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Kirschapfel

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Kirsch-Apfel
Datei:Malus-baccata.JPG

Kirsch-Apfel (Malus baccata)

Systematik
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Pyreae
Untertribus: Kernobstgewächse (Pyrinae)
Gattung: Äpfel (Malus)
Art: Kirsch-Apfel
Wissenschaftlicher Name
Malus baccata
(L.) Borkh.

Der Kirsch-Apfel (Malus baccata), auch als Beeren-Apfel bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Äpfel (Malus) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die drei Varietäten sind in Asien weitverbreitet.<ref name="Li2022" />

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:MalusBaccataTrunk.jpg
Borke
Datei:Beerenapfel (Löhehaus, Neuendettelsau) 20250420 163240.jpg
Blütenknospen und Blüten in unterschiedlichen Stadien der Anthese
Datei:Malus-baccata.JPG
Zweig mit gestielten, einfachen Laubblättern und Früchten
Datei:Addisonia - colored illustrations and popular descriptions of plants (1916-(1964)) (16771708381).jpg
Illustration in Addisonia - colored illustrations and popular descriptions of plants

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Kirsch-Apfel wächst als laubabwerfender Baum<ref name="FoNA2015" /> oder manchmal als großer Strauch, der Wuchshöhen von 10 bis 14 Metern und Stammdurchmesser von 5 bis 30 Zentimetern erreicht.<ref name="FoNA2015" /><ref name="FoC2003" /> Die dunkel-graue Borke blättert in plattenartigen Schuppen ab. Die Äste sind überhändend oder hängend.<ref name="FoC2003" /> Die Rinde der stielrunden Zweige ist anfangs rötlich-orangefarben und kahl;<ref name="FoNA2015" /> später ist sie rötlich-braun.<ref name="FoNA2015" /><ref name="FoC2003" /> Die blütentragenden Kurztriebe bekommen 3 bis 10, selten bis zu 25 Millimeter lange Sporne.<ref name="FoNA2015" /> Die rötlich-braunen Knospen sind bei einer Länge von 3 bis 4 Millimetern eiförmig und die Ränder der Knospenschuppen sind wollig behaart.<ref name="FoNA2015" /><ref name="FoC2003" />

Die Laubblätter sind in der Blattknospe zusammengerollt.<ref name="FoNA2015" /> Die früh abfallenden oder manchmal haltbaren, häutigen Nebenblätter sind bei einer Länge von etwa 3 Millimetern meist lanzettlich, manchmal fadenförmig mit zugespitztem oberen Ende<ref name="FoNA2015" /> und ihr Rand ist glatt oder besitzt drüsige Zähne.<ref name="FoC2003" /> Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel sowie -spreite gegliedert. Der anfangs mit einigen Drüsen besetzt und flaumig behaarte später kahle Blattstiel ist 20 bis 50 Millimeter lang.<ref name="FoNA2015" /><ref name="FoC2003" /> Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 8 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 3,5 Zentimetern elliptisch oder eiförmig mit keilförmiger oder gerundeter Basis und lang-zuspitzem oder manchmal geschwänztem oberen Ende. Der Blattrand ist gesägt.<ref name="FoNA2015" /><ref name="FoC2003" /> Beide Blattseiten anfangs schwach flaumig behaart, aber schon bald kahl.<ref name="FoNA2015" /><ref name="FoC2003" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Es sind keine Blütenstandsschäfte vorhanden.<ref name="FoNA2015" /> Am Ende der Zweige befinden sich die bei einem Durchmesser von 5 bis 7 Zentimetern schirmrispigen Blütenstände, die nur vier bis sechs Blüten enthalten.<ref name="FoC2003" /> Die früh abfallenden Tragblätter sind häutig, kahl, linealisch-lanzettlich mit zugespitztem oberen Ende und mit drüsig gezähnten Rand.<ref name="FoC2003" /> Der 1,5 bis 4 Zentimeter lange und schlanke Blütenstiel ist kahl.<ref name="FoC2003" />

Die Blüten duften nicht. Die zwittrige Blüte ist bei einem Durchmesser von 3 bis 3,5 Zentimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.<ref name="FoNA2015" /><ref name="FoC2003" /> Der Blütenbecher (Hypanthium) ist kahl<ref name="FoNA2015" /> und glockenförmig.<ref name="FoC2003" /> Die fünf ganzrandigen Kelchblätter sind bei einer Länge von 5 bis 7 Millimetern länger als der Blütenbecher und lanzettlich mit lang zugespitztem oberen Ende und innen wollig behaart sowie außen kahl.<ref name="FoC2003" /> Die fünf weißen Kronblätter sind bei einer Länge von 2 bis 2,5 Zentimetern verkehrt-eiförmig mit einem stumpf-gerundetem oberen Ende und kurz genagelt.<ref name="FoNA2015" /><ref name="FoC2003" /> Die 15 bis 20 Staubblätter sind ungleich und sind mit 7 bis 9 Millimetern etwa halb so lang wie die Kronblätter.<ref name="FoC2003" /> Die Steubbeutel sind, bevor sie sich öffnen, gelb.<ref name="FoNA2015" /> Es sind vier oder fünf unterständige Fruchtblätter vorhanden. Jedes Fruchtblatt enthält zwei Samenanlagen.<ref name="FoC2003" /> Die vier oder meist fünf an ihrer Basis dicht zottig behaarten Griffel sind an ihrer Basis bis etwa der Hälfte ihrer Länge verwachsen und meist etwas länger als die Staubblätter.<ref name="FoNA2015" /><ref name="FoC2003" />

Der kahle Fruchtstiel ist drei bis 4 Zenimeter lang.<ref name="FoC2003" /> Die bei Fruchtreife abfallenden Kelchblätter hinterlassen am oberen Ende der Frucht jeweils eine kleine Blattnarbe.<ref name="FoC2003" /> Die bei Reife gelben bis roten Apfelfrüchte sind bei Durchmessern von 8 bis 10 Millimetern fast kugelig.<ref name="FoNA2015" /><ref name="FoC2003" /> Die Kerne sind am oberen Ende umhüllt.<ref name="FoNA2015" /> Die Samen sind hell-rötlich-braun.<ref name="FoNA2015" />

Chromosomensatz[Bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 17; es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 34 vor.<ref name="IPCN" /><ref name="FoNA2015" /><ref name="FoC2003" />

Phänologie[Bearbeiten]

In China reicht die Blütezeit von April bis Juni. Die Früchte reifen von September bis Oktober.<ref name="FoC2003" />

Subtaxa[Bearbeiten]

Nahaufnahme von weißen Blüten an einem Ast mit grünen ovalen Blättern
Blüten von Malus baccata var. mandshurica

Malus baccata var. baccata ist ein niedriger Baum mit gewölbter und überhängender Baumkrone oder auch ein großer Strauch. Die Blattknospen sind kegelförmig. Die Blattspreiten sind lanzettlich. Die Frucht ist bei einem Durchmesser von etwa 1 Zentimeter ziemlich kugelig und ist gelb mit roter Backe. Die Früchte bleiben meist bis zum Frühjahr am Baum.

Die Varietät Malus baccata var. mandschurica ist deutlich wuchsfreudiger und kann als Baum eine Wuchshöhe von etwa 15 Meter und bis zu 2 Meter Stammumfang erreichen. Die Baumkrone ist breit und dicht bezweigt. Die Blattspreiten sind breiter elliptisch. Die Blütezeit ist am frühesten von allen Malus-Arten. Die Blüten weisen einen Durchmesser von etwa 4 Zentimetern auf. Die fünf Blütenkronblätter sind reinweiß und 4 Zentimeter breit. Die bei einem Durchmesser von über 1 Zentimetern ellipsoiden Früchte färben sich schnell hochrot.

Datei:Malus baccata 'Jackii' kz01.jpg
Zweig der Sorte ‘Jackii’ mit Laubblättern und Früchten

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1767 unter den Namen Pyrus baccata in Mantissa Plantarum, Seite 75. Die Neukombination zu Malus baccata 1803 durch Moritz Balthasar Borkhausen in: Theoretisches-praktisches Handbuch der Forstbotanik und Forsttechnologie, Band 2, S. 1280.<ref name="GRIN" /><ref name="Tropicos" />

Es gibt etwa drei Varietäten:<ref name="Li2022" />

Nutzung[Bearbeiten]

Malus baccata wird besonders auf Grund der auffälligen Blüten und schönen Früchte in Parks und Gärten als Zierpflanze verwendet.<ref name="FoC2003" /> Malus baccata dient als Unterlage für anderen Malus-Arten und -Sorten.<ref name="FoC2003" />

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alan Mitchell, übersetzt und bearbeitet von Gerd Krüssmann: Die Wald- und Parkbäume Europas: Ein Bestimmungsbuch für Dendrologen und Naturfreunde. Paul Parey, Hamburg und Berlin 1975, ISBN 3-490-05918-2.b
  • M. B. Borkhausen: Theoretisches-praktisches Handbuch der Forstbotanik und Forsttechnologie, Band 2, 1803, S. 1280.
  • Jing-Chao Li, Jian-Quan Liu, Xin-Fen Gao: A revision of the genus Malus Mill. (Rosaceae). In: European Journal of Taxonomy, Volume 853, Dezember 2022, S. 1–127. doi:10.5852/ejt.2022.853.2019
  • Bin-Bin Liu, Chen Ren, Myounghai Kwak, Richard G. J. Hodel, Chao Xu, Jian He, Wen-Bin Zhou, Chien-Hsun Huang, Hong Ma, Guan-Ze Qian, De-Yuan Hong, Jun Wen: Phylogenomic conflict analyses in the apple genus Malus s.l. reveal widespread hybridization and allopolyploidy driving diversification, with insights into the complex biogeographic history in the Northern Hemisphere. In: Journal of Integrative Plant Biology, Volume 64, Issue 5, Mai 2022, S. 1020–1043. doi:10.1111/jipb.13246

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="IPCN"> Malus baccata bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Tropicos"> Malus baccata bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FoC2003"> Gu Cuizhi (Ku Tsue-chih), Stephen A. Spongberg: Malus. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 9: Pittosporaceae through Connaraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003, ISBN 1-930723-14-8, S 179. Malus baccata (Linnaeus) Borkhausen. S. 183 - textgleich onlinewie gedrucktes Week. </ref> <ref name="FoNA2015"> Elizabeth E. Dickson: Malus Miller. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 9: Magnoliophyta: Picramniaceae to Rosaceae. Oxford University Press, New York und Oxford, 2015, ISBN 978-0-19-534029-7. Malus baccata (Linnaeus) Borkhausen. - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Li2022"> Jing-Chao Li, Jian-Quan Liu, Xin-Fen Gao: A revision of the genus Malus Mill. (Rosaceae). In: European Journal of Taxonomy, Volume 853, Dezember 2022. Malus baccata (L.) Borkh. auf S. 15–23. doi:10.5852/ejt.2022.853.2019 </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Kirschapfel (Malus baccata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien