Leseratte
Der Begriff Leseratte ist ein umgangssprachlicher Begriff für Menschen, die gern und viel lesen. Synonyme sind „Bücherwurm“ oder „Büchernarr“. Der Begriff ist seit dem späten 19. Jahrhundert belegt. Es kann eine leicht negative Konnotation haben, ausgelöst durch den Wortbestandteil „Ratte“. Man kann damit Gier assoziieren, mit der eine Leseratte verschiedenste Literatur verschlingt.<ref>Trübners Deutsches Wörterbuch, Band 4, Berlin 1943, S. 447</ref>
In den 1920er Jahren war 'Leseratte' in der studentischen Sprache auch Bezeichnung für Dozenten, die nicht frei vortrugen, sondern ihre Vorlesung nur aus einem Manuskript vorlasen.<ref>Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache, Band 5, Stuttgart 1984, S. 1764</ref>
Ähnliche Komposita mit dem Determinatum „Ratte“ sind „Ballettratte“, „Spielratte“, „Landratte“ und „Wasserratte“. Gemein ist ihnen mit „Bücherratte“, dass sie in der Gegenwartssprache neutral bis positiv besetzt sind, obwohl die auf Menschen bezogene Tierbezeichnung „Ratte“ alleinstehend als Schimpfwort gilt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. – Fragen und Antworten ( vom 11. Februar 2005 im Internet Archive). Auch in Der Sprachdienst, Bände 48–49, 2003, S. 21.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Falk Huettig: The perks of being a Bookworm (vom Vorteil, ein Bücherwurm zu sein). Cambridge University Press März 2026, ISBN 9781009701488
Siehe auch[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. – Fragen und Antworten ( vom 11. Februar 2005 im Internet Archive)
- Woher stammt der Begriff Leseratte?. In: Hamburger Abendblatt, 17. Januar 2014.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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