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Kwan-li-so

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Koreanische Schreibweise
Koreanisches Alphabet: 관리소
Hanja: 管理所
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McCune-Reischauer: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)

Der koreanische Begriff Kwan-li-so (auch Kwanliso, Gwalliso oder Kwalliso; in Hangul (im koreanischen Alphabet) 관리소 geschrieben) steht für Internierungslager zur dauerhaften Unterbringung politischer Gefangener in Nordkorea. Sie sind von den als Kyo-hwa-so bezeichneten Umerziehungslagern, in denen auch unpolitische Gefangene einsitzen, zu unterscheiden und stellen einen Aspekt der Menschenrechtssituation in Nordkorea dar.

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Kwan-li-so, in denen politischer Vergehen beschuldigte oder politisch unzuverlässige Personen interniert sind, werden vom Staatssicherheitsministerium betrieben. Für politische Gefangene gilt das Prinzip der Sippenhaft. Sie werden zusammen mit ihren Eltern, Kindern und Geschwistern, zuweilen sogar Großeltern und Enkeln ohne Gerichtsverfahren und Verurteilung abgeholt und in die Straflager deportiert, wo sie in der Regel den Rest ihres Lebens interniert bleiben.<ref>Pierre Rigoulot: Verbrechen und Terror in Nordkorea. In: Stephane Courtois, Nicolas Werth, Jean-Louis Panné (Hrsg.): Das Schwarzbuch des Kommunismus, Unterdrückung, Verbrechen und Terror. 6. Auflage. Piper, 1998, ISBN 3-492-04053-5, siehe Abschnitt: Gefängnisse und Lager (Volltext [abgerufen am 15. Mai 2026]). </ref>

Die Straflager befinden sich in der Mitte und im Nordosten von Nordkorea. Sie bestehen aus zahlreichen Strafkolonien in abgelegenen und isolierten Bergtälern.<ref>Verbannt in die Hölle. In: Der Spiegel. Nr. 25, 1995 (online – 19. Juni 1995).</ref> Die Gesamtzahl der Gefangenen wird auf etwa 200.000 geschätzt.<ref>Hinrichtungen, Folter, Sklaverei: Nordkorea baut Straflager aus. In: n-tv.de. 4. Mai 2011, abgerufen am 22. September 2021.</ref> Die Internierungslager Yodŏk und Pukch’ang sind in zwei Bereiche aufgeteilt: In einem Teil leben die lebenslang internierten politischen Gefangenen, in einem anderen Teil leben ähnlich wie in den Umerziehungslagern die zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilten Gefangenen mit der Hoffnung auf mögliche Entlassung.

Menschenrechtsverletzungen[Bearbeiten]

In den Kwan-li-so werden die Menschenrechte massiv verletzt. Den Gefangenen wird Zwangsarbeit auferlegt, meist mit einfachen Mitteln in Bergwerken oder der Landwirtschaft. Unterernährung, Arbeitspensum und fehlende medizinische Betreuung führen zum Tod zahlreicher Gefangener. Zudem weisen viele durch Arbeitsunfälle, Erfrierungen oder Folter herbeigeführte Verstümmelungen auf. Innerhalb des Lagers herrscht ein von Willkür geprägtes Bestrafungssystem. Dies wird nicht zuletzt dadurch ermöglicht, dass die Insassen der Lager nicht mehr als registrierte Bürger geführt werden, wie aus den Angaben eines ehemaligen Wärters hervorgeht.<ref>Report of the detailed findings of the commission of inquiry on human rights in the Democratic People’s Republic of Korea. (PDF; 4,2 MB) In: ncnk.org. 7. Februar 2014, S. 233, abgerufen am 13. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zu langsames Arbeiten und Ungehorsam werden in der Regel mit Misshandlungen und Folter bestraft,<ref>David Hawk: The Hidden Gulag. Second Edition. The Lives and Voices of “Those Who are Sent to the Mountains”. (pdf; 5,2 MB) Hrsg. vom Committee for Human Rights in North Korea, 2012, S. 100,137, abgerufen am 22. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Diebstahl, auch von Lebensmitteln, oder Fluchtversuche mit öffentlichen Hinrichtungen.

