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Laubrhythmus

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Vorlage:Hinweisbaustein Pflanzen werden nach ihrem Laubrhythmus oder der Blattausdauer unterschieden. Die Lebensdauer der Blätter hat wesentlichen Einfluss auf die Stoffproduktion und damit auf die Konkurrenzkraft der Pflanze.<ref name=Klotz/> Manche Autoren differenzieren zwischen Saisongrünen und Immergrünen und unterscheiden bei den Immergrünen dauer-, wechsel- und teilimmergrüne Pflanzen.<ref name=Rotha/> Andere Autoren nehmen eine Einteilung nach vorsommergrün, sommergrün, überwinternd-grün und immergrün vor.<ref name=Klotz/> Daneben gibt es abhängig von Verbreitungsgebiet und Standort von Pflanzen weitere Begriffe, die die Anpassung des Laubrhythmus an spezifische Umweltbedingungen beschreiben.

Saisongrüne oder Wechselgrüne Pflanzen[Bearbeiten]

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Die Bezeichnungen für die Arten des Laubwechsels sind uneinheitlich. Die von Jäger & Werner bezeichneten Frühjahrsgrünen werden von Klotz & Kühn vorsommergrün genannt.<ref name=Klotz>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Online-Auszug (Memento vom 24. Januar 2017 im Internet Archive) Stefan Klotz, Ingolf Kühn: Blattmerkmale, Schriftenreihe für Vegetationskunde, H. 38, 2002, Bundesamt für Naturschutz. Seiten 119 bis 126</ref> Auch stellen Klotz & Kühn im Unterschied zu Jäger & Werner die herbst-frühjahrsgrünen Arten zu den überwinternd grünen Arten. Grund hierfür ist, dass der Laubrhythmus vergleichbar ist. Unterschiede bestehen nach den Autoren nur hinsichtlich der Gesamtlebensdauer als einjährig überwinternde oder ausdauernde Arten.<ref name=Klotz/>

Datei:Crocus with one bee.jpg
Krokus: frühjahrsgrüne Pflanze

Frühjahrsgrüne<ref name=Rotha/>, vorsommergrüne<ref name=Klotz/> Pflanzen kennzeichnet eine Belaubung vom Vorfrühling bis zum Frühsommer mit einer unbelaubten Sommer- bis Winterruhe. Erst im Herbst werden neue Wurzeln und unterirdische Triebe gebildet. Typische Pflanzen sind Frühblüher wie Schneeglöckchen und Krokus.<ref name="Rotha">Eckehardt J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen, Springer, 2016, ISBN 978-3-662-50419-2, S. 33 f. </ref>

Sommergrüne<ref name=Klotz/><ref name=Rotha/>, kältekahle oder winter-laubabwerfende, winterruhende Pflanzen bilden erst in der wärmeren Jahreszeit, im Frühjahr oder erst Anfang Sommer frisches Laub und verlieren es im Spätherbst wieder, unabhängig davon, ob Frost auftritt. Einige hiervon, wie beispielsweise das Tränende Herz werfen ihr Laub bereits im Frühsommer ab (Frühling-Sommergrün).<ref name=Rotha /><ref name="Vlad">Vladimir G. Onipchenko: Alpine Ecosystems in the Northwest Caucasus. Springer, 2004, ISBN 978-90-481-6649-7, S. 141 f.</ref>

Überwinternd grüne<ref name=Klotz/><ref name=Rotha/>, sommerkahle oder sommer-laubabwerfende, sommerruhende Pflanzen<ref>Peter Mertz: Pflanzengesellschaften Mitteleuropas und der Alpen. Ecomed, 2000, ISBN 978-3-609-69980-6, S. 41.</ref> treiben im Herbst aus und das Laub verbleibt bis zum Ende des Frühlings oder Frühsommers (herbst-frühjahrsgrün oder -frühsommergrün). Sie bleiben also den Winter über grün (wintergrün).<ref name=Rotha /><ref name="Vege">Schriftenreihe für Vegetationskunde. Bände 36–39, Bundesanstalt für Vegetationskunde, Naturschutz und Landschaftspflege, 2002 S. 123.</ref> Zum Beispiel das Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium) oder der krokusartige Herbst-Goldbecher (Sternbergia lutea). Zu den herbst-früjahrsgrünen gehören einige Traubenhyazinthen oder auch der Italienische Aronstab, zu den herbst-frühsommergrünen gehört der Orientalische Mohn.<ref name=Rotha />

Überwinternd grüne Pflanzen sind in nord- und mitteleuropäischen Breiten meist Geophyten, deren Erneuerungsknospen als Überdauerungsorgane unter der Erde verborgen liegen, und weisen einen Wuchsrhythmus auf der für mediterrane Pflanzen charakteristisch ist.<ref name=Rotha />

Möglich sind auch regengrüne, trockenkahle Pflanzen die auf die Regenperiode abgestimmt sind und periodisch das Laub abwerfen, so dass sie während der Trockenzeit kahl sind.<ref>August Ginzberger, Josef Stadlmann: Pflanzengeographisches Hilfsbuch. Springer, 1939, ISBN 978-3-7091-5234-8, S. 121.</ref>

Andere Kombinationen[Bearbeiten]

Es kommen auch verschiedene andere Kombinationen vor:

  • nur im Frühling,<ref name="Nak" /> Pflanzen die nur im bzw. teilweise im Frühling grün sind
  • Frühling-frühsommergrüne, Frühjahr bis zum Frühsommer<ref name="Biond">E. Biondi, J.-M. Gehu, F. Pedrotti: Fitodinamica: i differenti aspetti della dinamica vegetale Band 24 von Colloques phytosociologiques, Cramer, 1996, ISBN 978-3-443-70013-3, S. 382.</ref>
  • Frühling-sommergrün, Frühjahr bis zum Spätsommer<ref name="Vlad" />
  • Frühling-sommer-herbstgrüne Pflanzen welche im Herbst, Winter absterben<ref name="Vlad" /><ref>A. K. van Setten, J. Koek-Noorman: Bibliotheca Botanica. Band 17 von Studies in Annonaceae, Schweizerbart, 1992, S. 150.</ref>
  • Frühling-herbst-wintergrüne mit einer Sommer-Ruheperiode<ref>Berichte Biochemie und Biologie. Band 398, 1974, S. 135.</ref>
  • Sommer-herbstgrün, mit einer Belaubung im Spätsommer bis Ende Herbst<ref name="Vlad" /><ref name="Biond" />
  • Sommer-wintergrüne Pflanzen, mit einer kurzen sommerlichen und winterlichen Ruheperiode, im Spätherbst, Winter erscheinende Blätter sterben im Frühling, Frühsommer ab, hier sind nur basale Blattteile oder die ganzen, späten Blätter bis im Winter grün. Dies kann fakultativ oder obligat sein.<ref name="Vlad" /><ref name="Nak">G. Nakhutsrishvili, O. Abdaladze, K. Batsatsashvili et al.: Plant Diversity in the Central Great Caucasus. Springer, 2017, ISBN 978-3-319-55776-2, S. 62.</ref><ref>Berichte Biochemie und Biologie. Band 333, 1970, S. 293.</ref>
  • Herbstgrün<ref name="Nak" /> hier sind die Pflanzen nur im Herbst grün
  • Halbwintergrüne spät- oder winterlaubabwerfende Pflanzen, sie sind bis in den Hochwinter belaubt.<ref name="Dend">Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. Nr. 86, DDG, 2001.</ref>

Es gibt auch Pflanzen die zwei unterschiedliche Triebe ausbilden, z. B. sommer- und immergrüne (heteroptosis).<ref>Canadian Journal of Botany. Band 62, National Research Council of Canada, 1984, S. 2552.</ref>

Immergrüne Pflanzen[Bearbeiten]

Datei:Vinca minor 001.JPG
Kleines Immergrün: dauer-immergrüne Pflanze

Immergrüne Pflanzen sind zu allen Jahreszeiten belaubt und tragen grüne Blätter. Die meisten immergrünen Pflanzen werfen ihr vorjähriges Laub nach dem Neuaustrieb ab. Beispiel für diesen ganzjahres-immergrünen Laubrhythmus ist das Leberblümchen, dessen altes Laub kurz nach dem Austrieb der neuen Laubblätter abstirbt.

Wechsel-immergrüne Pflanzen, wie zum Beispiel das Gänseblümchen, sind dadurch gekennzeichnet, dass sie ihr Laub ständig neu bilden.

Als teil- bzw. halbimmergrüne Pflanzen bezeichnet man solche die abhängig von Umwelteinflüssen ihr Laub teilweise oder ganz abwerfen. Hierbei kann der Blattverlust unterschiedlich lang ausgeprägt sein.<ref name="Home" /><ref name="Gate" /> Ein Beispiel sind Pflanzen die Spätherbstblätter in milden Wintern behalten, jedoch unter dem Einfluss starker Fröste oberirdisch ganz absterben (fakultativ Wintergrüne).<ref name="Dend" /> Zu dieser Gruppe zählt der Gold-Lerchensporn.<ref name=Rotha />
Dauer-immergrüne Pflanzen, wie das Kleine Immergrün behalten ihr Laub zwei oder mehrere Jahre.<ref name=Rotha />

Ganzjahres-immergrüne Pflanzen werden auch gelegentlich als teilimmergrüne bezeichnet, weil sie ihr Laub nach dem Winter beim Neuaustrieb abwerfen werden sie, wie im Prinzip auch die dauergrünen Pflanzen als (wintergrüne) bezeichnet.<ref name="Home">Semi Evergreen Vs. Evergreen bei SFGate News, abgerufen am 3. Februar 2018.</ref><ref name="Gate">Deciduous bei New World Encyclopedia, abgerufen am 3. Februar 2018.</ref><ref>Rainer Matyssek, Jörg Fromm u. a.: Biologie der Bäume. Ulmer, 2010, ISBN 978-3-8001-2840-2, S. 92.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Eckehardt J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen, Springer, 2016, ISBN 978-3-662-50419-2, S. 33 f.
  • Eckehart J. Jäger u. a. (Hrsg.): Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland. 21. Auflage, Springer, 2017, ISBN 978-3-662-49707-4, S. 20.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />