Kleinnottersdorf
Kleinnottersdorf Stadt Greding
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(49)&title=Kleinnottersdorf 49° 6′ N, 11° 20′ O
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| Höhe: | 545 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 49 (12. Dez. 2024)[Ohne Beleg] | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 | |||||
| Postleitzahl: | 91171 | |||||
| Vorwahl: | 08469 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Kleinnottersdorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Greding im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Kleinnottersdorf hat eine Fläche von 4,707 km² und ist in 393 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 11978,33 m² haben.<ref>Gemarkung Kleinnottersdorf (093851). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 13. Oktober 2024.</ref> In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Viehhausen.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 13. Oktober 2024.</ref>
Lage[Bearbeiten]
Das Dorf liegt auf dem Plateau der südlichen Frankenalb, das sich zwischen dem Schwarzachtal und dem Sulztal im Naturpark Altmühltal ausdehnt, auf 545 m ü. NHN nördlich des Gemeindesitzes, der Stadt Greding. Die von Obermässing nach Kleinnottersdorf in Serpentinen heraufführende Straße, die Kreisstraße RH 28, wurde 1926 gebaut.<ref>[1] Private Obermässing-Chronik</ref> Sie führt weiter zum Nachbarort Österberg. Nördlich von Kleinnottersdorf geht von der Kreisstraße eine Gemeindeverbindungsstraße nach Viehhausen ab.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 13. Oktober 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Bei Johann Caspar Bundschuh heißt es 1801: „Es liegt dieser starke Weiler eine halbe Viertelstunde (gemeint sind Gehminuten) von Oesterberg, von Großnottersdorf aber nördlich eine halbe Stunde entfernt, gegen Kleinhebung zu, an dem sogenannten Waldbuch auf dem Osterberg, und wird Kleinnottersdorf, zum Unterschied von Großnottersdorf, letzteres insgemein auch nur Nottersdorf allein genannt.“<ref>Bundschuh III, Spalte 158</ref>
Ortsnamensdeutung[Bearbeiten]
Karl Kugler deutet den Ortsnamen Kleinnottersdorf in seiner Grundform „Nottersdorf“ als das Dorf des Nothar/Nother, des Kämpfers in der Bedrängnis/des Kampfgenossen.<ref>Karl Kugler: Erklärung von tausend Ortsnamen der Altmühlalp und ihres Umkreises. Ein Versuch. Eichstätt 1873: Verlag der Krüll’schen Buchhandlung, S. 109 (Nr. 251)</ref> Kleinnottersdorf ist nicht im Zusammenhang mit Großnottersdorf zu sehen, welches im 12. Jahrhundert Otrammesdorf und im 15. Jahrhundert „Otterstorff iezt Notterstorff“ oder auch „Oermannsstorff“ hieß, benannt nach dem Personennamen Otram.<ref>Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 45 (1930), S. 106. 92/93 (1999/2000), S. 136 f.</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Orte mit der Namensendung „-dorf“ auf der Hochfläche stehen häufig mit „-ing“-Orten im Tal im Zusammenhang, im Falle von Kleinnottersdorf mit Obermässing im Schwarzachtal. Daher dürfte von dort aus die Gründung erfolgt sein, dem Namen „Nothar/Nother“ nach um das 7./8./9. Jahrhundert.<ref>Stadt Greding: Bürgerbroschüre, SPM-Verlag 2015, S. 14</ref>
Der Eichstätter Bischof Friedrich IV. Graf von Oettingen erwarb 1398 aus der Erbmasse des Hilpolt vom Stein eine ganze Reihe von Hofstätten und Gütern, darunter auch solche von „Natersdorf“ (vermutlich Kleinnottersdorf).<ref>Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 92/93 (1999/2000), S. 129</ref> Das Dorf ist sowohl im Salbuch des eichstätt-hochstiftischen Amtes Greding von 1447, als auch im Salbuch des Oberamtes Hirschberg von 1447 verzeichnet. Um 1600 erscheint noch einmal Kleinnottersdorf als zum Amt Greding gehörend.<ref>Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 92/93 (1999/2000), S. 136 f.</ref> Ein Hof war zumindest im 15./16. Jahrhundert bayerisches Lehen; 1526 verlieh ihn Wilhelm IV., Herzog von Baiern, an Wilhelm Schenk von Geyern.<ref>Bayerische Archivinventare, Ausgaben 10–12, 1958, S. 141</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts stritten sich zwei Eichstätter Ämter, das Pflegamt Obermässing und das Richteramt Greding, um die Hochgerichtsbarkeit und um die Dorf- und Gemeindeherrschaft in Kleinnottersdorf; sie gingen 1785 den Hofrat in Eichstätt um eine Entscheidung an.<ref>Hirschmann, S. 38 f.</ref> Am Ende des Alten Reiches gehörten von den 13 Haushaltungen elf nach Obermässing (drei Höfe, fünf Köblergüter, drei Seldengüter), einer nach Greding und ein weiterer – nach Bundschuh – zur Klosterprälatur Plankstetten bzw. – nach Hirschmann – zum Pflegamt Hilpoltstein. Gepfarrt war der Ort in die Obermässinger Filialkirche St. Stephan in Österberg, wohin die Kinder ab 1903 zur Schule gingen (vorher nach Obermässing) und wo auch die Toten bestattet wurden.<ref>Bundschuh III, Spalte 158; Hirschmann, S. 118; Buchner II, S. 291</ref>
Nachdem im Zuge der Säkularisation in Bayern das Hochstift Eichstätt aufgelöst worden war, kam das Dorf Kleinnottersdorf mit dem ehemaligen Hochstift 1802 an Großherzog Erzherzog Ferdinand III. von Toskana und 1806 an das neue Königreich Bayern und dort in das Landgericht Beilngries. Hier wurde Kleinnottersdorf 1809 dem Steuerdistrikt Österberg zugewiesen, der 1811 zur Ruralgemeinde Österberg wurde. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 bildete Bayern aus Kleinnottersdorf und Viehhausen die Gemeinde Kleinnottersdorf im Landgericht und Rentamt Beilngries. 1857 wurde die Gemeinde Kleinnottersdorf mit weiteren sieben Gemeinden aus dem Landgericht Beilngries herausgenommen und in das näher liegende Landgericht Greding gegeben.<ref>Hirschmann, S. 182, 227</ref>
Einige Grundstücke in der Kleinnottersdorfer Flur gehörten 1802 zum „Reichertsgut“, einem Hof in Jettenhofen.<ref>Felix Mader: Geschichte der südlichen Seglau. (Ehem. Eichstättisches Amt Jettenhofen.) (Pfarrei Burggriesbach.) In: Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 53 (1937), S. 116</ref> 1823 zählte man in Kleinnottersdorf 98 Einwohner; zur Gemeinde gehörten noch die 45 Einwohner von Viehhausen.<ref name="Hirschmann, S. 227">Hirschmann, S. 227</ref> 1822 bestand ein zum Verkauf stehendes Gant-Anwesen von Kleinnottersdorf neben Äckern und Wiesen aus „Haus, Stadl, Backofen, Schweineställen, Brunnen, Hofraith und 1 Tagwerk Garten.“<ref>Königlich Baierisches Intelligenzblatt für den Regenkreis, Regensburg, 7. August 1822, Spalte 1023 f.</ref> 1875 zählte man in Kleinnottersdorf bei 90 Bewohnern einen Viehbestand von 14 Pferden und 100 Stück Rindvieh.<ref name="Kgl 1876">Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 1163</ref>
1950 hatte Kleinnottersdorf 16 Haushalte und aufgrund des Zuzugs von Vertriebenen und Flüchtlingen vorübergehend 102 Einwohner, das zur Gemeinde gehörende Viehhausen acht Haushalte und 57 Einwohner.<ref name="Hirschmann, S. 227"/> Im Zuge der Gebietsreform in Bayern schloss sich die Gemeinde Kleinnottersdorf am 1. Januar 1972 der Stadt Greding an.
Wasserversorgung[Bearbeiten]
Über Jahrhunderte hin war die Versorgung von Mensch und Tier mit Wasser auf der wasserarmen Albhochfläche problematisch. Ab 1911 beteiligte sich Kleinnottersdorf am Bau eines Wasserturms im nahen Viehhausen und teilte sich mit den anderen vier beteiligten Nachbardörfern die Unterbringung und Versorgung der rund 200 Arbeiter, die ständig mit dem Bau beschäftigt waren. Noch bis 1912 wurde das Grund- und Regenwasser des dörflichen Mischbrunnens für die Viehversorgung genutzt. Das Wasser für die Haushalte lieferten drei Quellen am Waldhang, deren Wasservolumen ab 1912 zum Wasserturm in Viehhausen als dem höchstgelegenen Ort der „Kleinnottersdorfer Gruppe“ gepumpt wurde.<ref>Informationstafel beim Wasserturm; [2] Quellenwanderweg auf kulturwanderungen.de</ref> Am 5. Juni 1978 wurde das Dorf an die Wasserversorgung der „Jura-Schwarzach-Thalach-Gruppe“ angeschlossen, die „Kleinnottersdorfer Gruppe“ wurde aufgelöst.
Einwohnerentwicklung (nur das Dorf)[Bearbeiten]
- 1823: 98 (15 Anwesen)<ref name="Hirschmann, S. 227"/>
- 1836: 92 (15 Anwesen)<ref>Th. D. Popp: Matrikel des Bissthumes Eichstätt. Eichstätt: Ph. Brönner 1836, S. 125</ref>
- 1840: 96 (15 Häuser, 18 katholische Familien)<ref>Eduard Vetter: Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken. Ansbach 1846, S. 53</ref>
- 1871: 90 (51 Gebäude)<ref name="Kgl 1876"/>
- 1938: 87<ref>Buchner II, S. 291</ref>
- 1950: 102 (16 Anwesen)<ref name="Hirschmann, S. 227"/>
- 1961: 72 (15 Wohngebäude)<ref>Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 796</ref>
- 1987: 68 (14 Wohngebäude, 14 Wohnungen)<ref>Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 347</ref>
- 2021: 47
- 2024: 49
Bauwerke[Bearbeiten]
Katholische Ortskapelle St. Maria[Bearbeiten]
Die Ortskapelle wurde 1868 in der Dorfmitte errichtet und 1871 benediziert.<ref>Buchner II, S. 290, 293</ref> Es handelt sich um einen verputzten Bau mit Satteldach und Dachreiter mit Zeltdach. Der Chor schließt dreiseitig ab. Auf dem Barockaltar steht eine Marienstatue mit Kind, an den Seiten sind Statuen der hl. Walburga und des hl. Sebastian angebracht.<ref>Gemeinsam unterwegs. Kirchen und Pfarreien im Landkreis Roth und in der Stadt Schwabach, Schwabach/Roth o. J. [2000], S. 80 f.</ref> Sie gilt als Baudenkmal. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Katholische Feldkapelle St. Maria[Bearbeiten]
Die ebenfalls der hl. Maria gewidmete Feldkapelle am westlichen Dorfausgang wurde 1898 erbaut. Das über dem Altar angebrachte Marienbild (mit Kind) ist von sieben Engelsköpfen auf Wolken umgeben, wobei der Engel links unten Maria eine Krone reicht. An religiösen Kleindenkmälern gab es 1938 in der Kleinnottersdorfer Flur eine gemauerte Bildsäule und drei Holzkreuze.<ref>Buchner II, S. 293</ref> Der Ort gehört zum Pfarreienverbund Greding der Diözese Eichstätt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 7. Dezember 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Der Pfarreienverbund auf der Eichstätter Bistumsseite</ref>
Wanderweg[Bearbeiten]
Es gibt einen sechs Kilometer langen Rundwanderweg Nr. 7 „Obermässing-Kleinnottersdorf-Obermässing“<ref>[3] Wegbeschreibung auf greding.de</ref> und den 19 Kilometer langen Rundwanderweg „Quellenwanderweg“, der in Kleinnottersdorf beginnt.<ref>[4] Wegbeschreibung auf kulturwanderungen.de</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Arbeitsverweigerung, Arbeitsflucht, Widerstand. Bericht über die Flucht sowjetischer Kriegsgefangener aus einem Lager in Kleinnottersdorf (Landkreis Roth), 1942. In: Herbert May (Hrsg.): Zwangsarbeit im ländlichen Franken 1939 – 1945, Bad Windsheim: Verlag Fränkisches Freilandmuseum 2008, S. 146–154 (ISBN 978-3-926834-69-0)
- Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, II. Band: Eichstätt 1938
- Johann Kaspar Bundschuh: Kleinnottersdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 158 (Digitalisat).
- Vorlage:Hirschmann Eichstätt 1959
Weblinks[Bearbeiten]
- Kleinnottersdorf. In: greding.de. Abgerufen am 13. Oktober 2024.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Kleinnottersdorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Kleinnottersdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten[Bearbeiten]
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