Kurt Geipel
Kurt Richard Geipel (* 13. Juli 1902 in Netzschkau; † 1. September 1944 bei Montélimar)<ref>Geipel, Kurt Richard. In: Sächsische Biografie. saebi.isgv.de, abgerufen am 17. Oktober 2017.</ref> war ein deutscher Aquarellmaler und Entwerfer.
Leben und Werk[Bearbeiten]
Kurt Geipel wurde 1902 in Netzschkau geboren und besuchte von 1917 bis 1921 die Kunstschule im benachbarten Plauen,<ref name="me" /><ref name="ar" /> bevor er für einige Jahre als Entwerfer und Illustrator in Berlin tätig war. Er schuf u. a. Illustrationen für die Leipziger Illustrierte und Westermanns Monatshefte, wobei er sich der Förderung der in Greiz geborenen zweiten Ehefrau des abgedankten Kaisers Wilhelm II., Hermine Reuß, erfreute.
Ab 1929 befand er sich auf einer ausgedehnten Orientstudienreise, welche ihn über Venedig, die Türkei und Israel bis nach Ägypten führte. Als Landschafts- und Tiermaler bevorzugte er das Aquarell, in dieser Technik entwickelte er die größte Virtuosität und übte diesbezüglich einen großen Einfluss auf spätere vogtländische Künstler wie Siegfried Hauffe und Manfred Feiler aus.<ref>Kunstverein Plauen: Malzhaus Plauen – Das Aquarell im Vogtland. In: otto-scheuch.de. Abgerufen am 16. Oktober 2017.</ref>
Geipel war Mitglied der Künstlervereinigungen Akanthus und Burgsteiner und seit 1933 als Lehrer an der Plauener Kunstschule tätig. Im Zweiten Weltkrieg war er als Soldat in Frankreich eingesetzt (u. a. in der Provence, in den Pyrenäen und in Paris) und fiel am 1. September 1944 während der Operation Dragoon in einer Schlacht im Rhonetal bei Montélimar.<ref name="me" /><ref name="ar" />
Sein Sohn Baldur Geipel (1933–2025) war als Bildhauer und Grafiker in München tätig.<ref name="AKL">Friedbert Ficker: Geipel, Kurt. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 51: Geeslin - Geranzani. Saur, München u. a. 2006, ISBN 978-3-598-22791-2, S. 96.</ref>
Werke (Auswahl)[Bearbeiten]
- 1923: Bei Netzschkau,<ref name="ar" /> Öl auf Leinwand, ca. 55 × 75 cm
- um 1925: Im Wudelgrund bei Rheinsdorf,<ref name="ar">Einige Werke von Kurt Geipel. In: arcadja.com. Abgerufen am 16. Oktober 2017.</ref> Mischtechnik (Aquarell und Gouache), ca. 42 × 49,5 cm
- 1926: Das Dschungel-Ungeheuer,<ref name="ar" /> Bleistiftzeichnung, ca. 28 × 10 cm
- um 1929: Moschee im Sonnenlicht,<ref name="me">Kurt Geipel, Moschee im Sonnenlicht. In: mehlis.eu. Abgerufen am 1. Oktober 2017.</ref> Aquarell über Bleistift, ca. 25 × 31,5 cm
- 1933: Regensburgansicht,<ref>Kurt Geipel. In: lot-tissimo.com. Abgerufen am 16. Oktober 2017.</ref> Aquarell, 72 × 51,5 cm
- 1936: Ansicht Greiz,<ref name="ar" /> Aquarell, ca. 34 × 23 cm
- Jahr unbekannt: Burg Mylau im Vogtland,<ref>Kurt Geipel. In: lot-tissimo.com. Abgerufen am 16. Oktober 2017.</ref> Aquarell, ca. 72 × 62 cm
- um 1938: Blick in die Ferne,<ref>Kurt Geipel, Blick in die Ferne. In: mehlis.eu. Abgerufen am 1. Oktober 2017.</ref> Aquarell, ca. 24 × 32,5 cm
- 1940: Eine lustige Gesellschaft,<ref>Kurt Geipel, „Eine lustige Gesellschaft“. In: mehlis.eu. Abgerufen am 16. Oktober 2017.</ref> Aquarell, ca. 24 × 15 cm
- 1941: Waldstück,<ref>Waldstuck (Forest), by Kurt Geipel, published in 'Die Kunst im deutschen Reich'. In: alamy.com. Abgerufen am 16. Oktober 2017.</ref> Fotografie eines Aquarells, veröffentlicht in der Kunstzeitschrift Die Kunst im Deutschen Reich
- 1941: Fuchs im Dickicht am Waldrand,<ref>Kurt Geipel, schleichender Fuchs. In: the-saleroom.com. Abgerufen am 16. Oktober 2017.</ref> Öl auf Leinwand, ca. 90 × 100 cm
Ausstellungen[Bearbeiten]
- 1941 bis 1944: Beschickung der Großen Deutsche Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst in München
- 2012: Kabinettausstellung im Schloss Netzschkau<ref>Schau zeigt Werke von Kurt Geipel. In: freiepresse.de. 16. Oktober 2012, abgerufen am 16. Oktober 2017.</ref>
- 2014: Dialog mit der Geschichte – Malerei im Vogtland des 20. und 21. Jahrhunderts<ref>Dialog mit der Geschichte – Malerei im Vogtland des 20. und 21. Jahrhunderts. In: beurich.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Oktober 2017; abgerufen am 16. Oktober 2017: „Markant vertreten sind auch die langjährigen Lehrer der Plauener Kunstschule Walther Löbering und Kurt Geipel.“ Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> in der Galerie im Malzhaus Plauen
Literatur[Bearbeiten]
- Willy Oskar Dreßler (Hrsg.): Dresslers Kunsthandbuch. Band 1, Ernst Wasmuth, Berlin 1920.
- Kurt Geipel: Skizzen, Aquarelle der frühen und späteren Jahre. München 1994, OCLC 165144899.
- Frank Weiß: Malerei im Vogtland. Bildwerke und Maler aus neun Jahrhunderten. E. A. Seemann, Leipzig 2002, ISBN 3-363-00775-2, S. 41, 42, 54, 144–147.
- Kurt Geipel 1902–1944. Vogtlandmuseum, Plauen 2002, OCLC 76426222.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Weblinks[Bearbeiten]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Geipel, Kurt |
| ALTERNATIVNAMEN | Geipel, Kurt Richard (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Aquarellmaler, Zeichner und Grafiker |
| GEBURTSDATUM | 13. Juli 1902 |
| GEBURTSORT | Netzschkau, Königreich Sachsen, Deutsches Kaiserreich |
| STERBEDATUM | 1. September 1944 |
| STERBEORT | bei Montélimar |