Kurtschlag
Kurtschlag Stadt Zehdenick
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(259)&title=Kurtschlag 52° 59′ N, 13° 28′ O
{{#coordinates:52,987488888889|13,474405555556|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Kurtschlag | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 64 m | |||||
| Einwohner: | 259 (31. Dez. 2024)<ref>Ausgewählte statistische Daten 2024. (PDF; 1,76 MB) Stadt Zehdenick, S. 3, abgerufen am 10. Mai 2026.</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 26. Oktober 2003 | |||||
| Postleitzahl: | 16792 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Kurtschlag ist einer von dreizehn Ortsteilen<ref>Zehdenick. In: Kommunalverzeichnis Brandenburg. Landesregierung Brandenburg, abgerufen am 1. Mai 2026.</ref> der Stadt Zehdenick im brandenburgischen Landkreis Oberhavel. Kurtschlag liegt landschaftlich in der Schorfheide und hatte Ende 2023 256 Einwohner. Der Name Kurtschlag wird abgeleitet von Kurzer Schlag,<ref name="ortsname" /> wobei kurz für geringe Länge und Schlag für eine kahlgeschorene Fläche im Wald steht.
Geschichte[Bearbeiten]
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts existierte im Bereich der heutigen Ortschaft eine Pottaschesiederei, aus der sich in den folgenden Jahrzehnten ein Vorwerk der Stadt Zehdenick entwickelte. Um 1736 hatte sich die Ortsbezeichnung Curthschlag<ref name="ortsname" /> etabliert.
Ab den 1740er Jahren erfolgte eine verstärkte Besiedlung durch Pfälzer Kolonisten, die ab 1745 nach einem Dekret von König Friedrich II. in der Mark Brandenburg angesiedelt wurden und vorwiegend in der Forst- und Landwirtschaft tätig waren. Zu dieser Zeit wurde Kurtschlag dem Verwaltungsbereich von Zehdenick unterstellt. Im Jahr 1775 verzeichnete das Kolonistendorf, jetzt Curtschlag<ref name="ortsname" /> geschrieben, bereits 35 Wohngebäude und insgesamt ca. 180 Einwohner. Infolge der Koalitionskriege nahm die Zahl der Einwohner wieder ab, stieg dann jedoch während des restlichen 19. Jahrhunderts stetig an.
Wirtschaftlich entwickelte sich die Ortschaft wie ein typisches märkisches Straßendorf der damaligen Zeit. Bis 1860 entstanden eine Bockwind- und eine Getreidemühle, zudem etablierten sich diverse Handwerksberufe wie Zimmermann, Schmied, Maurer, Schneider und Schuhmacher. Die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren blieben weiterhin die Forst- und Landwirtschaft. Bedingt durch Kriegsflüchtlinge und Vertriebene während der Endphase des Zweiten Weltkriegs stieg die Anzahl der Bewohner bis 1946 auf über 600. Ab Ende der 1950er begann in Kurtschlag der Aufbau von zwei Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG).<ref name="Enders" />
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
| Jahr | 1875 | 1910 | 1925 | 1939 | 1946 | 1989 | 1991 | 2003 | 2015 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner<ref name="Statistik" /> | 525 | 623 | 605 | 613 | 692 | 358 | 360 | 320 | 273 |
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Kurtschlag liegt im Naturreservat Schorfheide und wird vom mittlerweile renaturierten Döllnfließ durchzogen.
In der Mitte von Kurtschlag befindet sich die 1890 eingeweihte Dorfkirche, eine neogotische Saalkirche, aus massiven roten Ziegeln gefertigt und von einem Satteldach gedeckt.<ref name="Dorfkirche" />
Zum Gedenken an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Einwohner von Kurtschlag wurde ein Denkmal errichtet.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="ortsname"> Sophie Wauer: Brandenburgisches Namenbuch. Teil 9. Die Ortsnamen der Uckermark. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1996, ISBN 3-7400-1000-2. </ref> <ref name="Enders"> Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII, Uckermark. Weimar 1986. </ref> <ref name="Statistik"> Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg: Beitrag zur Statistik, Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005, Landkreis Oberhavel. Potsdam. </ref> <ref name="Dorfkirche"> Dorfkirche. In: Denkmale in Brandenburg. 8. Oktober 2015, abgerufen am 16. März 2016. </ref> </references>
Literatur[Bearbeiten]
- Matthias Asche: Neusiedler im verheerten Land. Kriegsfolgenbewältigung, Migrationssteuerung und Konfessionspolitik im Zeichen des Landeswiederaufbaus. Die Mark Brandenburg nach den Kriegen des 17. Jahrhunderts. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00417-8.
- Karla Balkow, Werner Christ: Ortslexikon der Deutschen Demokratischen Republik. 1. Auflage. Staatsverlag der Dt. Demokrat. Republik, Berlin 1986, ISBN 3-7685-2185-0.
- Otto Busch, Gerd Heinrich: Statistisch-Topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. In: Veröffentlichungen der historischen Kommission zu Berlin beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Berlin 1968.
- Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil VIII: Uckermark. Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2.
- Friedrich Müller: Müllers Großes Deutsches Ortsbuch. (vollst. Gemeindelexikon); 7. neubearb. u. erw. Aufl. mit Unterstützung d. Reichs-. Landes- u. Gemeindebehörden, [Erg. Nachdr.]; Post- u. Ortsbuchverlag, Wuppertal-Barmen 1938, III.
- Sophie Wauer, Lieselott Enders: Die Ortsnamen der Uckermark, Brandenburgisches Namenbuch. Teil 9, Böhlau, Weimar 1996, ISBN 3-7400-1000-2.
Weblinks[Bearbeiten]
Badingen | Bergsdorf | Burgwall | Kappe | Klein-Mutz | Krewelin | Kurtschlag | Marienthal | Mildenberg | Ribbeck | Vogelsang | Wesendorf | Zabelsdorf