Daten[Bearbeiten]

Kwan-li-so (Nordkorea)
Kwan-li-so (Nordkorea)
Pukch'ang
Ch'ŏngjin
Haengyŏng
Hwasŏng
Kaech'ŏn
Yodŏk
Internierungslager in Nordkorea

Aufgegebene und zusammengelegte Lager[Bearbeiten]

Von ursprünglich über zwölf Straflagern wurden einige zusammengelegt oder geschlossen, unter anderem das Internierungslager Onsŏng, Kwan-li-so Nr. 12, nach einem niedergeschlagenen Aufstand mit etwa 5000 Toten im Jahre 1987.<ref>Kang Chol-hwan: 5000 Prisoners Massacred at Onsong Concentration Camp in 1987. In: Chosun Ilbo. 11. Dezember 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. Oktober 2007; abgerufen am 23. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Situation in jüngerer Zeit[Bearbeiten]

Um 2009 existierten in Nordkorea vermutlich sechs Straflager, deren Größe aufgrund von Satellitenbildern ermittelt wird<ref>Blaine Harden: Outside World Turns Blind Eye to N. Korea’s Hard-Labor Camps. In: washingtonpost.com. 20. Juli 2009, abgerufen am 23. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und deren Gefangenenanzahl von ehemaligen Gefangenen geschätzt wird.<ref> David Hawk: The Kwan-li-so Political Penal Labor Colonies. (pdf; 5,2 MB) In: The Hidden Gulag. Second Edition. The Lives and Voices of “Those Who are Sent to the Mountains”. Hrsg. vom Committee for Human Rights in North Korea, 2012, S. 25–82, abgerufen am 22. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Zustände in einigen Lagern sind durch Zeugenaussagen ehemaliger Gefangener dokumentiert worden.

Liste bekannter Kwan-li-so[Bearbeiten]

Fehlende Nummern ergeben sich aus der Vereinigung oder Schließung einzelner Lager.

Straflager Provinz Offizieller Name Größe Gefangene Bemerkungen
Kaech’ŏn P’yŏngan-namdo Kwan-li-so Nr. 14 155 km² 15000 nicht identisch mit dem Umerziehungslager Kae’chŏn
Yodŏk Hamgyŏng-namdo Kwan-li-so Nr. 15 378 km² 46500 2014 geschlossen<ref>Choi Song Min: Camp 15 Gone But No Liberty for Prisoners. In: Daily NK. 8. November 2014, abgerufen am 19. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Hwasŏng Hamgyŏng-pukto Kwan-li-so Nr. 16 549 km² 10000 gelegen beim Atomwaffentestgelände P'unggye-ri
Pukch’ang P’yŏngan-namdo Kwan-li-so Nr. 18 73 km² 50000
Haengyŏng Hamgyŏng-pukto Kwan-li-so Nr. 22 225 km² 50000 nicht identisch mit dem Umerziehungslager Haengyŏng bzw. Hoeryŏng,
siehe Liste der Umerziehungslager
Ch’ŏngjin Hamgyŏng-pukto Kwan-li-so Nr. 25 0,25 km² > 3000

Nach einem 2013 veröffentlichten Bericht von Amnesty International setzte sich der Ausbau der Internierungslager auch unter der Regierung von Kim Jong-un weiter fort.<ref>Nordkorea: Neue Satellitenbilder belegen: Straflager werden weiter ausgebaut. In: amnesty.ch. 5. Dezember 2013, abgerufen am 4. November 2019.</ref>

Berichte von Gefangenen[Bearbeiten]

Ein ehemaliger Insasse des Straflagers Nr. 15 Yodŏk ist der südkoreanische Journalist Kang Chol-hwan, der ein Buch über seine Zeit im Lager verfasste.<ref>Anne Schneppen: Nordkorea: Zehn Jahre in der Hölle. In: faz.net. 24. Juni 2003, abgerufen am 23. September 2021.</ref> Das Schicksal eines geflohenen Sträflings von Straflager Nr. 14 Kaech'ŏn, Shin Dong-hyuk, ist ebenfalls Gegenstand eines Buches, das auch verfilmt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />