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Kirschenhardthof

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Kirschenhardthof
Gemeinde Burgstetten
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Kirschenhardthof 48° 55′ N, 9° 22′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 48° 55′ 3″ N, 9° 22′ 11″ O
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Eingemeindung: 1882
Eingemeindet nach: Erbstetten
Postleitzahl: 71576
Vorwahl: 07191
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Datei:Kirschenhardthof.JPG
Kirschenhardthof mit Glockenturm

Kirschenhardthof ist ein Weiler und seit 1882 ein Teilort Erbstettens innerhalb der Gemeinde Burgstetten im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis.

Geographie[Bearbeiten]

Der Weiler liegt auf einer Hochfläche östlich des Buchenbachtals.

Umliegende Ortschaften sind Burgstall an der Murr im Norden, Erbstetten im Nordosten, Backnang-Waldrems im Osten, Nellmersbach im Südosten, Birkachhof und Weiler zum Stein im Süden, Steinächle im Südwesten, Affalterbach im Westen sowie Wolfsölden im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Kirschenhardthof1866.jpg
Das Gemeindehaus der Tempelgesellschaft im Jahr 1866

Auf der Gemarkung des Hofes siedelten schon die Römer, verschiedene Überreste von Villa Rustica<ref>Villa Rustica, Heidenhof (Brand). In: Vicus Murrensis. 18. Februar 2025, abgerufen am 7. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Villa Rustica, Heidenhof (Birkachhof). In: Vicus Murrensis. 13. Februar 2025, abgerufen am 7. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> wurden aufgefunden. Zudem befinden sich im Wald Brand über 10 Hügelgräber<ref>Grabhügel, Heidenhof. In: Vicus Murrensis. 24. März 2025, abgerufen am 7. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Im Jahr 1245 wurde der Kirschenhardthof als Hart urkundlich erwähnt. Ursprünglich gehörte der Weiler zur reichsritterschaftlichen Herrschaft Hochberg der Herren Nothaft von Hohenberg. Aufgrund dieser ehemaligen Zugehörigkeit war der Ort bis 1882 eine Exklave des Oberamts Waiblingen umgeben vom Oberamt Marbach. Nach Auflösung der Herrschaft Hochberg im frühen 19. Jahrhundert bildete Kirschenhardthof zuerst eine eigenständige Gemeinde. 1824 wurde der Weile zur Gemeinde Hochdorf und 1828 zur Gemeinde Hochberg eingemeindet, wo er bis 1882 verblieb.<ref>Kirschenhardthof - Wohnplatz. In: LEO-BW. Abgerufen am 29. September 2021.</ref> In diesem Jahr wurde der Weiler schließlich nach Erbstetten eingemeindet und wurde damit Teil des ihn ohnehin umgebenden Marbacher Oberamts. Kirchlich war der Ort schon lange ein Filial von Erbstetten.

Eine besondere Bedeutung erlangte der kleine Ort als im Jahr 1856 die Tempelgesellschaft unter ihrem Gründer Christoph Hoffmann das Gut erwarb, um dort eine Gemeinschaftssiedlung aufzubauen. Mehrere Templerfamilien siedelten sich dort an und betrieben die dortigen landwirtschaftlichen Güter. Am 2. Juni 1856 wurde der Grundstein für das dortige erste Gemeindehaus der Religionsgemeinschaft gelegt, in dessen Versammlungssaal die verschiedenen richtungweisenden Synoden der Gemeinschaft abgehalten wurden. Auf dem Kirschenhardthof wurde auch das Siedlungsvorhaben der Templer in Palästina beschlossen und geplant. 1862 gehörten die damals 132 Einwohner Kirschenhardthofs fast ausnahmslos der Tempelgesellschaft an. 1873, als die große Masse der Anhänger bereits nach Palästina ausgewandert war, wurden die Liegenschaften auf dem Kirschenhardthof verkauft und die dortige Zentrale aufgelöst. Die Templer errichteten bei Haifa eine Zweigniederlassung mit dem Namen Neuhardthof (heute zu Haifa) als landwirtschaftliche Kolonie mit Winzereibetrieben und der großen Seifenfabrik Struve. Das ehemalige Gemeindehaus der Templer wurde später als Christliches Erholungsheim und danach bis in neueste Zeit als Altenheim genutzt. Im August des Jahres 2013 wurde das Gebäude abgerissen.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Kirschenhardthof besitzt aufgrund seiner besonderen Geschichte als ehemalige Gemeinde der Tempelgesellschaft, deren Mitglieder von der Evangelischen Landeskirche ausgeschlossen wurden, einen eigenen Friedhof. Im Nordosten des alten Ortskerns wurde um 1960 das Wohngebiet Hartweinberge und das Gewerbegebiet Hofstraße angelegt. Der Ort besitzt auch eine Pension mit einer Besenwirtschaft.

Sonstiges[Bearbeiten]

Durch den Ort verläuft der Wanderweg s’Äpple.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Christoph Hoffmann (1815–1885), evangelischer Theologe und Stifter der Tempelgesellschaft

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Ludwig: Der Kirschenhardthof. Ein kleiner Ort mit großer Geschichte. Burgstetten 2003.
  • Andreas Butz / Jakob Eisler: Vom Kirschenhardthof zum Neuhardthof am Karmelberg. Die Zentrale der Tempelgesellschaft auf dem Kirschenhardthof 1856 bis 1873. In: Backnanger Jahrbuch 32 (2024), S. 113–132.
  • Paul Sauer: Uns rief das Heilige Land. Die Tempelgesellschaft im Wandel der Zeit. Konrad Theiss, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0448-9, S. 29–45.
  • Alex Carmel ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), Die Siedlungen der württembergischen Templer in Palästina 1868–1918. Ihre lokalpolitischen und internationalen Probleme, [התיישבות הגרמנים בארץ ישראל בשלהי השלטון הטורקי: בעיותיה המדיניותהמקומיות והבינלאומיות, Jerusalem: o. V., 5730;<ref>Das Jahr 5730 ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) des jüdischen Kalenders dauerte vom 13. September 1969 bis 30. September 1970 des gregorianischen Kalenders, jeweils zum Sonnenuntergang.</ref> deutsch], Perez Leschem (Übs.), (=Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg; Reihe B, Forschungen, Band 77), Kohlhammer, Stuttgart 1973, 19972, S. 21–24, ISBN 978-3-17-016788-9, ISBN 3-17-015361-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein