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Kriech-Steinbrech

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Kriech-Steinbrech
Datei:Saxifraga stolonifera Harvest Moon 1.jpg

Kriech-Steinbrech (Saxifraga stolonifera)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
Gattung: Steinbrech (Saxifraga)
Art: Kriech-Steinbrech
Wissenschaftlicher Name
Saxifraga stolonifera
Curtis

Der Kriech-Steinbrech (Saxifraga stolonifera), auch Judenbart genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Steinbrech (Saxifraga) innerhalb der Familie Steinbrechgewächse (Saxifragaceae). Sie wird als Zierpflanze und in der japanischen Küche verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:The Botanical Magazine, Plate 92 (Volume 3, 1790).png
Illustration aus Curtis: The Botanical Magazine, Volume 3, 1790, Tafel 92
Datei:Saxifraga stolonifera - Copenhagen Botanical Garden - DSC07999.JPG
Blütenstand
Datei:Saxifraga stolonifera Harvest Moon 2.jpg
Blüte im Detail

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Kriech-Steinbrech wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 8 bis 45 Zentimetern.<ref name="FoC" /> Er entwickelt lange fadenförmige Ausläufer mit schuppenförmigen Blättern. Der Stängel ist drüsig behaart.<ref name="FoC" />

Die grundständigen und am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 15 bis 21 Zentimeter lang und drüsig behaart.<ref name="FoC" /> Die Blattspreite der Grundblätter ist oberseits grün, mit silbergrauen Nerven sowie drüsig behaart und unterseits rötlich. Sie ist bei einer Länge von 1,5 bis 7,5 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 12 Zentimetern im Umriss fast herz-, nierenförmig oder kreisrund mit etwas gestutzter, gerundeter oder herzförmiger Spreitenbasis, stumpfem oder spitzem oberen Ende und unregelmäßig gekerbt-gesägtem Rand. Die Stängelblätter und Tragblätter sind bei einer Länge von nur 6 Millimetern sowie einer Breite von 2 Millimetern lanzettlich.<ref name="FoC" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Der lockere, rispige Blütenstand enthält 7 bis 61 Blüten.<ref name="FoC" />

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die ausgebreiteten oder zurückgeschlagen Kelchblätter sind bei einer Länge von 1,5 bis 3,5 Millimetern sowie einer Breite von 1 bis 1,8 Millimetern eiförmig mit drei Nerven und unterseits sowie an den Rändern drüsig behaart.<ref name="FoC" /> Zwei der fünf weißen Kronblätter sind charakteristischerweise länger als die übrigen. Die beiden längeren Kronblätter sind bei einer Länge von 6 bis 15 Millimetern sowie einer Breite von 2 bis 4 Millimetern lanzettlich-länglich, gekielt mit spitzem oberen Ende.<ref name="FoC" /> Die drei kleineren Kronblätter sind bei einer Länge von 2 bis 4,4 Millimetern sowie einer Breite von 13 bis 2 Millimetern eiförmig<ref name="FoC" /> und rot oder gelb gepunktet. Die zehn<ref name="JepsonManualTreatment" /> Staubblätter sind 4 bis 5,2 Millimeter lang<ref name="FoC" />. Es ist ein fast kranzförmiger Nektardiskus vorhanden.<ref name="FoC" /> Der oberständige,<ref name="JepsonManualTreatment" /> eiförmige Fruchtknoten<ref name="FoC" /> ist hellgelb. Die zwei Griffel sind auf ihrer ganzen Länge frei.<ref name="JepsonManualTreatment" />

Die Kapselfrucht öffnet sich mit zwei Fruchtklappen und enthält viele Samen.<ref name="FoC" />

In China reicht die Blütezeit von April bis November, in den gleichen Monaten reifen auch die Früchte.

Chromosomenzahl[Bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30, 36 oder 54.<ref name="IPCN" /><ref name="FoC" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Ursprünglich stammt Saxifraga stolonifera aus China, Taiwan, Japan und Korea.<ref name="FoC" /> Die Art wird in vielen Ländern kultiviert und kommt eingeschleppt vor in Großbritannien, Irland, Italien, in der Schweiz, in Bulgarien, auf den Kanaren, in Indien, Nordamerika und in Kolumbien.<ref name="POWO" /> In Mitteleuropa kommt der Kriech-Steinbrech stellenweise eingebürgert vor etwa im Bundesland Salzburg und im Tessin.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

In China gedeiht sie in Höhenlagen von 400 bis 4500 Metern in Wäldern, in Gebüschen, auf Wiesen und auf schattigen Felsen.<ref name="FoC" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 1 (ozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Saxifraga stolonifera erfolgte 1774 durch William Curtis Philosophical Transactions of the Royal Society of London, Band 64, 1, Seite 308, no. 2541<ref name="Curtis1774" />.<ref name="Tropicos" /><ref name="FoC" /> Ein Homonym, Saxifraga stolonifera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Meerb., wurde 1775 veröffentlicht.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Saxifraga stolonifera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Curtis sind: Saxifraga chaffanjonii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Lév., Saxifraga chinensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lour., Saxifraga cuscutiformis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lodd., Saxifraga dumetorum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Balf. f., Saxifraga fortunei var. tricolor Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lem., Saxifraga iochanensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Lév., Saxifraga ligulata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Murray, Saxifraga sarmentosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. f., Saxifraga veitchiana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Balf. f., Saxifraga stolonifera var. immaculata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Diels) Hand.-Mazz.<ref name="Tropicos" /><ref name="FoC" />

Verwendung[Bearbeiten]

Saxifraga stolonifera ist seit 1771 als Zierpflanze in Kultur<ref name="PFAF" /> und wird als solche manchmal Judenbart genannt.

Die Blätter von Saxifraga stolonifera werden roh oder gegart gegessen. In Japan werden sie gekocht oder frittiert, manchmal auch roh als Salat verwendet. Vom Blütenstandsschaft wird behauptet, er wäre würzig, wenn er gesalzen wurde.<ref name="PFAF" /> Saxifraga stolonifera findet in der japanischen Küche Anwendung als Gewürz.

Die Blätter und die ganzen Pflanzen wurden medizinisch auf antibakterielle und entzündungshemmende Wirkungen untersucht.<ref name="PFAF" />

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Tropicos"> Saxifraga stolonifera bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Saxifraga stolonifera bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="PFAF"> Saxifraga stolonifera bei Plants For A Future, abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Curtis1774"> Curtis 1774 eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="FoC"> Pan Jintang, Richard Gornall, Hideaki Ohba: Saxifraga.: Saxifraga stolonifera, S. 280 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Brassicaceae through Saxifragaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2001, ISBN 0-915279-93-2. </ref> <ref name="JepsonManualTreatment"> Patrick E. Elvander: Saxifragaceae.: Jepson Manual Treatment. </ref> <ref name="InfoFlora"> Saxifraga stolonifera Meerb. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="POWO">Datenblatt Saxifraga stolonifera bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Saxifraga. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 357.</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Kriech-Steinbrech (Saxifraga stolonifera) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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