Kobuk.at
| Betreiber | Kobuk - Verein für kritischen Medienkonsum |
|---|---|
| Artikel | 621 |
| Online | seit Feb. 2010 |
| (aktualisiert 2025) | |
| https://www.kobuk.at/ | |
Kobuk.at ist ein österreichisches Watchblog, das Fehler, Schleichwerbung und Kampagnenjournalismus in österreichischen Medien aufdeckt. Herausgeben wird Kobuk vom gemeinnützigen „Verein für kritischen Medienkonsum“.<ref>Impressum/Offenlegung/Datenschutz • Kobuk! In: Kobuk! Abgerufen am 3. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die meisten Artikel entstehen im Rahmen der Lehrveranstaltung des Journalisten Yilmaz Gülüm am Institut für Journalismus der FH Wien, mit der Kobuk eng kooperiert.<ref>Was ist Kobuk? In: Kobuk! Abgerufen am 3. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Gegründet wurde Kobuk.at 2010 vom Blogger und damaligen Lehrbeauftragten der Universität Wien Helge Fahrnberger<ref>Helge Fahrnberger über die Gründung von Kobuk, 5. Februar 2010, abgerufen am 12. August 2015.</ref>. Neben Studierenden publizieren auf Kobuk auch ständige Autoren wie der Blogger Hans Kirchmeyr.<ref>Autorenliste Kobuk - abgerufen am 12. August 2015.</ref>
Wesentliche Fälle[Bearbeiten]
Die Watchblogger von Kobuk wiesen beispielsweise nach, wie Kronen Zeitung und ORF in ihrer Berichterstattung über ein Tierschutzthema aus der Ukraine älteres Bildmaterial aus anderen Ländern verwendeten, ohne dieses zu deklarieren.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Kurier: Ein ukrainischer Hund, der aus Mexiko kommt ( des Vorlage:IconExternal vom 6. Februar 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., 16. Dezember 2011, abgerufen am 12. August 2015.</ref> Weiters wurde auf Kobuk aufgezeigt, wie auf Spiegel Online eine unzutreffende Geschichte über angeblich 20.000 in Irland im Zuge der Finanzkrise umherirrende Pferde erschien, die in der Folge ungeprüft von einer Vielzahl deutschsprachiger Medien übernommen wurde.<ref>Qualitätsmedien unterliegen dem Spin einer irischen NGO, 29. November 2010, abgerufen am 12. August 2015.</ref>
Im März 2026 nahm der ORF zwei Tage vor Ausstrahlung eine Dokumentation über Natascha Kampusch aus dem Programm, nachdem auf Kobuk ein Artikel erschienen war, in dem der Vorab-PR zur Dokumentation "Verletzung höchstpersönlichen Lebensbereichs" vorgeworfen worden war.<ref>ORF nimmt umstrittenes "Thema Spezial" über Natascha Kampusch "vorerst" aus dem Programm. Abgerufen am 16. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Andrea Gutschi: Neue Kampusch-Doku: ORF reißt geschützten Lebensbereich auf •. In: Kobuk! 14. März 2026, abgerufen am 16. März 2026.</ref>
Im Jahr 2015 dokumentierte Kobuk die Monate dauernde Kampagne der Salzburg-Ausgabe der Kronen Zeitung gegen eine Raumplanungsänderung, die den weiteren Ausbau von Einkaufszentren verhinderte, was jedoch nicht im Interesse eines der größten Anzeigenkunden der Zeitung war.<ref>DerStandard.at/APA: "Krone"-Kampagne gegen Salzburg für Anzeigen-Großkunden Spar, 26. April 2015, abgerufen am 12. August 2015.</ref> 2013 machte Kobuk öffentlich, wie ein kritischer Artikel über den Raiffeisen-Konzern nach einer Intervention des Verlagsleiters innerhalb weniger Stunden nach Veröffentlichung von News.at verschwand. Der Raiffeisen-Konzern besitzt Anteile an der News-Verlagsgruppe.<ref>DiePresse.com: Raiffeisen-kritischer Artikel verschwand von "News.at", 25. Juni 2013, abgerufen am 12. August 2015.</ref> Auch zeigte Kobuk, wie das Geburtsdatum von Eva Dichand, der Herausgeberin von Heute, in ihrem Wikipedia-Artikel unter Angabe eines falschen, auf Heute.at hochgeladenen Lebenslaufes um zwei Jahre jünger als zutreffend angegeben wurde.<ref>"Heute": Geänderte Wikipedia-Einträge zu "Österreich" - Kurier 12. September 2014</ref>
Im Mai 2017 wurde auf Kobuk.at eine umfangreiche Dokumentation veröffentlicht, wie österreichische Tageszeitungen die subtilen PR-Bilder von Bundeskanzler Kern und Außenminister Kurz unreflektiert übernahmen.<ref>Kobuk.at: Die Zeitungen sind voller Foto-Propaganda von Kurz und Kern, Kobuk.at, 4. Mai 2017</ref> Peter Filzmaier schrieb dazu in der Kronen Zeitung: „Die Kobuk-Medienbeobachter zeigen, wie die Beraterteams sorgfältig ausgewählte Bilder von Kurz und Kern produzieren, die Heldengeschichten transportieren und für Zeitungsleser kaum als Werbebilder erkennbar sind.“<ref>Kronen Zeitung, 21. Mai 2017, Seite 8</ref>
Gerichtsverfahren[Bearbeiten]
2018 wurde Kobuk-Gründer Helge Fahrnberger vom Boulevard-Journalisten Richard Schmitt für einen Tweet verklagt, in dem Fahrnberger auf einen Kobuk-Artikel verlinkt hatte, der einen Artikel Schmitts zur Wiener Verkehrspolitik in der Kronen Zeitung kritisiert. Im begleitenden Text hatte Fahrnberger geschrieben:
„Wenn Richard Schmitt was schreibt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht stimmt, recht hoch. Wenn's um Verkehr geht, steigt sie gegen 100%.“
Schmitt klagte Fahrnberger daraufhin wegen Ehrenbeleidigung und Kreditschädigung. Fahrnberger (rechtsvertreten durch Maria Windhager) trat den Wahrheitsbeweis an, indem er anhand von 18 Artikeln Schmitts nachwies, dass Schmitt es mit der Wahrheit tatsächlich oft nicht genau nahm. Diese Beweisführung wurde auch unter dem Titel „Die Akte Richard Schmitt“ auf Kobuk veröffentlicht.<ref>Die Akte Richard Schmitt • Kobuk! In: Kobuk! 1. September 2020, abgerufen am 3. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Gericht wies im August 2020 Schmitts Klage ab und begründete dies unter anderem damit, der Tweet sei<ref name="falter.at/20200909" /><ref>„Kobuk“-Gründer Fahrnberger gewinnt gegen Richard Schmitt. Abgerufen am 3. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> „Kritik an der tendenziösen Art der Publikationen des Klägers – die sich auch aus dem festgestellten Sachverhalt ohne Weiteres ableiten lässt – und damit als Werturteil zu sehen, das sich einer zulässigen stilistischen Übertreibung bedient“.<ref name="derstandard.at/2000127156753">Rechtshilfe-Spenden an Fahrnberger für Schmitt-Klage an Reporter ohne Grenzen. Abgerufen am 3. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Oberlandesgericht Wien bestätigte das Urteil in zweiter Instanz.<ref>OLG bestätigt: Fahrnbergers Kritik an Schmitts Berichterstattung zulässig. Abgerufen am 3. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Fahrnberger spendete die für den Prozess gesammelten Spenden in der Höhe von €12.600 in der Folge an Reporter ohne Grenzen.<ref name="derstandard.at/2000127156753" />
2013 kündigte auch Verleger Wolfgang Fellner an, Kobuk zu klagen<ref>Kobuk-Blog über "Österreich": "Zitate sind so gefallen". Abgerufen am 3. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, brachte jedoch dann keine Klage ein. Ein Jungjournalist hatte auf Kobuk von einer Ausbildungsveranstaltung in der Redaktion von Österreich berichtet, im Rahmen derer Fellner Äußerungen wie „Den Leuten von der Heute müsst’s am Besten in die Goschn hauen!“ getätigt haben soll.<ref>Mein erster (und letzter) Tag in der ÖSTERREICH-Redaktion. Abgerufen am 3. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rezeption[Bearbeiten]
Armin Thurnher bezeichnete Kobuk als „Beispiel musterhafter Aufklärung im Netz“.<ref>Falter 8/2011, "Die leisen Sohlen des lauten Wolfgang Fellner".</ref> Der WIENER schrieb über Kobuk „Was den Deutschen ihr BILDblog, ist den Österreichern KOBUK. Ein Stück selbstorganisierte Medienkontrolle. Weil man sich als Leser nicht alles gefallen lassen darf.“<ref>WIENER 12/2010, "Qualtingers Erbe".</ref> Der damalige Chefredakteur der Salzburg-Krone erklärte gegenüber der APA, mit Kritik von Kobuk konfrontiert: „Was die Plattform Kuckuck oder Kukuk oder so ähnlich bringt, interessiert mich gar nicht.“<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Wirtschaftsblatt/APA: "Wie die 'Krone' für den Handelsriesen Spar ein Bundesland unter Druck setzt" ( vom 28. April 2015 im Internet Archive) 26. April 2015, abgerufen am 12. August 2015.</ref>
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- 2010 Blog des Jahres, FM4<ref>fm4.orf.at: Act, Song, Blog, Buch, Magazin und Film des Jahres 2010, 30. Dezember 2010, abgerufen am 12. August 2015.</ref>
- 2011 Blog des Jahres, FM4<ref>fm4.orf.at: Exit Poll 2011, 28. Dezember 2010, abgerufen am 12. August 2015.</ref>
- 2011 A1 Open Society Award<ref>ots.at: A1 Open Society Awards gehen an Kobuk.at und bewusstkaufen.at, 25. Jänner 2012, abgerufen am 9. Mai 2018.</ref>
- 2014 Journalist des Jahres in der Kategorie „Aufgefallen“ (für Helge Fahrnberger, für die Arbeit an Kobuk)<ref>Der Standard/APA: Wehrschütz als "Journalist des Jahres" ausgezeichnet, 12. Februar 2015, abgerufen am 12. August 2015.</ref>
Trivia[Bearbeiten]
Der Name Kobuk.at ist eine Hommage an Helmut Qualtingers Medienstreich Kobuk.<ref>Helge Fahrnberger über die Gründung von Kobuk, 5. Februar 2010, abgerufen am 15. August 2015.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />