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Kloster auf Zeit

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Als Kloster auf Zeit wird seit 1962<ref>Emmanuel Jungclaussen: Kloster auf Zeit. In: Lexikon der Pastoral. Lexikon für Theologie und Kirche Kompakt. Band 2, 2002, Sp. 968.</ref> die Möglichkeit bezeichnet, in einem Kloster für einen Zeitraum von einigen Tagen bis hin zu einigen Wochen mit der Ordensgemeinschaft zu leben. Solche Veranstaltungen werden auch häufig unter dem Namen Einkehrtage oder Einkehrwoche(n) angeboten, da sie der inneren Einkehr dienen sollen.<ref>Auszeit im Kloster - auf der Suche nach dem Sinn. In: Die Welt, 4. Oktober 2010. Abgerufen am 2. Februar 2014.</ref>

Solche Möglichkeiten gibt es seit etwa 1980 bei einigen Frauen- und Männerorden, z. B. bei den Dominikanern und insbesondere in Benediktinerklöstern, die der Gastfreundschaft traditionell einen hohen Stellenwert einräumen. In der Benediktsregel heißt es: „Gäste sollen wie Christus aufgenommen werden.“<ref>Gast im Kloster. Website der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard. Abgerufen am 2. Februar 2014.</ref> In manchen Klöstern ist ein Konventmitglied für die geistliche Betreuung der Gäste zuständig.

Das temporäre Erleben des Klosterlebens ist zu unterscheiden vom Begriff des „Klosterurlaubs“, der im Wesentlichen dem so genannten Spirituellen Tourismus zuzuordnen ist.<ref>Melchers, Christoph B. & Moser, Patricia: Spiritueller Tourismus: Beweggründe – Formen – Pflege touristischer Marken, In: Hopfinger, Hans; Pechlaner, Harald & Schön, Silvia: Wirtschaftsfaktor Spiritualität und Tourismus: ökonomisches Potenzial der Werte- und Sinnsuche, Erich Schmidt, Berlin, 2012, S. 9ff.</ref> Allerdings kommt es hier teilweise auch zu begrifflichen Überschneidungen und Unschärfen, insbesondere im Bereich der gesundheitstouristischen Einkehr.<ref>Graf, Alexandra: Spiritualität und Gesundheitstourismus, In: Hopfinger, Hans; Pechlaner, Harald & Schön, Silvia: Wirtschaftsfaktor Spiritualität und Tourismus: ökonomisches Potenzial der Werte- und Sinnsuche, Erich Schmidt, Berlin, 2012, S. 207.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Klosterleben auf Zeit (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gastlandschaften.de. Website von Rheinland-Pfalz Tourismus. Abgerufen am 13. April 2015.</ref>

Motive[Bearbeiten]

Der häufigste Grund, eine solche Zeit der Einkehr in Anspruch zu nehmen, ist der Wunsch nach Besinnung – oft auch im Zusammenhang mit Krisen und beruflicher oder persönlicher Überlastung. In jedem Fall können das Eintauchen in einen anderen Tagesrhythmus, Zeiten der Meditation, Aufenthalte im Klostergarten, ein behutsames Gespräch oder einfach das Stundengebet oder Singen mit der Klostergemeinschaft entscheidende Impulse geben.<ref>Rebekka Buhl: Offene Türen für müde Seelen - Gestresste Menschen erleben den Alltag im Kloster und tanken bei Arbeit und Gebet auf. In: www.ekd.de. 22. Februar 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. März 2016; abgerufen am 30. Juli 2026.</ref>

Ein anderer Grund ist der Wunsch nach intensiverem Glaubensleben und die Suche nach anderen Formen des Gebets. Vereinzelt suchen auch Künstler solche Klöster auf, um in Ruhe und bei neuen Anregungen dem künftigen künstlerischen Weg näher zu kommen. Gesundheitliche Motive mag es auch geben, doch stehen sie – außer dem nach ausreichendem Schlaf und Zeit – nicht im Vordergrund. Manche Frauenklöster verbinden aber ihre Angebote für Gesundheits- und Wellnesstage mit Elementen, die dem Kloster auf Zeit teilweise entsprechen. Gerade in diesem Bereich liegen die Parallelen zum Spirituellen Tourismus.<ref>Graf, Alexandra: Spiritualität und Gesundheitstourismus, In: Hopfinger, Hans; Pechlaner, Harald & Schön, Silvia: Wirtschaftsfaktor Spiritualität und Tourismus: ökonomisches Potenzial der Werte- und Sinnsuche, Erich Schmidt, Berlin, 2012, S. 207ff.</ref>

In religiöser Hinsicht sind manchmal Ähnlichkeiten mit Exerzitien oder Glaubensseminaren möglich. Im Benediktinerstift Kremsmünster in Oberösterreich versucht man, durch die möglichst intensive Teilnahme am Klosterleben und durch Vorträge über benediktinische Spiritualität eine neue Form von Einkehrtagen anzubieten.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Möglichkeiten des Zu-Gast-Seins (Memento des Vorlage:IconExternal vom 19. Februar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/stift-kremsmuenster.net. Website des Benediktinerstifts Kremsmünster. Abgerufen am 2. Februar 2014.</ref> Auch ein neuer Blick auf die Liturgie und das Adaptieren von Ordensregeln und -erfahrungen in den eigenen Alltag kann ein Ziel sein.

Im Kloster mitarbeiten[Bearbeiten]

Einige Gemeinschaften bieten auch die Möglichkeit an, während einiger Zeit nicht nur im Kloster mitzuleben, sondern auch mitzuarbeiten. Ein Beispiel hierfür ist das Kloster Einsiedeln in der Schweiz, das jeweils im Sommer während mehrerer Wochen ein Volontariat anbietet, das sich speziell an Männer zwischen 18 und 25 richtet und auch mit spirituellen Impulsen verbunden ist.<ref>Volontariat im Kloster Einsiedeln.</ref> Dasselbe Kloster bietet mit dem Projekt „Klosterzeit“ Männern zwischen 18 und anfangs 30 die Möglichkeit, in einem Benediktinerkloster weltweit während sechs bis zwölf Monaten mitzuleben und mitzuarbeiten.<ref>Klosterzeit</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Margit Brand: Klosterzeit genießen. Zu Gast in den schönsten Klöstern Süddeutschlands, Österreichs, der Schweiz und Tschechiens. Ludwig, München 2004, ISBN 3-7787-5165-4.
  • Erhard Gorys: Zu Gast in Klöstern. DTV, München 2000, ISBN 3-423-36171-9.
  • Merten, René; Janisch-Horváth, Maria B.: Selbstfindung: zehn Tage zu Gast in der Benediktinerabtei Königsmünster. Der Andere Verlag, Uelvesbüll 2012.
  • Hopfinger, Hans; Pechlaner, Harald & Schön, Silvia: Wirtschaftsfaktor Spiritualität und Tourismus: ökonomisches Potenzial der Werte- und Sinnsuche. Erich Schmidt, Berlin 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />