Kotzschbar
Kotzschbar Stadt Zwenkau
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1352)&title=Kotzschbar 51° 13′ N, 12° 20′ O
{{#coordinates:51,212765|12,328417|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Kotzschbar | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Fläche: | 2,08 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Kotzschbar, StadtZwenkau. In: GEOindex. Abgerufen im März 2026.</ref> | |||||
| Einwohner: | 1352 (1925)<ref>Kotzschbar im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 651 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1929 | |||||
| Postleitzahl: | 04442 | |||||
| Vorwahl: | 034203 | |||||
Kotzschbar ist eine Ortslage der Stadt Zwenkau im sächsischen Landkreis Leipzig. Der 1929 eingemeindete Ort ist heute kein eigener Ortsteil mehr.
Geographische Lage[Bearbeiten]
Der im Laufe der Zeit mit der Kernstadt verschmolzene Ortsteil liegt ca. 500 Meter südlich des Zwenkauer Marktes an der Pegauer Straße / Kotzschbarhöhe. Südlich grenzt die Gemarkung des seit 1929 ebenfalls zu Zwenkau gehörenden Ortes Imnitz an Kotzschbar.
Geschichte[Bearbeiten]
Kotzschbar entstand im Zuge der fortschreitenden slawischen Besiedlung in der fruchtbaren Leipziger Tieflandsbucht als Sackgassendorf mit Block- u. Streifenflur.<ref>Markus Cottin: Vorüberlegungen zu einer Siedlungsgeschichte des Westteils der Leipziger Tieflandsbucht, in: Ostsiedlung und Landesausbau in Sachsen: die Kührener Urkunde von 1154 und ihr historisches Umfeld, Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde, Band 23, Leipziger Universitätsverlag, 2008, S. 339 ff. ISBN 978-3-86583-165-1</ref> Erstmals erwähnt wurde der Ort 1403 als Koschber. Der Name ist vermutlich vom slawischen kodsch (= Wald) und bar (= Berg, Höhe) abgeleitet, was auf die Lage der Siedlung auf einer bewaldeten Höhenzunge über der Elsteraue hindeutet.<ref>Alexander Blöthner: Sagenhafte Wanderungen zu magischen Orten in Leipzig und Umgebung, Band 2, Verlag BoD, 2011, ISBN 978-3-8423-7405-8, S. 253</ref>
1472 ist in Kotzschbar ein Vorwerk erwähnt, 1548 ein Rittergut. Diesem oblag auch die Grundherrschaft über das Dorf. Ab 1564 befand sich dieses viele Jahre im Besitz der im mitteldeutschen Raum weitverzweigten Adelsfamilie von Schlegel.<ref>Neues Allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8, Verlag Voigt, 1868, S. 191</ref> Eng verbunden mit Kotzschbar war das Rittergut Imnitz, welches zeitweise als Beigut bezeichnet wurde, später jedoch Hauptsitz der Rittergutsherrschaft war. Im 19. Jahrhundert gehörten auch die Erbgerichte über Kotzschbar zum Rittergut Imnitz, während die Verwaltung und die Obergerichte dem Amt Pegau oblagen. 1856 wechselten diese zum Gerichtsamt Zwenkau. Im Zuge einer Verwaltungsreform in Sachsen kam Kotzschbar 1875 zur Amtshauptmannschaft Leipzig. Kirchlich war das Dorf ursprünglich nach Zwenkau eingepfarrt, ab 1562 gehörte es zur Kirche von Imnitz. In den 1920er Jahren kamen die Flächen des Rittergutes an das Bergbauunternehmen Aktiengesellschaft Sächsische Werke, die wenig später die östlich des Ortes gelegenen Teile davon für den Abbau von Braunkohle in Anspruch nahmen.<ref>Markus Cottin, Detlef Döring, Cathrin Friedrich: Stadtgeschichte: Jahrbuch 2009, Mitteilungen des Leipziger Geschichtsvereins, Sax-Verlag, 2012, ISBN 978-3-86729-506-2, S. 157</ref> 1929 wurde der Ort gemeinsam mit Imnitz nach Zwenkau eingemeindet.
Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1548/51 | 14 besessene Mann, 5 1/2 Hufen je 12 Acker |
| 1764 | 8 besessene Mann, 15 Häusler, 11 5/6 Hufen je 12 Acker |
| 1834 | 315 |
| 1871 | 616 |
| 1890 | 920 |
| 1910 | 1382 |
| 1925 | 1352 |
Literatur[Bearbeiten]
- Franziska Volkmann: Die ehemaligen Dörfer Kotzschbar und Imnitz, in: Zwenkauer Heimatblätter, Ausgabe 2, Heimat- und Museumsverein Zwenkau und Umgebung, 1997
- Kotzschbar. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 5. Band. Schumann, Zwickau 1818, S. 116.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Kotzschbar • Imnitz 1 • Zitzschen 3 5 • Großdalzig 5 • Rüssen-Kleinstorkwitz 6 • Löbschütz 6 • Döhlen • Rüssen • Kleinstorkwitz 6 7 • Kleindalzig • Mausitz • Tellschütz 3 4 • Bösdorfer und Eythraer Flur 9
1 seit 1929, Siedlungsflächen heute mit Stadtkern verbunden 2 seit 1. Januar 1974 3 1952–1993 zu Großdalzig 4 seit 1999, Wüstungen infolge Tagebaubetrieb 5 1973–1993 zu Großdalzig 6 seit 1. Oktober 1993 7 seit 1. Oktober 1996 8 1957–1996 zu Rüssen-Kleinstorkwitz