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Leccinellum

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Leccinellum
Datei:Leccinellum crocipodium (Letell.) Bresinsky & Manfr. Binder 533002 2015-06-29.jpg

Gelbporiger Raufuß (Leccinellum crocipodium)

Systematik
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Steinpilzartige (Boletales)
Unterordnung: Boletineae
Familie: Steinpilzverwandte (Boletaceae)
Unterfamilie: Leccinoideae
Gattung: Leccinellum
Wissenschaftlicher Name
Leccinellum
Bresinsky & Manfr. Binder

Leccinellum ist eine Pilzgattung aus der Familie der Steinpilzverwandten (Boletaceae). Die Fruchtkörper ähneln in der Gestalt stark den Arten aus der Gattung Leccinum, besitzen aber in allen Fruchtkörperteilen ein gelbes Pigment. Ist es nur schwach ausgeprägt oder erscheint es nur vorübergehend an einzelnen Teilen, besteht die Hutdeckschicht aus Ketten mit kugelförmigen Zellen. Darüber hinaus verfärbt sich das Fleisch an der Luft oft rasch und gleichmäßig intensiv, beispielsweise erst rötlich, violettlich, lilafarben und schließlich grau oder schwärzlich. Die Arten der Gattungen Leccinum und Leccinellum werden im deutschen Sprachraum aufgrund der schuppigen/rauen Stieloberfläche auch als „Raufüße“, kurz für „Raufußröhrlinge“, oder „Raustielröhrlinge“ bezeichnet.

Die Typusart ist der Gelbporige Raufuß (Leccinellum crocipodium).<ref name="Bresinsky2003" />

Merkmale[Bearbeiten]

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die weichfleischigen Fruchtkörper der Leccinellum-Arten haben den gleichen Habitus wie die Raustielröhrlinge aus der Gattung Leccinum. Sie sind in Stiel und Hut gegliedert und besitzen auf der Hutunterseite eine Röhrenschicht. Der gewölbte Hut hat am Rand keinen schmalen, hautförmigen Saum (nicht appendikuliert). Während sich auch die Röhren zwischen Stiel und Hutrand kissenförmig wölben, sind sie rings um die Stielspitze grabenförmig ausgebuchtet. Die Stiele sind im Vergleich zum Hut lang und gestreckt. Sie haben eine gestreift strukturierte und mit rauen Schüppchen bedeckte Stielrinde. Diese rippenartigen Streifen sind oft mehr oder weniger ausgeprägt netzartig miteinander verbunden, wobei sich die Schüppchen hauptsächlich auf die Rippen konzentrieren. Die Pilze sind entweder in allen Teilen des Fruchtkörpers deutlich gelb gefärbt oder weisen nur andeutungsweise und beschränkt auf bestimmte Teile und Entwicklungsstadien gelbe Farbtöne auf, wie beispielsweise blass gelblich-weiße oder gelblich-graue Stiele, blass grau-gelblich-strohfarbene oder schmutzig gelb-graue Röhren, manchmal stellenweise ocker-gelbe Hüte oder ein gelegentlich blass gelbliches Fleisch über den Röhren. Das Fleisch einiger Arten verfärbt sich bei Kontakt mit Luftsauerstoff auffallend rasch und ganz rötlich, violettlich oder lilafarben und schließlich grau bis schwärzlich.<ref name="Bresinsky2003" />

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Hutdeckschicht aus Ketten von Kugelzellen oder von breiten, kurzgliedrigen Hyphen. Die Ketten bisweilen mit Dermatozystiden endend und mit schlanken, langgliedrigen, schmäleren Hyphen untermischt.<ref name="Bresinsky2003" />

Ökologie[Bearbeiten]

Die Raufußröhrlinge aus der Gattung Leccinellum sind Mykorrhizapilze, die teilweise eng an bestimmte Höhere Pflanzen gebunden sind.

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Leccinellum ist nah mit den Gattungen Chamonixia, Leccinum und Octaviania verwandt<ref name=":0">Michael Kuo, Beatriz Ortiz-Santana: Revision of leccinoid fungi, with emphasis on North American taxa, based on molecular and morphological data. In: Mycologia. Band 112, Nr. 1, 2. Januar 2020, ISSN 0027-5514, S. 197–211, doi:10.1080/00275514.2019.1685351.</ref>, gehört also in die Unterfamilie der Leccinoideae innerhalb der Steinpilzverwandten (Boletaceae). Die Trennung dieser Gattungen wird meist anerkannt.<ref name="Bresinsky2003" /><ref>Mitchell E. Nuhn, Manfred Binder, Andy F.S. Taylor, Roy E. Halling, David S. Hibbett: Phylogenetic overview of the Boletineae. In: Fungal Biology. Band 117, Nr. 7–8, Juli 2013, S. 479–511, doi:10.1016/j.funbio.2013.04.008.</ref><ref name=":1">Christoph Hahn: Die Gattung Leccinum s. l. in Europa Teil 1: Artkonzepte und Barcoding (eine Einführung) und Teil 2a: die Gattung Leccinellum in Europa – ein Überblick und die europäischen Taxa der Sektionen Leccinellum und Calida sect. nov. In: Mycologia Bavarica. Band 20, 2020, S. 103–153.</ref> Eine aktuelle Studie aus Nordamerika schlägt vor, ein sehr weites Konzept der Gattung Leccinum anzuwenden und die genannten Gattungen zusammen mit wenigen weiteren zu einer Großgattung zusammenzufassen.<ref name=":0" />

Arten[Bearbeiten]

Nachfolgend wird eine weltweite Auswahl der Arten der Gattung Leccinellum angegeben:<ref name="Kuo2013" /><ref name="Mikšík2016" /><ref name=":1" />

Leccinellum weltweit
Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Synonyme Vorkommen
Leccinellum aberrans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(J. Blum 1969) C. Hahn 2020 Leccinellum blumii (Contu) Blanco-Dios comb. ill. Europa: Mittelmeerraum
Zistrosen-Raufuß Leccinellum corsicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Rolland 1896) Bresinsky & Manfr. Binder 2003 Europa: Mittelmeerraum
Gelbporiger Raufuß Leccinellum crocipodium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Letellier 1838) Della Maggiora & Trassinelli 2014 Leccinellum luteoporum (Bouchinot) Blanco-Dios Europa
Hainbuchen-Raufuß Leccinellum pseudoscabrum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Roman Schulz 1924) Mikšík 2017 Leccinellum carpini (R. Schulz) Bresinsky & Manfr. Binder Europa
Leccinellum quercophilum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Michael Kuo 2013 Nordamerika
Leccinellum rhodoporosum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Haruki Takahashi) Haruki Takahashi 2016 Asien
Leccinellum rugosiceps Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Peck 1904) C. Hahn 2020 Nordamerika
Grüneichen-Raufuß Leccinellum tlemcenense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Maire 1906) C. Hahn 2020 Leccinellum lepidum (Bouchet ex Essette) Bresinsky & Manfr. Binder 2003 Europa, Nordafrika: Mittelmeerraum
Leccinellum viscosum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Halling & B. Ortiz 2009) Mikšík 2016 Mittelamerika (Belize)

Bedeutung[Bearbeiten]

Alle Raufußröhrlinge sind essbar, sind aber zum großen Teil selten oder ohne besonderen Wert. Einige Arten sind geschätzte Speisepilze. Alle Arten der Gattung stehen in Deutschland unter Naturschutz und dürfen nur in kleinen Mengen zum eigenen Verbrauch gesammelt werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Bresinsky2003"> Andreas Bresinsky, Helmut Besl: Beiträge zu einer Mykoflora Deutschlands: Schlüssel zur Gattungsbestimmung der Blätter-, Leisten- und Röhrenpilze mit Literaturhinweisen zur Artbestimmung. Neue Taxa und Neukombinationen: Leccinellum Bresinsky & Binder gen. nov. In: Regensburger Mykologische Schriften. Band 11, 2003, S. 231–233. </ref> <ref name="Kuo2013"> Michael Kuo, Andrew S. Methven, Andrew M. Minnis, Roy E. Halling: Studies of North American macrofungi, 1. Validation of Lactarius rubidus comb. nov. and Leccinellum quercophilum sp. nov. In: Mycotaxon. Band 124, April–Juni, 2013, S. 323–332, doi:10.5248/124.323 (Die nachstehende Seite ist nicht mehr abrufbar. (Suche im Internet Archive) @1@2Vorlage:Toter Link/www.fs.fed.us fs.fed.us). </ref> <ref name="Mikšík2016"> Michal Mikšík: Index Fungorum no. 304. (PDF) In: indexfungorum.org. 8. September 2016, abgerufen am 7. November 2022. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Leccinellum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien