Zum Inhalt springen

Kurt Hofmeier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Kurt Fritz Robert Hofmeier (* 9. September 1896 in Königsberg i. Pr.; † 27. August 1989 in Heidelberg) war ein deutscher Pädiater und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten]

Kurt Hofmeier war der Sohn des Generalleutnants Fritz Hofmeier und dessen Ehefrau Paula geb. Ramm.<ref name="Weristwer">Wer ist wer?, Das Deutsche Who’s Who, Band 18, Societäts-Verlag, 1974, S. 438</ref> Nach dem 1914 abgelegten Abitur stand Hofmeier über den ganzen Ersten Weltkrieg im Feld, zuletzt als Leutnant. Anschließend begann er an der Philipps-Universität Marburg Medizin zu studieren. Am 5. Februar 1919 renoncierte er (wie vor ihm Hermann Hengsberger) beim Corps Hasso-Nassovia.<ref name="KCL96">Kösener Corpslisten 1996, 68/958.</ref> Als Inaktiver wechselte er an die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und die Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Mit einer Doktorarbeit über die Diphtherie wurde er 1922 in Würzburg zum Dr. med. promoviert.<ref>Dissertation: Schwere Fälle von kruppöser Pneumonie im Kindesalter.</ref> Zunächst war er an der Würzburger Kinderklinik und am Hygiene-Institut der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main tätig. 1926 ging er zu Georg Bessau an der Kinderklinik im Universitätsklinikum Leipzig.

Berlin[Bearbeiten]

Als Facharzt betrieb er von 1927 bis 1934 eine Arztpraxis in Berlin-Zehlendorf. Zwei Jahre war er wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Reichsgesundheitsamt. Ab 1929 war er Arzt am Erziehungsheim „Haus Kinderschutz“ in Berlin-Dahlem. 1933 wurde er Leiter der Poliklinik für nervöse und schwer erziehbare Kinder am Kaiser- und Kaiserin-Friedrich-Kinderkrankenhaus. Von 1934 bis 1938 war er Direktor vom Städtischen Kinderkrankenhaus und Mütterheim in Berlin-Charlottenburg. Zugleich war er bei der Reichsanstalt zur Bekämpfung der Säuglings- und Kindersterblichkeit. 1938 habilitierte er sich bei Bessau, der inzwischen auf den Lehrstuhl der Charité gekommen war und wirkte dort anschließend als Privatdozent für Kinderheilkunde.<ref>Habilitationsschrift: Die Bedeutung der Erbanlagen für die Kinderheilkunde.</ref> Am Kaiserin-Auguste-Viktoria-Haus in Berlin-Charlottenburg wurde er 1938 Direktor.<ref name="Klee266">Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 266</ref> Er war Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Ärzteversicherung.<ref name="HaNo">Corpstafel der Hasso-Nassovia 1959</ref>

Straßburg und Stuttgart[Bearbeiten]

1941 wurde er o. Professor an der Reichsuniversität Straßburg. Er forderte die Einbeziehung nationalsozialistischer Ideen in der Pädiatrie.<ref name="ThoLe">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Th. Lennert (Berlin) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 21. September 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.charite.de</ref> Hofmeier war 1932 dem NS-Ärztebund und zum 1. Januar 1933 der NSDAP beigetreten (Mitgliedsnummer 1.436.694),<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/16500747</ref> zudem gehörte er dem NSKK an.<ref name="Klee266"/> Als Bannführer der HJ war er „Berater der HJ-Zentrale“.<ref>Michael Buddrus: Totale Erziehung für den totalen Krieg. Hitlerjugend und nationalsozialistische Jugendpolitik. München 2003, S. 914</ref> Ab 1942 gehörte er dem Beirat der Deutschen Gesellschaft für Konstitutionsforschung an.<ref name="Klee266"/> Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er in Tübingen entnazifiziert.<ref>Hofmeier, Kurt Fritz Robert, Prof. Dr. (Entnazifizierungsakten) in der Deutschen Digitalen Bibliothek</ref> 1948 ließ er sich als Kinderarzt in Stuttgart nieder. Ab 1956 hielt er einen Lehrauftrag an der Eberhard Karls Universität Tübingen.<ref name="HaNo" />

Hofmeier war zweimal verheiratet und wurde Vater von vier Kindern.<ref name="Weristwer"/>

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Die Bedeutung der Erbanlagen für die Kinderheilkunde. Beih. Arch. Kinderheilk. 14 (1938)
  • Körperliche und geistige Erziehung der Kinder und Jugendlichen: Eine Vortragsreihe, Enke, Stuttgart 1938 (Herausgeber)
  • Säuglingsernährung. In: Deutscher Ärztekalender, 17. Jahrgang, Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1943, S. 163–171
  • Behandlung der Ernährungsstörungen des Säuglings. In: Deutscher Ärztekalender, 17. Jahrgang, Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1943, S. 163–171
  • Die englische Krankheit (Rachitis) : Wesen u. Bekämpfung, Reichsgesundheitsverl., Berlin / Wien 1944 (gehört zu Schriftenreihe des Reichsausschusses für Volksgesundheitsdienst; H. 35)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Aisling Shalvey: Career, Proximity to National Socialism, and Post-War Reception of Dr Kurt Hofmeier, Director of the Children’s Clinic at the Reichsuniversität Straßburg (1941-1944), Revue d’Allemagne et des pays de langue allemande, 54-1. Online; doi:10.4000/allemagne.3050

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein