Laura Huhtasaari
Laura Talvikki Huhtasaari (* 30. März 1979 in Vilppula) ist eine finnische Politikerin (Basisfinnen) und war von 2015 bis 2019 Abgeordnete im finnischen Parlament. Bei der Präsidentschaftswahl 2018 erreichte sie für ihre Partei den dritten Platz. Von 2019 bis 2023 war sie Mitglied des Europäischen Parlaments und entschied sich nach ihrer Wiederwahl ins finnische Parlament 2023 wieder für die nationale Politik.
Biographie[Bearbeiten]
Huhtasaari war von 1999 bis 2000 für ein Jahr ehrenamtliche Lehrerin an einer Schule der Siebenten-Tags-Adventisten auf den Marshallinseln. 2004 absolvierte sie ein Studium zur Pädagogin und Klassenlehrerin an der Universität Jyväskylä. An der Universität Ostfinnland ließ sie sich zur Fachlehrerin für Religion ausbilden, 2008 schloss sie an der Universität Helsinki ein Studium zur Sonderpädagogin ab.<ref name="laurahfi">Laura Huhtasaari (PS): CV. In: laurahuhtasaari.fi. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. September 2017; abgerufen am 11. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Ab 2009 arbeitete sie als Sonderpädagogin in Pori.<ref name="Parlament">Laura Huhtasaari. In: eduskunta.fi. Abgerufen am 11. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Neben Finnisch spricht sie Englisch, Schwedisch, Deutsch und Russisch.<ref name="laurahfi"/>
Huhtasaari ist mit dem Mediziner Teemu Lämsä verheiratet und lebt in Merikarvia. Die beiden haben zwei gemeinsame Töchter.<ref name="ylePK">Pekka Kinnunen: Henkilökuvassa Laura Huhtasaari: Kun maailma mureni kolmessa päivässä. In: yle.fi. 9. Januar 2018, abgerufen am 23. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Politische Karriere[Bearbeiten]
Im Jahr 2012 wurde sie das erste Mal in den Stadtrat von Pori gewählt,<ref name="FJ1">Candidates elected Pori. In: tulospalvelu.vaalit.fi. Finnisches Justizministerium, 14. Juni 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Mai 2019; abgerufen am 11. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> 2017 erfolgte ihre Wiederwahl.<ref name="FJ2">Municipal Elections 2017: Pori. In: tulospalvelu.vaalit.fi. Finnisches Justizministerium, 3. Mai 2017, abgerufen am 11. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Jahr 2014 war sie Kandidatin bei der Europawahl und erhielt 9132 Stimmen, verpasste aber den Einzug ins Parlament.<ref name="Fj3">European Parliamentary elections 2014 – Result – Votes for canidates. In: tulospalvelu.vaalit.fi. Finnisches Justizministerium, 30. Mai 2014, abgerufen am 11. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ab 2015 vertrat sie Satakunta im finnischen Parlament und war seitdem unter anderem Mitglied in den Ausschüssen für auswärtige Angelegenheiten und Bildung sowie finnische Delegierte im Nordischen Rat.<ref name="Parlament"/> Im Juni 2017, etwa zwei Jahre nach Beginn der Legislaturperiode, kam es zu einer Spaltung der Basisfinnen, als der bereits 2012 wegen „Aufstachelung zum Rassenhass“<ref name="tagesschau">Reaktion auf Rechtsruck: Nicht mehr mit den Wahren Finnen. In: tagesschau.de. 8. März 2019, abgerufen am 23. Juli 2019.</ref> verurteilte Jussi Halla-aho zum Vorsitzenden der Partei gewählt wurde; ein Sturz der Regierung konnte mittels Neugründung der Blauen Zukunft verhindert werden, der sich unter anderem alle ehemaligen Kabinettsmitglieder der Basisfinnen anschlossen.<ref name="YleTK">Tatu Kuukkanen: Hallituskriisi raukesi perussuomalaisten jakautumiseen: monivaiheinen politiikan superpäivä kerrattuna. In: yle.fi. 13. Juni 2017, abgerufen am 23. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auch Huhtasaari hatte Halla-aho in seiner Kandidatur als Nachfolger des vorherigen Vorsitzenden Timo Soini unterstützt.<ref name="YleAL">Antti Laakso: Kansanedustaja Huhtasaari vaihtaisi Soinin Halla-ahoon. In: yle.fi. 3. Januar 2017, abgerufen am 23. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Huhtasaari gilt als politische Ziehtochter von Jussi Halla-aho<ref name="ylePK"/> und wurde auf seine Empfehlung hin am selben Tag zur ersten stellvertretenden Vorsitzenden der Basisfinnen gewählt.<ref name="YleUK">New leader Halla-aho to push Finns Party in nationalistic, Eurosceptic direction. In: yle.fi. 11. Juni 2017, abgerufen am 23. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Zur Präsidentschaftswahl 2018 wurde sie als Kandidatin der Basisfinnen nominiert.<ref name="HS">Teija Sutinen, Iiro-Matti Nieminen: Perussuomalaiset aikovat asettaa kansanedustaja Laura Huhtasaaren presidenttiehdokkaaksi – Huhtasaari on yhdistelmä konservatiivisuutta, nationalismia ja suoraviivaisuutta. In: HS.fi. 4. August 2017, abgerufen am 11. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ihre Wahllosung lautete „Suomi takaisin“ („Finnland ist zurück“).<ref name="ylePP">Pekka Pantsu: Presidenttiehdokas Laura Huhtasaari ryöpytti EU:ta kampanja-avauksessaan: "EU muistuttaa Neuvostoliittoa". In: yle.fi. 3. Dezember 2017, abgerufen am 23. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Huhtasaari erhielt 6,9 % der Stimmen und verlor im ersten Wahlgang gegen den amtierenden Präsidenten Sauli Niinistö.<ref name="FJ4">Presidential election 2018. In: tulospalvelu.vaalit.fi. Finnisches Justizministerium, 4. April 2018, abgerufen am 23. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im April 2019 erfolgte ihre Wiederwahl ins finnische Parlament, unter der Führung von Halla-aho wurden die Basisfinnen zweitstärkste Kraft und blieben in der Opposition.<ref name="Parlament"/>
Im Mai 2019 trat Huhtasaari erneut zur Europawahl an und wurde gemeinsam mit Teuvo Hakkarainen als eine von zwei Abgeordneten für die Basisfinnen ins Europäische Parlament gewählt. Sie schloss sich der Fraktion Identität und Demokratie an und war dort Mitglied im Fraktionsvorstand. Sie war außerdem Mitglied im Ausschuss für konstitutionelle Fragen und Teil der Delegationen für die Beziehungen zu Japan und den Vereinigten Staaten von Amerika.<ref name="MdEP">Laura Huhtasaari in der Abgeordnetendatenbank des Europäischen Parlaments.</ref> Zugunsten ihres Sitzes im Europäischen Parlament gab sie ihren Sitz im finnischen Parlament ab.<ref name="Parlament"/> Am 05. April verließen die Basisfinnen die ID-Fraktion unter scharfer Kritik wieder und schlossen sich stattdessen den Europäischen0 Konservativen und Reformern; begründet wurde dieser Schritt vor allem mit der unklaren bis wohlwollenden Haltung der ID-Fraktion gegenüber den russischen Aggressionen gegenüber Europa und einem mangelnden Bekenntnis zur NATO als Verteidigungsbündnis des Westens und westlicher Werte.<ref name="Politico">Nicolas Camut: Far-right Finns Party moves to ECR group in EU Parliament. In: politico.eu. 5. April 2023, abgerufen am 25. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 11. April 2023 legte sie ihr Mandat im Europaparlament nieder, nachdem sie im Rahmen der Parlamentswahl anderthalb Wochen zuvor wieder ins finnische Parlament gewählt worden war und sich für die nationale Politik entschieden hatte. Für sie rückte Pirkko Ruohonen-Lerner ins Europaparlament nach. Im Eduskunta ist sie seitdem Erste Stellvertretende Vorsitzende im Hauptausschuss und darüber hinaus Ordentliches Mitglied in den Ausschüssen für Land- und Forstwirtschaft sowie für Bildung und Kultur; darüber hinaus sitzt sie im parlamentarischen Aufsichtsrat des finnischen Unabhängigkeitsfonds SITRA und in der finnischen Delegation des Europa-Asien-Dialogs.<ref name="Parlament"/>
Politische Positionen[Bearbeiten]
Laura Huhtasaari vertritt überwiegend nationalkonservative Positionen. So setzte sie sich vor allem für einen Austritt Finnlands sowohl aus dem Euro als auch aus der Europäischen Union ein,<ref name="ylePK"/> weil diese mehr und mehr zu einer neuen „Sowjetunion“ werde.<ref name="ylePP"/> Außerdem ist sie ausgesprochene Kritikerin der aktuellen Einwanderungspolitik Finnlands: Sie warnt vor einer „Islamisierung Europas“, setzt sich für eine sofortige Grenzschließung ein und nennt das Nachbarland Schweden als Negativbeispiel für misslungene Integration.<ref name="ylePP"/> Notwendigenfalls könne und müsse Finnland dafür auch internationale Verträge brechen.<ref name="YleAL2">Antti Laakso: Kansanedustaja: Turvapaikanhakijat käännytettävä keinolla millä hyvänsä. In: yle.fi. 11. November 2017, abgerufen am 23. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Russland sieht Huhtasaari eine „Bedrohung für die Sicherheit Finnlands“ und äußerte, dass Finnland im Falle russischer Aggressionen hilflos verloren sei; Kritiker warfen ihr daraufhin vor, die finnische Verteidigungsfähigkeit schlechtzureden. Nichtsdestotrotz sprach sie sich im Präsidentschaftswahlkampf gegen einen finnischen Beitritt zur NATO aus und widersprach damit dem Parteivorsitzenden Halla-aho; stattdessen bevorzuge sie einen deutlichen Ausbau der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit mit den schwedischen Nachbarn.<ref name="ylePK"/>
Huhtasaari betont regelmäßig ihren christlichen Glauben. So ist sie Kreationistin und hält die Evolutionstheorie für eine „unmögliche Theorie“. Außerdem setzt sie sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ein, die in Finnland bereits seit 2017 möglich ist. Zudem unterstützte sie den ehemaligen US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump.<ref name="ylePK"/> Sie sprach sich wiederholt für eine Verschärfung des finnischen Strafrechts aus und nannte in diesem Zusammenhang Estland und Russland als Vorbilder. Außerdem forderte sie ein Onlineregister für Sexualstraftäter nach amerikanischem Vorbild.<ref name="IltaKJ">Kalle Jokinen: Kansanedustajalta kova ehdotus: Raiskaajat Viroon, pedofiilit nettirekisteriin. In: iltalehti.fi. 13. Juli 2015, abgerufen am 23. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Kontroversen[Bearbeiten]
Während des Präsidentschaftswahlkampfs 2018 wurden Vorwürfe laut, Huhtasaari habe ihre Masterarbeit an der Universität Jyväskylä plagiiert. Ein externes Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass Huhtasaaris Verstöße gegen die wissenschaftliche Praxis in der Tat „schwerwiegend“ seien, und wertete Teile der Arbeit als Täuschung. Huhtasaari selbst verteidigte sich mit dem Argument, dass es sich höchstens um Unaufmerksamkeit ihrerseits, in keinem Falle jedoch um vorsätzliche Täuschung handle, und kritisierte die Beauftragung eines externen Gutachtens, nachdem die Universität selbst zunächst keine schwerwiegenden Verstöße hatte feststellen können.<ref name="YleSS">Sanna Savela: Jyväskylän yliopisto: Laura Huhtasaaren gradussa enemmän plagiointia kuin aiempi selvitys osoitti. In: yle.fi. 27. August 2018, abgerufen am 23. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Außerdem veröffentlichte sie im Laufe der Debatte ein positives Zeugnis über ihre ehrenamtliche Lehrtätigkeit in Mikronesien, mit dem sie ihre Eignung als Pädagogin nachweisen wollte.<ref name="laurahfi2">Character assassination - Henkilökuvan lokaaminen. In: laurahuhtasaari.puheenvuoro.uusisuomi.fi/. Abgerufen am 24. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mit Ausnahme der Presseberichterstattung brachte das Ergebnis der Untersuchung allerdings keinerlei weiteren Folgen für die Präsidentschaftskandidatin mit sich, da der Fall zu diesem Zeitpunkt bereits verjährt war.<ref name="YleSS"/>
Im März 2019 hatte Tero Niskanen, stellvertretender Stadtrat in Pori und Mitglied der konkurrierenden Nationalen Sammlungspartei, damit gedroht, Huhtasaaris Haus niederzubrennen. Kurz darauf entschuldigte er sich bei Huhtasaari für seine Worte und trat sowohl von seinem Amt zurück als auch aus der Partei aus.<ref name="UU">Jenni Tamminen: ”Eroan puolueesta” – Laura Huhtasaarta uhannut kokoomuspoliitikko selittää toimiaan Satakunnan Kansalle. In: uusisuomi.fi. 28. März 2019, abgerufen am 24. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bereits zuvor war es mehrfach zu Vandalismus am Haus der Politikerin gekommen.<ref name="YleTdF">Tulikukka de Fresnes: Laura Huhtasaaren kodin ikkunat rikottiin joululoman aikana. In: yle.fi. 27. August 2018, abgerufen am 29. Dezember 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Laura Huhtasaari in der Abgeordnetendatenbank des Europäischen Parlaments
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Huhtasaari, Laura |
| ALTERNATIVNAMEN | Huhtasaari, Laura Talvikki |
| KURZBESCHREIBUNG | finnische Politikerin (Basisfinnen), Abgeordnete im finnischen Parlament |
| GEBURTSDATUM | 30. März 1979 |
| GEBURTSORT | Vilppula |
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- Mitglied des Europäischen Parlaments für Finnland
- Reichstagsabgeordneter (Finnland)
- Mitglied der Perussuomalaiset
- Politiker (21. Jahrhundert)
- Finne
- Geboren 1979
- Frau