Lac des Brenets
| Lac des Brenets | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:2011-Lac-des-Brenets.jpg | ||||||
| Der See bei hohem Wasserstand vom südöstlichen (rechten) Ufer bei Les Brenets aus gesehen | ||||||
| Geographische Lage | Jura | |||||
| Zuflüsse | Doubs, Rançonnière | |||||
| Abfluss | Doubs | |||||
| Orte am Ufer | Les Brenets, Villers-le-Lac | |||||
| Daten | ||||||
| Koordinaten, (CH) | 47° 4′ 9″ N, 6° 41′ 52″ O (543727 / 213394)
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| Höhe über Meeresspiegel | 750 m | |||||
| Fläche | 80 ha | |||||
| Maximale Tiefe | 26 m | |||||
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Besonderheiten |
international (Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz) | |||||
Der Lac des Brenets ist ein etwa 0,8 km² grosser See im Tal des Flusses Doubs im Jura. Der Doubs bildet hier die Landesgrenze zwischen der Schweiz und Frankreich. In der Schweiz ist er nach dem Grenzort Les Brenets am südöstlichen (rechten) Ufer benannt. In Frankreich heisst er Lac de Chaillexon nach dem gegenüberliegenden Weiler Chaillexon in der französischen Gemeinde Villers-le-Lac.
Geographie[Bearbeiten]
Der See ist etwas mehr als vier Kilometer lang und durchschnittlich 150 bis 200 m breit. Der mittlere Seespiegel liegt auf 750 m ü. M.; der tiefste Punkt des Seebodens im nördlichen Abschnitt des Sees erreicht 724 m ü. M., was einer maximalen Tiefe von 26 m entspricht.
Der See ist ein natürlicher Stausee des Doubs, der sich im flachen, teils sumpfigen Talboden unterhalb Villers-le-Lac allmählich zu einem stehenden breiten Gewässer mit vielen kleinen Windungen verwandelt. Von rechts mündet die Rançonnière, die das Hochtal von Le Locle entwässert, in einen Seitenarm des Sees. Die anfangs flachen Ufer wandeln sich, je weiter talabwärts man kommt, in Steilufer um. Der nur 200 m breite See ist hier schluchtartig in die Höhen des Juras eingetieft und weist mehrere grosse Windungen auf. Eine Besonderheit bilden die Kalkfelsen, die mit Höhen von 20 bis 80 m teilweise senkrecht in den See abfallen. Vom unteren Ende (Nordostende) des Sees bis zum Wasserfall Saut du Doubs sind es etwa 400 m. Hier schliesst der Stausee Lac de Moron fast unmittelbar an.
Seeanteil haben das namengebende Les Brenets im Schweizer Kanton Neuenburg, das an einem Abhang rund 100 m über dem See liegt, und Villers-le-Lac im französischen Département Doubs.
Geschichte[Bearbeiten]
Der See entstand durch einen Bergsturz, der sich vor rund 14'000 Jahren ereignete und den Doubs aufstaute, der hier vorher während Jahrmillionen sein Bett durch Erosion in die Kalkschichten des Juras eingegraben hatte. Am Ende der durch den Bergsturz entstandenen Auffüllung des Taleinschnitts über etwa 400 m Länge fällt das gestaute Wasser im Saut du Doubs wieder auf den alten Talboden zurück. Die Tiefe des Sees ist an seinem Ende etwa gleich gross (26 m) wie die Höhe des Wasserfalls (27 m), was ein Hinweis auf die gleichmässige Höhe der Auffüllung durch den Bergsturz ist.
Im heissen und trockenen Sommer 2018 versickerte mehr Wasser durch den karstigen Seeboden als zufloss. Der Spiegel des Lac des Brenets fiel um sieben Meter, wodurch der See auf Höhe des Dorfes Les Brenets fast verschwand. Die Schifffahrt musste eingestellt werden.<ref>Kapitäne ohne See. In: SRF Tagesschau. 22. September 2018, abgerufen am 29. September 2018.</ref><ref>Kapitäne ohne See (Video). SRF, 22. September 2018, abgerufen am 29. September 2018.</ref> Bis Ende Oktober trocknete der See nahezu vollständig aus.<ref>Lac des Brenets: Schweizer See nach monatelanger Dürre nur noch ein Rinnsal. In: Die Welt. 27. Oktober 2018, abgerufen am 27. Oktober 2018.</ref> Am 23. November wurde auf 735,89 m ü. M. der niedrigste Pegel dieser Trockenperiode und der niedrigste Pegel überhaupt in der Periode 1964–2025 aufgezeichnet.<ref name="hydrodaten">Lac des Brenets - Les Brenets 2057. In: hydrodaten.admin.ch. Bundesamt für Umwelt, abgerufen am 15. Juli 2026.</ref> Der niedrigste jemals gemessene Pegel wurde am 5. Oktober 1906 auf 734,66 m ü. M. gemessen.<ref>Hydrologisches Jahrbuch der Schweiz 2018. (PDF; 8 MB) Bundesamt für Umwelt, 2019, abgerufen am 10. August 2019.</ref>
Im Dürre-Sommer 2022 fiel der Wasserspiegel des Sees innert eines Monats um mehr als sechs Meter, so dass er um den 19. Juli 2022 erneut nahezu vollständig ausgetrocknet war. Die Schifffahrt wurde eingestellt.<ref>Hitzewelle: «Absolute Hölle» – Westeuropa zieht erste Hitze-Bilanz (Live-Ticker). In: Neue Zürcher Zeitung. 2022, abgerufen am 20. Juli 2022.</ref> Im August trocknete der See komplett aus,<ref>Wetter: Der Lac des Brenets im Jura ist komplett ausgetrocknet. In: Blick. 17. August 2022, abgerufen am 21. August 2022.</ref> am 17. August wurde auf 738,42 m ü. M. der niedrigste Pegel dieser Trockenperiode verzeichnet.<ref name="hydrodaten" /> Gleiches wiederholte sich 2023<ref>Regen wird zum Segen: Schweiz: Ausgetrockneter See wieder voll. In: wetteronline.de. WetterOnline Meteorologische Dienstleistungen GmbH, Bonn, 12. November 2023, abgerufen am 13. November 2023.</ref> und im Dürresommer 2026.<ref>Lac des Brenets im Neuenburger Jura völlig ausgetrocknet. In: srf.ch. 27. Juli 2026, abgerufen am 27. Juli 2026.</ref><ref>Francesco Brienza: Lac des Brenets: Internationale Medien berichten über Trockenheit. In: tagesanzeiger.ch. 3. August 2026, abgerufen am 3. August 2026.</ref><ref>Franziska Zaugg: Lac des Brenets: Ausgetrockneter Jura-See erblüht. In: tagesanzeiger.ch. 24. August 2026, abgerufen am 26. August 2026.</ref>
Tourismus[Bearbeiten]
Der See ist dank seiner Naturschönheit ein Ausflugsziel im Hochjura. Im Sommer wird er für Bootsfahrten und zum Baden genutzt. Während des Winters ist er regelmässig über mehrere Wochen zugefroren und verwandelt sich dadurch in eine riesige Eisbahn.
Schiffländen[Bearbeiten]
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Saut-du-Doubs | Saut du Doubs | {{#coordinates:47,08389|6,70839|
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| Les Brenets (Lac) | Les Brenets | {{#coordinates:47,068553|6,697683|
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Sonstiges[Bearbeiten]
1950 sprang der katholische Priester Abbé Simon von einem 35 m hohen Felsen ins Wasser, um Aufmerksamkeit zu erregen. Den Sprung bewältigte er unbeschadet.<ref>Jean-Louis Clade: Jura sans frontières. Éditions Mondo, Vevey 2008, ISBN 978-2-8320-0547-7, S. 82.</ref>
Siehe auch[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />