Zum Inhalt springen

Landambulatorium

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Landambulatorium war eine Einrichtung zur ambulanten medizinischen Versorgung auf dem Lande in der Deutschen Demokratischen Republik. Ein Landambulatorium hatte mindestens zwei Fachabteilungen und sollte, wie die Polikliniken in den Städten, das System der niedergelassenen Ärzte ersetzen.<ref>Sabina Schroeter: Die Sprache der DDR im Spiegel ihrer Literatur: Studien zum DDR-typischen Wortschatz. Walter de Gruyter, 1994, ISBN 978-3-11-013808-5, S. 59.</ref> Die Ärzte und weiteren Mitarbeiter eines Landambulatoriums waren staatlich angestellt. Die 1947 von der DDR-Regierung initiierte Reform des Gesundheitswesens wurde durch Gründung von Landambulatorien bei gleichzeitiger Reduktion von Niederlassungen freiberuflicher Ärzte vorangetrieben.<ref>Johannes Frerich, Martin Frey: Sozialpolitik in der Deutschen Demokratischen Republik. Walter de Gruyter, 2. Aufl. 1996, ISBN 978-3-486-79082-5, S. 209.</ref> Ziel war es, ein Landambulatorium auf je 8000 bis 10000 Einwohner einzurichten.<ref>In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Karl-Marx-Universität: Mathematisch-Naturwissenschaftliche Reihe, Band 8, 1958.</ref> 1950 gab es bereits 136 Landambulatorien, bis 1960 hatte sich ihre Zahl auf 373 erhöht. Sie blieb bis zum Ende der DDR bei etwa 380 Einrichtungen.<ref>Brigitte Borrmann: Zwischen Bevormundung und beruflicher Autonomie: die Geschichte des Bundes Deutscher Hebammen. Bund Deutscher Hebammen, 2006, ISBN 978-3-00-017313-4, S. 91.</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />