Lennet Kann
Lennet Kann (Geburtsname Leonard van Kann; * 1844 in Aachen; † 5. Januar 1916<ref>Nadine Jungblut: www.aachen.de - Archivalie des Monats Januar 2016. In: aachen.de. 5. Januar 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Januar 2016; abgerufen am 7. Januar 2016.</ref> ebenda) war ein Aachener Stadtoriginal und ist bis heute eine wichtige Traditionsfigur der Stadt.
Leben[Bearbeiten]
Lennet Kann wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach dem frühen Tod des Vaters musste seine Mutter allein für Lennet und seine ältere Schwester Gretchen („et Jerätsche“) sorgen. Sonntags saß die Mutter mit Lennet auf dem Schoß am Aachener Dom und bettelte. Nach dem Tod der Mutter kümmerte sich seine Schwester Gretchen und Aachener Nonnen um Lennet. Er war von Kindheit an daran gewöhnt, sich den Lebensunterhalt durch Betteln zu verdienen. Auf diese Weise schlug er sich durch, nachdem sowohl seine Eltern als auch seine Schwester früh verstorben waren. Kann wurde als gepflegter, ruhiger Zeitgenosse beschrieben, der vom Betteln und von mildtätigen Gaben der Aachener Klöster lebte.
Durch seine überdurchschnittliche Körpergröße, die durch seine Magerkeit noch hervorgehoben wurde, war Kann eine auffallende Person. Im Laufe der Zeit wurde der spindeldürre Mann zu einer stadtbekannten Gestalt. Sein gestelzter Gang, die baumelnden Arme, wie sein ganzes Erscheinungsbild zogen viele Kinder an. Oft marschierte Lennet an der Spitze einer singenden Kinderschar durch die Stadt. Studenten luden ihn häufig zu Festen und Umzügen ein und hielten ihn beim Essen und Trinken frei. Sie trieben harmlose Scherze mit ihm und dekorierten ihn reichlich mit Karnevalsorden. Kann trug diese Orden mit großem Stolz. Es verging keine Festlichkeit und kein Schützenumzug in Aachen, Forst und Burtscheid, an dem Lennet voller stolz mit Orden und Ehrenzeichen dekoriert vornweg marschierte. Überdies war Kann bei vielen Veranstaltungen anwesend<ref>Florresei. In: Echo der Gegenwart. Nr. 66. Aachen 8. März 1881, S. 3 (deutsche-digitale-bibliothek.de).</ref><ref>"Lennet Kann" - Deutsches Zeitungsportal. In: deutsche-digitale-bibliothek.de. Abgerufen am 7. August 2026.</ref>, insbesondere bei Beerdigungen, bei denen er auf Verköstigung hoffte. Kann war des öftern im Aachener Wald anzutreffen. Dort saß er zufrieden auf immer derselben Bank in der Nähe des Waldrestaurants Waldschänke.
Als Kann mit fortschreitendem Alter an der Gicht litt, wurde sein Erscheinungsbild noch markanter. Er bewegte sich auf eigenwillige Weise vorgebeugt mit steifen, kurzen Schritten fort, hielt die Brust jedoch aufrecht, damit seine zahlreichen Orden zur Geltung kamen.
Nachleben[Bearbeiten]
Bis in die Gegenwarte ist Lennet Kann in Aachener Traditionen gegenwärtig. Er zählt sowohl zu den Symbolfiguren des Aachener Karnevals als auch des Ordens wider den tierischen Ernst. Er wurde in dem bekannten Aachener Karnevalslied Dat es der Lennet Kann verewigt, das auf die Melodie des Militärmarsches Unsere Garde von Rudolf Förster (1860–1894) gesungen wird. Seit Ende 2010 gibt es ein obergärig gebrautes Aachener Bier mit dem Namen Lennet.<ref>Lennet Kann Aachen. In: lennet-bier.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. November 2011; abgerufen am 2. November 2011.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Jutta Katsaitis-Schmitz: Lennet Kann – ein Aachener Original. Helios, Aachen 2016, ISBN 978-3-86933-171-3.
- Bruno Lerho: Öcher Orrejenaale. Helios, Aachen 2003, ISBN 3-933608-66-X.
Weblinks[Bearbeiten]
- Lennet Kann – Lennet Kann. In: lennet-kann.de.
- Öcher Orrejenaale. In: karnevalinaachen.de.
- Lennet Kann. In: karnevalinaachen.de.
- Red Baron's Blog: Lennet Kann. In: mhoefert.blogspot.com.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kann, Lennet |
| ALTERNATIVNAMEN | Kann, Leonard van (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | Aachener Stadtoriginal |
| GEBURTSDATUM | 1844 |
| GEBURTSORT | Aachen |
| STERBEDATUM | 5. Januar 1916 |
| STERBEORT | Aachen |