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Lahav Shani

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Datei:Lahav Shani 2024 at Philharmonie de Paris.png
Lahav Shani (2024)

Lahav Shani (* 7. Januar 1989 in Tel Aviv-Jaffa) ist ein israelischer Dirigent und Pianist. Seit September 2026 ist er Chefdirigent der Münchner Philharmoniker.

Werdegang[Bearbeiten]

Lahav Shani ist der Sohn des Chordirigenten Michael Shani. Ab seinem sechsten Lebensjahr erhielt er Klavierunterricht bei Hannah Shalgi und anschließend bei Arie Vardi an der Buchmann-Mehta-Musikschule seiner Heimatstadt. Später nahm er Kontrabassunterricht bei Teddy Kling. Sein Studium setzte er dann an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin bei Christian Ehwald und Hans-Dieter Baum (Orchesterleitung) sowie Fabio Bidini (Klavier) fort. Außerdem erhielt er Coachings von Daniel Barenboim.

Shani erzielte seinen Durchbruch als Dirigent dank des ersten Preises beim Internationalen Gustav Mahler Wettbewerb 2013. Seitdem leitete er das Israel Philharmonic Orchestra, das Los Angeles Philharmonic Orchestra, das City of Birmingham Symphony Orchestra, die Staatskapelle Berlin und die Wiener Philharmoniker. In der Saison 2017/18 war Shani ständiger Gastdirigent der Wiener Symphoniker. Am 8. Mai 2018 dirigierte er die Wiener Symphoniker beim Fest der Freude am Wiener Heldenplatz.

Im Juni 2017 gab Shani sein Debüt mit dem Rotterdamer Philharmonischen Orchester als Dirigent und Klaviersolist. Im August 2017 leitete er das Orchester während des Veerhaven Konzerts. Im September 2018 wurde er dort – als Nachfolger von Yannick Nézet-Séguin – Chefdirigent des Orchesters. Das Rotterdam Philharmonic Orchestra ist sein erstes eigenes Orchester und Shani der jüngste Chefdirigent in der Geschichte des Orchesters.<ref>Lahav Shani, the Rising Israeli Star in the World of Classical Music. In: Haaretz. (haaretz.com [abgerufen am 2. Februar 2023]).</ref>

Außerdem wurde Shani 2019 designierter Chefdirigent des Israel Philharmonic Orchestra, dessen Leitung als Nachfolger von Zubin Mehta er ab Saisonbeginn 2020/21 ganz übernahm.<ref>Personalia: Lahav Shani wird Musikdirektor des Israel Philharmonic Orchestras | Kleine Zeitung. 19. Januar 2018, abgerufen am 2. Februar 2023.</ref>

Im Januar 2023 wurde bekannt, dass Shani ab 2026 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker werden soll und deshalb seinen Rotterdamer Vertrag, der noch bis Ende der Saison 2025/26 läuft, nicht verlängern wird. Seinen Chefposten in Israel will er weiterhin ausfüllen.<ref>Lahav Shani stopt als chef-dirigent in Rotterdam en stapt over naar München. In: nrc.nl. 28. Januar 2023, abgerufen am 31. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im September 2025 sagte das Festival van Vlaanderen einen Auftritt Shanis mit den Münchner Philharmonikern ab. Laut der Festivalleitung habe sich Shani nicht eindeutig von der israelischen Kriegsführung im Gaza-Krieg distanziert; man verwies auf Shanis Funktion als Musikdirektor des Israel Philharmonic Orchestra.<ref>Petrina Engelke, dpa: Flanders Festival Ghent: Münchner Philharmoniker wegen ihres israelischen Dirigenten ausgeladen. In: Die Zeit. 11. September 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 11. September 2025]).</ref><ref>Flanders Festival Ghent cancels the concert on Thursday 18 September. Pressemitteilung. Flanders Festival Ghent, 10. September 2025, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. September 2025; abgerufen am 21. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Für Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) war die Entscheidung „in keiner Weise“ nachvollziehbar; der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) sprach von „einer Schande für Europa“<ref name="faz202509"/> und „blankem Antisemitismus“. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München Charlotte Knobloch sprach von einem der „krassesten Beispiele des aktuellen Judenhasses“, der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sagte, er halte „die Absage unter der genannten Begründung für einen ganz und gar unsäglichen und zutiefst antisemitischen Vorgang“.<ref>Entsetzen nach Ausladung von Dirigent Shani www.juedische-allgemeine.de, 11. September 2025.</ref> Laut Jürgen Kaube von der FAZ hatte Shani bereits zuvor die israelische Regierung kritisiert und sich gegen eine Identifikation des Staates Israel mit seiner Regierung gewandt.<ref name="faz202509">Jürgen Kaube: Ausladung Lahav Shanis: Eine Schande für Europa. In: FAZ.net. 11. September 2025, abgerufen am 11. September 2025.</ref> Der belgische Premierminister Bart De Wever kritisierte die Entscheidung der Festivalleitung als „rücksichtslos und unverantwortlich“,<ref>Belgian festival cancels Munich Philharmonic over Israeli conductor. In: Bachtrack. Abgerufen am 31. Mai 2026.</ref> und besuchte demonstrativ ein Konzert der Münchner Philharmoniker unter Shanis Leitung in Essen.<ref>Julian Sadeghi, AFP: Münchner Philharmoniker: Belgiens Premier bekundet Solidarität mit Dirigent Lahav Shani. In: Die Zeit. 14. September 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 14. September 2025]).</ref> Am 12. September 2025 wurde bekannt, dass die Münchner Philharmoniker und Lahav Shani auf Einladung des Musikfestes Berlin am 15. September in der deutschen Hauptstadt auftreten werden.<ref>Solidarität mit Lahav Shani: Münchner Philharmonikern bei Musikfest Berlin. In: FAZ.net. 12. September 2025, abgerufen am 12. September 2025.</ref> Thomas Gutschker bezeichnete in der FAZ die flämische Kulturministerin Caroline Gennez als verantwortlich für die Ausladung Shanis und warf ihr bezüglich ihres politischen Mandats „Grenzüberschreitungen“ vor.<ref>Thomas Gutschker: Gegen Inquisition, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15. September 2025, S. 8.</ref>

Shani lebt mit seiner Ehefrau, der Klarinettistin Miri Saadon Shani, in Berlin.<ref>Junger Maestro, Jüdische Allgemeine vom 19. Februar 2023, abgerufen am 12. September 2025.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Lahav Shani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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