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Kunza

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kunza
Cunza
Zeitraum bis ca. Anfang 20. Jahrhundert

Ehemals gesprochen in

Nordchile
Sprecher Lickan Antai (Atacameños)
Sprachcodes
ISO 639-1 –
ISO 639-2 kuz
ISO 639-3 kuz

Kunza ist die ursprüngliche Sprache der Lickan Antai, einer indigenen Bevölkerungsgruppe in den andinen Oasen der Atacama-Wüste im Norden Chiles. Sie ist praktisch eine tote Sprache, die gegenwärtig nur noch in spezifischen rituellen Gesängen und Toponymen vorkommt.

Geschichtliches[Bearbeiten]

Datei:325 Pueblo de San Pedro.JPG
Der Vulkan Licancabur, der „Berg des Volkes“ aus dem Kunza Lickan’kaur (lickan=Volk, kaur=Berg), ist ein heiliger Berg der Lickan Antai, nach dem traditionell Straßen ausgerichtet sind, wie hier in San Pedro de Atacama.

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts drangen die spanischen Konquistadoren in die Region um San Pedro de Atacama ein. Im 17. Jahrhundert wurde damit begonnen, die dortige indigene Bevölkerung zu hispanisieren, ein Prozess der sich mit der Zeit verstärkte. So wurde 1776 der Gebrauch des Kunza verboten und der Gebrauch des Spanischen wurde obligatorisch in Schulen und Gehöften. Zur Durchsetzung wurden drastische pekuniäre und körperliche Strafen verhängt. Gleichzeitig wurden diejenigen, die Spanisch lernten, von den Kolonialherren mit Vorteilen belohnt. Infolge wurde nicht nur die Sprache beseitigt, sondern es hatte auch Einfluss auf die Gebräuche der Lickan Antai und führte zu einem christlich-andinen Synkretismus. Mitte des 20. Jahrhunderts stellte die Forscherin Grete Mostny fest, dass die Mehrheit der Lickan Antai in San Pedro de Atacama ausschließlich Spanisch sprachen, allerdings mit einem fremden Akzent. Viele beherrschten noch ein umfangreiches Vokabular, aber niemand sprach mehr flüssig Kunza. Die alte Sprache wurde mit dem Spanischen vermischt bis zum Gebrauch von hybriden Worten, zusammengesetzt aus beiden Sprachen.<ref name="Perez_2004" /><ref name="BNC_2016" /><ref name="Mostny_1954" />

Lexika[Bearbeiten]

  • Claudio Pérez, Julio Vilte Vilte: Kunza. Diccionario kunza-español / español-kunza, lengua del pueblo lickan antai o atacameño. Codelco Chile, 2004. ISBN 956-8072-03-9 (online)
  • Emilio F. Vaisse et al.: Glosario de la lengua atacameña. Anales de la Universidad de Chile. 1895. (online)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Perez_2004"> Claudio Pérez, Julio Vilte Vilte: Kunza Diccionario kunza-español / español-kunza, lengua del pueblo lickan antai o atacameño. Codelco Chile, 2004. ISBN 956-8072-03-9 (online) </ref> <ref name="BNC_2016"> Biblioteca Nacional de Chile. „cunza“, in: Licán Antai. Memoria Chilena. </ref> <ref name="Mostny_1954">Mostny, G. et al.: Peine, un pueblo atacameño. In: Publicación N° 4 del Instituto de Geografía de la Facultad de Filosofía de la Universidad de Chile 1954. S. 1–113. (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.PDF (Memento des Vorlage:IconExternal vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mnhn.cl)</ref> </references>