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L6 Wombat

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L6 Wombat

Datei:Wombat Recoilless Weapon.JPG
WOMBAT im Imperial War Museum Duxford

Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung L6 WOMBAT
Entwickler/Hersteller Royal Armament Research and Development Establishment & Royal Ordnance
Entwicklungsjahr 1950er-Jahre
Produktionszeit 1964 bis Ende 1960er-Jahre
Modellvarianten L2 BAT, L4 MOBAT, L6 WOMBAT, L7 CONBAT
Waffenkategorie Rückstoßfreies Geschütz
Mannschaft 2–4
Technische Daten
Gesamtlänge 3,86 m
Kaliber 120 mm
Drall 19,5
Gewicht in
Feuerstellung
295 kg
Kadenz 1–4 Schuss/min
Höhenrichtbereich −8° bis +17 Winkelgrad
Seitenrichtbereich 360°
Ausstattung
Visiereinrichtung Zielfernrohr
Verschlusstyp Keilverschluss
Ladeprinzip manuell
Munitionszufuhr manuell

Der L6 WOMBAT ist ein Rückstoßfreies Geschütz mit Kaliber 120 mm. Er wurde in den 1950er-Jahren im Vereinigten Königreich für die Panzerabwehr entwickelt. Das Akronym WOMBAT steht für „Weapon Of Magnesium, Battalion, Anti- Tank“.

Entwicklung[Bearbeiten]

Für den Ersatz der aus dem Zweiten Weltkrieg stammenden Panzerabwehrkanone Ordnance QF 17-pounder wurde für die Streitkräfte des Vereinigten Königreichs die L2 BAT entwickelt, welche 1953 einsatzbereit war. Auf Basis von diesem Geschütz entstanden die leichteren Modelle L4 MOBAT und 1964 der L6 WOMBAT.<ref name="janes">Major F. Hobart: Jane's Infantry Weapons 1975. 1974, S. 786–788.</ref>

Varianten[Bearbeiten]

  • L2 BAT: Ursprungsversion aus dem Jahr 1953. Infanteriegeschütz mit Schussschild. Gewicht 998 kg.<ref name="weaponsystems1">Weaponsystems.net: 120mm L2 BAT</ref>
  • L4 MOBAT: Version aus den 1950er-Jahren für die British Army. Gewicht 766 kg.<ref name="weaponsystems2">Weaponsystems.net: 120mm L4 MOBAT</ref>
  • L6 WOMBAT: Version aus dem Jahr 1962 für das Parachute Regiment und die Royal Marines. Gewicht 295 kg.<ref name="weaponsystems3">Weaponsystems.net: 120mm L6 WOMBAT</ref>
  • L7 CONBAT: Ältere mit der 12,7-mm-Einschießwaffe nachgerüstete Geschütze.

Technik[Bearbeiten]

Der L6 WOMBAT war ein Rückstoßfreies Geschütz mit Kaliber 120 mm, zur Bekämpfung von Kampfpanzern und anderen Panzerfahrzeugen auf Distanzen bis etwa 1.000 m. Das Waffensystem wog Schussbereit rund 295 kg. WOMBAT konnte von Infanteristen transportiert und eingesetzt werden. Daneben konnte es auch auf Fahrzeugen aufgesetzt werden. Im Normalfall erfolgte der Einsatz durch 2–3 Soldaten: Geschützführer, Richtschütze plus Ladeschütze.<ref name="brassey">John Norris: Brassey’s Anti-Tank Weapons. 1996, S. 108.</ref>

Lafetten & Fahrzeuge[Bearbeiten]

WOMBAT war auf einer einachsige Lafette montiert und konnte von leichten Landfahrzeugen wie z. B. dem Austin Champ gezogen werden. Daneben wurde das Geschütz auf Fahrzeugen der Typen FV 432, Land Rover sowie Snow-Trac aufgesetzt. Weiter konnte WOMBAT auch von leichten Hubschraubern auf das Gefechtsfeld transportiert werden.<ref name="brassey" />

Geschütz[Bearbeiten]

