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Laistrygonen

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Die Laistrygonen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) werden bei Homer,<ref>Homer, Odyssee 10, 80–132.</ref> Ovid,<ref>Ovid, Metamorphosen 14, 233–242.</ref> Hyginus<ref>Hyginus, Fabulae 125.</ref> und Apollodor<ref>Bibliotheke des Apollodor Epitome 7, 12.</ref> erwähnt. Sie sind ein märchenhaftes Volk von Riesen und Kannibalen, das nur Viehzucht, aber keinen Ackerbau betreibt und als äußerst unzivilisiert beschrieben wird. Stammvater der Laistrygonen ist Laistrygon, ein Sohn des Poseidon und der Gaia.

Die Hauptstadt der Laistrygonen heißt Telepylos („fernes Tor“), wohl benannt nach dem Hafen mit einer engen Einfahrt. Von einigen Autoren wurde vorgeschlagen, dass Telepylos „fernes Pylos“ bedeutet, im Kontrast zum (nahe gelegenen) Pylos auf der Peloponnes.<ref>Albert Gruhn: Der Schauplatz der Ilias und Odyssee, Bände 9-11. 1910, S. 34. Ähnlich auch Armin Wolf: Homers Reise. Auf den Spuren des Odysseus. Böhlau-Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3412204075, S. 51, der auf ausgeprägte geografische Ähnlichkeiten zwischen dem messenischen Pylos an der Bucht von Navarino (das er mit dem homerischen Pylos gleichsetzt) mit der Bucht von Marsala verweist, wo er Telepylos vermutet (ebenda, S. 44ff.).</ref>

In der Odyssee[Bearbeiten]

Datei:Odysseus bei den Laestrygonen.jpg
Die Zerstörung der Schiffe des Odysseus, moderne Darstellung von 1902

Odysseus erreicht das Land am siebten Tag nach der Abreise von der Insel des Aiolos und vor dem Besuch bei Kirke auf der Insel Aiaia. Er lässt elf seiner zwölf Schiffe im Hafen anlegen; lediglich sein eigenes Schiff lässt er aus Gründen der Vorsicht weiter vor der Küste ankern. Bei Homer wird der Poseidon-Sohn Lamos als Gründer des königlichen Geschlechts genannt, sein Nachfahre Antiphates wird als der gegenwärtige König angegeben. Odysseus lässt drei Kundschafter aussenden, die zunächst an der Quelle Artakie auf die Tochter des Königs treffen. Sie führt die Kundschafter zum König, der sofort einen von ihnen tötet und verspeist, den anderen beiden gelingt zunächst die Flucht. König Antiphates ruft allerdings die Laistrygonen zusammen, die die Schiffe im Hafen dadurch zerstören, dass sie sie mit großen Felsbrocken bewerfen. Odysseus kann mit einem kleinen Teil seiner Gefährten auf seinem Schiff entkommen. Seine übrigen Männer werden von den Laistrygonen aus dem Wasser gefischt und verschlungen.

Lokalisierungsversuche[Bearbeiten]

Die Lage des Landes der Laistrygonen ist ungewiss. Homer erwähnt, dass dort die Bahnen von Tag und Nacht nahe seien, weshalb ein Hirte, der nicht schläft, doppelten Lohn – als Schafhirt und als Rinderhirt – verdienen könne.<ref>Homer, Odyssee 10, 83–86.</ref>

Die späteren Griechen suchten den Wohnsitz der Laistrygonen auf Sizilien,<ref>Thukydides 6,2; Theopompos bei Polybios 8, 9, 13.</ref> speziell unterhalb des Ätna in den Gefilden der Stadt Leontinoi,<ref>Strabo 1, 2, 9; Eustathios, Kommentar zu Homer, Odyssee 10, 81 1649, 10; Scholion zu Lykophron, Alexandra 662.</ref> die römischen Autoren an der südlichsten Küste von Latium im Gebiet von Formiae.<ref>Cicero, Epistulae ad Atticum 2, 13, 2; Plinius der Ältere, Naturalis historia 3, 59.</ref> Auch ein Ort in der Nähe von Kyzikos am Marmarameer wird erwogen, da die Argonautensage dort ebenfalls eine Quelle namens Artakie erwähnt und die dort lebenden Gegeneis gewisse Parallelen zu den Laistrygonen offenbaren.<ref>vgl. hierzu Uvo Hölscher: Die Odyssee. Epos zwischen Märchen und Roman. C. H. Beck, München 2000, S. 171–173.</ref> Andere haben Mezapos bei Stavri im Peloponnes in Griechenland als Lage identifiziert, während Ernle Bradford zu dem Ergebnis kommt, dass es sich um (den Hafen von) Bonifacio auf Korsika handele.<ref>Ernle Bradford: Reisen mit Homer. Die Wiedergefundenen Inseln, Küsten und Meere der Odyssee. dtv, München 1967, S. ?.</ref> Armin Wolf dagegen lokalisiert die Laistrygonen in Westsizilien, am Golf nördlich von Marsala.<ref>Armin Wolf: Homers Reise. Auf den Spuren des Odysseus. Böhlau-Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3412204075, S. 44 ff.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Laistrygonen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

<references/>