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Kramermarkt Oldenburg

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Datei:Kramermarkt Oldenburg Anton Günther.jpg
Graf Anton Günther an der Spitze des Festumzuges 2006
Datei:Oldenburger Kramermarktsumzug.JPG
Festumzug vor dem Kramermarkt

Der Kramermarkt ist ein jährlich stattfindendes Volksfest in Oldenburg. Der Markt beginnt meist am letzten Freitag im September oder am ersten Freitag in Oktober und endet zehn Tage später. Die Zeit, in der der Kramermarkt stattfindet, wird in Oldenburg auch Die fünfte Jahreszeit genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünge als Verkaufsmarkt[Bearbeiten]

Graf Anton Günther von Oldenburg (1583–1667) gilt durch eine Verordnung aus dem Jahre 1608 als Begründer des heutigen Kramermarkts. Am 27. September 1608, dem Gedenktag des Erzengel Michaels, wurde erstmals der sogenannte „Michaelis-Markt“ ausgerichtet. Fünf Tage lang wurden auf dem Marktplatz beim Rathaus zum Abschluss der Erntezeit die eingeholten Erträge gehandelt. Später als Krahmer-Marckt bezeichnet, waren die Marktbeschicker hauptsächlich Krämer und reisende Händler, die Waren außerhalb der Region wie Gewürze, Tabak und Porzellan anboten.<ref name=":2"></ref>

Im Jahr 1872 fiel der Markt wegen einer Bakterienruhr aus und 1834, 1866 und 1873 aufgrund der Cholera.<ref name=":2" />

Anfänge als Volksmarkt[Bearbeiten]

In den Anfängen des 19. Jahrhunderts wurde der Markt durch Schausteller und erste Fahrgeschäfte, wie Karussells erweitert. Bereits 1825 wurde erstmals ein Karussell aufgestellt. Infolgedessen wuchs der Markt immer weiter, da er vor allem auf die Landbevölkerung der umliegenden Dörfer im Oldenburger Land eine große Anziehungskraft hatte und der Stadt bedeutsame wirtschaftliche Einnahmen brachte.<ref name=":22"></ref><ref name=":1">Thomas Husmann: Stadtgeschichte Oldenburg: Ursprung des Kramermarktes lag vor dem Rathaus. In: NWZonline.de. 4. Oktober 2023, abgerufen am 22. September 2026.</ref>

Im Jahr 1842 reichte der Kramermarkt bereits vom Marktplatz über den im Jahr zuvor erschaffenen Kasinoplatz<ref></ref> bis hin zum Waffenplatz. Die Staustraße und der Stauwall kamen 1860 dazu. Die Stadtverwaltung teilte den Markt 1877 aufgrund der nun sehr großen Anzahl an Buden auf. Die Händler blieben mit ihren Waren auf dem Rathausmarkt, die Fahrgeschäfte wurden fortan auf dem Pferdemarkt aufgebaut.<ref name=":22" />

Nachdem auf dem Bremer Freimarkt 1857 erstmals Luftballons verkauft wurden, wurden sie infolgedessen auch auf dem Oldenburger Kramermarkt angeboten.<ref name=":24"></ref>

Der Kramermarkt im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Um die Jahrhundertwende um 1900 fanden auf dem Oldenburger Kramermarkt sogenannte Menschenschauen statt, bei denen Menschen mit Behinderungen gegen Eintritt zur Schau gestellt und als Attraktion präsentiert wurden.<ref name=":1" /><ref></ref>

Aufgrund des Ersten Weltkriegs fiel der Markt in den Jahren 1914 bis 1915 aus.<ref name=":22" /> Im Jahr 1926 wurde erstmals ein Autoscooter aufgebaut.<ref name=":25"></ref>

Während der Zeit des Nationalsozialismus war auch der Kramermarkt in Oldenburg von der Gleichschaltung der Schaustellerbetriebe betroffen. Spätestens ab 1935 waren Schausteller verpflichtet, sich der „Nationalsozialistischen Handels- und Gewerbe-Organisation“ (NS-HAGO) anzuschließen, die bis 1945 bestand.<ref>Unsere Geschichte. In: Oldenburger Schaustellerverband e.V. Abgerufen am 22. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Voraussetzung für die Ausübung eines Gewerbes war zudem der Nachweis der sogenannten „arischen Abstammung“. Hierzu mussten Schausteller anhand von Stammbäumen nachweisen, dass sie weder jüdisch noch Sinti oder Roma sind.<ref></ref><ref></ref>

In den Jahren des Zweiten Weltkriegs fand der Markt zwar statt, wurde aber mit einem langjährigen Tanzverbot belegt.<ref name=":23"></ref> Von 1945 bis 1962 fand der Kramermarkt auf dem Pferdemarkt statt. Aus Platzgründen wurde der Markt 1963 auf das Freigelände der Weser-Ems-Halle verlegt. Seither sind Händler und Fahrgeschäfte wieder zusammengelegt, wobei die Fahrgeschäfte den größeren Teil des Markts ausmachen.<ref name=":22" />

Der Kramermarkt findet seit 1990 an drei Sonn- und Feiertagen statt, da mit dem Tag der deutschen Einheit als Feiertag der dritte Oktober jedes Jahr in der Kramermarktszeit liegt.

Jüngere Vergangenheit[Bearbeiten]

Aufgrund der COVID-19-Pandemie musste der Kramermarkt im Jahr 2020 abgesagt werden.<ref>Kramermarkt Oldenburg I Öffnungszeiten und mehr. Stadt Oldenburg, 11. Januar 2017, abgerufen am 17. September 2020.</ref> An seiner Stelle fand der temporäre Freizeitpark „LaOLa“ vom 17. September bis zum 11. Oktober 2020 statt.<ref>Temporärer Freizeitpark „LaOLa“ startet am 17. September 2020. Stadt Oldenburg, 11. Januar 2017, abgerufen am 17. September 2020.</ref> Im Jahr 2021 musste der Kramermarkt zum zweiten Mal aufgrund der Pandemie abgesagt werden,<ref>Kramermarkt in Oldenburg fällt auch 2021 aus. ndr.de, 20. August 2021, abgerufen am 7. September 2022.</ref> eine Ersatzveranstaltung fand vom 16. September bis 10. Oktober 2021 statt.<ref>LaOLa 2.0 – Oldenburger Freizeitpark geht in die zweite Runde. oldenburger-onlinezeitung.de, 21. September 2021, abgerufen am 7. September 2022.</ref>

Der nächste reguläre Kramermarkt wurde vom 30. September bis zum 9. Oktober 2022 ausgetragen.<ref>Oldenburger Kramermarkt: Die fünfte Jahreszeit in Oldenburg. oldenburg.de, abgerufen am 7. September 2022.</ref>

Der Kramermarkt zählt mit rund 1,5 Millionen Besuchern auf dem 90.000 Quadratmeter großen Freigelände zu den zehn größten Volksfesten Deutschlands.<ref name=":3">Hauke-Christian Dittrich: Größtes Riesenrad der Welt auf Oldenburger Kramermarkt. In: NWZonline.de. 15. September 2011, abgerufen am 22. September 2026.</ref>

Verlauf[Bearbeiten]

Datei:Kramermarkt 8.JPG
Kramermarktgetümmel von oben
Datei:Kramermarkt 2.JPG
Kramermarktgetümmel von unten

Bevor der Kramermarkt überhaupt startet, kann traditionell von mehreren Orten der Stadt aus der Aufbau des Riesenrads „Mein Rad“ verfolgt werden, welches als das größte transportable Riesenrad der Welt gilt.<ref name=":3" /><ref>Anja Michaeli: Steiger-Rad: Bald geht es rund. In: Oldenburger Online Zeitung. 4. September 2014, abgerufen am 22. September 2026.</ref>

Am ersten Samstag der Veranstaltung findet mit dem Kramermarktsumzug nachmittags ein festlicher Umzug durch die Innenstadt statt, an dem sich zahlreiche lokale Vereine und Gruppen beteiligen. An der Spitze des Zuges reitet die Figur Graf Anton Günther als Begründer des Marktes voran.<ref>Patrick Buck: Kramermarkt in Oldenburg: Start des Volksfests mit Feuerwerk und Festumzug. In: NWZonline.de. 26. September 2025, abgerufen am 22. September 2026.</ref>

Früher wurde mit dem Kramermarktsumzug der Beginn des Festes eingeleitet. Seit 1992 beginnt der Markt aber schon am Freitag, die Tradition des Umzugs ist geblieben. Die Route führt durch die Innenstadt Oldenburgs bis zum Marktgelände bei der Weser-Ems-Halle. Es ist Tradition, dass der Oberbürgermeister den amtierenden Kohlkönig des Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten, meist eine Person auf der Bundespolitik, auf die Ehrentribüne einlädt. Von 2001 bis 2022 übertrug der NDR den Umzug live im Fernsehen.<ref>Der Kramermarkt in Oldenburg bisher 19 Folgen Episodenguide. imfernsehen GmbH & Co KG, abgerufen am 22. September 2026.</ref><ref>Markus Minten: Oldenburger Kramermarkt: So begründet der NDR die Streichung der Live-Übertragung des Festumzugs. In: NWZonline.de. 7. Oktober 2022, abgerufen am 22. September 2026.</ref><ref>Patrick Buck: Grünkohl-Tradition in Oldenburg: Kohlkönig Daniel Günther kommt überraschend zum Kramermarkt. In: NWZonline.de. 26. September 2025, abgerufen am 22. September 2026.</ref>

Während des Kramermarktes werden drei Feuerwerke gezündet. Am ersten Freitag findet ein größeres Eröffnungsfeuerwerk statt, am zweiten Freitag ein kleines Feuerwerk als Abschluss des Laternenumzuges für Kinder und am letzten Sonntag um 22:00 Uhr ein großes Brillantfeuerwerk. Damit wird traditionell das Ende des Marktes eingeleitet, die Schausteller dürfen ihren Betrieb allerdings bis am späten Abend weiterführen.<ref>Karsten Röhr: Kramermarkt in Oldenburg: Programm, Feuerwerke und neue Fahrgeschäfte. In: NWZonline.de. 17. September 2026, abgerufen am 22. September 2026.</ref>

Das Marktgeschehen beginnt täglich am frühen Nachmittag und dauert bis Mitternacht. Viele Schausteller fahren nach Beendigung des Kramermarkts direkt zu den nächsten Volksfesten in Norddeutschland, beispielsweise zum Gallimarkt in Leer oder dem Bremer Freimarkt.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Kramermarkt Oldenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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Koordinaten: 53° 8′ 48″ N, 8° 13′ 48″ O

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