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Klein Schwarzlosen

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Klein Schwarzlosen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(84)&title=Klein+Schwarzlosen 52° 30′ N, 11° 48′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(84) 52° 29′ 40″ N, 11° 47′ 32″ O
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Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 6,5 km²<ref name="HOB-12" />
Einwohner: 84 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner/km²
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Eingemeindet nach: Hüselitz
Postleitzahl: 39517
Vorwahl: 039365
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Klein Schwarzlosen (Sachsen-Anhalt)
Lage von Klein Schwarzlosen in Sachsen-Anhalt

Klein Schwarzlosen ist ein Ortsteil der Ortschaft Hüselitz der Stadt Tangerhütte im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).<ref name="Hauptsatzung" />

Geographie[Bearbeiten]

Klein Schwarzlosen, ein Straßendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt sieben Kilometer nördlich von Tangerhütte am Rand der Niederung des Flusses Tanger im Südosten der Altmark.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Südlich des Dorfes liegt der „Ziegeleiteich“, ein Biotop. Der Wasserstand des Teiches ist annähernd gleich, da er aus mehreren artesischen Quellen gespeist wird.<ref name="HP" />

Nachbarorte sind Groß Schwarzlosen im Nordwesten, Hüselitz im Nordosten und Stegelitz im Südwesten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter bis Neuzeit[Bearbeiten]

Im Jahre 1238 wurde der Ort urkundlich erstmalig erwähnt als Svartelose minus, als Graf Siegfried von Osterburg Dörfer und Besitz in der Altmark, mit denen er vorher vom St. Ludgerikloster Helmstedt belehnt worden war, dem Abt Gerhard von Werden und Helmstedt überschrieb.<ref name="Behrens 1841" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Lutken Swartelose und Swartelose aufgeführt.<ref name="Landbuch" /> 1687 hieß es Lütken Schwartzlosen.<ref name="HOB-12" />

In einer älteren Urkunde aus dem Jahre 1120 wird in einer Bestandsauflistung des Augustinerchorherrenstifts St. Lorenz in Schöningen ein Ort namens „svardelese“ benannt. Es werden „im Umkreis der Colbitz-Letzlinger Heide“ unter anderem Bellingen, Schernebeck sowie Klein- oder Groß Schwarzlosen erwähnt.<ref name="NLA WO 17 Urk">Christian Helbich: Augustinerchorherrenstift St. Lorenz in Schöningen. In: arcinsys.niedersachsen.de. Niedersächsisches Landesarchiv, Abteilung Wolfenbüttel, 2020, abgerufen am 1. Oktober 2022.</ref>

Im Jahr 1898 wurde in Klein Schwarzlosen die „I. Dampfmolkerei am Tanger“ von Mitgliedern aus den umliegenden Dörfern gegründet. 1933 wurde die Molkerei als eine der ersten auf Elektrizität umgestellt.<ref name="HP" />

Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: 25 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 600 Hektar, eine Kirchenbesitzung 38 Hektar Fläche.<ref name="HOB-12" /> Im Jahre 1953 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG Typ III „Geschwister Scholl“.<ref name="HOB-12-Hüselitz" />

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]

Heinrich Sültmann meint, der Name 1238 swartelose, 1377 swarteloze, 1540 schwartlosen, zeigt in der Endung die indogermanische Wurzel „losen“ für „Holz“ oder „Wald“ und bedeutet „Schwarzholz“.<ref name="Sültmann-1932" /><ref name="Kunstdenkmale-Stendal-2" /><ref name="Kunstdenkmale-Stendal" />

Wüstungen[Bearbeiten]

Das frühere Schwarzlosen stand wohl 1,25 Kilometer südlich vom heutigen Dorf. Dort hieß ein Flurstück „das alte Dorf“.<ref name="Zahn-Wüstungen" /> 1863 wurden beim Pflügen Reste von Mauerwerk gefunden.<ref name="JBAGV-1863-Danneil" /> 1,75 Kilometer südlich des heutigen Dorfes, südlich vom Zusammenfluss von Tanger und Dollgraben liegt eine Wiese, die „Worth“ genannt wurde. Spuren einer Siedlung sind aber nicht erkennbar.<ref name="Zahn-Wüstungen" />

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ursprünglich gehörte das Dorf Klein Schwarzlosen zum Tangermündeschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Von 1807 und 1813 lag es im Kanton Lüderitz auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörte die Gemeinde zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Klein Schwarzlosen nach Hüselitz eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" />

In einem Gebietsänderungsvertrag zwischen der Stadt Tangerhütte und allen Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Tangerhütte-Land wurde deren Eingemeindung nach Tangerhütte geregelt. Dem Vertrag stimmte der Gemeinderat Hüselitz am 11. Mai 2010 zu. Er wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und die Eingemeindung trat am 31. Mai 2010 in Kraft.<ref name="AB-SDL-Gebiet" /> So kam der Ortsteil Klein Schwarzlosen zur Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte und zur neu entstandenen Ortschaft Hüselitz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 096
1772 055
1790 168
1798 166
1801 165
1818 183
Jahr Einwohner
1840 204
1864 210
1871 215
1885 199
1892 [00]288<ref name="Zahn-1928" />
1895 208
Jahr Einwohner
1900 [00]198<ref name="Zahn-1928" />
1905 190
1910 [00]182<ref name="Zahn-1928" />
1925 197
1939 167
1946 268
Jahr Einwohner
2013 89<ref name="EW-2014" />
2014 83<ref name="EW-2014" />
2018 94<ref name="EW-2019" />
2019 92<ref name="EW-2019" />
2020 96<ref name="EW-2021" />
2021 90<ref name="EW-2021" />
Jahr Einwohner
2022 [0]85<ref name="EW-2023" />
2023 [0]84<ref name="EW-2023" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946:<ref name="HOB-12" />

Religion[Bearbeiten]

  • Die evangelische Kirchengemeinde Klein Schwarzlosen, die früher zur Pfarrei Klein-Schwarzlosen bei Demker gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Tangerhütte im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" /> Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Klein Schwarzlosen stammen aus dem Jahre 1722.<ref name="Machholz" />
  • Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Datei:Stegliitz Preussischer Rundsockelstein-03.jpg
Preußischer Rundsockelstein an der Kreuzung nach Steglitz
  • Die evangelische Dorfkirche Klein Schwarzlosen ist eine romanische Saalkirche aus Feldstein aus dem 13. Jahrhundert mit einem Westquerturm.<ref name="Dehio_I-SDL" />
  • Die Kirche steht auf dem Ortsfriedhof. Er ist von einer Feldsteinmauer umgeben. Das Kirchhofportal ist ein Backsteintor aus dem 16. Jahrhundert.<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
  • Klein Schwarzlosen wird mit einem Denkmal den Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges gedacht, einer Granitplatte auf einem Feldsteinsockel.<ref name="Denkmalprojekt" />
  • Der preußische Rundsockelstein an der Kreuzung nach Steglitz steht unter Denkmalschutz.

Sagen aus Klein Schwarzlosen[Bearbeiten]

Aus dem Dorf Klein Schwarzlosen sind viele Sagen bekannt, die der Pfarrer Alfred Pohlmann 1901 aufzeichnete, der hier geboren ist. In drei Sagen kommt der Teufel vor, ihm begegneten der Nachtwächter, der Schmied und ein Bauer. Sogar Till Eulenspiegel weilte als Knecht in Klein Schwarzlosen und in einer anderen Sage erschien der Teufel als dreibeiniger Mops.<ref name="Pohlmann-Sagen" />

Der Lehrer R. Lühe überlieferte 1908 die Sage „Der vergrabene Schatz in Klein-Schwarzlosen“.<ref name="Sagenschatz" /> Eine ähnliche Sage unter dem Titel „Der schwarze Hahn“ erzählte 1994 Hanns H. F. Schmidt nach, außerdem die Sage und Spukgeschichte „Die Toten wollen ihre Ruhe“.<ref name="Schmidt-Sagen-T2" />

Sohn des Ortes[Bearbeiten]

  • Alfred Pohlmann (1848–1927), evangelischer Geistlicher und Schriftsteller

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 279 (PDF).</ref>

<ref name="AB-SDL-Gebiet">Landkreis Stendal: Gebietsänderungsvertrag zur Bildung der neuen Stadt Tangerhütte aus allen Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft „Tangerhütte-Land“. In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 20. Jahrgang, Nr. 13, 30. Mai 2010, ZDB-ID 2665593-7, S. 183–194, §1, §7 (landkreis-stendal.de [PDF; 2,0 MB; abgerufen am 6. Januar 2021]).</ref>

<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Behrens 1841">Peter Wilhelm Behrens: Graf Siegfried von Osterburg und Altenhausen resigniert viele Dörfer und Grundstücke in der Altmark 1238. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 4. Jahresbericht, 1841, S. 51 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10013289~SZ%3D00051~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 21. Februar 2021.</ref>

<ref name="Dehio_I-SDL">Folkhard Cremer, Tillman von Stockhausen in: Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. Band I: Ute Bednarz, Folkhard Cremer u. a.: Regierungsbezirk Magdeburg. Neubearbeitung. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 480.</ref>

<ref name="Denkmalprojekt">Klein Schwarzlosen, Stadt Tangerhütte. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. Mai 2019, abgerufen am 1. Oktober 2022.</ref>

<ref name="EW-2014">Birgit Schulze: Abwärtstrend wird gebremst. In: Stendaler Volksstimme. 14. Januar 2015, S. 20.</ref>

<ref name="EW-2019">Birgit Schulze: Tangerhütte schrumpft wieder. In: Stendaler Volksstimme. 13. Januar 2020, S. 20.</ref>

<ref name="EW-2021">Birgit Schulze: Tangerhütte verliert weiter Einwohner. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 13. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 17.</ref>

<ref name="EW-2023">Birgit Schulze: So wenig Babys wie noch nie. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker (E-Paper). 13. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 18.</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="HOB-12-Hüselitz">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="HP">Ortschaften Hüselitz, Klein Schwarzlosen. In: tangerhuette.de. Abgerufen am 21. Februar 2021.</ref>

<ref name="Hauptsatzung">Stadt Tangerhütte: Hauptsatzung der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte. 15. Dezember 2020, §17 Ortschaftsverfassung (tangerhuette.de [PDF; 399 kB; abgerufen am 17. Januar 2021]).</ref>

<ref name="JBAGV-1863-Danneil">Johann Friedrich Danneil: Die Wüsten der Altmark. Fortsetzung und Schluß. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 13. Jahresbericht, 1863, S. 68, Schwarzlosen (Klein) (altmark-geschichte.de [PDF]).</ref>

<ref name="Kunstdenkmale-Stendal">Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 123–125.</ref>

<ref name="Kunstdenkmale-Stendal-2">Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 88.</ref>

<ref name="Landbuch">Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 337, 375.</ref>

<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Tangerhütte. In: ekmd.de. Abgerufen am 9. April 2023.</ref>

<ref name="Pohlmann-Sagen">Alfred Pohlmann: Sagen aus der Wiege Preußens und des Deutschen Reiches, der Altmark. Franzen & Große, Stendal 1901, S. 11–13, 40, 220–221 (archive.org).</ref>

<ref name="Sagenschatz">Lehrer R. Lühe: Altmärkischer Sagenschatz (= Lehrerverband der Altmark [Hrsg.]: Beiträge zur Volks- und Heimatkunde der Altmark. Band 2). Klinkhardt, 1908, ZDB-ID 1198714-5, S. 177–178, Der vergrabene Schatz in Klein-Schwarzlosen (archive.org).</ref>

<ref name="Schmidt-Sagen-T2">Hanns H. F. Schmidt: Das große Sagenbuch der Altmark. Teil 2 von K wie Kleinau bis Z wie Zichtau. dr. ziethen verlag, Oschersleben 1994, ISBN 3-928703-42-0, S. 136–137.</ref>

<ref name="Sültmann-1932">nach Friedrich Hoßfeld: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Stendal. In: Altmärkische Tageszeitung. Juli 1932, ZDB-ID 2511766-X, Beilage „Die Altmärkische Heimat“.</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref>

<ref name="Zahn-Wüstungen">Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 408, Nr. 484, 485 (uni-jena.de).</ref> </references>

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