Zum Inhalt springen

Kupferoxychlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Allgemeines
Name Kupferoxychlorid
Andere Namen
  • Kupfer(II)-trihydroxidchlorid
  • Dikupferchloridtrihydroxid
  • basisches Kupferchlorid
Summenformel
  • CuCl2 · 3 Cu(OH)2
  • auch: Cu2(OH)3Cl
Kurzbeschreibung

blaugrünes Pulver<ref name="GESTIS"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 215-572-9
ECHA-InfoCard 100.014.158
PubChem 11969527
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 213,56 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS"/>

Dichte

3,74 g·cm−3<ref name="GESTIS"/>

Schmelzpunkt

> 220 °C (Zersetzung)<ref name="GESTIS"/>

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (0,0012 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Kupfer(II)-trihydroxidchlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.014.158">Eintrag zu Dicopper chloride trihydroxide in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​332​‐​410
P: 270​‐​273​‐​301+310+330​‐​304+340+312​‐​391​‐​405<ref name="GESTIS" />
MAK

0,1 mg·m−3<ref name="GESTIS"/>

Toxikologische Daten

700 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)<ref name="GESTIS"/>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Kupferoxychlorid ist eine chemische Verbindung des Kupfers aus den Gruppen der Hydroxide und Chloride.

Datei:Alpha Crystal-TBCC.PNG
α-Kupferoxychlorid-Kristalle

Herstellung[Bearbeiten]

Kupferoxychlorid kann durch Hydrolyse von Kupfer(II)-chlorid hergestellt werden.

<math>\mathrm{2 \ CuCl_2 + 3 \ NaOH \rightarrow Cu_2(OH)_3Cl + 3 \ NaCl}</math>

oder

<math>\mathrm{CuCl_2 + 3 \ CuO + 3 \ H_2O \rightarrow 2 \ Cu_2(OH)_3Cl}</math>

Industriell wird es durch Oxidation von Kupfer(I)-chlorid in einer Solelösung gewonnen. Dazu wird Kupfer(II)-chlorid in konzentrierter Natriumchloridlösung mit Kupfermetall reduziert. Das entstandene Kupfer(I)-chlorid wird anschließend erhitzt und an Luft zu Kupferoxychlorid oxidiert.

<math>\mathrm{CuCl_2 + Cu + 2 \ NaCl \rightarrow 2 \ NaCuCl_2}</math>
<math>\mathrm{6 \ NaCuCl_2 + \tfrac{3}{2} O_2 + \ H_2O \rightarrow }</math><math>\mathrm{ CuCl_2 \cdot 3 \ Cu(OH)_2 + 2 \ CuCl_2 + 6 \ NaCl}</math>

Verwendung[Bearbeiten]

Kupferoxychlorid wird als Kontaktfungizid verwendet.<ref name="GESTIS"/>

Die Zulassung von Kupferoxychlorid als eine von mehreren „Kupferverbindungen“ durch die EU-Kommission erfolgte mit Wirkung zum 1. Dezember 2009 für Anwendungen als Bakterizid und Fungizid.<ref>Richtlinie der Kommission 2009/37/EG vom 23. April 2009 zur Änderung der Richtlinie 91/414/EWG des Rates zwecks Aufnahme der Wirkstoffe Chlormequat, Kupferverbindungen, Propaquizafop, Quizalofop-P, Teflubenzuron und Zeta-Cypermethrin (PDF)Vorlage:Abrufdatum</ref>

In Deutschland sind Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff für den Anbau von Kernobst und Erdbeeren zugelassen. In Österreich und der Schweiz sind Kupferoxychlorid-Präparate bei Kartoffeln und Weinreben sowie bei einer Vielzahl von Obst, Beeren und Gemüsearten erlaubt.<ref name="PSM">Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Copper oxychloride in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs (Eingabe von „Kupferoxychlorid“ im Feld „Wirkstoff“) und DeutschlandsVorlage:Abrufdatum</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />