Lein
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| Datei:Illustration Linum usitatissimum0.jpg
Gemeiner Flachs oder Gemeiner Lein | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
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| L. |
Lein (Linum), auch Flachs genannt, ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Leingewächse (Linaceae).<ref name="FoC2008" /> Die 180 bis 200 Arten sind in den subtropischen bis gemäßigten Gebieten fast weltweit verbreitet.<ref name="FoC2008" /><ref name="Westcott2003" />
Beschreibung[Bearbeiten]
Vegetative Merkmale[Bearbeiten]
Bei Lein-Arten handelt es sich um ein- oder zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, Halbsträucher oder Sträucher, einige von ihnen immergrün, mit aufrechten Stängeln.
Sie haben ungestielte, ganzrandige Laubblätter. Meist sind keine Nebenblätter vorhanden.
Generative Merkmale[Bearbeiten]
Die kurzlebigen Blüten sind fünfzählig und radiärsymmetrisch, in der Regel frei, gelegentlich am Ansatz verwachsen und blühen blau, gelb, rot, rosa oder weiß. Die zehnfächrigen Kapselfrüchte enthalten je einen schwarzen oder braunen Samen in jedem Fach.
Verbreitung[Bearbeiten]
Vorlage:Hinweisbaustein Lein-Arten findet sich in den gemäßigten und subtropischen Regionen beider Hemisphären.
Systematik[Bearbeiten]
Die Gattung Linum (deutsch Lein, mittelhochdeutsch lein und älter līn ‚Flachs‘, ‚leinenes Gewand‘, ‚Gemeiner Lein‘, auch ‚Leinsamen‘; verwandt mit gleichbedeutend lateinisch linum<ref>Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Herausgegeben von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 434.</ref>) ist die artenreichste in der Familie der Leingewächse und wird dort in die Unterfamilie Linoideae eingeordnet.
Die innere Systematik der Gattung ist 2003 nicht gefestigt, obwohl sie stets intensiv bearbeitet wurde. Insbesondere für die amerikanischen Arten war jahrzehntelang ein System aus Artkomplexen und Gruppen in Gebrauch. Als Referenz für die gesamte Gattung dient daher auch 2003 noch H. Winklers Gliederung der Gattung in sechs Sektionen aus dem Jahre 1931, hier wiedergegeben in einer durch Axel Diederichsen und Ken Richards geringfügig aktualisierten Fassung entsprechend morphologischer Merkmale. Die häufig in der Literatur angeführte Sektion Eulinum wird 2003 auf die beiden Sektionen Linum und Dasylinum aufgeteilt.<ref name="Diederichsen2003" /> Doch entsprechend molekulargenetischer Daten haben einige der damaligen Sektionen bei McDill et al. 2009 den Rang von Gattungen und die verbleibenden und neuen Sektionen haben einen anderen Umfang.<ref name="McDill2009" />
Die folgende Aufzählung ist nicht vollständig; es ist eine Auswahl (Stand 2003):<ref name="Diederichsen2003" />
- Sektion Linum (großblütig; Kronblätter unverwachsen, blau, rosafarben oder weiß; Narben länger als breit; Blätter wechselständig, drüsenlos, kahl)
- Alpen-Lein (Linum alpinum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Jacq.):<ref name="Zander2008" /> Die etwa fünf Unterarten kommen in den europäischen Gebirgen vor: Pyrenäen, Alpen, Apenninen, Rhodopen und Ural.<ref name="Euro+Med" />
- Linum altaicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ledeb. ex Juz.: Sie sind in Zentralasien in Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Xinjiang, in der Mongolei und Westsibirien verbreitet.<ref name="FoC2008" />
- Linum amurense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Alef.: Sie kommt in Russlands Fernem Osten, in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Gansu, Heilongjiang, Jilin, Ningxia sowie Shaanxi verbreitet.<ref name="FoC2008" />
- Österreichischer Lein (Linum austriacum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.):<ref name="Zander2008" /> Die etwa neun Unterarten kommen im Mittelmeerraum<ref name="Euro+Med" /> vor und reicht in seiner Verbreitung von Nordafrika bis Mitteleuropa, Vorderasien, Kaukasusraum und Westsibirien.
- Linum baicalense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Juz.: Sie kommt in Sibirien und in der Mongolei vor.
- Zweijähriger Lein<ref name="Zander2008" />, auch Wild-Lein genannt (Linum bienne Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mill., Syn.: Linum angustifolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Huds.): Er kommt im Mittelmeerraum vor, dazu von Nordafrika bis Großbritannien, zur Krim und zum Iran.
- Linum decumbens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Desf.: Sie kommt im Mittelmeerraum vor.
- Roter Lein,<ref name="Zander2008" /> auch Prachtlein (Linum grandiflorum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Desf.): Er kommt im Mittelmeerraum vor, besonders in Algerien.
- Lothringer Lein (Linum leonii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.F.W.Schultz): Er kommt in Mitteleuropa bis Frankreich vor.
- Linum lewisii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pursh: Sie kommt in Alaska, Kanada, den USA und im nördlichen Mexiko vor.<ref name="GRIN" />
- Linum meletonis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hand.-Mazz.: Sie kommt in Vorderasien vor.
- Linum mesostylum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Juz.: Sie kommt nur in Tadschikistan vor.<ref name="GRIN" />
- Linum monogynum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.G. Forst.: Sie kommt in Neuseeland vor.
- Narbonne-Lein<ref name="Schönfelder2008" /> (Linum narbonense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Er kommt im Mittelmeerraum und in Nordafrika vor.
- Ausdauernder Lein (Linum perenne Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.):<ref name="Zander2008" /> Er kommt von Europa bis Sibirien vor und ist in Nordamerika eingebürgert.
- Gemeiner Lein (Linum usitatissimum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.),<ref name="Zander2008" /> auch Gemeiner Flachs und Kultur-Lein genannt, das Gebiet seiner Herkunft ist unbekannt, aber die Art stammt wahrscheinlich von Linum bienne ab.
- Sektion Dasylinum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Planchon) Juz. (wie Linum, Blätter oder Blütenstiele aber behaart, stets ausdauernd)
- Linum bungei Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss.: Sie kommt im Iran vor.
- Zotten-Lein (Linum hirsutum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Er kommt im Mittelmeerraum in sieben verschiedenen Unterarten vor.<ref name="Greuter1989" />
- Linum hypericifolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb.: Sie kommt in Kleinasien vor.
- Klebriger Lein (Linum viscosum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.):<ref name="Zander2008" /> Er kommt in Europa vor.
- Sektion Linastrum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Planchon) Bentham (wie Linum, Blüten aber klein und üblicherweise gelb)
- Linum appressum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A.Caballero (wird auch als Unterart subsp. appressum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(A.Caballero) Rivas Martinez zu Linum suffruticosum gestellt), kommt in Spanien, Frankreich und Italien vor.<ref name="GRIN" />
- Linum chamissonis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schiede: Sie kommt in Chile vor.<ref name="GRIN" />
- Linum corymbulosum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rchb.: Sie kommt in Südeuropa, auf der Krim, im Kaukasusraum, in West- und Zentralasien und auf dem Indischen Subkontinent vor.<ref name="FoC2008" /><ref name="GRIN" />
- Linum karataviense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pavlov: Sie kommt in Zentralasien vor.
- Linum keniense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.T.C.E.Fr.: Sie kommt in Kenia vor.
- Linum macraei Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Benth.: Sie kommt in Südamerika vor.
- Strand-Lein (Linum maritimum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.):<ref name="Zander2008" /> Er kommt im Mittelmeerraum vor.
- Linum paposanum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Phil.: Sie kommt in Chile vor.
- Linum setaceum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Brot.: Sie kommt in Spanien, in Portugal und in Marokko vor.<ref name="Euro+Med" />
- Steifer Lein<ref name="Schönfelder2008" /> (Linum strictum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), kommt im Mittelmeerraum vor.
- Halbstrauchiger Lein<ref name="Schönfelder2008" /> (Linum suffruticosum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), kommt im Mittelmeerraum in drei verschiedenen Unterarten vor, darunter:
- Linum suffruticosum subsp. salsoloides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Lam.) Rouy (Syn.: Linum salsoloides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lam.): Sie kommt nur in Spanien vor.<ref name="Euro+Med" />
- Linum tenue Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Desf.: Sie kommt in Spanien, Portugal, Algerien, in Marokko und Rumänien vor.<ref name="Euro+Med" />
- Schmalblättriger Lein (Linum tenuifolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.):<ref name="Zander2008" /> Er kommt von Europa bis zum Kaukasusraum und dem Iran vor.
- Linum trigynum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.: Sie kommt im Mittelmeerraum und in Vorderasien vor. Auf den Azoren und Kanaren ist die Ursprünglichkeit zweifelhaft.<ref name="Euro+Med" />
- Linum volkensii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Engl., kommt in Ostafrika vor.
- Sektion Cathartolinum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Reichenb.) Griseb. (wie Linum, Narben aber am Ende verdickt)
- Purgier-Lein (Linum catharticum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.)
- Linum rigidum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pursh: Sie kommt in Kanada und in den USA vor.<ref name="GRIN" />
- Linum sulcatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Riddell: Sie kommt in Kanada und in den USA vor.<ref name="GRIN" />
- Sektion Syllinum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Griseb. (wie Linum, aber Kronblätter als Knospe verwachsen, gelb oder weiß; Blätter am Ansatz mit Drüsen)
- Linum album Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss.: Sie kommt in Vorderasien vor.
- Bäumchen-Lein<ref name="Schönfelder2008" /> (Linum arboreum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Er kommt in Griechenland, auf Inseln in der Ägäis, auf Kreta und in Kleinasien vor.<ref name="Euro+Med" />
- Glocken-Lein<ref name="Schönfelder2008" /> (Linum campanulatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Er kommt in Spanien, in Frankreich und in Italien vor.<ref name="Euro+Med" />
- Linum capitatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schultes: Sie kommt in Italien und auf der Balkanhalbinsel vor.<ref name="Euro+Med" />
- Linum cariense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss.: Sie kommt nur in Kleinasien vor.<ref name="Euro+Med" />
- Linum dolomiticum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Borbás: Dieser Endemit kommt nur an einem Wuchsort in Ungarn auf Dolomitgestein vor.
- Linum elegans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss., kommt nur auf der Balkan-Halbinsel vor.<ref name="Euro+Med" />
- Gelber Lein (Linum flavum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.):<ref name="Zander2008" /> Er kommt von Europa bis zur Türkei und dem Kaukasusraum vor.
- Linum mucronatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bertol.: Sie kommt in Westasien und im Kaukasusraum in sechs verschiedenen Unterarten vor.<ref name="GRIN" />
- Linum nodiflorum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.: Sie kommt im Mittelmeerraum, in der Ukraine, in Vorderasien und im Kaukasusraum vor.<ref name="Euro+Med" />
- Linum pamphylicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss. & Heldr. ex Planch.: Sie kommt in der Türkei vor.<ref name="Greuter1989" />
- Linum persicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Planchon: Sie kommt im Iran vor.
- Linum tauricum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Willd.: Sie kommt in Südosteuropa, auf der Krim, in der Türkei und im Kaukasusraum vor.<ref name="GRIN" /> Es gibt sechs verschiedene Unterarten.<ref name="Euro+Med" />
- Linum thracicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Degen: Sie kommt auf der Balkan-Halbinsel vor.<ref name="Euro+Med" />
- Linum vuralianum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Yilmaz & Kaynak: Sie wurde 2008 aus der Türkei erstbeschrieben.<ref name="Euro+Med" />erst
- Sektion Cliococca (Wird auch als eigene Gattung Cliococca Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bab. angesehen: Kronblätter kürzer als Kelchblätter, Südamerika, monotypisch)
- Linum selaginoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lam. (Syn.: Cliococca selaginoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Lam.) C.M.Rogers & Mildner): Sie kommt in Argentinien, Brasilien, Chile, Paraguay und Uruguay vor.<ref name="GRIN" />
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Ausdauernder Lein (Linum perenne)
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Weichhaariger Lein<ref name="Schönfelder2008" /> (Linum pubescens)
Verwendung[Bearbeiten]
Siehe auch: Flachsfaser, Leinenindustrie
Einige Arten (Gemeiner Lein, Ausdauernder Lein, Zweijähriger Lein) werden oder wurden zur Fasergewinnung genutzt. Die Geschichte seiner Verwendung reicht 6.000 bis 10.000 Jahre zurück, damit stellt die Gattung Lein einige der ältesten Kulturpflanzen. Neben der textilen Verwendung finden Leinarten auch Verwendung als technische Fasern, als Heilpflanzen (zum Beispiel Purgier-Lein), als Lebensmittel (Leinsamen) und zur Gewinnung des Leinöls mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten (zum Beispiel Ölfarbe).
Kulturgeschichte[Bearbeiten]
Die wichtigsten Samen-Ölpflanzen im vorgeschichtlichen Mitteleuropa waren Lein (mittelhochdeutsch līn, ‚Lein, Leinsamen‘,<ref>Vgl. etwa Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50). Niemeyer, Tübingen 2003, ISBN 3-484-36050-X, S. 392 (lîn).</ref> lateinisch linum) und Mohn. Angesichts der vergleichsweise geringen Nachweisbarkeit – Leinsamen blähen beim Verkohlen auf und sind als Fragmente kaum erkennbar – dürfte ihre Bedeutung größer gewesen sein, als es das Fundbild nahelegt. Leindotter (Camelina sp.) scheint mit dem Lein auf gemeinsamen Flächen gewachsen zu sein. Beim Lein lässt sich an den Samen nicht erkennen, ob er als Öllein oder Faserlein verwendet wurde. Funde aus Langweiler im Rheinland und Eisenberg in Thüringen legen nahe, dass es sich um Springlein (Linum usitatissimum subsp. crepitans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Elladi) handelt. Rheinische Vorratsfunde geben Hinweise auf Schließlein (Dresch-Lein) (Linum usitatissimum subsp. usitatissimum). Die Samenfunde zeigen, dass der Lein getrennt von anderen Kulturpflanzen angebaut und als Fettlieferant verwendet wurde.
Der Lein ist in der westlichen Bandkeramik verbreiteter und kommt unter Aussparung Böhmens nur westlich der Elbe vor. An der vorderasiatischen Herkunft des Kulturleins besteht indes kein Zweifel. Die Wildform ist im zirkummediterranen Raum und in Vorder- und Mittelasien verbreitet. In Mitteleuropa wird die Pflanze heute als Sommerlein angebaut, nur im Voralpenland als Winterlein, wie in der Vorzeit. Im Mittelneolithikum wird Lein seltener gefunden. Im Rheinland und in der Michelsberger Kultur fehlt er während dieser Zeit völlig.
Die jung- bis spätneolithische Geschichte des Leins ist am Zürichsee besonders gut erforscht. Sein Aufstieg begann während der jüngeren Pfyner Kultur. Er erreichte seinen Höhepunkt in der Horgener Kultur und verblieb auch während der Schnurkeramik auf einem relativ hohen Niveau. Ähnlich verlief seine Verbreitung am Bodensee. Im Jung- und Spätneolithikum des Federseegebietes, in der Pfyn-Altheimer-Kultur und in der Goldberg-III-Gruppe, ist exzessive Nutzung nachgewiesen.
Lange war unklar, ob bereits in bandkeramischer Zeit Samen und Leinstengel genutzt wurden. Ein Brunnenfund in Mohelnice bei Brünn lieferte Schnüre aus Leinfasern. In der Levante wurde Flachs bereits im 8. vorchristlichen Jahrtausend (PPNB) zu Textilien verarbeitet. Im südlichen Karpatenbecken im 2. Viertel des 5. vorchristlichen Jahrtausends. Für das Jung- und Spätneolithikum ist die Doppelnutzung des Leins als Faser- und Nahrungspflanze gesichert. Die Verwendung der Fasern wird durch die Funde von Flachshecheln aus Knochen und vor allem von aus Flachs gefertigten Textilien und Netzen bezeugt, die sich in den Feuchtbodensiedlungen des Voralpenlandes erhalten haben.
Die ältesten Anzeichen für Leinanbau in Schweden stammen aus der Wikingerzeit (800–1150 n. Chr.).
Literatur[Bearbeiten]
- Jens Lüning: Steinzeitliche Bauern in Deutschland. Die Landwirtschaft im Neolithikum (= Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie. Bd. 58). Habelt, Bonn 2000, ISBN 3-7749-2953-X, S. 85ff.
- David Jeffrey Ockendon, Stuart Max Walters: Linum L. In:
- Sergei Vasilievich Juzepczuk: Linaceae Dumort. In: Vladimir Leontyevich Komarov (Begr.), B. K. Schischkin, E. G. Bobrov (Hrsg.), R. Lavoot (Übers.): Flora of the USSR. Volume XIV: Geraniales, Sapindales, Rhamnales. Keter, Jerusalem 1974, ISBN 07065-1360-6, S. 68–112 (Russ. Original: Izdatel'stvo Akademii Nauk SSSR, Moskau/Leningrad 1949, S. 84–146), Digitalisat.
- Quanru Liu, Lihua Zhou: Linaceae., S. 34, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 11 – Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-73-3. Linum Linnaeus., S. 35–36 - textgleich online wie gedrucktes Werk. (Beschreibung und Bestimmungsschlüssel der chinesischen Taxa.)
- Joshua R. McDill, Miriam Repplinger, Beryl B. Simpson, Joachim W. Kadereit: The Phylogeny of Linum and Linaceae subfamily Linoideae, with Implications for Their Systematics, Biogeography, and Evolution of Heterostyly. In: Systematic Botany, Volume 34, Issue 2, 2009, S. 386–405. doi:10.1600/036364409788606244 PDF.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Greuter1989"> Werner Greuter, H. M. Burdet, G. Long: Med-Checklist. Band 4, Seite 216–226, Conservatoire et Jardin botaniques, Genève 1989, ISBN 2-8277-0154-5. </ref> <ref name="Westcott2003"> Neil D. Westcott, Alister D. Muir: Chemical Studies on the constituents of Linum spp. In: Neil D. Westcott, Alister D. Muir (Hrsg.): Flax. The Genus Linum (= Medicinal and aromatic plants – industrial profiles. Band 34). Taylor & Francis, New York u. a. 2003, ISBN 0-415-30807-0, S. 55–73. </ref> <ref name="Diederichsen2003"> Axel Diederichsen, Ken Richards: Cultivated flax and the genus „Linum“ L. Taxonomy and germplasm conservation. In: Neil D. Westcott, Alister D. Muir (Hrsg.): Flax. The Genus Linum (= Medicinal and aromatic plants – industrial profiles. Band 34). Taylor & Francis, New York u. a. 2003, ISBN 0-415-30807-0, S. 22–54. </ref> <ref name="Schönfelder2008"> Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos-Mittelmeerflora. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2008. ISBN 978-3-440-10742-3. S. 270. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> <ref name="FoC2008"> Quanru Liu, Lihua Zhou: Linaceae., S. 34, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 11 – Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-73-3. Linum Linnaeus., S. 35–36 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="McDill2009"> Joshua R. McDill, Miriam Repplinger, Beryl B. Simpson, Joachim W. Kadereit: The Phylogeny of Linum and Linaceae subfamily Linoideae, with Implications for Their Systematics, Biogeography, and Evolution of Heterostyly. In: Systematic Botany, Volume 34, Issue 2, 2009, S. 386–405. doi:10.1600/036364409788606244 PDF. </ref> <ref name="Euro+Med"> Eckhard von Raab-Straube (2018+): Linaceae. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Linum. </ref> </references>
Weblinks[Bearbeiten]
Weiterführende Literatur[Bearbeiten]
- Joshua Robert McDill: Molecular Phylogenetic Studies in the Linaceae and Linum, with Implications for their Systematics and Historical Biogeography. Dissertation presented to the Faculty of the Graduate School of The University of Texas at Austin in Partial Fulfillment of the Requirements for the Degree of Doctor of Philosophy. The University of Texas at Austin Dezember 2009. doi:10.13140/RG.2.1.1523.5281 online.
- Masoud Sheidai, S. Darini, Seyed Mehdi Talebi, F. Koohdar, S. Ghasemzadeh-Baraki: Molecular systematic study in the genus Linum (Linaceae) in Iran. In: Acta Botanica Hungarica, Volume 61, Issue 3–4, September 2019, S. 21–434. doi:10.1556/034.61.2019.3-4.11