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Klaus Barkowsky

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Klaus Dieter Barkowsky (* 4. Oktober 1953<ref name="eps">Versteigerungen. In: UrlaubsSpass. Abgerufen am 26. April 2023.</ref> in Hamburg; † 25. April 2023 in Hamburg-Altona-Altstadt<ref name="t-online">Rotlichtgröße Klaus Barkowsky ist gestorben. In: t-online, 25. April 2023, abgerufen am 25. April 2023.</ref>), auch bekannt als „Lamborghini-Klaus“, kurz „Lambo-Klaus“, oder „der schöne Klaus“, war ein Zuhälter auf St. Pauli und bildender Künstler in Altona.<ref>Die bösen Jungs vom Kiez (1): Klaus Barkowsky - Der »Schöne Klaus« | SPIEGEL TV. Abgerufen am 7. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":0">Manuela Freitag: Herbertstraße Kein Roman. Mein Leben als Domina. Edel Books, Hamburg 2021, S. 146 ff.</ref><ref name=":1">Thomas Hahn: Reportage: Wo Hamburg noch Kiez ist. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 17. September 2021.</ref><ref name=":2">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Klaus Barkowsky – hamburger Künstler (Memento vom 25. April 2023 im Internet Archive)</ref>

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Ausbildung zum Seemann[Bearbeiten]

Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist Barkowsky in Hamburg-Blankenese. Anschließend besuchte er als Jugendlicher die Seemannsschule in Hamburg-Finkenwerder und fuhr zwei Jahre mit einem Schulschiff zur See.<ref name="eps" /> Mit 20 Jahren arbeitete er in einer Bar auf der Reeperbahn, deren Geschäftsführer er nach ein paar Monaten wurde.<ref name="t-online" />

Einstieg in die Zuhälterei[Bearbeiten]

Datei:Hamburg-St. Pauli Eros-Center 01.jpg
Eros-Center, St. Pauli (2013)

In den 1970er Jahren fungierte Barkowsky zunächst als Poussierer im Hamburger Rotlichtmilieu, eignete sich den Nachtjargon an und stieg zu einer Kiez-Größe auf. Am Anfang mietete er drei Etablissements im Laufhaus „Eros-Center“ an, das im Jahr 1967 von Willi Bartels erbaut wurde. Er war zusammen mit Peter Töpfer einer der Gründer und Anführer der „Nutella-Bande“, einer Gruppe von Zuhältern in St. Pauli, insbesondere entlang der Herbertstraße und an der Reeperbahn. Zeitweise hatten bis zu 15 Prostituierte im Dreischichtbetrieb und an Wochenenden für ihn „angeschafft“ und wurden von ihm ausgebeutet. Das verschaffte ihm in Spitzenzeiten Einnahmen von bis zu 10.000 D-Mark täglich.<ref name=":0" /><ref name="mopo1">Jessica Kröll: Keine Maske, Hitlergruß: Kiez-Legende „Der schöne Klaus“ muss vor Gericht. In: Hamburger Morgenpost. 11. Januar 2022, abgerufen am 5. Dezember 2023.</ref> In der SPIEGEL TV-Dokumentation „Die bösen Jungs vom Kiez“ spricht Barkowsky über seinen Aufstieg und Fall als Lude.<ref>Die bösen Jungs vom Kiez (1): Klaus Barkowsky - Der »Schöne Klaus« | SPIEGEL TV. Abgerufen am 7. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Süddeutsche Zeitung charakterisierte ihn später als einen der einflussreichsten Zuhälter der Reeperbahn in den 1980er Jahren.<ref name=":1" />

Den Spitznamen „Lamborghini-Klaus“ bekam er aufgrund seiner Vorliebe für Luxuswagen dieser Marke. Angeblich soll er zu Beginn der 1970er Jahre mit seinem ersten Auto, einer Corvette, von einem Porsche 911 überholt worden sein und daraufhin ein Auto gesucht haben, mit dem er nie wieder überholt werden könne. Er kaufte zunächst bei Auto Becker einen Lamborghini Miura SV und später von Hubert Hahne einen schwarzen Lamborghini Countach LP 400.<ref>Lamborghini Countach auf St. Pauli: Die Autos der sündigen Meile. In: autobild.de. 13. August 2016, abgerufen am 4. Dezember 2023.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Zuhälter und ihre Karren: Die Autos der Sünde (Memento vom 11. September 2018 im Internet Archive), autobild.de</ref><ref>Det Mueller, Thomas Pospiech, Robert Brunner: Det Müllers Chromjuwelen: Die 100 schärfsten Schlitten aller Zeiten. Riva Verlag, München 2016, S. 126.</ref>

In Charlys Nightbar am Hamburger Berg 29 wurde er am Ostersamstag 1982 von einem österreichischen Zuhälter des Falschspiels bezichtigt und krankenhausreif angeschossen.<ref> WELT Doku: DER SCHÖNE KLAUS - Der Jahrhundert-Lude vom Kiez auf St. Pauli: Klaus Barkowsky (ab 0:45:32) auf YouTube, 8. Dezember 2024, abgerufen am 21. Juni 2025 (Teil 1; Laufzeit: 47:36). </ref> Danach stieg er aus der Zuhälterei aus. Nachdem in einem Artikel des Hamburger Abendblatts 1986 fälschlich behauptet worden war, Barkowsky sei 1982 erschossen worden,<ref>Thomas Osterkorn: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Das Ende der "Nutella"-Bande (Memento vom 20. Oktober 2018 im Internet Archive) In: Hamburger Abendblatt vom 20. Januar 1986.</ref> stellte Barkowsky dies in einer Gegendarstellung richtig, bestritt aber zugleich, Mitglied der „Nutella-Bande“ gewesen zu sein.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Gegendarstellung. (Memento vom 20. Oktober 2018 im Internet Archive) In: Hamburger Abendblatt vom 3. Februar 1986.</ref>

Vor dem Ausstieg im Jahr 1986 aus der Zuhälterei heiratete Barkowsky eine dänische Millionärin und lebte eine Zeit lang in Miami und London.<ref>Kristina Kielblock: „Luden“: Die wahre Geschichte von Klaus Barkowsky aus der Amazon-Serie. Kino.de, 10. März 2023, abgerufen am 5. Februar 2024.</ref> Im Jahr 1985 wurde seine Tochter und 1991 der erste Sohn geboren.<ref name= "klbark">Maik Brodersen: Der Ex-Lude ist jetzt ganz lieb | „Schöner Klaus“ Vater mit 56: (Die Mama ist 28 Jahre jünger). In: bild.de. 27. Januar 2010, abgerufen am 4. Dezember 2023.</ref> Barkowsky erhielt erstmals 1989 eine Haftstrafe, nachdem er ein Messerwerfen in einem Kiez-Bistro veranstaltet hatte, bei dem er mit einer Klinge eine 21-Jährige in den Rücken traf.<ref name="mopo2">Olaf Wunder: Hamburger Rotlicht-Größe: Der „Schöne Klaus“ ist tot. In: MOPO. 25. April 2023, abgerufen am 25. April 2023.</ref>

Als Künstler in Altona[Bearbeiten]

Datei:12955 Hamburger Berg 35,36,37,38.JPG
Hamburger Berg mit dem „Elbschlosskeller“ (2013)

Nach der Scheidung kehrte Barkowsky nach Altona zurück und eignete sich als Autodidakt die naive Kunst an. Er arbeitete hauptsächlich mit Acrylfarbe, Pinseln, Schabern, Kämmen, Spachtel und den Handflächen.<ref name=":2" /> Er sah seine Malerei dem abstrakten Expressionismus nah. Sein Atelier war in Eimsbüttel im „Medusa-Forum“ des Kronleuchter- und Lampen-Geschäfts in der Gärtnerstr. 48. Im Juli 2007 fand dort die erste Ausstellung von Barkowskys Kunstwerken statt. Im November 2008 lernte er bei einer Veranstaltung im Hotel Atlantic die deutsch-argentinische Fotografin Claudia Tejeda (geb. 1981) kennen, mit der er im Januar 2010, mit 56 Jahren, seinen zweiten Sohn Emiliano Antoni bekam.<ref name="klbark" /><ref>Nachlass vom „Schönen Klaus“ unterm Hammer. NDR Info, 26. Oktober 2023, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Februar 2024; abgerufen am 21. Februar 2024.</ref> 2020 gehörte er mit Tejeda zu den Mitbegründern der Künstlergruppe EWIG, mit der er 2021 an einer Wohltätigkeitsausstellung im Hansa-Theater zugunsten der Obdachlosenhilfe teilnahm.<ref>Eintritt frei: Schau’ nicht weg! – Charity-Ausstellung, Hansa Variete Theater. In: kulturlotse.de. Abgerufen am 16. September 2021.</ref> Im Januar 2022 wurde gegen Barkowsky ermittelt, weil er unter Alkoholeinfluss am 28. Mai 2021 in der Friedrichstraße und auf dem Hans-Albers-Platz den Hitlergruß gezeigt hatte.<ref name="mopo1"/> In der Verhandlung vor dem Amtsgericht gab Barkowsky zu Protokoll, dass er Schulden in Höhe von 5000 €, eine Rente von 170 € und die Grundsicherung habe. Barkowsky wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen à 30 € verurteilt.<ref>Bea Swietczok: Hamburg: Ehemalige Kiez-Größe muß sich vor Gericht verantworten… Moin.de, 12. Januar 2022, abgerufen am 29. Februar 2024.</ref>

Seit der aktiven Zeit im Milieu hatte Barkowsky mit Alkoholproblemen zu kämpfen und war zeitweise regelmäßig in der Hamburger Szenekneipe Elbschlosskeller auf dem „Hamburger Berg“ anzutreffen.<ref name=":1" /> Kokainabhängigkeit, Trunksucht, psychische Störungen, zuletzt mehrmonatige Aufenthalte im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Deprivation führten zum sozialen Abstieg. Barkowsky starb durch Suizid, am 25. April 2023<ref>Bea Swietczok: Hamburg verliert eine echte Kiez-Legende–Klaus Barkowsky ist tot. Moin.de, 26. April 2023, abgerufen am 29. Februar 2024.</ref> im Alter von 69 Jahren durch einen Balkonsturz von einem Hochhaus auf die Große Bergstraße.<ref>Maik Brodersen: Hamburgs letzter Lude ist tot. BILD, 25. April 2023, abgerufen am 10. Februar 2024.</ref><ref name="t-online" /><ref name="mopo2" /> Er hinterließ drei Kinder. Am 12. Mai 2023 fand eine Abschiedsfeier in der Fritz-Schumacher-Halle auf dem Friedhof Ohlsdorf statt. Bei der Trauerfeier sprach Kalle Schwensen.<ref>Bob Geisler, Anika Würz: Klaus Barkowsky: Hunderte trauern um letzten Luden – „Er war Kult“. In: abendblatt.de. 12. Mai 2023, abgerufen am 4. Dezember 2023.</ref> Am 24. Mai wurde dort die Urne im kleinsten Kreis bestattet. Wegen der Verbindlichkeiten schlugen die Erben die Erbschaft aus. Die erbberechtigte Mutter verstarb einige Wochen nach ihrem Sohn in einem Pflegeheim in St. Georg.

Bilder (Auswahl)[Bearbeiten]

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  • 01. Bandit, Acryl auf Leinwand, 100 × 70 cm[1]
  • 03. Kampf der Giganten, 150 cm × 120 cm
  • 04. Der schützende Helm, 70 cm × 50 cm
  • 09. Der elektrische Stuhl, Acryl auf Leinwand<ref name="barky"/>
  • Der Papagei, Acryl auf Malkarton, 56 × 76 cm[2]
  • 19. Ohne Titel, Acryl auf Leinwand, 60 cm × 60 cm<ref name="eps" />
  • 21. Der Mönch, 70 cm × 50 cm
  • Adler über den Pyramiden<ref name="eps" />
  • 23. Die drei Gesichter, 120 cm × 40 cm
  • 39. Die vier Geschwindigkeiten, 60 cm × 60 cm
  • 41. Engel mit Kind, 100 cm × 100 cm
  • 58. Fische, 56 cm × 76 cm
  • 61. Vogel, 50 cm × 70 cm
  • 64. Das Fenster, 56 cm × 76 cm
  • 78. Arabische Nächte, 56 cm × 76 cm
  • 91. Der Froschkönig 40 cm × 120 cm 2008
  • 99. Welcome Kings, 2000–2007, Acrylmischtechnik
  • 101. Große Freiheit, 100 cm × 70 cm
  • 151. Arche Noah, 100 × 140 cm, Acryl auf Leinwand<ref name= "barky">Maik Brodersen: „Schöner Klaus“ zurück aus der Suff-Hölle. In: Bild. 20. August 2020, abgerufen am 22. Januar 2024.</ref>
  • Domenica im Himmel, Acryl auf Leinwand<ref name="barky"/>
  • 135. Boxer Herbert Nürnberg, 100 cm × 80 cm
  • 141. Domenica, EroticArt-Bild, 100 cm × 120 cm
  • 149. Die Entscheidung, 100 cm × 80 cm
  • Suzaan, 100 cm × 70 cm
  • 156. Reeperbahn I, 100 cm × 80 cm
  • 100. Reeperbahn IV, 100 cm × 70 cm
  • 160. Kairo, 80 cm × 100 cm
  • 164. Auf der Reeperbahn nachts um halb eins, 140 cm × 100 cm
  • Sex und eins, 100 cm × 70 cm
  • Die eiserne Maske, 50 cm × 70 cm
  • Die Ente, 100 cm × 80 cm
  • EroticArt-Bild<ref>Klaus Barkowsky: EroticArt-Bild. Erotic Art Museum Hamburg, 8. April 2022, abgerufen am 23. Februar 2024.</ref>

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  1. 19. Juli 2007: erste Vernissage im Kronleuchter- und Lampen-Geschäft „Medusa“, Hamburg-Eimsbüttel
  2. Jan. 2009: Weinland Waterfront Hamburg-Altona
  3. Nov. – Dez. 2009: HASPA, Blutbilder – Prominente und Künstler gegen Krebs, Großer Burstah
  4. Febr. 2010: Galerie KAM (Kunsthalle am Michel)<ref name="klbark" />
  5. Aug. 2020: La Bottega, Colonnaden<ref name="barky"/>
  6. Aug. – Sept.2021: Hansa-Theater
  7. April 2022: Erotic Art Museum Hamburg<ref>Die Mission – Klaus Barkowsky. EWIG-Künstlergruppe, abgerufen am 2. Februar 2024.</ref>

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1998/99: St. Pauli Nacht (als Darsteller)
  • 2020: All the Guest Have Left (als Zwei-Pfennig-Prinz)
  • 2022: Die Paten von St. Pauli (zweiteilige Dokumentation auf Arte)<ref>Die Paten von St. Pauli auf imdb.com</ref>

Verfilmungen[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

In dem Song König der Unterwelt von HipHop-Sängerin Haiyti, der sich auf dem Album Junky von 2023 befindet und zu dem es ein offizielles Musikvideo gibt, beschäftigt sich die Rapperin mit der Person Klaus Barkowsky.

Literatur[Bearbeiten]

  • Det Müller: Det Müllers Chromjuwelen. Die 100 schärfsten Schlitten aller Zeiten. Riva Verlag, München 2016, ISBN 978-3-95971-376-4
  • Daniel Schmidt: Elbschlosskeller. Kein Roman. Edel Books, Hamburg 2019, ISBN 978-3-8419-0612-0
  • Manuela Freitag: Herbertstraße. Kein Roman. Mein Leben als Domina. Edel Books, Hamburg 2021, ISBN 978-3-8419-0743-1, S. 146 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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