Das L12-Geschütz hatte eine Länge von 3,86 m (inkl. Verschluss). Das Geschützrohr war aus einer Magnesiumlegierung gefertigt und für einen maximalen Gasdruck von 11,58 kN/cm² ausgelegt. Die Züge hatten eine Dralllänge von 19,5 Kalibern (2.340 mm). Hinten am Geschützrohr war ein Keilverschluss mit einer Lavaldüse angebracht. Bei der Rohrwiege war ein Zielfernrohr mit Strichplatte montiert. Für Nachtgefechte konnte auf das Zielfernrohr ein Restlichtverstärker aufgesetzt werden. Oben auf dem Geschützrohr war eine Einschießwaffe mit Leuchtspurmunition verbaut. Anfänglich wurde dafür ein 7,7-mm-Bren und später ein M8C mit Kaliber 12,7 × 76 mm verwendet.<ref name="janes" /><ref name="weaponsystems3" />

Der Richtschütze befand sich links der Waffe. Er richtete das Geschütz mit Kurbeln auf das Ziel aus. Das Geschütz konnte in der Horizontalen um 360° auf der Lafette gedreht und in der Vertikalen −17° bis +65° gerichtet werden. Das Ziel wurde mit dem Zielfernrohr anvisiert. Dann schoss der Richtschütze zuerst die Einschießwaffe ab, traf das das Leuchtspurgeschoss das Ziel, feuerte er das Geschütz ab. Kurzzeitig war eine Schussfolge von 4 Schuss pro Minute möglich. Danach musste die Schussfolge, infolge der thermischen Beanspruchung des Geschützrohres, auf 1–2 Schuss pro Minute reduziert werden. Aufgrund des nach hinten austretenden Treibladungsgasen bestand hinter der Waffe ein großflächiger Gefahrenbereich, der beim Abschuss nicht betreten werden durfte. Auch konnten aufgewirbelter Staub und der große Feuerstrahl die Stellung des WOMBAT verraten.<ref name="brassey" />

Munition[Bearbeiten]

Der WOMBAT verschoss patronierte Munition. Diese bestand aus einer Granate mit einer aufgesteckten Patronenhülse. Der Patronenboden hatte eine Berstscheibe. Bei der Zündung trieb ein Teil der Treibladungsgase das Geschoss aus dem Geschützrohr. Der Großteil der Treibladungsgase entwich über die Berstscheibe in die Lavaldüse, wo sie mit Überschallgeschwindigkeit rückwärts aus dem Geschützrohr austraten, was den Rückstoß kompensierte.<ref name="janes" />

Das Standardgeschoss für die Panzerbekämpfung war das L2-Quetschkopf-Geschoss (HESH). Der komplette Schuss wog 27,3 kg und die die Granate 12,8 kg. Die Treibladung hatte ein Gewicht von 4,5 kg. Die Mündungsgeschwindigkeit betrug 462 m/s. Die effektive Schussdistanz gegen fahrende Ziele lag bei rund 750 m und gegen stehende Fahrzeuge bei rund 1.100 m. Das Geschoss hatte eine Durchschlagskraft von etwa 400 mm Panzerstahl. Für die Bekämpfung von Infanteriezielen standen Kartätsche- und Flechette-Geschosse zur Verfügung.<ref name="janes" />

Status & Verbreitung[Bearbeiten]

Innerhalb der Streitkräfte des Vereinigten Königreichs wurde der L6 WOMBAT ab den 1970er-Jahren schrittweise durch die Vigilant- und MILAN-Panzerabwehrlenkwaffen ersetzt, verbleib aber bis Ende der 1980er-Jahre im Bestand. Es befinden sich keine WOMBAT-Geschütze mehr im Einsatz.<ref name="janes2">Colonel John Weeks: Jane's Infantry Weapons 1980–1981. 1980, S. 542–543.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: L6 Wombat – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Colonel John Weeks: Jane's Infantry Weapons 1980–1981. Jane’s Information Group, Vereinigtes Königreich, 1980, ISBN 0-7106-0702-4.
  • John Norris: Brassey’s Anti-Tank Weapons. Brassey’s, Vereinigtes Königreich, 1996, ISBN 1-85753-177-9.
  • Major F. Hobart: Jane's Infantry Weapons 1975. Macdonald & Co Publishers Ltd., Vereinigtes Königreich, 1974, ISBN 0-354-00516-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />