrik oder Leningrader Kirowwerk, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Transkription: OAO Kirowski sawod (LKZ)) ist ein russischer Maschinenbaukonzern mit Sitz in Sankt Petersburg. Es wurde 1789 als Gießerei für Kanonenkugeln gegründet und steht seit 1801 an seinem heutigen Standort.

In Deutschland ist das Unternehmen insbesondere bekannt für den Umstand, dass hier 1917 die russische Februarrevolution begann und für die von ihm später produzierten Großtraktoren der Kirowez-Modellreihe, die ab den 1960er-Jahren in großen Stückzahlen in die Deutsche Demokratische Republik importiert wurden.

Geschichte[Bearbeiten]

Putilowski Sawod[Bearbeiten]

Im Jahr 1868 kaufte Nikolai Putilow das Werk und benannte es in Putilowski Sawod (Putilowwerk) um. Anfangs wurden dort Schienenfahrzeuge hergestellt. Einen ersten Boom erlebten die Werke in den 1890er-Jahren mit der zunehmenden Industrialisierung Russlands; die Aufträge vervierfachten sich in einem Jahrzehnt und erreichten 12.400 im Jahre 1900. Die Fabrik stellte vorwiegend Güter für den Staat und die Eisenbahn her, was mehr als die Hälfte ihrer Produktion ausmachte. Ab 1900 wurden dort auch Geschütze gebaut, wodurch das Putilowwerk zu einem der wichtigsten Lieferanten der Armee neben den staatlichen Arsenalen sowie dem Obuchow-Werk wurde. Im Zuge der Rüstungsexpansion des zaristischen Russlands errichteten die Eigentümer im Jahr 1910 mit finanzieller und technischer Beteiligung der deutschen Werft Blohm&Voss einen Schiffsbaustandort an der Newa – die Putilow-Werft, um am lukrativen Marinegeschäft teilzuhaben. Die Werft erhielt 1912 Aufträge für acht Boote der kampfstarken Leitenant-Iljin-Klasse der Marine, von denen bis 1917 drei und bis 1928 weitere zwei – unterbrochen durch Revolutionswirren, Bürgerkrieg und Kriegskommunismus – fertiggestellt werden konnten. Durch den Ersten Weltkrieg wuchs die Fabrik bis 1917 zu einem riesigen Unternehmen, dem bei Weitem größten in Sankt Petersburg.

Politischer Aktivismus[Bearbeiten]

Im Februar 1917 setzten Streiks in der Fabrik eine Reihe von Ereignissen in Gang, die letztlich zur Februarrevolution führten.

Sawod Krasny Putilowez[Bearbeiten]

Nach der Oktoberrevolution wurde das Werk in Sawod Krasny Putilowez (Werk Roter Putilow) umbenannt und wurde für die Herstellung der ersten sowjetischen Traktoren bekannt. Der Fordson-Putilowez basierte auf dem US-amerikanischen Fordson Model F. Zwischen 1933 und 1934 stellte das Unternehmen Automobile her.<ref name="auto" /> Der Markenname lautete L 1. Die Limousine bot Platz für sechs Personen und ähnelte einem Modell von Buick. Ein Achtzylindermotor mit 5750 cm³ Hubraum und 105 PS Leistung trieb das Fahrzeug an. Der Radstand betrug 338 cm.

Kirowwerk[Bearbeiten]

Zu Ehren des ermordeten Leningrader Parteiführers Sergei Mironowitsch Kirow wurde das Werk 1934 in Kirowwerk Nr. 100 umbenannt, wobei die Ordnungsnummer anzeigt, dass es sich zeitgleich um einen Rüstungsbetrieb handelte. Ab 1938 begann das „Sonderkonstruktionsbüro Nr. 2“ (OKB 2) des Kirowwerks mit der Projektion der Panzer der KW-Serie. Diese wurde anschließend dort und auch im Tscheljabinsker Traktorenwerk in Serie gefertigt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden ebenso Panzer vom Typ T-34 gebaut.

1959 hatte Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow die USA besucht. Dort beeindruckten ihn die Großtraktoren von John Deere. Daraufhin wurde den Kirowwerken der Auftrag erteilt, ähnliche Großtraktoren für die sowjetische Landwirtschaft zu entwickeln. 1962 wurde der erste Großtraktor unter der Bezeichnung Kirowez vorgestellt.<ref name="53years">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Kirovets tractor family celebrates 53 years, auf www.kzgroup.ru (Memento vom 19. Januar 2019 im Internet Archive), abgerufen am 18. September 2015</ref> In der Sowjetunion und innerhalb des RGW waren die Traktoren des Typs K-700 in der Großraumlandwirtschaft flächendeckend vertreten. Die Maschinen wurden bis Mitte der 1970er-Jahre zum K-700A und K-701 weiterentwickelt, später folgten auch Baumaschinen auf dieser Plattform.<ref name="Historie">Werkshistorie auf der Herstellerwebsite (russisch)</ref> Im Jahre 1989 wurde der 400.000. Kirowez-Traktor produziert.<ref name="53years" />

Nach dem Zerfall der Sowjetunion entwickelte man eine neue Schleppergeneration, die 1995 mit den Modellen K-734 und K-744 in die Serienfertigung ging. Fünf Jahre später begann die Fertigung des K-744R, 2001 endete nach mehr als 25 Jahren die Fertigung der zweiten Fahrzeuggeneration rund um den K-700A. Seit etwa 2004 entsteht im Kirowwerk das gepanzerte Dartz Kombat T-98 Luxury Armored Vehicle, ein Fahrzeug ähnlich dem Hummer. Seit 2009 wird der landwirtschaftliche Traktor K-9000 gebaut.<ref name="Historie" />

Die Fahrzeuge der Marke Kirowez werden heute international als Kirovets vertrieben,<ref>Deutsche Herstellerwebsite</ref><ref>Englische Herstellerwebsite</ref> im russischen Sprachraum jedoch als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).<ref>Russische Herstellerwebsite</ref> Das Zweigwerk, welches die Traktoren produziert, firmiert als Aktiengesellschaft {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Peterburgski Traktorny Sawod, Petersburger Traktorenwerk), kurz {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).<ref>Unternehmensprofil auf der russischen Website des Herstellers (russisch)</ref>

Das Kirowwerk wird manchmal mit einer anderen Rüstungsfabrik in St. Petersburg – der Fabrik Nr. 185 (S. M. Kirow) (OKMO), dem ehemaligen Obuchow-Werk – verwechselt, welches ebenfalls nach Kirow benannt wurde.

Unternehmensteile[Bearbeiten]

Die nachfolgende Liste ist nicht vollständig und stellt nur die wichtigsten Unternehmensteile dar.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Verschiedene Unternehmensteile auf der unternehmenseigenen Webseite (Memento vom 24. September 2016 im Internet Archive) (russisch)</ref>

  • Metallurgitscheski Sawod „Petrostal“, Stahlwerk und Metallurgie
  • Russkije Kusnetschnyje Sawody, Schmiede- und Presswerke in Tscheljabinsk
  • Peterburgski Traktorny Sawod, Traktoren- und Baumaschinenwerk in St. Petersburg
  • Sawod Kirow-Energomasch, produziert Bauteile für Atomkraftwerke

Weiterhin wurde 2013 der deutsche Bushersteller Göppel übernommen.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Petersburger Kirowwerke kaufen deutschen Autobusbauer (Memento vom 25. April 2013 im Internet Archive), abgerufen am 18. September 2015</ref> Dieser ging allerdings 2014 erneut in die Insolvenz.

Galeriebilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Gatrell: Government, Industry, and Rearmament in Russia, 1900–1914: The Last Argument of Tsarism. Cambridge University Press 1994, ISBN 0-521-46619-9.
  • Vladimir Brovkin: Workers Unrest and the Bolshevik Response in 1919. in: Slavic Review. Band 49, Ausgabe 3 (Herbst 1990), S. 358–361.
  • Kai L. Bremer, J. L. Melzian: Von AMO bis ZIS. Sowjetische Personenwagen und ihre Geschichte. In: Automobil- und Motorrad-Chronik, Ausgabe 2/1981, S. 9–14.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Kirowwerk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="auto"></ref> </references>

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