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Kunstwerk

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Datei:Mona Lisa, by Leonardo da Vinci, from C2RMF retouched.jpg
Eines der berühmtesten Kunstwerke der Welt: Leonardo da Vinci (1452–1519): Mona Lisa, zwischen 1503 und 1506, Öl auf Pappelholz, 79,4 × 53,4 cm, Louvre Paris

Ein Kunstwerk (auch Kunstgegenstand, Kunstobjekt, Arbeit, Kunst, Werk, Einzelwerk) (althochdeutsch Kunst: Wissen, Weisheit, Kenntnis, Fertigkeit, Wissenschaft; mittelhochdeutsch werc(h): Werk, Arbeit, Werkzeug, zu bearbeitender Rohstoff) ist das Erzeugnis künstlerischen Schaffens.<ref>Dudenredaktion: Duden - Deutsch als Fremdsprache - Standardwörterbuch: Das Wörterbuch für alle, die Deutsch als Fremdsprache lernen. Bibliographisches Institut GmbH, 2018, ISBN 978-3-411-91257-5, S. 606 (google.com [abgerufen am 24. August 2022]).</ref> Es ist eine persönliche geistige Schöpfung, die Menschen mit bildnerischen Mitteln der Kunst und mit Werkzeugen durch eine formgebende Tätigkeit hervorgebracht haben.<ref>Eva Bambach-Horst u. a.: Der Brockhaus Kunst. 3., aktualisierte und überarbeitete Auflage, Stichwort: Kunstwerk. F. A. Brockhaus Verlag, Mannheim, Leipzig 2006, ISBN 3-7653-2773-5, S. 505.</ref>

Unterschiedliche Definitionen[Bearbeiten]

Der Begriff des Kunstwerks wurde im Laufe seiner Geschichte verschieden definiert. Von der Antike bis heute gab und gibt es verschiedene Kunsttheorien, deren Definitionen sich in der Gewichtung einzelner Aspekte unterscheiden.<ref>Meyers enzyklopädisches Lexikon. Band 14, Stichwort: Kunst. Bibliographisches Institut, Lexikonverlag, Mannheim, Wien, Zürich 1975, S. 452.</ref> In der modernen Kunst beispielsweise ist die Bestimmung von Grenzen offen, da Naturgegenstände (objets trouvés), fertig vorgefundene Zweckprodukte (Ready-mades) oder Abfälle (Upcycling-Kunst) als Kunstwerke „designiert“ werden.<ref>Werner Bornheim u. a.: Wissen im Überblick. Die Kunst – Wege zum Verständnis der Kunst: Künstler, Kunstwerk, Kunsterleben, Gattung, Stile. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 1972, ISBN 3-451-16118-4, S. 13.</ref> Die Grenzen zwischen Hoch- und Trivialkunst oder Nicht-Kunst, zwischen Kunst und Wissenschaft lösen sich auf. Die Vermischung von Medien und Gattungen machen es zunehmend unmöglich, den Begriff eindeutig festzulegen.<ref>Friedrich Jaeger (Hrsg.): Enzyklopädie der Neuzeit. Band 7, Stichwort: Künste, schöne. J. B. Metzler´sche Verlagsbuchhandlung und C. E. Poeschel Verlag GmbH, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-476-01935-6, S. 325.</ref>

Datei:Bottle Rack - Marcel Duchamp.jpg
Ready-made von Marcel Duchamp (1887–1968): Flaschentrockner (Nachbildung des verlorenen Objekts von 1914), Art Institute of Chicago
Ausstellung Hilma af Klint: Bilder für die Zukunft, 2018 im Solomon R. Guggenheim Museum in New York

Einige Kunstkritiker ordnen nicht jedem künstlerischen Erzeugnis den Status des „Werks“ zu. Ein Beispiel dafür ist Theodor W. Adornos Begriff des autonomen Kunstwerks, der nur einen sehr begrenzten Teil ausschließlich der abendländischen Kunst erfasst. Andere Definitionen bemühen sich darum, ein möglichst breites Spektrum der Kunst zu erfassen. Ein Beispiel hierfür ist der Begriff des Kunstwerks, den Walter Benjamin in seiner Schrift Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit anwendet und der danach strebt, auch neuen Kunstformen den Status des „Werks“ zuzuerkennen.

Abgrenzung[Bearbeiten]

In Abgrenzung vom Kunstwerk gibt es auch den Ausdruck Kunstgegenstand, der Objekte bezeichnet, die neben ihrer künstlerischen Anmutung auch noch einen anderen Zweck erfüllen, wie sie Kunstgewerbe (Angewandte Kunst) oder Kunsthandwerk, aber auch z. B. die Architektur produzieren.

Privatbesitz, Museen, Galerien[Bearbeiten]

Werke der bildenden Kunst können sich in Privatbesitz, in Museen oder Galerien befinden. In Privatbesitz sind die Werke oftmals für die Öffentlichkeit unzugänglich. Museen der Künste legen Sammlungen von Kunstwerken an, um diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In Galerien geht es um den Verkauf der gezeigten Werke an öffentliche oder private Sammler.<ref>Ana Bambić Kostov: Wie verkauft man Kunst – Der ideale Leitfaden für Künstlerinnen und Künstler. In: Discovery Art Fair. 21. Januar 2021, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 24. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).@1@2Vorlage:Toter Link/discoveryartfair.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Nach dem Verkauf haben die Kunstschaffenden kaum Einfluss mehr auf den Verbleib des Werkes. Die Beteiligung an den Erlösen eines Weiterverkaufs ist durch das Folgerecht geregelt.

Qualität[Bearbeiten]

Die Qualität (ästhetische Bewertung, Bedeutung, Wert) eines Kunstwerks ist ein künstlerisches, komplexes Maß. Dabei können die unterschiedlichsten Aspekte eine Rolle spielen wie die wesentlichen, materiellen und formalen Eigenschaften, die gesellschaftliche Bedeutung und Wirksamkeit oder der polyfunktionale Charakter.<ref>Ludger Alscher u. a. (Hrsg.): Lexikon der Kunst. 1. Auflage. Band 4, Stichwort: Qualität. E. A. Seemann Verlag, Leipzig 1993, ISBN 3-363-00286-6, S. 825.</ref> Insgesamt gehört die Frage nach der Qualität eines Kunstwerks zu den umstrittensten Problemen in der Kunst.<ref>Harald Olbrich (Hrsg.): Lexikon der Kunst. 1. Auflage. Band 5, Stichwort: Qualität, künstlerische. E. A. Seemann Verlag, Leipzig 1993, ISBN 3-363-00286-6, S. 825.</ref> Sie besitzt immer nur begrenzte Objektivität und orientierende Potenz. Vor allem wird die Qualität zu verschiedenen Zeiten (Epochen), unter verschiedenen historischen Bedingungen, an verschiedenen Orten oder durch verschiedene Gesellschaftsgruppen unterschiedlich bewertet. Es ist möglich, dass etwas neu erfahren oder entdeckt wird, das für die ästhetische Bewertung noch nicht von Bedeutung war. So ist eine andere Einschätzung, ein „entschiedener Bruch“ nicht ausgeschlossen.<ref>Ludger Alscher u. a. (Hrsg.): Lexikon der Kunst. 1. Auflage. Band 5, Stichwort: Wert. VEB E. A. Seemann Verlag, Leipzig 1978, S. 575 und 576.</ref>

Ein Beispiel ist die schwedische Künstlerin Hilma af Klint (1862–1944). In einer Ausstellung 1986 in Los Angeles beurteilten Rezensenten ihre abstrakten Gemälde als abwegig und ohne Qualität.<ref>1986 fand im Los Angeles County Museum of Art die Ausstellung The Spiritual in Art: Abstract Painting 1890–1985 (Das Spirituelle in der Kunst: Abstrakte Malerei 1890–1985) statt. Neben Arbeiten von Künstlern wie Kandinsky, Malewitsch und Mondrian waren Arbeiten von Hilma af Klint als einziger Frau ausgestellt.</ref> Dreißig Jahre später – 2018 – widmete das Guggenheim Museum in New York der Künstlerin eine Retrospektive.<ref>Nicole Zepter: Folge 1: Von der Renaissance bis zur Abstraktion. In: Die großen Frauen der Kunst. 3sat, 15. März 2025, abgerufen am 15. März 2025 (deutsch).</ref> Die Schau war ein großartiger Erfolg und die Kunstwelt feierte sie als Pionierin der abstrakten Kunst.

Qualitätskriterien[Bearbeiten]

Trotz aller Einschränkungen lassen sich konkrete Qualitätskriterien benennen, mit deren Hilfe sich außergewöhnliche Werke von minderwertigen Werken oder gewöhnlicher Dekoration unterscheiden lassen. Diese Kriterien können aber immer nur Anhaltspunkte bilden.

  • Künstlerin/Künstler: Der Aufwand beziehungsweise die Zeit der Erstellung, die Ausbildung, das handwerkliche Können, die Angemessenheit der künstlerischen Leistung wie auch die Bekanntheit und die Vernetzung der Künstlerin oder des Künstlers können eine Rolle spielen.
  • Kunstwerk: Die formalen Eigenschaften des Kunstwerks wie Farbe, Komposition, Linienführung, Motiv, Perspektive und Technik und die materiellen Eigenschaften wie Erhaltungszustand, Format, Material und Textur können wesentlich sein. Wichtig können außerdem Innovation, Provokation, die gesellschaftliche Bedeutung und Wirksamkeit und der polyfunktionale Charakter sein.
  • Betrachterin/Betrachter: Es kann von Bedeutung sein, inwieweit das Kunstwerk bei Betrachterinnen und Betrachtern eine emotionale Resonanz, eine Anregung zu Auseinandersetzung und Reflexion hervorruft.
  • Kunstexpertin/Kunstexperte: Oft entscheidend bei der ästhetischen Bewertung eines Kunstwerks ist „das kennerisch geschulte Auge“ einer Kunstexpertin oder eines Kunstexperten. Das kann eine Kunsthistorikerin, ein Kunstkritiker, eine Kunstgutachterin, ein Restaurator, eine Kunsthändlerin oder ein Kurator sein.<ref>Harald Olbrich (Hrsg.): Lexikon der Kunst. 1. Auflage. Band 5, Stichwort: Qualität, künstlerische. E. A. Seemann Verlag, Leipzig 1993, ISBN 3-363-00286-6, S. 825.</ref> Die Experteneinschätzung kann historisch überliefert oder aktuell sein.

Formen und Genres[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Wiktionary: Kunstwerk – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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